Start / Leserbriefe / Zeichen der Zeit ernst nehmen, Selbstbestimmungsrecht ausüben

Zeichen der Zeit ernst nehmen, Selbstbestimmungsrecht ausüben

stefan_zelger_gr_tramin_450.JPGAufweichung der Ansässigkeitsklausel für das aktive Wahlrecht, Vorschriften für den Einsatz der eigenen Finanzmittel (Konvergenzkriterien), Abschaffung der Regionen mit Sonderstatut und damit der Süd-Tirol Autonomie…Mittlerweile vergeht kein Tag ohne Drohgebärden aus Rom, in einem Tonfall, der an vergangen geglaubte Zeiten erinnert.

Dabei kommen diese
rhetorischen Amokläufe nicht von irgendwelchen Hinterbänklern, sondern
von hochrangigen Ministern wie Brunetta, Calderolli oder Frattini. Und
auch der PD scheint sich an dieser verbalen Inkontinenz nicht zu stören
und trägt einige Ansichten sogar mit. Es ist Zeit sich endlich von
diesem Staat zu lösen!

„Alleanza Nationale“ Exponent Giorgio Holzmann, von der SVP salonfähig
gemacht, will die Ansässigkeitsklausel für das aktive Wahlrecht von
derzeit vier auf nur mehr einem Jahr reduzieren. Damit würde den
Angehörigen des italienischen Heeres (zu dem bekanntlich auch die
Carabinieri gehören) Tür und Tor zu Süd-Tirols Wahlen geöffnet. Wer die
Gesinnung so manches Heeresangehörigen kennt kann sich ausmalen, welche
Folge diese Aufweichung für Süd-Tirols Politlandschaft hätte. Auf
fruchtbarem Boden stößt Holzmanns Vorstoß nicht nur bei Außenminister
Frattini und anderen Ministerkollegen, sondern auch beim „Partito
Democratico“.

Die selbsterklärten Autonomiefreunde wollen erneut einen
der wichtigsten Pfeiler des Paketes einreißen und damit Süd-Tirol
unweigerlich zu einer normalen italienischen Provinz verkommen lassen.
Schon bei der Schule, Stichwort Immersionsunterricht, und der
Diskussion um die faschistischen Relikte hat sich gezeigt, dass
Süd-Tirol bei wichtigen Fragen kaum verlässliche Partner in Italien
findet. Deshalb ist es höchst an der Zeit diese fortwährende
Zitterpartie zu beenden, damit die deutsche und ladinische Volksgruppe
in Süd-Tirol endlich einer gleichsam kulturellen wie ökonomisch
gesicherten Zukunft entgegenblicken können. Fordern wir endlich unser
Recht auf Selbstbestimmung bevor es irgendwann zu spät dafür ist!

Stefan Zelger,
Hauptausschussmitglied und Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Tramin

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

7 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

Anmerkungen
Jede Änderung am Wahlrecht ohne Zustimmung der Betroffenen ist ein Angriff auf die Volkseinheit und Selbstbestimmung.

Wenn der fremde italienische Gesamtstaat hier ohne Zustimmung des Süd-Tiroler Volkes das Süd-Tiroler Wahlrecht ändern will, wäre der Staat Österreich als Schutzmacht anzurufen.

mfg
Paul R

2

Carabinieri
@Stefan R

hast Recht, kleiner Formulierungsfehler, ich meinte mit Heer eigentlich Militär. Die Carabinieri bilden seit dem Jahr 2000 glaube ich eine eigene Militäreinheit. Sie gehören organisatorisch dem Verteidigungsministerium an, unterstehen jedoch vorwiegend dem Innenministerium. Wenn man ihre Art und Weise betrachtet wie sie bei uns meist auftreten (es gibt zum Glück auch rühmliche Ausnahmen wie ich erfreulicherweise festgestellt habe), dann merkt man auch, dass sie Militärs sind.

3

Geheimverhandlungen LH in Rom
Beängstigend ist für mich die Tatsache, dass LH Durnwalder immer alleine, ohne Delegation und damit möglichen Zeugen, Gespräche und Verhandlungen in Rom führt. So auch gestern und heute! Was läuft da eigentlich ab?
Zugeständnisse des Staates versus Stillhalteabkommen der SVP?

Gehen wir der Sache doch auf den Grund, dann werden gewisse Vorgänge vielleicht klarer!!!

4

Auswandern??? Do bleibn und die selbstbestimmung verlangen!!

5

Nie und nimmer
Insere Heimat in die Italiner überlossn??? Nie und nimmer!!! Dirvor wearn woll olle die augen au tien und segn wos do los isch, vielleicht geats noar in galigscht mit dir Selbstbestimmung leichter, iets hot jo a jeder ognst vielleicht 1 Euro zu verliern, ober Heimat = nit Geld und Wohlstond, sondern meine Sproche und meine Kultur, und Italien hot mit meiner Kultur und Sproche schun gor nix zu tien! Also wochmer au, vor 200 Johr hots a koasn: Mander es isch Zeit !!

6

Die Carabinieri gehoeren nicht zum Heer. Frueher war das so (erkennbar an den EI-Kennzeichen), aber inzwischen bilden sie eine eigene Teilstreitkraft.

7

Sollte die Autonomie aufgelöst werden, würde ich auswandern nach Nordtirol.