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Telefongespräch mit dem Süd-Tiroler Freiheitskämpfer Siegfried Steger

siegfried_steger_500.jpgIm Rahmen der Diskussionssendung "Studio 1" im Pustertaler Radiosender "Radio Holiday" gab der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer Siegfried Steger ein Telefon-Interview. Nachstehend kann dieses nachgehört werden.

Link: http://de.youtube.com/watch?v=BsXT2qtKKVc

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17 Kommentar(e)

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Günther Morat

Für mich ist dieses winzige Stückchen Erde die Heimat... für Ihnen wahrscheinlich nicht...und keine Sorge..ich habe grosse Teile der Welt gesehen und dort auch beruflich tätig....ich bin auch in einer Familie aufgewachsen, die beide Sprachen beherrscht...glücklicherweisse beide Eltern deutscher Muttersprache.

Sie glauben, heimatliebende Menschen haben NICHTS von damals mitbekommen?
Was wissen Sie schon? Wie können Sie so einen Unsinn behaupten? Meine Familie hat eine ganze Menge miterlebt, auch meine Eltern, die waren nicht zu jung. Mein Vater musste den Wehrdienst in Süditalien ablegen, wie die meisten Südtiroler nach der Feuernacht. Die Italiener hatten damals Angst vor der Reaktion der Jugend und so wurde mal die "mano d'opera" hunderte von Kilometern runterkutschiert. Die sogenannten "palle" hatten sie nur in den Kasernen in Überzahl. Das ist aber die Geschichte. Die kann man leider nicht zurückdrehen. Ihr Problem ist, dass Sie sich zu wenig mit der Geschichte auseinander setzen. Vielleicht haben Ihre Eltern oder Grosseltern nichts von damals erzählt. Würde ich als sehr traurig empfinden. Fakt ist auch, dass in den Schulen viel zu wenig darüber gesagt wurde, was damals geschehen ist. Ich gebe Ihnen Recht, dass ich nichts direkt von damals miterlebt habe. Wie denn auch, geht biologisch einfach nicht 😉 In bezug auf "lavaggio di cervello" meine ich nicht die Erziehung, die Sie genossen haben, eher Ihre jetztigen Arbeitsgeber, von denen es "on masse" gibt. Ich bin in Bozen aufgewachsen. Dort liegt mein Netzwerk. Ich wurde dort geboren und wuchs in der Nähe der damaligen alten Messehalle auf. Meine Ausbildung (Kindergarten, Schule usw.) war deutsch. Meine Jugendfreunde grossteils italienischer Muttersprache, also jene mit denen ich im "cortile" Fussball spielte. Marco, Andrea, Gianfranco waren ihre Namen. Einige sehe ich ab und zu noch. In der Messehalle sah ich mir sehr gerne Eishockeyspiele mit meinem Vater an. Logisch, die faschistischen mele marcie mit "chi non salta tirolese è" (das hat sich übrigens letztes Jahr am Siegesplatz wiederholt), habe ich nie vergessen. Die Ableistung des Militärdienstes bei den Alpini auch nicht. Als einer der wenigen Südtiroler, die perfekt italienisch sprachen (ich war in der Oberschule in Italienisch Klassenbester, in anderen Fächern leider nicht so gut), litt ich innerlich, den weniger gut sprechenden Südtirolern nicht viel helfen zu können. Die Schikanen waren enorm, weniger von italienischen "comilitoni", sondern wegen diesen bescheuerten frustrierten Unteroffizieren und Offizieren. Aber das weiss man ja inzwischen hinlängst. Ach ja, am Ende des Wehrdienstes wurde ich auch noch caporale maggiore udn bekam 200.000 Lire, weil ich nie "punito" war. Und beruflich spreche ich im Alltag eigentlich den ganzen Tag mehrheitlich italienisch. Dies nur ein paar Auszüge aus meinem Leben, um Ihnen zu zeigen, dass ich kein Monstrum bin und auch kein Italiener-Hasser, als welche nur so leicht und zu gern viele heimatliebende Menschen, warum nicht "Patrioten" abgekanzelt werden. Ich denke jedoch, und diese meine Meinung ist gleich unverwüstlich als die Ihre, dass wenn meine Generation nicht entscheidend dazu beiträgt, auf Gerechtigkeit zu pochen, ist es wahrscheinlich in der nächsten zu spät. Ich kann auch verstehen, dass Sie, lieber couronne (kommt das von Corona?) als Angehöriger der Carabinieri sehr stark befangen sind, wenn Sie an politischen Diskussionen teilnehmen. Die Geschichte der Carabinieri sagt es ja schon selbst. Eine paramilitärische Vereinigung, die unter allen politischen Obrigkeiten tätig war. Monarchie, Faschismus, Republik. Was will man also mehr? Jedes demokratisches Land hätte sie spätestens 1945 abgeschafft. Aber das verlangen wir ja nicht. Es waren ja auch neofaschistische Staatsanwälte in Südtirol tätig. (Ich meine hier nicht jenen, den Sie gut kennen, sondern ein paar in den 60gern). Mann kanns drehen, wie man will, lieber couronne. Das einfachste, was Sie sich wünschen, ist alles ruhen zu lassen, die Schandflecken dieses Staates nicht aufzudecken. Aber angesichts der mafiösen Müllkrise mit politischen Intrigen in Neapel bzw. der über 60sten Regierung oder auch dem skandalösen katastrophalen Staatshaushalt, wegen dessen Italien sowieso aus Europa rausgeschmissen werden sollte, können Sie nicht verlangen, dass man auf so ein Konstrukt (seconda repubblica) stolz sein könnte. Noch dazu als Angehöriger eine Sprachminderheit, die erzwungenermassen hier Trübsal blasen darf. Ihnen danke ich für Ihre tägliche Arbeit, die Sie leisten im Dienste der Allgemeinheit und wünsche Ihnen aus ganzem Herzen Gesundheit und Zufriedenheit!

