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Sport – Berichterstattung

h._staffler.jpgDr. Franz Steinegger beklagt in einem Leserbrief zu Recht, dass im ORF
(wie im übrigen auch in der RAI – außer Sender Bozen -, in der ARD, im
ZDF und allen anderen mir bekannten Fernsehsendern) Südtiroler Sportler
meist als "Italiener" bezeichnet werden. Es ist jedoch unfair und zudem
vollkommen falsch, die Schuld an diesem betrüblichen Zustand
ausgerechnet den ORF-Redakteuren zu geben.

Vielmehr sind es wohl unsere Sportler selbst, die sich bei jeder
Gelegenheit als Italiener bezeichnen, die Trikolore schwenken und
angeblich noch darauf stolz sind. Diese Sportler werden dann sogar
noch, traurig, aber wahr, bei Ehrungen von manchen einheimischen
Politikern als Vorbilder für die Jugend bezeichnet. Früher hat man
Überbringer schlechter Botschaften geköpft, heute ist es schick,
Journalisten, die uns traurige Realitäten vor Augen führen, zu
kritisieren.

Hartmuth Staffler, Brixen, SÜD-TIROLER FREIHEIT

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6 Kommentar(e)

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1
Eisele Siegfried

Die Redaktöre können sehr wohl eine gewisse Interpretations und bezeichnungsfreiheit genießen

2
Eisele Siegfried

Massenmedien regieren den Staat
Falsch!Eben grad und ausgerechnet auch der ORF und diverse Großzeitungen. Passen würde eher SRF sprich Sozialistischer Rundfunk. Das Machtkartell in Österreich verschweigt jede Aktion der Südtiroler Probleme und Interessen, auch das geschändete Kreuz von Steger beim IBK Trummelplatz wurde verschwiegen. So lange Parteien im eigenen Vaterland gegen Heimatsöhne agieren, wird es schwer sein für Südtirol.

3

Sport-Athleten und Südtirol
Sehen Sie wir müssen von einem grossen Glück sprechen angesichts der Wirklichkeit in Sachen Sport in unseren wunderschönem Land.
Die besten jungen Wintersportler unseres Landes und nicht nur sind offiziell Amateursportler in Wirklichkeit aber Berufssportler Dank der Zugehörigkeit des Heeres.Finanzer, Carabinieri usw.
Arbeitgeber ist der Staat Italien.
Unsere wunderbaren Sportler welche unglaubliche Leistungen vollbringen sind daher der "Tricolore" etwas schuldig.
Ich bitte um Verständnis. Ich hoffe ich habe niemand damit beleidigt.

4

Sport Berichterstattung

Ich kann Eurer Argumentation im Prinzip folgen, möchte aber anmerken, dass fast der gesamte ital. Wintersport durch Südtiroler Sportler dominiert wird. Mir als Zuschauer aus Deutschland fehlt aber jeglicher Hinweis darauf, selbst bei Wettkämpfen in Südtirol. Ich denke Sportler und Zuschauer müssen gemeinsam vielmehr dafür tun, dass Südtirol in Dtl. als ein Teil Tirol's und nicht Italien's wahrgenommen wird.

5

Sport: Spiegel der Annexion
Markus Anton hat hier auch recht.

Die einen schreien gerne Italia, die anderen, weil sie müssen.
Die Sportler trainieren jahrelang und investieren viel Zeit und Geld. Da geben manche halt dem Druck der nationalen Sportverbände nach.
Schuld ist aber auch die Landesregierung die unsere Sportler in dieser Sache im Stich läßt.
Beim Sport spiegelt sich eben der ganze Unsinn der Annexion Süd-Tirols durch Italien wider.

6

Sport Berichterstattung
Bezeichnen sich die Sportler aus Südtirol wirklich aus freien Stücken als "Italiener", weil sie für das Land Italien starten, oder müssen sie darüber hinaus jetzt als Pflichtübung das machen, was man ihnen von oben in dieser bestimmten Frage anschafft? Würden sie immer und überall öffentlich Wert darauf legen, dass sie nur für Südtirol und nicht für Italien an Wettbewerben teilnehmen, wäre es wohl sehr schnell vorbei für ihre Karriere? Beide Fragen kann man wahrscheinlich in Kenntnis der real existierenden Lage nur bejahen. Wer bestellt und bezahlt, der bestimmt auch die Musik, die gespielt wird. Ein wenig Anstand und Sportgeist in dieser so heiklen Frage wäre sicherlich für das internethnische Klima förderlich. Außerdem geht es im Sport nicht oder nicht immer und nicht überall nur um Nationalismus, Machtanspruch und Kraftübungen, sondern auch um andere humane Werte. In den letzten Jahren sind die Sportler aus Süd-Tirol immer wieder in den italienischen Medien sehr stark dafür kritisiert worden, dass sie bei Ehrungen die italienische Nationalhymne nicht mitsingen und die Tirocolore nicht halten wollten, oder sie haben sie so eingewickelt, dass nur der rot-weiße Teil zu sehen war, also die Farben Tirols. Man hat in den Verbänden daraus wohl Konsequenzen gezogen, und alle die jetzt für Italien an den Start gehen, müssen wahrscheinlich verbal tausendmal und immer wieder betonen, für welches Land sie an diversen Wettbewerben teilnehmen, wie stolz und glücklich sind sie darüber. Die begabten jungen Menschen haben überall ein Anrecht auf Sportlaufbahn, wenn man das aber aus oberen Sachzwängen für ideologische Erpressung und Nationalismus benutzt, stellt man sich ein sehr trauriges Zeugnis aus. Ein Déjà-vu Erlebnis aus einem anderen bis 1990 geteilten Nachbarland der Tiroler stellt sich in diesem Zusammenhang unwillkürlich leider ein.