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Leserbrief: Vor 90 Jahren – Fels und Eis

Hans_Bachmann_200_01.JPGDie Toten in Fels und Eis und die dramatischen Ereignisse vor 90 Jahren, mit welchen das Unglück seinen Lauf nahm, dürfen nicht vergessen werden: Österreich erließ am 3. November 1918 um 1.45 Uhr den Befehl zur Feuereinstellung. Bis zehn Uhr hatten alle k. und k. Truppen entlang der 300 Kilometer langen Front die Waffen niedergelegt.

Doch General Badoglio teilte Stunden später der verdutzten k. und k.
Waffenstillstands-Kommission mit, die Kampfhandlungen würden erst 24
Stunden nach Annahme des Waffenstillstands eingestellt. Die Zurücknahme
der Feuereinstellung war Österreich nicht mehr möglich, da sich die
Frontabschnitte bereits aufgelöst hatten.

Um 15 Uhr des 3. November
nahm General Weber den Waffenstillstand an. Nach Wortlaut des Abkommens
trat die Waffenruhe um 15 Uhr des 4. November ein. Zwischen Befehl der
österreichischen Feuereinstellung und dem vertraglich festgelegten
Zeitpunkt ergab sich eine Differenz von 36 Stunden. In dieser Zeit hat
Italien ohne Gegenwehr 356.000 Gefangene gemacht. Es hat
Österreich-Ungarn 1915 verraten und 1918 hereingelegt: Treuebruch am
Anfang, Heimtücke am Ende! Einem solchen Staat darf man niemals trauen!
Die Geschichte sei uns Warnung und Auftrag!

Dr. Hans Bachmann, Bozen

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14 Kommentar(e)

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1

Die Sicht der Italianità
Die Süd-Tiroler waren als Tiroler und Alt-Österreicher nie und sind weiter ohne Zeitlimit nicht einer Sicht der Geschichte des eigenen Landes und Vaterlandes aus der Perspektive der Italianità verpflichtet. Diese Zeiten der Zwangsbeglückung mit Gewalt und Betrug sind längst vorbei. Ein Spruch der Südtiroler Schützen lautet: Unsere Heimat ist Tirol, unser Vaterland ist Österreich, wir sind zusammen ein Teil der Deutschen Kulturnation in Europa. Diese Definition der eigenen sprachlichen und ethnischen Volksgruppe würden wahrscheinlich 8 bis 9 von 10 Menschen tiroler Herkunft in Süd-Tirol auch so stehen lassen. Die anderen Bürger der italienischen Sprachzugehörigkeit sind vielleicht der Italianità verpflichtet, auch wenn sie scheinbar perfekt die deutsche Sprache beherrschen. Dieses Recht so zu denken, will ihnen sicher niemand nehmen, aber genauso wenig darf man zulassen, dass die vor allem verdeckte italienische nationalistische Sicht auch der Geschichte als eine Art main stream hier angesehen oder für die der Süd-Tiroler ausgegeben wird. Diese Betrachtung der Geschichte kann vielleicht für Italien gelten, aber nicht für das Land Tirol südlich des Brenners. Die historische Sicht des Herrn Bachmann in seinem Themenbeitrag ist heute allgemein gültige Sicht der Geschichte dieser Epoche im gesamten deutschsprachigen Raum. Ein Spruch der STF definiert es am einfachsten und treffendsten; dieses Land Tirol südlich des Brenners ist ethnisch, sprachlich kulturell etwas anderes, wofür es die Macht der Fremdbestimmung ausgeben will, nämlich "Süd-Tirol ist nicht Italien". Bei der Großkundgebung der Schützen hat man ein Transparent von vieleicht 50 Meter Länge getragen, mit der Überschrift, "Süd-Tirol hält zu Österreich". Die dieses Land regierende SVP sieht die Süd-Tiroler nach eigenen Aussagen als die politische Minderheit in Italien. Daher dürfen auch die Angehörigen dieser "Minderheit", die im eigenen Land in der AP Bozen keine sind, auch in einer Demokratie die eigene Sicht der Geschichte haben, die sich auch wesentlich in der Beurteilung der Geschehnisse während und nach dem Ersten Weltkrieg von der mancher Kreise in Bozen am rechten Talfer-, und Eisack-Ufer in Bozen hinter dem "Siegesdenkmal" unterscheidet. Unsere Sicht dieser italienischen Siege ist eine andere, und die hält einer objektiven Prüfung auch jede Zeit stand.

