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Faschistische Orts- und Flurnamen sind kein Kulturgut, sondern ein Kulturverbrechen!

Lieber 1918 als 1923!

Wie soll ich als geschichtsinteressierter Mensch verstehen, warum sich eine Kulturnation wie Italien, aber auch die SVP, so schwer tut, die Geschichte aufzuarbeiten?

Dieser von der SVP so gelobte Kompromiss in der Toponomastikfrage ist nur für eine Gruppe interessant: die italienische Rechte! Italien muss sich so nicht mehr für die faschistische Kulturunterdrückung entschuldigen, die 1923 bis 1945 hier geschah! Eine Jahrhunderte alte Kultur sollte ausgelöscht werden! Namen aus dieser Zeit wie Campo Tures, Ponte Adige, Ponte Gardena bleiben erhalten. Ich sage nichts gegen Namen, die vor 1914 italienisch waren. Diese sollen natürlich bleiben. Aber andernfalls wird das faschistische Verbrechen relativiert!

Wenn dann italienischer Politiker sagen, Italiener werden ihrer Kultur beraubt, frage ich, wer wird denn hier beraubt, wenn man im Supermarkt nur noch Italienisch spricht? Und diese Politiker sollten ihre Landsleute mal fragen, wie sie sich im Urlaub in Nordtirol zurechtfinden, wo es nur alte Tiroler Namen gibt.

Wenn Karl Zeller noch meint, wir seien 1918 stehen geblieben, dann sage ich: Lieber 1918 als 1923!

Carsten Schauerte
Süd-Tiroler Freiheit
Ortssprecher von Jenesien

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