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„Nein zu Boschi“, sagte die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit (v.l.: Helmuth Gschnell, Thomas Oberrauch, Walter Oberhauser, Peter Geier, Martin Crepaz, Stefan Zelger und Werner Thaler).

Parlamentswahl: Das empfiehlt die Süd-Tiroler Freiheit

Unglaubwürdig, untragbar, unwählbar: Die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit hat eine klare Meinung zur Kandidatur von Maria Elena Boschi als PD-SVP-Kandidatin im Wahlkreis Bozen-Unterland. Die Bezirksvertreter haben sich heute auf ihrer Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen, eine Wahlempfehlung abzugeben. Sie Süd-Tiroler Freiheit empfiehlt ein Zeichen des Protests zu setzen. Wer sich überhaupt die Mühe macht zu den Wahlen zu gehen, sollte den Stimmzettel weiß oder ungültig abgeben.

„Prima di tutto siamo italiani!“

Für die Süd-Tiroler Freiheit ist Boschi aus mehreren Gründen nicht wählbar. Die Toskanerin war mit Renzi die größte Verfechterin der zentralistischen Verfassungsreform. Und diesem Zentralismus stehen die Autonomien nur im Weg. 2014 meinte Boschi, dass die Sonderautonomien ein „Relikt der Vergangenheit“ seien, „Ressourcen verschwenden“ und daher abgeschafft gehörten. Erst nachdem Trentiner (!) Politiker protestierten, relativierte sie ihre Aussage. Jetzt, pünktlich zu den Parlamentswahlen, ist aus der Relativierung ein Dementi geworden. Doch diese Aussage war kein Einzelfall. Erst vor zwei Jahren meinte Boschi, man müsse „ergebnisoffen“ über die Zukunft der Autonomien diskutieren.

Wie unglaubwürdig ihre nun vor den Wahlen aufgeflammte Zuneigung zu Süd-Tirol ist, zeigte sie auch im Mai 2015. Der Staat forderte Süd-Tirol dazu auf, den Beginn des Ersten Weltkrieges zu feiern. Den Überfall Italiens auf die eigene Heimat! Eine Trikolore auf allen öffentlichen Gebäuden, so lautete die Anweisung Roms. Sogar Landeshauptmann Kompatscher widersetzte sich dieser Beleidigung. Auf Protest war Kompatscher ausgerechnet bei der heutigen PD-SVP-Kandidatin Boschi gestoßen. Ihre Begründung: „Prima di tutto siamo italiani!“

Billige Versprechen, degradierte Italiener

Ebenso unglaubwürdig sind ihre Anbiederungen an die einheimische Bevölkerung, wie das Versprechen, sich für die Anerkennung des Egetmann-Umzuges als UNESCO-Weltkulturerbe einzusetzen. Boschi tritt in sechs Wahlkreisen an. Keine andere Politikerin in Italien kommt auf mehr Wahlkreise. Und in einigen dieser Wahlkreise gibt es ebenfalls Veranstaltungen, die sich um die Anerkennung als immaterielles Weltkulturerbe bemühen. Auch Gemeinden in Boschis Heimat Toskana sind unter den Kandidaten. Was mag sie wohl denen alles Versprochen haben?! Gerade wegen solchen unwürdigen Ränkespielen wenden sich immer mehr Menschen von der Politik ab. Die SVP hat das italienische Parteientheater mitten nach Süd-Tirol getragen!

Ihre Kandidatur ist aber auch ein Schlag für die Italiener in Süd-Tirol und ein Bruch mit einer langen Tradition. Denn der Wahlkreis Bozen-Unterland wurde geschaffen, um einem italienischen Süd-Tiroler die Chance zu geben ins Parlament zu kommen. Dass nun ausgerechnet Boschi die Interessen Süd-Tirols und des Unterlands vertreten soll, ist ein Trauerspiel!

Wer SVP wählt, wählt Maria Elena Boschi

Die Leute müssen wissen: wer SVP wählt, wählt Maria Elena Boschi! Das ist die Folge des auf die SVP zugeschnittenen Wahlsystems. Es zeigt gleichzeitig aber auch, wie undemokratisch dieses Wahlgesetzt ist. Für die Opposition macht es eine Kandidatur aussichtslos und dem Wähler wird die Möglichkeit genommen, Personen zu wählen. Stattdessen werden Kandidaten von Renzis Gnaden von irgendwo aus Italien als Süd-Tiroler Kandidaten verpackt. Für die Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit ist deshalb nur eines zu tun: wählen gehen und weiß oder ungültig abgeben!

Werner Thaler, Bezirkssprecher der Süd-Tiroler Freiheit Unterland/Überetsch
Stefan Zelger, Bezirksgruppe Unterland/Überetsch der Süd-Tiroler Freiheit

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