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Programmatische Grundzüge

Wir richten unser Wirken nach den Grundsätzen der Menschenrechte aus. Unsere Entscheidungen sollen den Vorgaben von Recht und Gerechtigkeit folgen. Schwerpunkte sind:

1. Selbstbestimmung

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker ist in Artikel 1 der Menschenrechtspakte verankert und somit Ausdruck der Freiheit, den ein Volk beanspruchen kann. Die Teilung Tirols und die damit verbundene Annexion Südtirols durch Italien erfolgten gegen die Prinzipien der Vernunft und Rechtschaffenheit, vor allem aber gegen den Willen des Volkes. Seit jener Zeit hat Südtirol immer wieder um seine Existenz bangen müssen und kann sich auch heute noch nicht der Bewahrung der sprachlich- kulturellen Identität sicher sein. Als Minderheit in einem fremden Staat kann auch die Autonomie unser Volk nicht dauerhaft vor Assimilierung und gezielter Italienisierung bewahren. Die Durchführung der Volksabstimmung über die politische Zukunft Südtirols ist daher das einzig gerechte Mittel zur Lösung des Südtirolproblems.

2. Heimat

– Recht auf die Muttersprache: Die Muttersprache ist das wichtigste Element der kulturellen Identität, das Recht auf deren Gebrauch daher unverzichtbar. Allzu oft wird man in Südtirol mit einer Staatsmacht konfrontiert, die nicht deutsch sprechen kann oder will. Die Bestimmungen des Autonomiestatutes sind jedoch eindeutig. Strengere Kontrollen der Sprachkenntnisse bei Vergabe öffentlicher Posten und restriktive Maßnahmen und Sanktionen bei Missachtung dieses Rechtes sind daher dringend nötig. Das Recht auf Gebrauch der Muttersprache ist keine Provokation, sondern muss Selbstverständlichkeit sein. Dasselbe Recht muss auch für die ladinische Volksgruppe gelten.

– Toponomastik: In Südtirol sind noch immer allein die größtenteils erfundenen pseudoitalienischen Ortsnamen amtlich gültig, welche zum Zwecke der Italienisierung eingeführt wurden. Durch diesen Frevel wird nicht nur die geschichtsfälschende Absicht des Faschismus fortgeführt, sondern die nachkommenden Generationen auch ihres historischen Erbes beraubt. Dieser unwürdige Zustand ist weder kulturell noch politisch vertretbar und widerspricht auch internationalen Empfehlungen, die sich für die alleinige Verwendung der historischen Namen aussprechen. Die erfundenen Falschnamen müssen daher umgehend abgeschafft und die historisch gewachsenen Orts- und Flurnamen wieder eingeführt werden.

– Faschistische Relikte:  Mehr als 60 Jahre nach Ende des Faschismus findet man in Südtirol noch immer in fast jeder Gemeinde Relikte aus dieser Zeit. Das Siegesdenkmal in Bozen, das Mussolinirelief am Gerichtsplatz, die Beinhäuser und Alpini- Denkmäler sind einige Beispiele. Diese Relikte dürfen bis heute nicht einmal dokumentiert werden und können daher auch nicht als Mahnmale interpretiert werden. Sie erfüllen noch immer ihren propagandistischen Zweck und stellen eine Beleidigung für die Südtiroler dar. Die Entfernung dieser faschistischen Relikte, sowie umfassende Aufarbeitung der Geschichte ist längst fällig. Auch die Wiedergutmachung des faschistischen Unrechts, welches durch die Enteignung von privaten Grundstücken erfolgte, ist anzustreben.

– Italienisierung stoppen: Trotz Autonomie läuft Südtirol Gefahr, assimiliert und zu einer normalen italienischen Provinz zu werden. Besonders der Schule kommt die Aufgabe zu, den Kindern das Wissen über die eigene Geschichte und Tradition zu vermitteln. Die Kinder dürfen nicht in der „Siamo-in-Italia“- Mentalität erzogen werden. Ausländerkinder sollen nicht in italienische Schulen abgeschoben, sondern es soll ihnen die Eingliederung in die deutsche Sprachgemeinschaft ermöglicht werden.
Sportwettkämpfe vermitteln nicht nur Leistungen, sondern auch Emotionen. Die Südtiroler Athleten sollen nicht für den italienischen Staat antreten und die eigene Identität verleugnen müssen. Fahnen und Hymnen wecken Emotionen, die wir zur Stärkung unserer Identität nützen sollten. Langfristig sollen unsere Athleten für Südtirol oder ein Gesamttiroler Team antreten können.

