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„Südtiroler Eigenständigkeit“: Denkfehler

cristian_kollmann_wahl_2008.jpgLaut Herrn Paul Mair (Leserbrief vom 16. Jänner) ist es der Zugehörigkeit Südtirols zu Italien zu verdanken, dass Südtirol seit dem Ersten Weltkrieg eine bessere wirtschaftliche Entwicklung durchgemacht hat als Osttirol. Ist Herrn Mair der Denkfehler nicht aufgefallen? Die zweitrangige Behandlung Osttirols gegenüber Nordtirol rührt doch daher, dass eben Südtirol von Italien annektiert wurde und Osttirol plötzlich isoliert dastand! Mit anderen Worten: Hätte es die Teilung Tirols nicht gegeben, wäre das Problem Osttirol erst gar nicht entstanden!

Ebenso seltsam ist Herr Mairs Blick für die Gegenwart: Er spricht von
der „Südtiroler Eigenständigkeit“, die er gegen die „Fernsteuerung aus
Wien“ nicht eintauschen möchte. Herr Mair spricht sich also gegen eine
Wiedervereinigung Tirols aus und lässt sich lieber von Rom fernsteuern.
Eine Bozner Uni oder ein Südtiroler Orden machen noch längst keine
„Südtiroler Eigenständigkeit“ aus, sondern sind vielmehr das Symptom
einer „Südtirol-Alto Adige-Mentalität“, der Italien lieber ist als
Österreich. Es stimmt, Herr Mair: Wir schreiben das Jahr 2009 und nicht
1918. Eben deswegen jetzt erst recht: Für ein Südtirol ohne „Alto
Adige“ und ohne Italien!

