Start / Leserbriefe / Miar sein miar? (Gastkommentar in ff 10/09 von Brigitte Foppa)

Miar sein miar? (Gastkommentar in ff 10/09 von Brigitte Foppa)

Cristian_Kollmann_Wahl_2008.jpgDer Gastkommentar von Brigitte Foppa zeigt grüne Ideologie in Reinkultur und in seiner höchsten Konzentration. So weit, so gut. Doch die grünen Friedensromantiker scheinen elementare Dinge immer noch nicht zu erkennen. Aus Platzgründen nur drei Beispiele:

1. Ein friedliches Zusammenleben darf nicht auf falschem Toleranzdenken
(z. B. in Sachen tolomeisch-faschistische bzw. pseudoitalienische
Ortsnamengebung) und nicht auf einer falschen Vorstellung von
politischer Korrektheit (z. B. die Verpönung des Begriffs „Walsche“ −
und was ist mit „altoatesini“?) basieren. Tolomeis Namen gewissermaßen
als sprachlich-kulturelle Bereicherung und als friedenserhaltende
Maßnahme − das ist wohl ein Hohn, oder?

2. Was den italienischen Faschismus und die Gefahr der Italianisierung
in Südtirol betrifft, sollte die Gegenwart nicht relativiert werden. Es
sollte nicht so getan werden, als seien faschistische Maßnahmen bloße
Phänomene der Vergangenheit und in der Gegenwart nur mehr Phantome. Der
Staat Italien wird immer daran interessiert sein, die Südtiroler erst
zu altoatesinisieren und dann zu italianisieren. Und dieselbe Politik
der sprachlich-kulturellen Nötigung und der Zwangsbeglückung scheinen
auch die bereits altoatesinisierten Verdi-Grünen-Vërc auf subtile Weise
zu verfolgen.

3. Wer die Selbstbestimmung anstrebt, spielt keineswegs mit dem Feuer −
außer man verurteilt die Italiener pauschal zu Kriegsfreunden. Die
Selbstbestimmung darf nicht als fragwürdiges Lösungsmodell abgetan
werden, sondern als Menschenrecht erkannt und geschätzt werden, das
jedem Volk zusteht und von dem es gilt, Gebrauch zu machen. Sogar der
Chefredakteur dieser Zeitschrift hatte im Leitartikel in einer rezenten
Ausgabe einen diesbezüglichen „Traum“. Und auch mir ist ein Traum von
einem freien und entfaschistisierten Südtirol viel lieber als ein
altoatesinischer Traum von einer nur scheinbar friedlichen und
italienischen Musterprovinz „Südtirol-Alto Adige“.

Cristian Kollmann, SÜD-TIROLER FREIHEIT, München/Laurein

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

3 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

Anmerkungen
Allen, also auch den Grünen, die Schwächen in einem bestehenden Gemeinwesen zu erkennen versuchen und Vorschläge zu deren Beseitigung erstellen und sich somit nicht blind in einen Trott fügen, gebührt Anerkennung. Diese Leute erfanden erst die Volksherrschaft / Demokratie (?).
Aus dieser Sicht erscheint die - auch wiederholte - Beschäftigung mit den Grünen wertvoll, wenn deren idealistische Mitglieder zum Mitstreit gewonnen werden können.
FG, PR

2

...
herr kollmann gegen seinen lieblingsfeind die 125. ...

bald könnte man eine gesammelte ausgabe von artikeln als buch gebunden herausbringen, genügend seiten hätte man schon zusammen

3

tjo, leider sein des die üblichen grünen parolen de extrem nach GEMÜSESUPPE schmecken. sie isch gesund, hot net wirklich a forb, jeder mog sie hin und wieder... ober richtig gluschtn drauf und sott werden davon tuat man a net.

dennoch find i sollte grod die SF versuchen an überparteilichen konsens bezüglich der thematik UNABHÄNGIGKEIT und ZUSAMMENLEBEN finden.

wenn die grünen sogen, dass sie a bussi-bussi gesellschaft wellen. guat so. tat jo sicher in olle gfollen! vielleicht sollte man versuchen genau des als gemeinsamen nenner zu nemmen.

freien tats mi ollerdings, wenn mir endlich amol an südtirolerischen konsens finden tatn. es konn decht net sein, dass mir südtiroler (do khärn in südtirol geborene italiener und zugewanderte ebenso dazua)so getrennt sein.