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Verhandlungen mit Berlusconi- Regierung: Opfer nicht vergessen!

Eva_Klotz_200.jpgDie Landtagsabgeordnete der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, Eva Klotz, erinnert die Führungsspitze der SVP an die vielen Opfer, welche Südtiroler Frauen und Männer in den 60er Jahren und auch danach gebracht haben, um die Zukunft unseres Volkes zu sichern.
Wenn die SVP- Führung jetzt Verhandlungen mit Mitgliedern der Berlusconi- Regierung einleitet, soll sie sich diese großen Opfer vor Augen halten und die Ergebnisse der Gespräche daran messen.

Es ist ein Hohn auf alle, die ihr Leben für die Existenzsicherung der
Südtiroler eingesetzt haben, wenn SVP- Exponenten heute mit der
Autonomie grosstun und noch stolz darauf sind, wenn ein italienisches
Regierungsmitglied diese als "specialissima" bezeichnet. Die Umstände,
die letztlich zu dieser Autonomie geführt hatten, waren auch spezieller
Art, jedoch mit viel Leid und Tränen erkämpft. Und es waren nicht die
Angehörigen der SVP – Politiker, welche um das Leben ihrer Väter
gebangt und deren Tod beklagt haben!

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz
20. 8. 08

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3 Kommentar(e)

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1

eben...
@Michael: ... verstehe das nicht so ganz, da Oesterreich, Ungarn bis nach Sarajewo, doch eins war?
Und die Slowenische Minderheit sind das etwa keine Oesterreiche, im Gegensatz zu den ST,s sind Sie, die Slowenen es gerne.
Das zum Thema Alptraum, wohl eher ein Steirischer Albtraum, wie ist Oesterreich mit Minderheiten umgegeangen? Keinen deut besser als Italien!! Ihr habts aber im Südtirol die Autonomie, das hatten die Slow. und Magyrer nicht!
A`punto bun di!

