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Südtiroler Heimatbund (SHB) ruft zur Kundgebung des Schützenbundes auf

kundgebung_schuetzen_8_november-2008.jpgZur Teilnahme an der Kundgebung „GEGEN FASCHISMUS – FÜR TIROL“ ruft der
SÜDTIROLER HEIMATBUND (SHB) auf. Die am Samstag, den 8. November mit
Beginn um 17.30 Uhr stattfindende Kundgebung soll ein klares Zeichen
gegen Faschismus und Nazismus sein. Für die Greueltaten unter dem
Faschismus hat sich das so genannte demokratische Italien nie
entschuldigt, geschweige denn Wiedergutmachung, wie diese
beispielgebend in Deutschland erfolgte, geleistet.

Wenn wir an diesen Tagen vor den Gräbern unserer Toten stehen, so denken wir an die vielen Verbrechen des Faschismus, an seinem eigenen Volk, in Afrika, aber auch an Angela Nikoletti, Franz Innerhofer und andere mehr. Nicht zuletzt auch an die Söhne unserer Heimat, die für den Imperialismus Italiens in Afrika ihr Leben lassen mussten! 

Der Kämpfer für Tirol Eduard Reut-Nicolussi beschreibt in seinem Buch „Tirol unterm Beil“ in diesem Zusammenhang eine besondere Schweinerei des Faschismus:

„Am 16. November 1927 verkündete die faschistische Presse ein Dekret des Präfekten Umberto Ricci von Bozen. Der Name dieses Mannes darf nicht in Vergessenheit geraten. An ihn heftet sich die Erinnerung an die hässlichste Freveltat Italiens, an den Kampf gegen die Grabinschriften. Ricci verfügte: ‚Die Grabinschriften müssen ausschließlich in italienischer Sprache abgefasst sein, wenn sie neueren Datums sind, als vom 30. September 1927.‘

Als dieser Erlass ins Land ging, begleitete ihn ein leises Wimmern, händeringend gingen die Bauern zu ihren Priestern …“.

Der SHB fordert alle Landsleute auf, mit Ihrer Teilnahme am Protestmarsch ihre Ablehnung gegen Faschismus und Nazismus zum Ausdruck zu bringen. Denn 

QUI TACET CONSENTIRE VIDETUR
WER SCHWEIGT SCHEINT ZUZUSTIMMEN

Roland Lang
Obmannstellvertreter des Südtiroler Heimatbundes

kundgebung_schuetzen_8_november-2008.jpg

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9 Kommentar(e)

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1
armin Trischler

veränderung
Großes Lob an den Markus Anton . Sein detailliertes Wissen über Tirol ,seine Stichhaltigen Argumente halten jeden Kritiker stand.Nur mit Einbindung der Italienischen Minderheit wird die loslösung vom Stiefelstaat gelingen. Für ein freies Tirol-aber eingebettet in der Europäischen Völkerfamilie!

2

@ff
Genau das wollte ich sagen – dass die, die die Süd-Tiroler Selbstbestimmungswünsche kritisieren und die Tiroler Patrioten Ewiggestrige nennen, gleichzeitig aber über den italienischen Faschismus hinweg sehen, keine Ahnung haben. Ich hoffe, das ist auch so rüber gekommen. Ob sich die faschistischen Spuren tatsächlich beseitigen lassen und eine Gesamttiroler Zukunft möglich ist, wird davon abhängen, ob die Mehrzahl der Süd-Tiroler das will. Derzeit wollen es der SHB und Teile der Opposition mit der STF an der Spitze, es ist aber (noch) nicht (wieder) die Linie der SVP. Hoffentlich kommt diese Partei jetzt nach den Wahlen wieder zur Vernunft. Süd-Tirol braucht das.

3

Kundgebung
Unrecht gehört beseitigt. Aber wenn das niemand fordert, wird nie etwas passieren.

Umso wichtiger ist es, dass es die Schützen gibt, die sich den Mund nicht verbieten lassen.

4

Die Schützen schützen unsere Kultur
Die Schützen müssen (leider) das machen, was eigentlich die Aufgabe der SVP sein sollte: nämlich die faschistischen Relikte entfernen und Politik für unser Tirol machen.

@HE
Diese Leute, die die Süd-Tiroler kretisieren und Ewiggestrige nennen und dabei über den italienischen Faschismus hinweg sehen, das sind die Unwissenden und die Mitläufer.
Diese Leute haben keine Ahnung oder keine Meinung oder beides, und plappern nur nach was die Masse sagt.

5

Bin auch dabei. Ein klares Zeichen gegen 90 Jahre Unrecht, ein klares Zeichen für die Freiheit.

6

Tolle Aktion! I gei mit!!