2

Objektive Betrachtung
@Johann d.
Österreich hat den Austritt Italiens aus dem Dreibund gebilligt. Also keine Unterstellungen. Was man Italien unterstellen muss, ist der Londoner Geheimvertrag und die Kriegserklärung aus imperialistischen Gründen. Italien hat somit seinen eigenen Krieg gegen uns ehem. Österreicher angefangen.

Ihr Zitat: „die heute leben können doch nicht wegen den Regierungen ihrer Urgroßväter zu verantwortung gezogen werden.. „

Das stimmt nicht!!!
1)Als Politiker Italiens hat man Verantwortung für die Politik Italiens und muss auch für geschehenes Unrecht Verantwortung übernehmen. Die Deutschen behaupten auch nicht, der Nationalsozialismus geht uns heute nichts mehr an. Da würde ein Aufschrei durch die ganze Welt gehen.

2) Objektiv wäre aber, sich dann die Frage zu stellen: Warum soll gerade die Tiroler Volksgruppe zwischen Brenner und Salurn für die imperialistischen Gelüste Italiens vor 90 Jahren den Kopf hinhalten und die Kriegsbeute für Italien noch immer spielen. Wir sind kein Eigentum des italienischen Staates, sondern eine Volksgruppe die ein Anrecht auf Einhaltung des Völkerrechts besitzt.

@Stefan R.
“…die Menschheit von der Versklavung des Kapitals befreien…”
Die Menschen „versklaven“ sich wenn schon, dann selber. Das liegt in der Natur der Lebewesen.
Oder hast du dir mal ohne „Kapital“ auch nur ein Stück Brot kaufen können.

3

danke johann d
wenigstens einer, der objektiv ist, bachmann hat eine sicht der geschichte, die aus den 30er jahren stammt.

dann gibt es noch einen, der irgendwie die überlegenheit der deutschen will.
europa ohne deutsche seit 1700 ?
ja, europa ohne italiener ? europa ohne franzosen ?

4

objektiv bleiben bitte
sehr geehrter herr bachmann.

leider kann man ihnen auf keinen fall recht geben, denn wie ich dies sehe sind sie leider kein historiker und treffen ihre ganzen urteile nur als folge von einfachen erklärungen wie sie unter den südtirolern seit 80 jahren im umlauf sind.

darin wird die k.u.k.-monarchie IMMER als opfer von den "untreuen und heimtückischen" italienern dargestellt. wenn sie aber ein stück objektives hintergrundwissen besitzen würden, wüssten sie, dass der bündnisvertrag zwischen italien und österreich ganz klare bedingungen umschloss. österreich-ungarn hat hier zuerst den vertrag gebrochen (nachzulesen in diversen historischen büchern), italien war damit nicht mehr an den vertrag gebunden, und konnte dem bündnis beitreten, das mehr für einen allianz bot.

und überhaupt:
"Es hat Österreich-Ungarn 1915 verraten und 1918 hereingelegt: Treuebruch am Anfang, Heimtücke am Ende! Einem solchen Staat darf man niemals trauen! Die Geschichte sei uns Warnung und Auftrag!" ???

wer ist der staat italien? es lebt heute sicher kein einziger menshc mehr der damals politische zügel in der hand hielt. die menschen, die heute leben können doch nicht wegen den regierungen ihrer urgroßväter zu verantwortung gezogen werden..

ihr artikel ist reine verallgemeinerung und nationalismus.dass dies völlig unangebracht und falsch ist müsste ein mensch mit bildung (sonst würden sie wohl kaum den titel DR. tragen) wohl gelernt haben.