2

Selbstbestimmung
Die Geschichte kann manchmal grausam und die Mächte der Fremdbestimmung erbarmungslos sein. Das war so geschehen mit Süd-Tirol, im Kanaltal in Kärnten, in großen Teilen Istriens und Dalmatiens nach den Ersten Weltkrieg, dort wo Italien in ein Land so gut wie ohne Italiener als neue Staatsmacht zum ersten mal in der Geschichte gekommen ist. Wie dieses Land mit den Süd-Tirolern umgegangen ist, wissen die gut informierten Menschen auch ganz genau. Im Zweiten Weltkrieg hat dieses faschistische Königreich Italien noch viel weitreichende Pläne der Agression und Expansion gehabt, man wollte aus dem Mittelmeer ausbrechen und halb Süd-Frankreich bis zum Atlantik besetzten, damit auch dieses Land in der Stunde der Schwäche die Italianitá kennenlernt. Der glorreiche italienische Feldzug von 1943 in der Gegend um die aus faschistischer Sicht italienische Stadt Nizza in Süd-Frankreich hat nicht einmal 24 Stunden gedauert, als die wenigen überraschten Franzosen dort sich sofort zur Wehr setzten und die Faschisten in die Schranken gewiesen haben. Das "Imperium Romanum des Duce" scheiterte ziemlich bald auch in Griechenland, Nord-Afrika, Albanien und in Jugoslawien. Die unterjochten Völker konnten sich meistens aus eigener Kraft von diesem faschistischen Spuk befreien. Nur für das Land Süd-Tirol sollte sich in der neuen Nachkriegsordnung nach 1946 nichts ändern. Daran änderte auch nichts die Selbstbestimmung-Petition, fast von allen erwachsenen und mündigen Bürgern des Landes unterzeichnet, und zwar an das Vaterland Österreich von Mai 1946. Genauso wenig konnten auch die Briten und Franzosen, damals große Befürworter der Süd-Tiroler Selbstbestimmung, dieser in Tirol südlich des Brenners zum Durchbruch verhelfen. Italien wechselte auch im Zweiten Weltkrieg rechtzeitig die Fronten und verlangte nach dem Krieg die vor allem von den USA versprochene Belohnung. Das Vaterland der Süd-Tiroler Österreich konnte aber unter den damaligen diplomatischen Bedingungen in Europa wenigstens den Pariser Autonomie-Vertrag von 1946 für Süd-Tirol erreichen, der alles um Süd-Tirol zum ersten mal in der Geschichte zum Subjekt des Völkerrechtes vor der UNO gemacht hat und das Land Österreich zu seiner international anerkannten Schutzmacht. Die von Rom aber in Süd-Tirol von oben verordnete Scheinautonoomie und die Italianisierung über massenhafte gesteuerte Zuwanderung führte letztenendes zu den bekannten bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen der 50er und 60er Jahre mit dieser gegen den erklärten Willen der Bevölkerung mit Gewalt, diplomatischen Betrug und Verrat aufgezwungenen Staatsmacht nach 1919. Italien reagierte damals vor 40 Jahren auf diese Bewegung der Selbstbestimmung in Süd-Tirol nicht viel anders, als Serbien im Kosovo Ende der 90er Jahre. Das führte auch letztenendes dazu, dass die freie und demokratische Völkergemeinschaft der EU und der NATO am Ende des 20.Jahrhunderts dort dem Staat der Fremdbestimmung in der vormals Autonomen Region Kosovo jeden weiteren Herrschaftsanspruch entschieden mit der diplomatischen und militärischen Gewalt abgesprochen hat. Seit 17.Februar 2008 ist Kosovo endlich frei und die Fremdbestimmung Geschichte. So ein Beispiel macht bekanntlich Schule. Es gibt leider auch in Europa anderswo ähnlich gelagerte ethnische Konflikte, so wie wir das gerade im Konflikt um Süd-Ossetien und Abchasien in Georgien gerade als Beobachter erleben können. Die Süd-Osseten haben sich in einer international überwachten Volksabstimmung 2006 für die Landeseinheit mit Nord-Ossetien in Rußland entschieden. Die freie Welt in der EU und in der NATO ignorierte damals diese Entscheidung und hat daher weitere kriegerische Auseinandersetzungen um den Status dieser Autonomen Region auch teilweise selbst verschuldet. Heute beruft sich gerade Rußland, das auf der Seite Serbiens die Selbstbestimmung im Kosovo noch in diesem Jahr abgelehnt hat, gerade auf diese Lösung, sowie auf das Selbstbestimmungrecht der Völker in der UNO-Charta und in weiteren Resolutionen, vor allem aus dem Jahre 1966, auf die Helsinki-Schlußakte von 1975 über die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, wo dieses Recht auf die eigene Selbstbestimmung ausdrücklich als Menschenrecht erwähnt wurde und wo alle unterzeichneten Staates sich damals dazu verpflichtet haben, dieses Recht auch im eigenen Machtbereich nicht zu behindern, aber vor allem auf den klaren und unmißverständlichen Selbstbestimmungwillen der betroffenen Völker. Es gibt also bis heute genug Grundlagen im Völkerrecht für jede Selbstbestimmung und weitere werden ständig geschaffen. Die Beispiele der Selbstbestimmungen in Montenegro von 2006 und Kosovo 2008 machten scheinbar Schule und die EU muß darauf Rücksichten nehmen. Als die EU die russische Führung zur Änderung der Politik im Kaukasus jetzt diplomatisch anhalten wollte, bekam sie postwendend vom Kreml zu hören, wer vor 10 Jahren zu äussersten Mitteln der Politik gegriffen hat, nämlich wie z.B. die NATO mit den Bombardierungen Serbiens über Monate, um die Selbstbestimmung der Kosovoaren zu ermöglichen, der sollte sich nicht wundern, dass auch andere Völker und sog. Minderheiten diesem Beispiel heute folgen wollen und folgen werden, wenn sie nur den Zeitpunkt dafür als gekommen erachten. In den Ländern der alten EU kann es natürlich nur friedliche und demokratiepolitisch legitimierte Selbstbestimmungen geben. Diese Entwicklung findet eindeutig bereits seit Jahren statt, in Schottland, Flandern oder Katalonien, aber auch im Baskenland. Die gesamte EU mit Italien wird auch einmal zur Kenntnis nehmen, dass es auch im eigenen direkten Machtbereich immer noch ungelöste Fragen der Selbstbestimmung gibt, u.a. auch in der AP Bozen Südtirol. Die Selbstbestimmung als solche befindet sich als Ziel der politischen Arbeit in fast allen Parteiprogrammen der Parteien der deutschsprachigen 3/4 Bevölkerungmehrheit des Landes. Schon in zwei Monaten nach der Landtagswahl 2008 wird es wieder eine neue Chance auf die Politik der Selbstbestimmung auf der Ebene der Landespolitik in Bozen geben, wenn die neue Landesregierung dies für politisch erstrebenswert halten wird, bzw. wenn dies zu einer Voraussetzung der Zusammenarbeit in einer Koalition in der zweiten Tiroler Landesregierung in Bozen aus SVP und anderen Parteien des Landes gemacht werden kann.

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Albtraum
Welch ein Albtraum der Gedanke, als Steirer plötzlich von heute auf morgen Ungar oder Slowene zu werden, kurzum seiner nationalen Identität beraubt und vergewaltigt zu werden.

Gottseidank nur ein Albtraum, anders leider in Tirol südlich des Brenners: Euch wurde eine Banane in den Hintern gesteckt, gegen Euren erklärten Willen.

Entledigt Euch dieser ENDLICH und geht wieder aufrecht. Ihr schuldet es Euren Vorfahren, den Helden der 60er Jahre, genauso wie Euren Kindern. Autonomie? Ist nur ein Schuss Morphium. Selbstbestimmung allein ist die Kur. Ein Tirol. Ohne Italien.