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Das Europa der Völker

Lieber Kleinstaaterei als Nationalstaaterei!

Nicht nur die spanische, „auch die katalanische Regierung hat sich ziemlich daneben benommen“, urteilt Herbert Dorfmann in Ihrer Zeitung vom 3. Oktober.

Im Mittagsmagazin von Rai Südtirol desselben Tages spricht Dorfmann „von einem vollkommen überzogenen Nationalismus in Katalonien.“ In beiden Interviews nimmt Dorfmann das ach so böse Wort „Kleinstaaterei“ in den Mund, weil er damit alle Unabhängigkeitsbestrebungen generell schlechtreden möchte.

Nun, wenn sich hier jemand völlig daneben benommen hat, dann ist es Herr Dorfmann mit seinen infundierten Äußerungen, die allerdings viele andere EU-Heuchler mit ihm teilen. Den Nationalismus in Katalonien als „überzogen“ zu kritisieren, zeigt die Ahnungslosigkeit Dorfmanns vom katalanischen Selbstverständnis. Und wenn sich Dorfmann gegen die „Kleinstaaterei“ ausspricht, dürfte er keine Einwände gegen die Wiedervereinigung Tirols durch die Rückkehr Südtirols zu Österreich erheben und weiterhin der Vorstellung eines Europas der Nationalstaaterei folgen.

Dorfmanns Argumente sind einfach nicht durchdacht und kurzsichtig. Katalonien wird schon sehr bald ein unabhängiger Staat sein, dann werden sich Dorfmann & Co andere Killerparolen gegen die fremdbestimmten Völker ausdenken müssen. Nur glauben wird diesen Unsinn dann erst recht niemand mehr.

Cristian Kollmann
Süd-Tiroler Freiheit

2017-10-03_Tageszeitung_Katalonien

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Die derzeitige Eskalation in Katalonien scheint eine Art "Drehbuch" zu haben. Die Regionalregierung sucht wissentlich die Provokation und die Zentralregierung liefert die passenden Bilder mit prügelnden Polizisten. Es ist freilich ein Unding, dass Madrid den Katalonen verwehrt, was in anderen Regionen (z.B. im BAskenland) und auch bei uns in Südtirol gut funktioniert: Autonomie und einen transparenten Finanzausgleich. Es ist aber auch bedenklich, dass die Machthaber in Katalanien diesen Weg der Provokation und die damit verbundenen Eskalationen ganz bewusst gesucht haben. Wenn die Umfragen der letzten Jahre valide sind, wünscht sich eine breite Mehrheit der Katalanen mehr Unabhängigkeit und keinen offenen Konflikt mit der Zentralregierung. Es bleibt zu hoffen, dass beide Parteien nun klug genug sind, die Lösung am Verhandlungstisch zu suchen (und zu finden).