2

Alles Gute im Leben
..... wünsche ich Ihnen wirklich und bedanke mich auch für das Gute welches Sie in mir sehen, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen haben und haben werden.

Wie schon gesagt, eg gibt immer gute und weniger gute Menschen, sei es link oder rechts, beim Deutschen oder beim Italiener.

Besser wäre es immer in der Mitte, auch wenn die Mitte in Südtirol nach vielem Guten nun oft auch weniger Gutes erzeugt.

Aber so ist ez in Bozen, im Rom, in Wien, in Margreid oder sonstwo.

Einer meiner Grosseltern wei bei den Gebirgsjägern, der andere hat gezwungerenmassen bei der Wehrmacht gedient (oder mit uns oder Tod).

Mein Vater ist mit einer Südtirolerkultur aufgewachsen und hat mir viel erzählt über den Jahren nach 1945.

Er war auch bein den Schützen tätig, vor den 60 und nach den 60 Jahren.

Und trotzdem habe ich in "meinem" Land Südtirol / Alto Adige nicht nur die "deutsche" Anschaung sondern auch die italienische.

Ich glaube dass jeder Mensch das Beste sucht, für ihnsich für den Angehörigen, für den Freunden.

Ich bin überzeugt, vielleicht auch in falscher Weise, dass es mir unter Österreich oder in einem Freistaat Südtirol nicht besser gehen würde.

Einen Gruss

couronne5 (hat nichts mit Corona (Dorf)zu tun

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lavaggio del cervello
Bei mir kann man sicher nicht von "lavaggio del cervello" sprechen, da ich zum Glück in einer Familie aufgewachsen bin die beide Sprachen beherrscht.
Ich bin auch in der Gegen aufgewachsen wo Sie wohnen und vielleicht kenne ich auch Jemanden aus Ihrer Verwandschaft.
Das Problem ist ein anderes.
Die heutigen "Patrioten" haben von all dem Geschehen nichts miterlebt. Sie kennen diese Geschichten nur von den Erzählungen ihrer Grosseltern, denn selbst die Eltern waren in diesen Jahren jung.
Deshalb kann ich Ihr "Tiroler" sein nicht verstehen, denn Ihre Kommentare sind jene einer Person mit Weltanschaung, welche sich dann in diesem winzigden Stück Erde verliert.
Jedenfalls respektiere ich alle Meinungen, auch wenn es nicht die Meinen sind.
Werde sicher noch viel lesen und wenn möglich dazu beitragen in Zukunft Südtirol so zu erleben wie es jetzt ist. Drei Sprachgruppen und Neuzugänge im jetzigen Staat im vereinigten Europa.