– Gemeinsame Heimat Tirol: Nord-, Ost- und Südtirol bilden nicht nur eine geschichtliche, sondern auch eine kulturelle Einheit. Dieser Einheitsgedanke ist zu fördern, und die Landesteile sollen einander näher gebracht werden. Bereits heute ließen sich in vielen Bereichen der Wirtschaft, Politik und Kultur Gemeinsamkeiten nutzen. Konkurrenzdenken der einzelnen Landesteile sollte dem „Wir-Gefühl“ Platz machen. Als kleine Region in einem wachsenden Europa kann Tirol nur gemeinsam seine Interessen durchsetzen.

– Urbanistik & Zersiedelung: Südtirol ist ein Land, in dem viel, manchmal auch zu viel gebaut wird. Vor allem die Landeshauptstadt Bozen wächst unaufhörlich und frisst sich in die begrenzte Kulturlandschaft. Das noch vorhandene bebaubare Land darf nicht zum Gegenstand von Bauspekulation werden, sondern muss mit Maß und Weitsicht verwaltet werden.

– Denkmal- & Ensembleschutz: Das architektonische Erbe unserer Vorfahren ist die Visitenkarte unseres Landes. Die Altstadtzentren, die Burganlagen, sowie die Zeugnisse bäuerlicher Wohn- und Wirtschaftskultur geben unserem Land ein unverwechselbares und einmaliges Gesicht. Dieses Erbe wird vielfach mit Füßen getreten. Jahrhunderte alte Bauwerke fallen zu oft der Bauwut zum Opfer. Mit ihnen verlieren die Ortschaften nicht nur ihren Charakter, sondern auch ihre Geschichte. Der Politik der Zerstörung muss Einhalt geboten, und unser architektonisches Erbe durch wirksame Denkmal- und Ensembleschutzmaßnahmen geschützt werden.

3. Umwelt

Eine intakte Umwelt ist unser wertvollstes Gut, sie bietet uns gesunden Lebensraum und ist das größte Kapital der Tourismuswirtschaft. Schutz und Erhalt von intakter Umwelt sind daher Grundlagen zukunftsorientierter Politik.

– Wasser, das Gold der Alpen: Sauberes Trinkwasser ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Geschenk. Sparsamer Umgang und schonende Quellfassungen sind eine Frage der Verantwortung. Wasser bedeutet in Südtirol auch Energie. Mit dem Strom unserer Kraftwerke erhalten wir saubere Energie, die unseren Bedarf ausreichend deckt. Nicht der Bau von neuen Großkraftwerken, sondern die Übertragung der bestehenden an das Land und deren optimale und gewässerschonende Nutzung muss Ziel der Landesenergiepolitik sein.

– Transitbelastung: Die Transitbelastung auf der Autobahn nimmt von Jahr zu Jahr zu und hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr zu verantworten ist. Es braucht schnelle und nachhaltige Entscheidungen, die zur Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene führen. Vor allem aber braucht es ein gemeinsames Verkehrskonzept von Rosenheim bis Verona.

– Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel: Der Individualverkehr trägt maßgeblich zur Luftverschmutzung und Feinstaubbelastung bei. Auf das eigene Auto verzichtet aber nur der, der auch Alternativen hat. Das öffentliche Verkehrswesen ist weiter auszubauen. Auch ein Gesamttiroler Verkehrskonzept mit schnellen und preisgünstigen Direktverbindungen ist notwendig.

– Alternative Energiequellen: Die Verwendung neuer und erneuerbarer Energiequellen ist voranzutreiben und gezielt zu fördern. Bereits heute ließe sich ein Großteil der CO2- Emissionen durch die Verwendung umweltfreundlicher Energiequellen vermeiden.

4. Bescheidenheit statt Größenwahn

Südtirol braucht keine großspurigen Prestigeobjekte, die mehr kosten als sie bringen. Unnötige Großprojekte wie BBT, Flugplatz oder Fahrsicherheitszentrum, sind abzulehnen. Protzbauten, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden, sind keine Notwendigkeit, sondern Verschwendung. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben als Geldgeber ein Mitspracherecht, weshalb zukünftig mittels Volksabstimmung über Großprojekte abgestimmt werden soll.