Cristian Kollmann, Süd-Tiroler Freiheit, München/Laurein

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Ost- und Süd-Tirol
Laut Statistik gehört das Bundesland Tirol mit Ost-Tirol zu den wohlhabendsten Regionen der ganzen EU. Dass man in den Bergen keine Industriebetriebe mit dazu gehörenden Autobahnen in Massen ansiedeln kann, das ist auch klar. Es ist auch besser so. Die Lebensqualität in allen meßbaren Bereichen in diesem Raum ist auch oder gerade deswegen eine der höchsten der ganzen Welt, ohne übertreiben zu wollen. Das Märchen vom Geld aus Rom für Süd-Tirol glauben aber vielleicht nur die Altoatesini. Den heutigen Wohlstand der AP Bozen erarbeiten sich die Menschen zur Gänze selbst, nur werden sie aufgrund der Bestimmungen des Autonomiestatutes nicht so sehr ausgenommen, wie andere Bürger in Italien. Rom schenkt nicht einmal einen müden Euro Süd-Tirol, bekommt noch dazu 10% des allgemeinen Steueraufkommens in der AP Bozen immer noch zurücküberwiesen. Ein anderer Teil des geteilten Landes Tirol, das Land Ost-Tirol liegt eigentlich schon auf der Südseite des Alpenhauptkammes, und nur ein anderes Wasserbett, nämlich das der Donau, hat Ost-Tirol damals 1918/19 vor der Annexion durch Italien gerettet, nicht aber die Gemeinde Innichen, das aus diesem Grund eigentlich zu Ost-Tirol gehören müsste. Vor dieser ganzen tragischen Geschichte der Teilung und der Fremdbestimmung in der eigenen seit Menschengedenken angestammten Tiroler Heimat im historischen 600 Jahre langen Vaterland Österreich wurde 1918/19 nicht nur das heutige Süd-Tirol verschont, sondern auch das damals größtenteils deutschsprachige Kanaltal in Kärnten von Tarvis bis Pontafel (Pontebba), das heute zu Friaul in Italien gehört. Auch dort hat es 1939 die zwischen zwei Diktatoren ausgemachte Option gegeben und die meisten Kärntner im Kanaltals sind bis 1943 nach Österreich aus diesem Grund gegangen. Heute wissen nur vielleicht spezialisierte Historiker darüber noch Bescheid. Für Süd-Tirol und für das Vaterland der Süd-Tiroler Österreich hat die Geschichte nach 1945 verschieden entschieden. Dem Land Österreich hat man von der freien Welt im Jahre 1955 die Selbstbestimmung gegeben, in Süd-Tirol im Jahre 2009 ist das immer noch nicht der Fall, weil vor allem die Süd-Tiroler selbst meiner Meinung nach gerade heute in dieser in Europa so sehr Selbstbestimmung freundlichen Zeit dieses Menschenrecht in der eigenen legitimen politischen Führung, d.h. in der Landesregierung der AP Bozen, ganz einfach nicht klar und deutlich genug fordern. Heute kann es dabei nur um die Beantwortung dieser Frage gehen, die wahrswcheinlich in einem Referendum zu erreichen wäre, so vielleicht wie im Saarland in den Jahren 1955-57, als es damals um die Rückkehr dieses kleinen Landes von Frankreich zu Deutschland gegangen ist. Aber auch die Süd-Tiroler mit ihrer patriotischen Haltung haben damals wie heute dazu wesentlich und entscheidend beigetragen, dass der Traum von der Selbstbestimmung und von der Landeseinheit in einem ungeteilten Vaterland Österreich auch im gesamten deutschsprachigen Land Tirol südlich des Brenners weiterhin wach bleibt. Gerade dieses Gedenkjahr 2009 bietet unzählige Möglichkeiten darüber nachzudenken und im Sinne der Überwindung der Teilung in Tirol zwischen Süd-Nord-Ost politisch zu handeln. Sollten die Menschen in der AP Bozen Südtirol einmal in einer freien und demokratischen von Europa akzeptierten Entscheidung die Rückkehr zum alten und neuen eigenen Vaterland dem weiteren Verbleib im Stiefelstaat vorziehen, dann ist es nicht ausgeschlossen, dass als Folge dieser Entwicklung Österreich ein neues 10. Bundesland bekommen würde, womöglich später sogar in einer Landeseinheit Süd-Tirols mit Ost-Tirol, oder wenn das der Wille der Tiroler sein sollte, in einem wiedervereinten Land Tirol von Salurn bis Kufstein und von Reschen bis Lienz in Österreich. Eines hat sich seit damals nicht verändert, das Land Ost-Tirol war und ist die klare geografische, sprachliche, ethnische und kulturelle Fortsetzung von Süd-Tirol im Vaterland Österreich selbst. Wer Zweifel hegt, der möge ein Atlas zur Hand nehmen und die Landkarte von Tirol näher studieren. So gesehen sind bereits heute die Süd-Tiroler mit einem Bein nicht mehr im Stiefelstaat, sondern in Österreich, sei es in Ost- oder in Nord-Tirol.

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Denkfehler
Denkfehler ist eine gute Umschreibung, um jemanden nicht Recht geben zu müssen. Es ist kein Denkfehler, dass Osttirol wirtschaftlich dem Rest von Tirol hinterher hinkt, der Denkfehler liegt darin, dass "Südtirol" Schuld daran sein soll. In Osttirol fehlen einfach die Voraussetzungen, die wir haben, und doch nicht haben wollen: eine Autobahn an der wir fast versticken(bringt Touristen schnell und einfach ins Land), verbaute und zerstörte Berge für die Schifahrer und andere(wer ist denn daran Schuld, das Geld aus Rom?), überdurchschnittliche Einkommen, mit denen wir doch nicht zufrieden sind(und wieder das Geld aus Rom), und jetzt? Weg von Rom und ab nach Lienz? Dann gibts kein Geld mehr, um uns verwöhnte Südtiroler zu beglücken, und dass mir keiner sagt, das sei ihm Scheisse, das ist es nämlich immer nur solange es einen nicht selbst betrifft!

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Meine Meinung:
Nur einmal so nebenbei: Geld ist vieles, aber Geld ist nicht alles im Leben!!!