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Günther Morat

Und lernen Sie Geschichte..tun Sie sich was gutes...;-)

http://video.google.com/videoplay?docid=-7452461623815950757

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Günther Morat

Inwiefern? Weil ich nicht Ihre Ansichten teile? Dadurch dass ich jetzt weiss, in welcher Ecke Sie stehen, kann ich Ihre hier dargelegten Ansichten wenigstens verstehen. Ich erinnere auch an den sogenannten "lavaggio di cervello" und die ganzen sogenannten "convinti", die ich beim Zwangswehrdienst kennengelernt habe. Eben solche Elemente wie der brave Alpinihauptmann (you tube) in Bozen, der den Duce in seinem AMTSZIMMER verehrt. Kommen Sie mir also nicht mit Elastizität. Ist Ihnen vielleicht etwas aufgefallen? Ich schreibe mit meinem Namen, Sie mit Pseudonym. Schon alleine das sagt viel aus, wenn man an politischen Diskussionen teilnimmt. Aber ich denke, wir sind ein wenig vom Thema abgekommen 🙂 Ich teile mit Ihnen einen wichtigen Aspekt, den Sie in Ihren Beiträgen wiedergeben: Das friedliche Miteinanderleben. Die grosse Aufgabe, falls es irgendwann einmal Selbstbestimmung geben wird, wird sein, die Italiener in diesem Land so korrekt zu behandeln, dass sie sich wohlfühlen. Was ich zum Beispiel sicher nie einem Italiener sagen würde, ist : "Mir sein do in Oesterreich"! Leider habe ich von der "anderen" Seite das schon sehr oft gehört. Ich schätze Sie, Couronne, als Diskussionsteilnehmer! Das sollten Sie wissen! Vielleicht haben Sie auch zu wenig Möglichkeiten gehabt oder auch zu wenig Zeit, zu verstehen, was Südtiroler dazu bewegt, die Vergangenheit nicht zu vergessen, für Wiedergutmachung zu kämpfen.

6

mein Kompliment
Herr Morat, ich gestehe sie kennen sich im Internet aus.
Villeicht aber fehlt Ihnen eine gewisse Elastizität........

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Günther Morat

hm....mal raten
http://www.noisefromamerika.org/index.php/roles/833

Ich eher schon...was denken Sie? 🙂

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Sicherheitskraft
Liber Herr Morat,
sind Sie sich sicher?

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Günther Morat

@ Couroone gerade weil du bei den Sicherheitskräften arbeitest, wirst du einen Herr Steger nie verstehen. Gleich wie wir es nie verstehen werden, dass ein Capitano Rotellini Südtiroler gefoltert hat und später in Parma wie ein Irrer Massenverhaftungen durchgeführt hat und wieder gefoltert hat, diesmal aber Italiener. Und die Oeffnung der Archive wird zeigen, wieviel Dreck am Stecken die Geheimdienste in ihrer Vergangenheit hatten/haben. Und das weisst du selbst, nur wirst auch du es nie zugeben, weil du beim Staat deine Brötchen verdienst.

Ich kann Leuten wie Steger und vielen anderen, die leider nicht mehr leben, nur danken... Solche Leute gibs auf deiner "Seite" leider nicht. Dort gibs wenige, die die sogenannten "palle" haben. Und gefoltert wurde auch nicht Mann gegen Mann...unsere Freiheitskämpfer wurden in einen Raum gezerrt und eine Horde Karpf stürzten sich los, also eher ein erbärmliches Zeugniss. Damit schmeisse ich logisch nicht alle in einen Topf. Es gab und gibt auch Ordnungshüter, die aufrechte christlich denkende und sehr sozial eingestellte Menschen sind. Nur in der damaligen Situation waren das sicher keine Menschen, eher Bestien.

Lies Dir das mal durch...interessant, oder?

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=46173744

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Reue
@Amin
"Herr Steger hat Recht, wenn er sich nicht bei Italien entschuldigt um begnadigt zu werden!"
Dann kann er auf eine Begnadigung sehr, sehr lange warten. Wer keine Reue zeigt, kann nicht mit einer sofortigen Begnadigung rechnen. Die Institutionen lassen sich nicht so leicht verarschen.

"Die Anschläge und die Folterungen der Südtiroler Freiheitskämpfer haben ja letztendlich dazu geführt, dass Italien zu Zugeständnissen gezwungen wurde."
Falsch. Die Zugeständnisse kamen dank der politischen Verhandlungen und der diplomatischen Arbeit. Die Anschläge haben lediglich Wasser auf der Mühle der italienischen Rechte gebracht und waren willkommener Anlaß, die Situation zu verschärfen.

"Und hat sich das offizielle Italien jemals für all das Unrecht entschuldigt, dass es den Südtirolern angetan hat?"
Nein, hat es nicht. Es wäre an der Zeit, daß von offizielle Stelle eine Entschuldigung seitens Italien käme, da stimme ich Dir zu.