5. Chancengleichheit zwischen Mann und Frau

Beide Geschlechter sind gleichberechtigt. Die Frauen sollen gemäß ihrer Stärke in allen politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsgremien vertreten sein. Gleiche Arbeit ist gleich zu entlohnen, Diskriminierung, in welcher Form und in welchem Bereich auch immer, ist abzulehnen.

6. Jugend ist Zukunft

– Mitspracherecht: Die Jugend ist Träger der zukünftigen Gesellschaft und soll in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Offene Jugendpolitik bedeutet daher auch Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen, denn die Jugend muss morgen mit den Entscheidungen leben, die heute getroffen werden.

– Bildung: Für einen guten Start ins Leben braucht es  gute Ausbildung. Sowohl schulische als auch berufliche Ausbildung sollen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Jugend gewährleisten. Bildung kostet Geld, deshalb sind Stipendien zu sichern, damit die Studierenden nicht in die Schuldenfalle getrieben werden.

– Auf eigenen Beinen stehen: Der Schritt ins eigenständige Leben ist mit finanziellen Kosten verbunden. Junge Menschen fangen in der Regel am untersten Ende der Gehaltsklassen an und sind auf Zuwendungen wie Mietzinsbeihilfen angewiesen. Das Jungunternehmertum ist zu fördern, mit neuen, innovativen Ideen wird die Wirtschaft von morgen geprägt.

7. Familie

Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft und verdient daher größtmögliche Förderung durch die öffentliche Hand. Es gilt Rahmenbedingungen zu schaffen, die Kinderwunsch und berufliche Weiterentwicklung ermöglichen. Zur Familie gehören auch die alten Menschen, die durch ihre harte Arbeit unsere Wohlstandsgesellschaft aufgebaut haben. Sie verdienen daher nicht nur unseren Respekt, sondern auch einen würdevollen Lebensabend in vertrauter Umgebung. Dieser ist durch Betreuungseinrichtungen und finanzielle wie fachlicher Unterstützung jener Familien zu fördern, welche die Betreuung zu Hause übernehmen.

8. Arbeit

Wer hart arbeitet, soll gerecht entlohnt werden. Zu viele Menschen verdienen in Südtirol aber zu wenig, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken. Auf die Sicherheit am Arbeitsplatz ist besonderes Augenmerk zu legen. Das Anwerben ausländischer „Billigarbeitskräfte“ wird sich langfristig auch für die Unternehmen negativ auswirken, da sie damit die heimische Wirtschaft schwächen und somit den Ast absägen, auf dem alle sitzen. Die Vernetzung der Arbeitsmärkte in ganz Tirol ist anzustreben, um auf das Angebot und die Leistung einheimischer Arbeitnehmer zurückzugreifen.

9. Starke Wirtschaft – starkes Land

Im italienischen Staatsgefüge sind die Südtiroler Unternehmer einem Bürokratiedschungel ausgesetzt, der kaum durchschaubar und zu kostspielig ist. Abbau bürokratischer Hindernisse, und Förderung von klein- und mittelständischen Unternehmen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden, sind zu verstärken. Die Förderung der Bergbauern, die mit harter Arbeit die Landschaft pflegen, ist zu sichern.

10. Gesundheit

Gesundheit ist mit Geld nicht zu bezahlen, doch wer krank wird, soll sich Genesung leisten können. Unnötige finanzielle Belastungen wie das Sanitätsticket sind abzuschaffen.

Gute medizinische Betreuung darf nicht eine Frage des Geldes sein, sondern gehört zu den Voraussetzungen verantwortungsvoller Gesundheitspolitik.

11. Europa der Vielfalt

Die Europäische Union ist heute noch immer die Gemeinschaft der Nationalstaaten und nicht der Völker und Regionen. Europa darf nicht ein Verbund starker Staaten uniforme Einheitsgesellschaft werden. Der Reichtum und die Zukunft Europas liegen in der Vielfalt der Völker, der Sprachen und Kulturen. Nur wenn deren Wert anerkannt, und die Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung betrachtet werden, können kleine Völker und Volksgruppen überleben.