7

Wider die verkehrte Welt!
Der Initiative kann man nur eine zahlreiche Beteiligung und den vollen Erfolg wünschen! Leider ist wieder mit dem einen oder anderen Störfeuer von Unwissenden zu rechnen. Eigenartigerweise regen sich ja manche lieber über die Süd-Tiroler Selbstbestimmungswünsche auf und diffamieren sie als ununanständig oder gar unerlaubt. Gleichzeitig sehen sie aber über die Relikte des tatsächlich noch existierenden italienischen Faschismus in Süd-Tirol großzügig hinweg, anstatt die ewiggetrige Gesinnung bis in höchste römische Parteikreise hinauf zu kritisieren. Verkehrte Welt, kann man da nur sagen. Hoffentlich lässt sich in Süd-Tirol keiner davon beirren Hoffentlich können die Süd-Tiroler der Welt, den Menschen in der Politik, in den Medien, auf der Straße usw. endlich diesen Widerspruch bewusst machen.

8

SVP und PDL?
Der Druck der italienischen Rechten auf die SVP und der Wink mit dem Geldbündel wächst. Siehe:
http://altoadige.repubblica.it/dettaglio/Frattini:-LSvp-parlera-con-noi-con-Biancofiore-e-Urzi/1537964
Mal sehen, wie sich die SVP aus diesem Dilemma herauswindet. Wenn sie wirklich die Wölfe in Schafspelzen in die Landesregierung nimmt (die uns Südtirolern faschistische Ortnamen, Siegesdenkmal samt Inschrift, Mussolini-Relief, Verharmlosung und Leugnung der Verbrechen des Faschismus u.a.m. zumuten) dann wäre dies wohl der letzte Sargnagel für die "Sammelparte".