5

Lehren aus der Geschichte f. uns
Das beste Beispiel dafür, dass sich eine ethnisch autonome Provinz von einem Nationalstaat abspalten und die eigene Selbstbestimmung ausüben kann stammt aus dem Monat Feber 2008. (!) Es war die ehemals Autonome Provinz Pristina Kosovo in Serbien. Es war eine Autonome Provinz nach ethnischen Kriterien gebildet und keinesfalls eine eigene Republik innerhalb dieses Staates, der in den letzten 20 Jahren verschiedene Transformationen erlebt hat. Das Land Kosovo war nie eine Teilrepublik dieses verblichenen Staates, wie vielleicht Montenegro oder Slowenien, Kroatien. Das wird manchmal in Süd-Tirol irrtümlich angenommen. Das Recht auf die eigene Selbstbestimmung haben die Kosovaren natürlich nicht von der alten Macht der Fremdbestimmung Serbien bekommen, die sie bekanntlich in den letzten Jahrzehnten behandelte und behandeln wollte, wie vielleicht Inventar in einer feudalen Kolchose. Dieses Recht kam einzig und allein von der freien Welt, von der EU, UNO und nicht zuletzt Nato, die in diesem Fall die Rolle einer internationalen Polizei übernommen hat, zu dem Zeitpunkt vor 10 Jahren, als die alte Staatsmacht gerade damit beschäftigt war, mit totalitären Methoden des Kommunismus oder Faschismus die ethnische Mehrheit der Albaner in Kosovo mit Gewalt aus diesem Land zu vertreiben oder eine Scheinautonomie für sie der Welt vorzutäuschen. Das kann natürlich kein Beispiel und keine Perspektive für die weiteren Bemühungen der Süd-Tiroler sein, auch im eigenen Land einmal die Selbstbestimmung ausüben zu können. Da könnte man eher den Fall der Selbstbestimmung des Landes Montenegro von 2006 heranziehen und daraus manches lernen. Es war eine friedliche und demokratiepolitisch zur Gänze legitimierte Selbstbestimmung, allein mit den Mitteln der demokratischen Willensbildung durch politische Parteien der davon direkt betroffenen Bevölkerung. Dieses Land verlor 1918/19 ebenfall wie Süd-Tirol die eigene Selbstbestimmung an seine Macht der Fremdbestimmung, damals Königreich Serbien. Nach 7-10 Jahren Vorbereitung der Parteien und Information der Bürger hat man sich dieses Recht genommen eben ein Referendum zu dieser Frage mit einem konkreten Datum zu planen und auch durchzuführen. Vor den europäischen Gremien und vor der UNO hat man argumentiert, wenn man in Europa all die anderen ex-jugoslawischen Republiken in die Selbstbestimmung entlässt, oder das aktiv sowie passiv billigt, dann ist das auch das gute Recht der letzten in diesem Staat noch verbliebenen Teilrepublik Montenegro. Die EU hat diesem Land dann konkrete Vorgaben gemacht, unter welchen diese Gemeinschaft der EU in Brüssel die Selbstbestimmung dieses Landes anerkennen wollen würde, nämlich Wahlbeteiligung bis zu 2/3 und eine Mindestanforderung der Ja-Stimmen von minimum 55% pro Selbstbestimmung. Das alles konnte erreicht werden und Montenegro ist bereits seit Juni 2006 frei von der Fremdbestimmung. Dabei muß man wissen, dass der Unterschied zwischen Serbien und Montenegro so groß oder so klein ist, wie vielleicht zwischen Deutschland und Österreich, oder zwischen Italien und Sardinien. Im 21. Jahrhundert werden auch langsam weitere notwendige Selbstbestimmungen in Europa stattfinden. Gestern zum Beispiel hat Rußland in Genf in der Schweiz in Namen von Abchasien und Süd-Ossetien zum ersten mal mit der alten wohl verblichenen