23 Kommentare

  1. Thomas aus Innsbruck

    In den Kommentaren wurde des öfteren die Stellung der EU und ihre Wirkung im Bezug auf Freiheit, Demokratie, Menschenrechte bemüht. Gerade die EU als auch Italien als Gründungsmitglied dieser Gemeinschaft müsste sich im Besonderen für das Selbstbestimmungsrecht der Südtiroler verwenden, da dieses Recht diese 3 großen Thema nicht nur streift sondern im Kern berüht. Die Blockadepolitik Italiens und die Untätigkeit der EU als gesamtes macht es für mich täglich immer schwerer zu glauben das diese Werte wirklich diesen Stellenwert haben wie es uns immer von der Politik vermittelt wird.

    Die Autonomie kann nur ein Übergangsinstrument sein nie aber die entgültige Lösung, weil dieses Instrument ausschließlich vom Wohlwollen der jeweilige italienischen Regierung abhängig ist und die letzten Regierung allesamt eher Autonomie ablehnend waren. Die EU hat hier nie eingewirkt und es ist auch nicht zu erwarten das die EU hier jemals tätig wird. Auch die Blockadepolitik des EU-Landes Spanien im Bezug auf Katalonien und dem Bastenland bleibt auf EU-Ebene unkommentiert.

    Ich sehe die Zunkunft von uns Tirolern in einer eigenständigen souveränen föderralen Republik von Kufstein bis Riva in der deutsch, ladinisch und italienisch gesprochen wird, und in der die Tiroler die Entscheidungen treffen, ohne Rom aber auch ohne Wien.

    Bis dorthin gilt es aber die Möglichkeit die der Politik nördlich und südlich des Brenners durch die EU-Mitgliedschaft zur Verfügung stehen intensiv auszureizen.

    Hier muss man der Ehrlichkeit halber auch auf die Untätigkeit der Politik in Innsbruck, Bozen und Trient hinweisen.

    Österreich ist seit 1995 bei der EU und seit 1998 sind alle Grenzen zu den südlichen Teilen Tirols weggefallen. Außer Kundgebungen und der Gründung eines für die Tiroler nicht wirklich greifbaren gemeinsamen Büros im fernen Brüssel ist hier wirklich wenig für alle Tiroler spürbares passiert.
    Zusammenarbeit im Bereich:
    öffentlicher Verkehr (Bsp. Tiroler Regionalbahn) – eher Fehlanzeige
    gemeinsame Energiegewinnung – eher Fehlanzeige
    Zusammenschlüsse im Tourismusbereich – spärlich
    Marketing unter einer Dachmarke – eher nicht
    Tirolbank: wegen Streit ob Sitz in Bozen oder Innsbruck kläglich gescheitert usw.

    Aber vor allem klare Stellungnahme zur einer etwaigen Wiedervereinigung – leider totale Fehlanzeige

    Hier gibt es noch sehr sehr viel zu tun von der Gesamttiroler Politik um die Vorteile für jeden Tiroler erfassbar und nachvollziehbar zu machen.

    Liebe Grüße

    • Einen eigenen Staat Tirol – Nord Ost und Süd zusammen und Vorarlberg mit dazu. Dies hätte einen riesengroßen Charme und wir könnten uns von der EU loslösen. Eigenes Geld, eigene Gesetzte, direkte Demokratie, Reduktion des Transitverkehrs usw. – also nur positive Aspekte.
      Wenn wir die wirtschaftlichen Daten begutachten, sind wir dort spitze – somit könnte auch die Steuerbelastung für alle radikal reduziert werden.
      Lang Lebe das unabhängige Tirol.

      • Klozilla, Deine Idee in Ehren, aber ein Staat Tirol ausserhalb der EU wäre eine wirtschaftliche Selbst- Zerstümmlung. Erst mit dem österr. EU Beitritt war es möglich ohne Grenzbalken über den Brenner oder über den Reschenpass nach Südtirol zu kommen. Die Europa Region Tirol ist im Moment ein ideales Gebilde um wieder näher zusammen zu wachsen. Ich bin überzeugt, dieser Tag kommt noch, dass sich Südtirol wieder an Österreich anschließt. Ob Welschtirol dasselbe anpeilt, kann ich nicht erkennen. Gute Kontakte zum Norden hin sind sind durch jahrhunderte langer gemeinsamer Volkskultur natürlich gegeben. Die gemeinsame Abwehrfront vor 100 Jahren war auch vorwiegend entlang vom welschtiroler Gebiet, mit der Ausnahme vom 3 Zinnen und Ortler Gebiet.
        Jetzt haben wir ein gemeinsam von den 3 Landesteilen finanziertes Kongresshaus in Alpbach. Ein sinnbildliches Zeichen der Tiroler Einheit fehlt dort noch. Im ganzen Tirolgebiet haben wir so viele gute Künstler bzw, Bildhauer. Ein gemeinsames Tiroler Denkmal würde dort gut hinpassen. Gute Vorschläge sollten angedacht werden, ein Tirol von Kufstein bis zum Gardasee sollte zum Ausdruck kommen. Das wäre auch eine Bereicherung für das europäische Forum Alpbach!