9

Für EIN Tirol
Diese Kundgebung der Schützen wird, wenn sie von den Organisatoren wie geplant in dieser Form am 08. November 2008 in Bozen abgehalten wird, in Zukunft vielleicht die gleiche Rolle für den weiteren Verlauf des Kampfes um die Selbstbestimmung des Süd-Tiroler Volkes einnehmen, wie seinerzeit die Kundgebung von Sigmundskron bei Bozen, auf der Rütli-Wiese der Süd-Tiroler im Jahre 1957. Damals wurde vor allem die Einführung der 1946 von Rom Südtirol versprochenen Autonomie unter der Parole "Los von Trient und Rom" gefordert. Heute in dieser Zeit in der wir jetzt leben, wird zum ersten mal in der ganzen Geschichte des Landes Tirol südlich des Brenners die Selbstbestimmung der AP Bozen als eine durchaus mögliche und in den nächsten Jahren und Jahrzehten erreichbare politische Alternative zum jetzigen Status quo von maßgeblichen politischen Kräften des Landes Tirol auf beiden Seiten des Brenners in Erwägung gezogen. Der eiserne Griff der Fremdbestimmung in Süd-Tirol hat erst in unserer Zeit durch die demokratiepolitischen Vorgaben vor allem der EU an Stärke sehr verloren, wodurch sich neue und ungeahnte politische Spielräume in dieser seit 1918 offenen Frage der Selbstbestimmung für das Land eröffnen. Diese Kundgebung der Schützen am kommenden Samstag richtet sich gegen die Relikte des Faschismus aller Schattierungen, von denen es in diesem Land noch genug gibt, vor allem Faschistentempel in Bozen am "Siegesplatz" und Mussolinirelief. Es ist erfreulich, dass bei dieser Großkundgebung ein eigener Ordungsdienst der Schützen für den ungestörten Verlauf sorgen wird, da man mit ziemlicher Sicherheit mit Störmanöver von der altbekannten Seite wie immer bei solchen Anläßen rechnen muss. Auch auf ausgefallene Störaktionen der "Pseudo-Rechten" muss man dazu besonders gefasst sein, sie sollten nämlich dazu dienen, den Kampf um Selbstbestimmung als Projekt von extrem Rechten zu diskreditieren. Die Süd-Tiroler haben bekanntlich unter dem italienischen Duce-Faschismus sehr gelitten. Bennito Mussolini zusammen mit dem anderen Diktator des Dritten Reiches wollten gemeinsam die Tiroler Geschichte dieses Landes zwischen Salurn und Brenner bekanntlich zur Gänze auslöschen, indem sie die Menschen in der sog. Option zwischewn 1943 - 43 vor die Wahl zwischen Italianisierung, verbunden mit der Drohung der Zwangabsiedlung nach Süd-Italien oder gar nach Afrika, und Auswanderung ins Dt. Reich gestellt haben. Auf diese Weise haben über 70 Tausen Menschen Süd-Tirol Richtung Norden verlassen müssen, von denen die meisten oder ihre Nachkommen heute im Vaterland Österreich naturgemäß in Tirol leben. Nur der günstige Verlauf des Zweiten Weltkrieges und der Sieg der Allierten Mächte hat das Land Süd-Tirol vor seiner durch diese zwei Diktatoren beschlossenen Absiedlung und damit einer ethnischen und kulturellen Vernichtung gerettet. Nach 1945 hofften die Süd-Tiroler auf geschichtliche Gerechtigkeit, indem sie so gut wie alle geschlossen die Petition mit dem Wunsch nach der Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol in seinem deutschsprachigen Teil an das Vaterland Österreich trotz massivster Behinderung durch Italien unterzeichnet und in Innsbruck dem damaligen BK dem gerade aus einem deutschen KZ befreiten Politiker Leopld Figl feierlich im Mai 1946 übergeben haben. Dieser Wunsch wurde von der Welt damals bitter enttäuscht. Das Vaterland der Süd-Tirol hat erst 10 Jahre später einen Staatsvertrag bekommen, der Österreich die eigene uneingeschränkte Selbstbestimmung geschenkt hat. Auf so einen Staatsvertrag der Selbstbestimmung wartet das Land Südtirol bis heute noch vergeblich! Für diese Selbstbestimmung haben sich aber auch vor der Befreiung im Mai 1945 unzählige Patrioten dieses gemeinsamen Österreichischen Vaterlandes eingesetzt und Zehntausende haben diesen Einsatz im Österreich patriotischen christlichen, sozialdemokratischen, linken, monarchistischen Widerstand mit KZ-Haft oder sogar mit dem Leben bezahlt. Das war in Süd-Tirol in den 50er und 60er Jahren auch nicht anders, als viele Patrioten ihren persönlichen Einsatz für die verbrieften Rechte des eigenen Volkes in den Gefängnissen dieses Staates der Fremdbestimmung gewaltsam um das eigene Leben gebracht wurden. Auch daran erinnert eindrucksvoll die neue Dornenkrone der Süd-Tiroler Schützen, an Märtyrertod von so vielen Patrioten für die Freiheit Tirols und an das Leiden der Tiroler ohne Ende in diesem Staat der Fremdbestimmung bis in die später 60er Jahre, die im Andreas Hofer Jahr 2009 fertig sein sollte. Damals waren auch bekanntlich Massenverhaftungen wie auch Massenfolter an der Tagesordnung und die Süd-Tiroler sind in der eigenen seit Menschengedenken angestammten Heimat, in die Italien 1918 zum ersten mal in der ganzen Geschichte und in ein Land so gut wie ohne Italiener gekommen ist, in der Zeit der sog. "Carta bianca" was heisst "Blancocheck für die Folterknechte des Systems", für vogelfrei im wahrsten Sinne dieses Wortes erklärt worden, wenn sie eines patriotischen Widerstandes verdächtigt wurden. Der Rechtsstaat wurde damals auf schändlichste Weise ausgehebelt, die Folterknechte für ihre Verbrechen nie bestraft oder amnestiert, bzw. sie wurden als Belohnung in die höchsten Ämter dieses Staates befördert, wo sie sich "sempre in prima linea" besonders gegen die Italienische Linke negativ bis in unsere Tage hervorgetan haben. Die Süd-Tiroler sind daher von dieser angeblich auch damals demokratischen Staatsmacht nicht viel anders behandelt worden, als in unserer Zeit die Albaner im Kosovo von ihrer eigenen Macht der Fremdbestimmung, mit dem Unterschied vielleicht, dass die heutige EU und die Welt keine weitere Eskalation dieses ethnischen Konflikts zugelassen hat und der ehem. Jugoslawischen, später Serbischen AP Pristina Kosovo das Recht auf die eigene Selbstbestimmung zugestanden hat, seitdem, seit Februar 2008 ist dieses Land völlig frei von der Fremdbestimmung. Der Kampf um die Selbstbestimmung in Südtirol kann natürlich nur ein friedlicher und demokratischer sein, da nur dieser die größten Chancen auf Erfolg verspricht. Da ist vielleicht der Weg des Landes Montenegro beispielgebend, wo man nach einer demokratischen Abstimmung von 2006 die Handlungsfreiheit in der Selbstbestimmungfrage erreichen konnte. In diesem Zusammenhang des Einsatzes der patriotischen Kräfte in ganz Tirol und im Rest des Österreichischen Vaterlandes um das Menschenrecht auf die eigene Selbstbestimmung als Person und als Ethnie in Süd-Tirol möchte ich einige Zitate eines deutschen Widerstandkämpfers aus der Zeit der Nazi-Schreckenherrschaft in Erinnerung rufen, nämlich die des christlichen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der für seinen Einsatz für Menschenrechte in seinem Land kurz vor Kriegsende vom NS-Regime hingerichtet wurde. Er thematisierte unter schwierigsten geschichtlichen Bedingungen vor allem Christliches Gewissen und Zivilcourage der Bürger, sowie Ehrlichkeit eines jeden Menschen aus der Perspektive der Opfer in einer damals gewalttätigen Gesellschaft. Zitat:

" Man muß damit rechnen, daß die meisten Menschen nur durch Erfahrungen am eigenen Leibe klug werden (...) Tatenloses Abwarten und stumpfes Zuschauen sind keine christlichen Haltungen. Den Christen rufen nicht erst die Erfahrungen am eigenen Leibe, sondern die Erfahrungen am Leibe der Brüder, um derentwillen Christus gelitten hat, zur Tat und zum Mitleiden."

"Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müßte alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum (Schicksal, Anm. d. A.)ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet."

In diesem Sinne, gutes Gelingen für den kommenden Samstag, Tirol isch lei oans, von Salurn bis Kufstein!