Staatsmacht dieser zwei Provinzen nämlich Georgien über die Modalitäten des neuen Status Quo geredet und die Anerkennung des Selbstbestimmungrechtes für diese Ethnien verlangt. Dabei hat sich Rußland eben gegenüber der EU und der UNO in Genf auf die oben genannten Beispiele der Anerkennung der Selbstbestimmungen von Kosovo und Montenegro durch die freie Völkergemeinschaft als Präzedenzfälle des neuesten Völkerrechtes berufen. Der völkerrechtliche Status der Südtiroler Autonomie in der AP Bozen ist hingegen einmalig in Europa und in der Welt und für die Selbstbestimmung sogar sehr günstig. Es ist die einzige Autonomie mit einer sogar 3/4 ethnischen Mehrheit innerhalb der eigenen Grenzen, die eine eigene völkerrechtlich anerkannte Schutzmacht der eigenen Interessen aufweist, wie im Pariser Autonomievertrag von 1946 mit der UNO als letztgültigen Schiedinstanz. Was die Rolle der UNO betrifft, in diesem konkreten Auslegungsfall der Bestimmungen des Pariser Vertrages würde wohl für die Anerkennung der Südtiroler Selbstbestimmung durch diese Weltorganisation nur die absolute Mehrheit der Stimmen der Vollversammlung reichen, d.h. 50% plus eine Stimme. Italien hat sich als Sgnatarmacht im Pariser Vertrag freiwillig dazu verpflichtet, sich an die Entscheidungen dieses Gremiums in allen Südtirol betreffenden Fragen zu halten und diese später im eigenen Machtbereich auch 1:1 umzusetzen. Diese Frage der Anerkennung der Selbstbestimmung kann natürlich auf Wunsch der legitimen Landespolitik in Bozen die eigene Schutzmacht der Süd-Tiroler vorbringen. Es ist das Vaterland Österreich, das 1918 als es nach dem Krieg am Boden lag, zusehen mußte, wie Tirol von einem Nachbarland aus reiner Eroberungslust und territorialer Gier in die Stücke gerissen wurde und eine neue Grenze mit Gewalt und Betrug gezogen hat, die im klaren Widerspruch bereits zu dem damals in Europa nach 1918 praktizierten Recht der Völker auf ethnische Selbstbestimmung gestanden ist. In der gleichen historischen Stunde dort, wo die italienische Diplomatie ihre Dienste in der Abwicklung einer Abstimmung zur Frage der künftigen staatlichen Zugehörigkeit von umstrittenen Teilen des Bundeslandes Burgenland zwischen Österreich und Ungarn im Vertrag oder Protokoll von Venedig angeboten und in Namen der Allieerten u.a. abgewickelt hat, dort hat man gegen bares Geld aus Budapest die Ergebnisse schamlos gefälscht und eine in diesem Land 3/4 starke ethnische nicht ungarische, sondern alt-österreichische Mehrheit nach 1921 ihrem Schicksal unter einer Fremdherrschaft überlassen, mit dem Ergebnis, dass die Alt-Österreicher in Ödenburg/Sopron und Umgebung mit der Zeit heute wirklich eine echte Minderheit in diesem Land geworden sind. Soviel zur Frage der Glaubwürdigkeit des italienischen Staates in seinem Umgang mit einem Nachbarland bei der Klärung der Selbstbestimmungfragen von Minderheiten. Die Selbstbestimmung der AP Bozen ist auf dem friedlichen und demokratischen Wege der Klärung dieser offenen Frage nach bevor immer noch und sogar sehr lange Zeit möglich. Seit 2006 nach der Selbstbestimmung Petition der 99% der Bürgermeister aus Südtirol an den Nationalrat in Wien hat sich manches regional, national und international in dieser Frage deutlich bewegt. Das merkt man natürlich in Rom und aktiviert entsprechende Maßnahmen, die diesem gemeinsamen Ziel der Wahrung des