    • Michael aus München

      Mir gefällt die Idee eines eigenen Staates Tirol zwischen dann einem hoffentlich unabhängigen Bayern und Venetien.

  2. Nimmt man das Fernsehen von ORF2 als Richtschnur, dann fehlt nicht mehr viel zu Eintirol. In den vergangenen 20 Jahren sind Süd und Nordtirol wieder stark zusammen gewachsen. Fast hat man wieder das Gefühl, wenn man Südtirol Heute anschaut dann sind wir wieder ein Tirol. So ab und zu sollten auch Berichte von Welschtirol gezeigt werden. Viele Leute von denen fühlen sich nach fast 100 Jahren immer noch etwas tirolerisch.
    Trotz allem darf man nicht zu naif sein. Solange die SVP nicht auf den Selbstbestimmungszug aufspringt, gibt es zwischen unseren Landesteilen immer noch einen tiefen Graben. Liegt es an der mangelder Überzeugungskraft der Südtiroler Freiheit, oder wollen die einfach ihre steinzeitliche Einstellung nicht aufgeben. Man kann doch nicht mit 2 verschiedenen Herzen in der Brust auf 2 Hochzeiten tanzen. Entweder man ist Italiener oder ein abgestammter Österreicher.

    Im Rahmen vom europäischem Forum Alpbach in 2 Monaten sollte frei von Hemmungen über das zusammenwachsen der Tiroler Landesteile diskutiert werden. Die Europaregion Tirol könnte als hilfreiches Werkzeug dazu dienen. Sonst brauch dieses Schaumgebilde ja auch niemand. Es kommt ja immer draufan, was man daraus macht!

    Noch nie vorher seit der unrechtsmäßiger Abtrennung Süd und Welschtirol von Österreich wäre eine Wiedervereinigung leichter gewesen wie jetzt. Man braucht keinen einzigen Grenzstein setzen, kein Zollhaus bauen und keine Grenzschranken montieren. Nur etwas Büroarbeit und Umorganisation würde anfallen. Alle Orts und Flurnamen könnten wieder einsprachig in deutsch bezeichnet werden.
    Jeder Italiener ist fähig das Wort Bozen, Schlanders oder Martelltal auszusprechen. In der Schweiz wo 4 Sprachen gesprochen werden, gibt es jeweils auch nur die zuständige Beschriftung. Da lachen doch die Vögel auch noch, wenn sie in Südtirol die zweisprachigen Orts und Flurnamen sehen.
    Eine jahrhunderte lange gewachsene Tradition dürfen rechhaberische Menschen nicht verstellen.
    In einem Europa der Menschenrechte sollen die Einheimischen selbst entscheiden können, bei welchem Staatsgefüge sie dabei sein möchten.

    • Wenn mich jemand nach meinem Grund als BRD-Deutscher der STF fragt und sagt, dass Volkstumspolitik veraltet sei, stelle ich die Gegenfrage: Wollen Sie demnach, dass das Volkstum bzw. die Kultur von Cheyenne, Navajos, australiischen Aborigines, der Maori oder Inuit verschwinden ?

      Oder waren Freiheitskämpfer wie Gandhi, Luther King oder Mandela denn rechts ?

  3. Den Schmarrn von wegen „die Kultur bringen“ kenne ich gut aus Bayern, den erzählen uns dort nämlich immer die Norddeutschen, Ostdeutschen, Heimatvertriebenen. Und die glauben das wohl auch. Ja ich würde sagen das hat ein Faschist geschrieben, man sieht es ja am Ende. Man hüte sich vor Deutschtümelei – man hüte sich aber auch vor italienischem Nationalismus und Faschismus Und man muss anerkennen dass Tirol immer ein deutsches und ein welsches Land war – und das wird nur zum Problem wenn man eines daraus macht. Der Homogenitätswahn hat sehr viele blutige Opfer in Europa gefordert.
    Unser Faschist hier (Postfaschist) schreibt sehr gutes Deutsch – was ist also so schlimm an der deutschen Kultur? Offenbar nix… Sonst hätte ich nichts geschrieben, aber wenn ich das schon lese von wegen „Kultur und Bildung“.

