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Trinken bis zur Notaufnahme! – Alkoholvergiftungen: Erste Fälle bereits mit 12 Jahren

alkohol_2007.jpgBereits seit mehreren Jahen verfolgt die Meraner Gemeinderätin der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Reinhild Campidell, die steigende Anzahl der Fälle von Alkoholmissbrauch bei den Süd-Tiroler Jugendlichen. Erschreckendes Detail an der Statistik für das Jahr 2007: Bereits 3 Fälle von Alkoholvergiftungen bei „Kindern" mit  12 Jahren. Wann kommt die Trendwende?

Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen nimmt die Bereitschaft zu, im Übermaß alkoholische Getränke zu trinken. Die Mädchen bis zu 15 Jahren stehen den gleichartigen Jungen dabei in nichts nach.

Die Statistik wurde der Landtagsabgeordneten der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Dr. Eva Klotz, von Landesrat Richard Theiner auf eine schriftliche Anfrage hin in den vergangenen Tagen ausgehändigt. Bei den Jugendlichen ab 16 Jahren sind vor allem  männliche Jugendliche betroffen. So wurden in dieser Altersstufe 19 Jungs und „nur" 2 Mädchen mit einer Alkoholvergiftung in das Krankenhaus eingeliefert und stationär behandelt.

Im Vergleich zum Jahr 2006 haben die Fälle von Alkoholvergiftungen um 20% zugenommen, so Reinhild Campidell, nachdem in den letzten Jahren die Zahlen eher stagnierend bzw. rückläufig waren. Rein statistisch sind Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren am ehesten betroffen.

Gefordert sind nun neben den Familien auch die Politik, die Jugendorganisationen und natürlich die Gesellschaft im Allgemeinen, damit die Zahlen nicht noch weiter ansteigen. Diese Entwicklung muss ernst genommen werden. Es darf nicht vorkommen, dass bereits 12jährige trinken bis zum Umfallen. Allen muss klar sein, dass hier etwas nicht stimmt und eine Fehlentwicklung in der Gesellschaft vorhanden ist. Davor dürfe auch die Politik die Augen nicht verschließen. 

Es ist allgemein bekannt, dass der frühe Konsum von Alkohol die Gefahr der Abhängigkeit vergrößert, so Campidell. Außerdem schädigt Alkohol Kinder sehr viel stärker als Erwachsene.

Daten zu Alkoholvergiftungen bei
Kinder- und Jugendlichen im Überblick
 

Jugendliche mit Alkoholvergiftung
(Fälle nur 13 bis 19jähriger berücksichtigt)

Jahr
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007

Anzahl
105
89
104
93
92
83 

104

 

Jugendliche mit Alkoholvergiftungen
2007

 
Männlich
Weiblich
Gesamt

12-jährige:
2
1
3

13-jährige:
4
4
8

14-jährige:
6
7
13

15-jährige:
9
8
17

16-jährige:
19
2
21

17-jährige:
12
4
16

18-jährige:
15
2
17

19-jährige:
8
4
12

20-jährige:
8
4
12

21-jährige:
5
3
8

22-jährige:
9
2
11

23-jährige:
8
0
8

24-jährige:
12
0
12

 
117
41
158

 
 

Reinhild Campidell
Meraner Gemeinderätin und
Hauptausschussmitglied der SÜD-TIROLER
FREIHEIT

 

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9 Kommentar(e)

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1

Trinkgenuss
Wie der Vater so der Sohn........

2

Saufen ohne Ende...
als Pflegefachmann kenne ich das Problem: Das sogenannte Kampftrinken-auch in der CH bekannt und tatsachlich auch hier werden die "geniesser" immer jünger, das jüngste, wessen ich kenne, 8 Jahre.
Schuld daran sind die Alco Pops,
welche Millionen umsetzen.
Niemand hat etwas dagegen wenn ein jugendlicher mal einen Schoppen nimmt oder ein Bier- habe ich auch getan früher in der Gruppe- aber wir kannten die Grenzen.
2. Beisspiele in einer Aargauer Gemeinde dürfen jugendliche alleine nicht mehr, ohne Begleitung Erwachsener(wenn unter 16 J. alt) draussen sein-sonst werden sie durch den Gemeindeordnungsdienst oder die Polizei kostenpflichtig zu Hause abgeliefert.
2: Chur, Dort ist es verboten
öffentlich zu trinken (Alkohol)
Ab 21.00.
Weiteres bekannt. Keine Lösung, nur Verbote und die jungen habens auch nicht leicht heute etc.
Wobei ich Drogen und Kampftrinken
abolut verabscheue. Prost!

3

zum glück
besaufen sich die jugendlichen in nord-tirol (ist das jetzt richtig so) auch, sonst wären wohl die italiener, türken, albaner dran schuld, oder?????

4

Politik
Wie bereits gesagt, die Rückfallwahrscheinlichkeit ist bei Alkohol besonders hoch, höher als bei anderen Suchtmitteln.

