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Selbstbestimmung: Eigendefinition der SVP

Cristian_Kollmann_Wahl_2008.jpgSeit den Landtagswahlen sind nun zwei Monate vergangen, und die SVP war seitdem mit zwei Hauptfragen beschäftigt: 1. Wie versorge ich die eigenen Leute, sofern sie fügsam sind, mit Posten? 2. Wie mache ich es den italienischen rechten wie linken Parteien gleichzeitig recht?

Da nun letztere Taktik, da mehrgleisig, von der römischen
Rechtsregierung nicht gebilligt wird, möchten einzelne SVP-Exponenten
nach bekannter Manier als gestandene Tiroler auf den Plan treten: „Wir
werden vor Frattini nicht in die Knie gehen“ hieß es eindrucksvoll von
Karl Zeller und Siegfried Brugger. Brugger betonte überdies, dass die
SVP „sich nicht von Rom fernsteuern lässt“, und auf das durch Frattini
angedrohte Ende der Beziehungen zwischen SVP und PdL meinte Zeller: „Da
sieht man, wessen Geistes Kind sie sind.“ Und? Was sind dann die
Konsequenzen der SVP? Visionen, die über unsere „Vorbild-Autonomie“ und
damit die Bindung Südtirols bzw. des „Alto Adige“ an Italien
hinausreichen, sind es jedenfalls auch diesmal nicht. Selbstbestimmung
hat bei der SVP wohl eine Eigendefinition: Die SVP hat für sich selbst
bestimmt, einen Kurs der durchaus knieenden und vom römischen Geist
ferngesteuerten Tiroler zu fahren.

Cristian Kollmann, SÜD-TIROLER FREIHEIT, München/Laurein

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Politischer Autismus
Die SVP müsste in sich gehen und darüber ernsthaft nachdenken, warum sie nicht nur vom politischen Gegner ständig des politischen Autismus bezichtigt wird. Diese gegenwärtige politische Linie ist einer Sammelpartei mit dieser patriotischen Tradition ganz einfach nicht würdig. Die SVP wird heute mehr aus Gewohnheit als aus Überzeugung gewählt und das ist eine äusserst beunruhigende Entwicklung für diese Partei. Nach der letzten Landtagswahl im Oktober 2008 ist die SVP keine Sammelpartei der Süd-Tiroler mehr, als nächstes kommen Europa- und Gemeideratswahlen. Man kann doch nicht mit der Parole Politik machen, wir ändern unsere Politik um keinen Preis, nach uns die Sintflut, das hätte sich dieses Land und diese Partei auch ganz sicher nicht verdient.