Menschenrechtes auf die eigene Selbstbestimmung als unteilbare historisch gewachsene Nation entgegenlaufen, vor allem in diesem althergebrachten Intrigantenstadel der italienischen Diplomatie. Die AP Bozen ist aber in diesem Kampf um die Klärung der Frage der eigenen Selbstbestimmung sicher nicht allein. Heute gibt es in der alten EU mehrere Länder, die die Selbstbestimmung offiziell mit einem konkreten politischen Fahrplan sogar anstreben, darunter Schottland, Katalonien, Baskenland, Flandern und auch Südtirol. Keines dieser Länder außer Südtirol hat einen international anerkannten Fürsprecher seiner Interessen, daher ist die Autonomie der AP Bozen eine andere als man sie üblicherweise kennt. Die internationale Schutzmacht Österreich hat theoretisch das Recht, zum Beispiel auf Wunsch oder Vorschlag der Landesregierung in Bozen die internationalen Gremien wie die UNO oder EU mit der Frage der Modalitäten der Klärung der Frage der Selbstbestimmung zu befassen, sollte dies dem unverrückbaren Wunsch der Bevölkerung und der Landespolitik der AP Bozen entsprechen. Angenommen die Landesregierung würde einmal eine Volksabstimmung zu dieser Frage ein halbes Jahr lang vorbereiten, die Bürger ausreichend informieren, diese Volksabstimmung dann abhalten und die Befürworterseite würde diese zu 55-65% gewinnen, dann würde das wohl Rom vielleicht nicht besonders beeindrucken, aber vorausgesetzt den Fall die Schutzmacht der Südtiroler Interessen würde diese Frage zur Klärung nach Brüssel in die europäischen Gremien und Institutionen und vor allem vor die UNO weitertragen, dann wären die Tage der italienischen Fremdherrschaft in diesem Land Süd-Tirol wahrscheinlich gezählt. Die Selbstbestimmung als solche ist immer und überall möglich, wenn man sie nur will und die Chancen dafür klar erkennt. Das wird momentan offiziell nur von einer politischen Minderheit in der Landespolitik angestrebt, d.h. von der STF, FP, Union und vom patritischen Flügel der SVP vielleicht. Die SVP mit dem Landeshauptmann ist eher der Meinung, auch sie sind für die Selbstbestimmung Südtirols, aber wenn Italien von sich allein und glaubwürdig die Rahmenbedingungen dafür schafft, der Gesetzesentwurf des Altpräsidenten Cossiga von 2006 und von Mai 2008 ist der Edelweißpartei nicht weitgehend genug. Ob eine Macht der Fremdherrschaft einer ethnischen Minderheit alle Tore der Selbstbestimmung breit öffnet, ob das jemals in Süd-Tirol der Fall sein wird, das kann man bezweifeln und auch ausschliessen. Genauso wenig war die verblichene DDR für die Idee der deutschen Wiedervereinigung unter dem alten Regime zugänglich gewesen oder die Serben im Fall Kosovo, bzw. die SU im Baltikum. Dieses Recht auf die eigene Selbstbestimmung kann nur die legitime politische Vertretung einer ethnischen Gruppe fordern und demokratiepolitisch regional, national und international auch nach Kräften umsetzen. Frei formuliert nach Karl Zeller, einem Spitzenpolitiker der SVP, sind aber die Südtiroler immer noch ein Land mit einem "Staastsvolk" in den Grenzen der AP Bozen, dieses Land hat auch eine internatiole Schutzmacht, eigene legitime Führung, daher kann Südirol die Selbstbestimmung ausüben, wenn man es einmal für richtig hält und zum erklärten politischen Ziel der Landesregierung in Südtirol erklären würde. Die Frage ist nur zu stellen, wann ist es denn damit so weit?