Die Politik könnnte anonyme Umfragen in den Schulen durchführen, um eine gute Arbeitsgrundlage zu erhalten und wiefolgt die Ursachen ermitteln:
- Verhältnis der Jugendlichen zu Eltern
- Umgang und soziales Umfeld der Jugendlichen
- Das Wichtigste: Motive für das Trinken.
Die Fragebögen von Psychologen auswerten lassen und eine Prioritätenliste der Motive bzw. Ursachen erstellen.
Ich denke, Trinken tun Jugendliche fast ausschliesslich in der Gruppe. Dort wird Frust und scheinbarer Spass ausgelebt.

5

Komasaufen
Das "Komasaufen" scheint ein allgemeines Jugendproblem zu sein. Auch im nördlichen Teil Tirols ist es immer häufiger zu beobachten, dass vor allem ganz Junge sich dermassen besaufen.

Derzeit liegt gerade eine 14-Jährige in der Intensivstation der Innsbrucker Klinik. Gott sei Dank scheint sie außer lebensgefahr zu sein. Oft enden derartige Exzesse aber leider nicht so glimpflich - vor nicht langer Zeit ist ein sturzbetrunkener Bursch auf dem Heimweg kurz vor dem Elternhaus in einen Bach gestürzt und ertrunken.

Die heutige Jugend ist sicher nicht schlechter als vor zwanzig oder dreißig Jahren. Was aber auffällt ist das Alter der "Opfer". Derartig junge Alkoholleichen hat es früher eher nicht gegeben. Hier sind sicher die Eltern gefordert.

Die Gastwirte sind meistens nicht schuld. Oft ist es so, dass die alkoholischen Getränke im Geschäft gekauft werden. Im Gastlokal wären derartige Exzesse für die Jugendlichen auch nicht finanzierbar.

6

es wäre an der zeit dass die eltern wieder ihrer rolle gerecht werden sollten. es darf nicht sein dass kinder unter 16 jahren einfach so bis spät in die nacht durch die strassen ziehen. und wenn, dann sollten sie von den eltern grenzen gesetzt bekommen. danach sind die eltern schockiert und zeigen die gastwirte an, weil sie unter 16 alkohol aufgeschenkt haben. ist eine kneipe voll kann ein kellner kaum kontrollieren wem der bestellte alkohol bestimmt ist, denn es bestellen eh meistens volljährige die zum dank auch ein bier bekommen als belohnung. die eltern sollten in diesen fällen bestraft werden. die erziehung scheint heutzutage keine grosse rolle mehr zu spielen, auch die bildung ist auf ein sehr niederes niveau gesunken, denn kein, kaum aus den windeln schauenden teenager, hat irgendwelchen respekt vor ältere personen in der arbeit, schule, öffentlichkeit.

liebe eltern, sehr sehr viele von euch versagen auf der ganzen linie des elternseins. macht so weiter und wir werden in ein paar jahren eine schöne generation erleben.

7

Man sollte es nicht übertreiben!
Ich sage ja nichts dagegen wenn Jugendliche ab 16 Jahren hin und wieder ein Bier oder so trinken, machen ihnen ja viele Erwachsene vor - nur man sollte es nicht übertreiben, was leider der größte Fehler ist. Der Alkoholkonsum ist in Süd-Tirol ab 16 Jahren erlaubt. Eine Erhöhung auf 18 Jahren würde den Konsum nur mehr anregen, da bei vielen Jugendlichen genau der "Kick" darin besteht verbotenes zu tun.

Deshalb sollte man den Jugendlichen klar machen, dass sie dürfen, solange sie es nicht übertreiben! Ich spreche hier für Jugendliche ab 16 & 18 Jahren und toleriere keinesfalls Alkoholkonsum von 12 Jährigen!

8

Wohl wohl... obr die erschte Frog isch: wo sein die Eltern drweil?? I tat net erlaubn, dass mei Bua bzw. Madl bereits mit 12 Johr waehrend der Nocht durch die Stodt alluan herumgeat um sich zu besaufen... denn hait zu Tog isch es zu gefaehrlich und einst waer des a net in Frog kemmen..

Ondererseids bieten haint Pubs und Bars net lei Wein und Bier plus die gewoehnlichen Spiritousen, sundern a vielfaltige Palette fa Cocktails und Drinks. Des Sochn sein schun fuer olle net gsund, da sie so viel Zucker und Alkohol entholtn. Obr fuer Jugendlichen sein sie no schlimmer, denn sie verbergen es Alkoholinthalt durch Suessheit: dei sein grod fuer des erfundn wordn und zielen genau af junge Lait... Tja, obr trotzdem lossen sie uanfoch verkafn... so isch es!

9

"Die Anderen"
Kaum lesen und schreiben können, aber sich besaufen wie ein Geistesgestörter.
"Die Anderen" tuns ja auch. Damit rechtfertigen Jugendliche ihr selbstzerstörerisches Verhalten.
Wo sind da die Eltern? Das grenzt schon an Kindesvernachlässigung.

Jugendliche brauchen Vorbilder (wie sollen sie es denn sonst lernen), und keine Familie eine Alkoholleiche.