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Reue
Herr Steger hat Recht, wenn er sich nicht bei Italien entschuldigt um begnadigt zu werden!

Die Anschläge und die Folterungen der Südtiroler Freiheitskämpfer haben ja letztendlich dazu geführt, dass Italien zu Zugeständnissen gezwungen wurde.

Und hat sich das offizielle Italien jemals für all das Unrecht entschuldigt, dass es den Südtirolern angetan hat?

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keine Reue
Auch in diesem Interwiew gibt Herr Steger bekannt sich nicht zu reuen, wenn nicht ein wenig wegen den Opfern.
Ohne Reue keine Begnadigung, auch wenn in dieser Affäre Herr Steger wielleicht nicht Alleinschuldner ist.

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Schande über "Napolitano und Konsorten
Als Italiener und Schweizer Bürger schäme ich mich über die Unfähigkeit des Landes, dass ich auch liebe und schätze, über die masslose Art und den Umgand des nichtrzeihens könneb seitens Italien gegenüber Freiheitskämpfer die sich im Recht wähnten. Wie italienische Beamte die in Maputo ene Doppelbürgerin trotz konsularischer Abmachung in die CH zu gehen, nach Rebibbia. in den Frauenknast gingen samt Kinder die die eine afrikanische Staatsbürgerschaft hatten, Sao Tome.
Sind denn 30 Jahre die Heimat nicht mehr betreten nicht genug Strafen? Herr Steger ich wünsche viel Gesundheit. Wenigstens können Sie in Tirol leben.
Itallia sveglia ti, mapropio subito!!!....

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Herr Steger
Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Ihre Heimat bald wiedersehen können.

Heute sind wir nicht mehr gezwungen, uns mit Anschläge wehren zu müssen. Es würde genügen, wenn alle Tiroler an einem Strang ziehen und die Wiedervereinigung Tirols vehemt fordern. Ich glaube, dann wäre alles möglich.

15

Herr Steger:
... meinen Respekt heben Sie!
Napolitano hat nichts begriffen, die Mafia im Süden schon.

Gruss nach Bruck an der Ins...

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Helden!
Mein Respekt gilt den Helden des Freiheitskampfes gegen die italienischen Besatzer. Damals der einzige Weg. Ich hätte mich sofort angeschlossen.

Selbstbestimmung ist heute greifbar nahe, und zwar ohne Waffen. Nur einfordern muss man sie.

Ich hoffe, die Freiheitskämpfer werden bald belohnt, denn sie waren es, die den Stein zum Rollen gebracht haben.

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Georgos Egger

Kreativ oder restitutiv?
Was ist realistisch? Die Wiedervereinigung Tirols unter Österreich? Die Unabhängigkeit „Südtirols“? Eine andere Variante? — Sind das überhaupt relevante Fragen? Wie verhält sich die Auslotung der Wahrscheinlichkeit zur Qualität einer Vision? Wie kann man mit Überzeugung für etwas eintreten? Bei hohem Wahrscheinlichkeitsgrad? Ich meine nicht. Wer kreativ ist, entwickelt eine Vision, und wer sie mit Überzeugung vertreten will, prüft ihren ideellen Wert. Die Werteordung, die dabei angewandt wird, begründet die Überzeugung, nicht aber die Wahrscheinlichkeit der Verwirklichung.

Unter diesem Gesichtspunkt müßte man für das Programm der STF eine Dynamik erwarten, die es weiterentwickelt und konkretisiert. Politische Pragmatik fragt nach realistischen Wegen, aber sie ist nicht alles, ja nicht einmal das Wesentliche. Freiheit ist stets mit Kreativität verknüpft: Kreativität fördert Freiheit und umgekehrt. Einer Wiedervereinigung Tirols durch baren Anschluß „Südtirols“ an Österreich unterliegt aus dieser Sicht ein Freiheitsverständnis, das mir viel zu dürftig wäre. Eine solche Restitutionspolitik im Schatten eines anachronistischen „Vaterlandes“ entbehrt selbst eines Minimums an Kreativität und erscheint daher dem Begriff „Freiheit“ in keiner Weise als angemessen. Sie mag wohl gewisse Erleichterungen versprechen, vielleicht auch bringen, aber das ist dann auch schon alles — ganz abgesehen davon, daß auch dafür ein Preis zu zahlen wäre, der sich erst hinterher zu erkennen gibt.