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@ Paul R
Lieber Paul,

ohne Zweifel Deutschland ist eine grosse Kultur- und Wissenschaftsnation, auch wenn die relative Bedeutung in der Welt natuerlich abgenommen hat. Deutsch war zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Physik und Mathematik auch eine bedeutende Sprache. Mit dem 2. Weltkrieg ist die Vorherrschaft in der Physik (in der Mathematik war um 1910 Frankreich Nummer 1, Deutschland Nummer 2, Italien Nummer 3) dann endgueltig floeten gegangen.

Aber es geht nicht um idiotische Ranglisten. Es geht darum, dass wir Grenzen zwischen Staaten und zwischen Schichten einebnen, die Lebenserwartung erhoehen, mehr Kommunismus wagen und die Menschheit von der Versklavung des Kapitals befreien.
Und beim Kommunismus nicht an die UdSSR denken, sondern an die Organisation Barcelonas waehrend des Spanischen Buergerkriegs.

7

2018
danke für die ausführliche ausarbeitung!

wo werden wir sein? werden wir endlich unabhängig sein? und nicht einfach nur ein stück kartoffel in einem großen minestrone, während und der koch erzählt wir seien alle gleich? wer wagt prognosen?

meine prognose: wir werden leider genau so dastehen wie heute, weil die politik viel zu viel zündelt und zu wenig umsetzt, und die leute NOCH WENIGER lust haben werden zu diskutieren.

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Lieber Stefan R!
Denk dir die Deutschen weg und sag, wie du dir die europäische Entwicklung seit 1700 nach Christus ohne sie vorstellst! Wären Europa und die Welt fortgeschrittener ohne die Deutschen? Wer herrschte in Mitteleuropa? Slawen? Italiener? Engländer? Franzosen? Russen? Türken?

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@Markus
Tolomei als Vordenker des Faschismus zu bezeichnen wäre falsch. Tolomei war ein klassischer Grenzlandnationalist, wie viele andere in Europa auch, vor allem im deutschen Sprachraum.
Tolomei wurde Mitläufer des Faschismus, weil er das alte liberale Italien für zu schwach und zu unmotiviert betrachtete, in Bezug auf die Zwangsitalianisierung der neuen Minderheiten.