  4. Des de Catalunya, altre pais ocupat, el meu recolzament a aquest meravellos pais que es Sud Tirol.
    Serem lliures!

  5. @ Bernhard Wieser, Salzburg 06.06.2013, 14:39

    Mit Ihrem „Zum Zweiten“ bis „Zum Vierten“ ist aus patriotischer piefkisch-bundesdeutscher Sicht durchaus Konformität zu bescheinigen.
    Aber bei Ihrem „Zum Ersten“ muß doch vermutet werden, bei Ihrem letzten Brüssel-Besuch war wohl der Jenever-Konsum ein klein wenig zu hoch, nicht wahr? 😉

  6. Herr Bernhard Wieser,

    wäre ich im Besitz eines Hutes so würde ich ihn nun vor Ihnen und Ihrem reichhaltigen Fundus an geschichtlichem, politischen sowie grammatikalischem Wissen ziehen. Wer mit so einer Antwort (falls überhaupt verstanden) beehrt wird, wird einsehen müssen dass das Wort tatsächlich mächtiger ist als das Schwert.

    In diesem Sinne, beste Grüße nach Salzburg aus dem herbstlichen Pustertal.

    Thomas V.

  7. 99 % Zustimmung zum Wahlprogramm. Die Quote hat der Uz. bis dato nur höchst selten erlebt.

    Viel Erfolg!

  8. Werter Herr Bernhard Wieser,
    es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen zu Ihren Magennerven zu gratulieren.
    Wie wäre es sonst möglich, dass Sie auf ein derart unappetitliches sowie
    gehässiges Schreiben von „pat rico“ mit ausführlichen Argumenten antworten.
    Mit freundlichen Grüßen
    HP

  9. ich muss leider einem user recht geben..die eu ist leider nicht das heil sondern im gegenteil.. aber der sùdliche teil von tirol–sùdtirol ist es wert darum zu kàmpfen…besinnen auf unsere kultur, brauchtùmer,art und weise..das ist von unschàtzbarem wert, eines der schònsten flecken der erde…der sùdtiroler soll weiterhin stolz sein auf seine herkunft und mundart und sich nicht biegen lassen!!

  10. Klingler Andreas

    Der einzig wirkungsvolle Schutz vor verräterischer Politik lautet :
    DIREKTE – DEMOKRATIE, mit verbindlichen VOLKSABSTIMMUNGEN einfordern !

  11. sie haben nicht begriffen, dass die eu die groesste gefahr fuer die freiheit des einzelnen und die demokratie ist. zweitens ist ihre deutschtuemelei einfach nur noch widerlich. drittens haben sie nicht begriffen, dass es Italien und die Italiener waren, die diesem land kultur und bildung gebracht haben. das moderne suedtirol wurde durch die Italiener aufgebaut! sie scheinen auch nicht verstanden zu haben, dass, wenn wir ueberleben wollen, dies nur in starken, souveraenen nationalstaaten geht! die eu, der euro, sind keine zukunft! je schneller dieses wahnwitzige projekt beendet wird, desto besser! was ich persoenlich fuer eine meinung von ihren exponenten habe und wo ich sie am liebsten sehen wuerde, dies behalte ich lieber fuer mich.

    • Pat Ricco kapieren sie nicht das die Mehrheit der Südtiroler den Staat Italien ablehnt ? Auch nach 100 Jahren wird Rom diese Region nicht unterwerfen können.

