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v.l.: Cristian Kollmann, L.-Abg. Bernhard Zimmerhofer, L.-Abg. Sven Knoll, Stefan Zelger

Transit-Terror muss gestoppt werden! Gesundheit vor unkontrolliertem Warenverkehr.

Die neuesten Transit-Zahlen sind alarmierend. Seit Jahresbeginn sind bereits knapp 60.000 Lkws mehr über den Brenner gedonnert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies entspricht einer Steigerung von fast 17 Prozent. Diese stetige Zunahme bedeutet, dass gleichzeitig die Lärmgrenzwerte und die Luftschadstoffgrenzen um ein Vielfaches überschritten werden. Die Gesundheit der Bevölkerung ist in Gefahr! Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher endlich wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutze der Bürger von der Landesregierung und stellt konkrete Forderungen und Initiativen vor.

Es ist nicht nur ein gefühltes, sondern ein messbares Problem: Die vorgeschriebenen Lärmpegel von 60 Dezibel bei Tag und 50 Dezibel bei Nacht werden auf der Brennerautobahn (A13 und A22) teilweise um bis zu 200 Prozent überschritten. Ebenso kritisch sind die Stickstoffdioxidwerte, deren Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter entlang der Brennerautobahn (A13 und A22) im Jahresmittelwert um bis zu 100 Prozent überschritten wird.

Lärm und Abgase machen krank. Europaweit sterben jährlich an die 75.000 Personen an den Folgen erhöhter Stickoxidwerte in der Atemluft. Für Süd-Tirol bedeutet dies, dass hierzulande mehr Menschen an schlechter Luft sterben als bei Autounfällen.

Die Politik weiß von dieser Gefahr, opfert die Gesundheit der Menschen aber den Wirtschaftsinteressen von Frächtern und Transitlobbys.

Nach den Neuwahlen in Italien ist zu befürchten, dass auch die zugesicherten Lkw-Mauterhöhungen wieder auf Eis gelegt werden, sodass davon auszugehen ist, dass sich die Transit-Problematik im kommenden Jahr weiter verschärfen wird.

Hinzu kommt, dass Italien und Deutschland mit den Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel im Verzug sind und dieser bei Fertigstellung im Jahre 2026 nicht die volle Kapazität für die Entlastung der Autobahn ausschöpfen kann.

Es braucht umgehend Maßnahmen!

Die Süd-Tiroler Freiheit wird daher in den kommenden Wochen ─ in Zusammenarbeit zwischen dem Landtags- und Regionalratsklub ─ eine landesweite Kampagne zur Bekämpfung des Transit-Terrors starten, die auf drei Schwerpunkte abzielt:

1. Aufklärung der Bevölkerung.
Die Politik wird erst handeln, wenn der Druck der Bevölkerung groß genug wird. In den kommenden Wochen wird die Süd-Tiroler Freiheit daher mit Großplakaten im Wipptal die Bevölkerung über die schwerwiegenden Folgen der Transitbelastung informieren. Am Mittwoch, den 18. April folgt ein Informationsabend in Trens, bei welchem auch der Obmann des Transitforums Austria, Fritz Gurgiser, referieren wird.

2. Politische Willensbildung.
Die Süd-Tiroler Freiheit wird ihre guten Kontakte zu politischen Vertretern in Nord- und Ost-Tirol nutzen, um gemeinsame Initiativen und Forderungen auszuarbeiten, die einen aufeinander abgestimmten Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs, einen Ausbau der Schiene sowie Gesamt-Tiroler Lösungen zur Bekämpfung des Transit-Terrors vorsehen.

3. Maßnahmen zur Transit-Beschränkung.
Die Tiroler Landesregierung hat ein ambitioniertes Programm zur Bekämpfung des Transitverkehrs vorgelegt. All diese Maßnahmen können aber nur dann zu einer deutlichen Reduzierung des Lkw-Transits führen, wenn sie mit den Nachbarregionen abgesprochen, koordiniert und gemeinsam vertreten werden. Bereits nächste Woche wird die Süd-Tiroler Freiheit daher einen Beschluss im Landtag zur Abstimmung bringen, mit dem die Süd-Tiroler Landesregierung aufgefordert wird, die Tiroler Landesregierung bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen auf europäischer und italienischer Ebene zu unterstützen und im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten gleichwertige Maßnahmen auf dem Süd-Tiroler Teil der Brennerautobahn zu ergreifen bzw. diese bei der italienischen Regierung einzufordern.

Die Gesundheit der Menschen muss wieder der Maßstab der politischen Entscheidungen werden!

Süd-Tiroler Freiheit
Landtags- und Regionalratsklub.

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Hoffe nur, daß die Politik die Versäumnisse der Vergangenheit begreift und den Brenner-Basis-Tunnel schnellstmöglich fertigstellen läßt, damit die LKW-Lawine in München auf die Schiene rollt und in Verona herunter. Jetzt ist es hohe Zeit, daß die Eigenbrödlerei aller betroffenen Landesteile schnellst aufhört und Fakten geschaffen werden!

Vergessen werden darf aber auch nicht, daß all die Lastkraftwagen, die die 100 km von Kufstein zum Brenner und dann nach Salurn stinken, zuvor durch die BRD gefahren sind.

In den jeweiligen Verkehrsministerien in Wien, wie auch in Berlin, scheint man erst munter zu werden wenn das Kind schon im Brunnen liegt. Die rasante Entwicklung des Verkehrsaufkommens im Inntal muß doch irgendeiner der hochbezahlten Fachleute vorausgesehen haben?