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Offener Brief: Abgekartetes Spiel

roland_lang_500.jpgLieber Georg, geehrter Obmann,
Karten spielen ist der Volkssport in Südtirol. Aber leider scheinen auch die Worte „abgekartetes Spiel“ immer mehr in Mode zu kommen.  
Denn wie anders konnte man Deinen Verzicht auf die Landtagskandidatur verstehen, der wirklich von vielen bedauert wurde? Niemand wird Deinen Einsatz für den bäuerlichen Stand in Frage stellen können, von den Enteignungen bis zur Problematik der Ausweisung von Konsortialwegen als Fahrradwege, Bergbauernunterstützung usw. galt Dein Einsatz.

Auch in der Volkstumspolitik war der SBB unter Deiner Führung aktiv, wenn er auch in letzter Zeit bedauerlicherweise zur teilweisen Anerkennung der tolomeischen Fälschungen mit der Begrüßung des Durnwalder- Vorschlages abgerutscht ist.

Der Verzicht auf die Landtagskandidatur wurde von Dir mit zu vielen Kandidaten des SBB, Frauenquote und einer „Kampfabstimmung“ begründet. Deine Meinung in Ehren, aber da Dr. Durnwalder sowieso gewählt wird, wäre es einfacher gewesen, ihn von der Liste zu nehmen, dann wären es auch nur fünf gewesen. Wäre er aber dann nicht mehr Ansprechpartner für Bauernprobleme gewesen?

Es ist für viele Bauern sowieso unverständlich, warum nur Bauernvertreter auf der SVP- Liste in den Augen des Bauernbundes die bäuerlichen Interessen vertreten. Damit wird es mir und anderen Wählern unmöglich gemacht, einen Vertreter meines Berufstandes zu wählen, weil ich mit der Wahl von Berger oder Kuenser auch der gesamten Politik der SVP   zustimme, einer Politik, die nicht den Weg eines selbstbestimmten Südtirols gehen will, nicht faschistische Namen abschaffen will und in Rom paktelt anstatt dem italienischen Staat Tschüss zu sagen. Die Aussagen des SVP- Landeshauptmannes zu den Ereignissen im Kosovo zeigen wohl klar und deutlich, welchen Weg die SVP geht!

Lieber Georg, auch Dein Weg scheint mir sehr genau abgekartet zu sein. Denn wenn Dein Verzicht auf eine Landtagskandidatur von vielen zuerst bedauert wurde, so schlug diese Meinung sofort um, als bekannt wurde, dass Du Favorit für den Vizepräsidenten der Bozner Handelskammer bist. Da die Handelskammer der Aufsicht der autonomen Provinz Bozen unterliegt, kämst Du ja als Landtagsabgeordneter für diesen Posten nicht in Frage.

Mit anderen Worten, statt eines teuren Wahlkampfes mit Risiko durch ein abgekartetes Spiel in den ebenso gut bezahlten Sessel des Vizepräsidenten der Handelskammer. Und wie der derzeitige Präsident beweist, kann man solche Posten ja bis ins hohe Alter ausüben.
Solche Kartenspiele hinter dem Rücken des Steuerzahlers sind die Gründe  für die Politikverdrossenheit der Wähler, den vielen Weisswählern und der politischen Passivität der Jugend.

Lieber Georg, gib der Gerüchteküche um Deine Person keine Chance und erkläre vorab, kein Interesse an der Handelskammer zu haben, sondern weiterhin für Deinen Bauernstand aktiv bleiben zu wollen.

Roland Lang,
Hauptausschussmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT
im Auftrag von Bauern der Umgebung

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4 Kommentar(e)

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1

Deutsch und Tirol
Herr Doppelbürger,
Wir sind Deutsche, Tiroler -jedenfalls die Mehrheit - und gehören ethnisch zu Tirol und staatengemeinschaftlich zu Österreich.

Wir brauchen daher keine andauernden Vergleiche mit ital. Provinzen.

2

Antwort auf herr Lang..
Sehr geehrter Herr Lang: Wegendem Alter, wollte ich Sie natürlich nicht "anzünden".
Ich finde es schade wenn im Südtirol Ressourcen kapputgehen,
habt ihr doch sprachliche wie politische Autonomie, wie fast keine Provinz in Italien.
Nun eigentlich sollte England die damals auch "Hände im Spiel" hatten> intervenieren. Oesterreich wurde reingelegt, büssen müssts ihr, eine Lösung wird es sicher geben!
Schöner Tag nach Terlan, ein auch nicht mehr ganz junger... mit viel Verständniss für die Situation, aber mit Grenzen!

3

Antwort auf Herrn "Doppelbürger
Lieber Herr Doppelbürger,zuallererst eine Klarstellung: Ich kenne Sie nicht, was sollte ich gegen Sie haben? Eine andere Meinung wird man doch respektieren müssen. In meinen Augen aber ist man entweder Tiroler, Italiener, Engländer, Schotte usw. Denn es muss für einen Menschen traurig sein, wenn er sich keinem Volk und dem damit verbundenen Kulturkreis richtig zugehörig fühlt. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einem Volk aber zeigt sich im Respekt gegenüber anderen Völkern. Dieser Respekt fehlt aber, wenn man in den Nationalismus abrutscht, das eigene Volk als auserwählt ansieht und daraus den Schluss zieht, die Anderen mit der eigenen Kultur und Sprache "zwangsbeglücken" zu müssen. Deshalb, kein Quadratmeter italienischen Bodens den Tirolern, aber auch umgekehrt!. Der Volkstumskampf der Tiroler darf aber nicht gegen den italienischen Nachbarn in der gleichen Straße geführt werden, sondern muss gegen Rom und die italienische Politik in Südtirol geführt werden. Auserdem ist der Italiener in Südtirol selbst ein Opfer der Kolonialisierungspolitik Italiens: Getrieben durch Arbeitslosigkeit und falscher Propaganda wurden seine Großeltern oberhalb Salurns angesiedelt. Sie mussten ihr Dorf, ihre Verwandten und Freunde zurücklassen, um die Tricolore in ein fremdes Land zu tragen. Übrigens, ich habe italienische Freunde und Bekannte, mehr als zwei Drittel von den Bewohnern meines Mietshaus sind Italiener, ich besuchte einen italienischen Kindergarten, glaube auch, dass ich einigermaßen gut italienisch kann.
Was meine anti- italienische Haltung anbelangt, sie wäre anti- französisch, wenn Paris sich in Tirol breit machen würde.
Italien hat mit seiner Unterschrift unter das Selbstbestimmungsrecht dieses Recht zu italienischem Gesetz gemacht. Warum sollte ich Italien nicht zur Durchführung seiner Gesetze anhalten?
Danke übrigens für die Komplimente,das mit dem Alter, naja ...!
Grüsse, Roland

4

Sehr geehrter Herr Lang
Wo Sie recht haben, haben sie recht! Ich schmunzle über Ihre Witze, Sie haben ein gewisses Alter, Erfahrung, ich hege Respekt
vor Ihnen, aber warum so gegen Italien? Deklarieren Sie doch, was Sie gegen Italien, also auch gegen "mich" haben?