    • Bernhard Wieser, Salzburg

      @pat ricco: Ihr Kommentar entbehrt jeglicher Grundlage und ist es eigentlich nicht wert, weiter beantwortet zu werden. Dennoch möchte ich dazu aus Achtung ihnen gegenüber meine Meinung kundtun.
      Zum Ersten:
      „Die EU“ ist ein auf demokratischen Fundamenten gebauter, freiwilliger Zusammenschluss von vielen europäischen Staaten mit den höchsten Zielen der Friendeserhaltung und sozialen Entwicklung der europäischen Völker. Die Kompetenze der EU gegenüber den Staaten sind nach wie vor stark eingeschränkt, und wenn „die EU“ Kompetenzen erhält, wurden und werden diese freiwillig von den Staaten bei qualifizierter und demokratischer Mehrheit übertragen, teilweise gar nur bei einem Zustimmungsergebnis von 100%. Somit stellt „die EU“ die größte Sicherheit für die Demokratie und für die Freiheit des Einzelnen in Europa dar. Keine supranationale Organisation wäre derzeit vernünftig als Alternative vorstellbar.
      Zum Zweiten:
      Der Schutz der deutschen und ladinischen Kultur und Zukunft, als auch deren politischer Vertretung fußt auf fundamentalen positivistischen und natürlichen Rechten. Wenn sie was gegen diese „Deutschtümelei“ haben, können sie auch gerne auf ihr Recht verzichten, Kommentare in deutscher Sprache zu verfassen. Andere jedoch aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Deutschtum anzufeinden oder deren Engagement dafür als „widerlich“ hinzustellen, ist ein klassischer Fall von Rassismus und kulturellem Extremismus und würde von mir auch aus anderen Gründen auf das Schärfste zurückgewiesen!
      Zum Dritten:
      Die geschichtlich zivilisatorische und kulturelle, aber auch die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung des heutigen Süd-Tirols ist nahezu identisch wie die der Gebiete seines Vaterlandes, Österreich, verlaufen! Die derartigen Einflüsse Italiens auf Süd-Tirol haben diese Entwicklung bestenfalls für Jahrzehnte verhindert oder ausgebremst. Es grenzt also gerade deshalb an ein Wunder, dass sich Süd-Tirol in vielen derartiger Vergleichen von Wirtschaftskennzahlen mittig in die Leistungen der anderen österreichischen Bundesländer einreiht. Eklatant sind jedoch die teilweise gewaltigen Unterschiede zu den Leistungen italienischer Provinzen und Regionen, die oft meilenweit hinter der Modernität Süd-Tirols hinterherhinken und dies auch in absehbarer Zukunft tun werden!
      Zum Vierten:
      Ja, die Sicherung der Zukunft Süd-Tirols liegt vielleicht auch in einem starken, souveränen Staat. In der Natur der Sache ist dazu nur ein Land in der Lage: Das Vaterland Österreich! Hier kann also Italien, ein massiv von der Mafia beeinflusster Staat, als auch wirtschaftlich nahezu am Ende, nicht als Perspektive herhalten. Disqualifiziert hat sich dieser Staat vor allem durch die willkürliche und brutale Annexion Süd-Tirols und seiner jahrzehntelang anhaltenden kulturellen Vergewaltigung und Erniedrigung gegenüber unseren Süd-Tiroler Landsleuten. Die faschistischen Schandmäler in Süd-Tirol sind bis heute in Stein gemeißelte Verhöhnung. Wohin also die politische Reise und Zukunft Süd-Tirols gehen wird, und da geben sie mir gewiss recht, muss die Bevölkerung in Süd-Tirol selbst in demokratischer Mehrheit bestimmen dürfen!

      In diesem Sinne und liebe Grüße!

    • Italien hat uns Kultur gebracht? Dass ich nicht lache…. Italien hat uns nichts außer Probleme gebracht. Und dass Italien Bildung hätte das lassen wir uns mal so in den Raum gestellt. Ich glaube Italien ist nicht um sonst so verschuldet. Aber wenn man diesen Beitrag so liest erkennt man dass ihn ein Faschist geschrieben hat, denn nur Faschisten glauben an diesen Schmarrn.

      • io dico che L’Italia dovrebbe portare per prima la civiltà e la
        cultura della legalità al sud e non qui dove per motivi storici
        queste erano già ben radicate .Ma mi resta il dubbio che è rimasto poco di sano
        da insegnare agli altri sopratutto agli alto atesini.

        • Balthasar Mayer

          Ich bin des italienischen nur wortweise mächtig, und die Wörter, die ich kann bringen mich hier nicht weiter.
          Könnte evtl. mal jemand die Aussage von adrian übersetzen?

    • Römischer Imperialist ein absoluter Träumer von wegen Kultur. Bitte munter werden wir sind im 21ten Jahrhundert und nicht bei den Gladiatoren

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