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Das Selbstbestimmungrecht v. 1918
Man darf dabei auch nicht vergessen, dass Italien damals in ein Paßland Tirol in seinem deutschsprachigen Teil südlich des Brenners sogut wie ohne Italiener und zum ersten mal in der ganzen Geschichte gekommen ist, wenn man die kurze Zeit des Königreich Italien in der Napoleonischen Zeit ausklammert, wo der südliche Teil des heutigen Süd-Tirol mit Trentino bis kurz nach Bozen diesem Land zugeschlagen wurde, der Rest ab Bozen bis Kufstein wurde von Bayern fremdbestimmt. Der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer konnte damals vor 200 Jahren alle Tiroler aller Sprachen im gemeinsamen Kampf gegen die Abwehr der auch mit Gewalt und Betrug aufgezwungenen Fremdherrschaft erfolgreich einen und diese unter dem bekannten patriotischen Kampfspruch "Für Gott Kaiser und Vaterland" vorübergehend abschütteln. Der weitere Verlauf der Geschichte hat nach dem Wiener Kongreß von 1815 das Land Tirol in seinen althergebrachten Grenzen ungeteilt als Teil von Österreich wiederhergestellt, eben bis zu einer neuen geschichtlichen Katastrophe der Teilung eines bisher nicht gekannten Ausmaßes von 1918/19. Das Land Tirol wurde in Nord, Süd und Ost geteilt, ohne Rücksichten auf das bereits bekannte und in Europa nach dem Ersten Weltkrieg breit praktizierte Völkerrecht der ethnischen Selbstbestimmung, vor allem von der italienischen Seite Rücksicht nehmen zu müssen. Im kleingewordenen Vaterland Österreich nach 1919 mußte man zuerst einmal einen neuen Landesnamen für Tirol südlich des Brenners unter der italienischen Fremdherrschaft finden, da man bis dahin nur die Unterscheidung zwischen Deutsch- und Welsch-Tirol gekannt hat. Der Name Süd-Tirol war eine rein geographische Bezeichnung. Man verstand darunter vor allem den italienischsprachigen Landesteil Welschtirol, bzw. Welsch-Südtirol, oder im geographischen Sinn Tirol von Ala, Rovero, Trient bis höchstens nach Bozen oder Meran. Der Vorderdenker des italienischen Faschismus, der notorische Geschichts- und Ortsnamenfälscher Ettore Tolomei sah unter solchen Bedingungen seine Stunde gekommen. Er lieferte auch das "Programm" der Italianisierung des Landes, allerdings stellte er bereits Ende der 20er Jahre resignierend fest, die italienische Sprache und Kultur wird in Alto Adige dermaßen von der einheimischen tiroler Bevölkerung gehasst und abgelehnt, dass es Italien wahrscheinlich nicht einmal in den nächsten hundert Jahren gelingen wird, dieses Land friedlich halbwegs zu italianisieren. Wie Recht hat er gehabt, daher hat man ab diesem Zeitpunkt zu den Instrumenten der direkten Gewalt bei der Italianisierung gegriffen. Alles tirolerische und alles was jetzt in Deutsch-Süd-Tirol noch an das Vaterland Österreich erinnert hat, wurde rigoros entfernt, wobei man nicht einmal Halt vor Friedhöfen der Soldaten des Ersten Weltkrieges gemacht hat. Im Verlauf des Krieges konnte das Königreich Italien bekanntlich nicht einmal eine Handbreite des heutigen Südtiroler Boden erobern. Nach dem Krieg haben die Faschisten und italienische Nationalisten das Land Tirol südlich des Brenners zwischen Salurn und Brenner mit ihren faschistischen Bauten und Denkmälern überzogen, sowie Beinhäuser im ganzen Land errichtet, die einen uneingeschränkten Machteinspruch der Italianità in diesem Land suggerieren sollten. Dazu hat man sogar in Italien anderswo ausserhalb von Südtirol Gefallene ausgegraben, nicht selten Soldaten, die für Österreich und Tirol gefallen sind, um sie in den neu errichteten Gedenkstätten des italienischen Faschismus am Südtiroler Boden neu zu bestatten und für propagandistische Zwecke zu mißbrauchen. Diese Fremdherrschaft hat in Süd-Tirol mit Verrat und Betrug begonnen und wurde munter auch weiter so fortgesetzt, auch in Form von Siegesdenkmälern, die diesem eigenartigen "Sieg" Italiens über das Vaterland der Süd-Tiroler Österreich im Krieg oder nach dem 03. November 1918 nach dem Waffenstillstand gewidmet sind. Die Süd-Tiroler sollten nach Plan Tolomeis zuerst einmal assimiliert werden, später italianisiert, als das nichts fruchtete, versuchte man es mit der Methode der ethnischen Majorisierung durch die gesteuerte Masseneinwanderung von Menschen aus dem Stiefelstaat in der Zeit vor allem nach 1945. Der große Patriot Kanonikus Michael Gemper, der Moses der Süd-Tiroler, diagnostizierte dem eigenen Land und Volk um 1952, "dieser Staat Italien schickt uns Südtiroler sehenden Auges auf einen ethnischen Todesmarsch". Dieser wurde bekanntlich erst durch die bürgerkriegsähnliche Ereignisse der 60er Jahre gestoppt, nicht zuletzt auch durch den aktiven Einsatz des Vaterlandes Österreich vor der UNO und in Europa für die Menschenrechte der eigenen Landsleute in Tirol südlich des Brenners seit 1945/6 bis heute, z.B. im Pariser Autonomievertrag von 1946, und später zwischen 1957 und 1992 in den diplomatischen Bemühungen um das Einlösen des Autonomieversprechen für Südtirol durch Rom. Der Kampf um die Selbstbestimmung des Landes und gegen die Fortsetzung der Fremdherrschaft hat auch 1946 mit der geschlossenen Petition der Bevölkerung an das Vaterland wieder begonnen, später wurde er in Süd-Tirol auf der Burg Sigmundskron 1957 bei der patriotischen Großkundgebung unter der Parole "Los von Trient und Rom" artikuliert und fortgesetzt. Nachdem die Macht der Fremdherrschaft davon unbeeindruckt blieb und weiterhin versuchte über Zuwanderung die ethnische Mehrheit der Süd-Tiroler in der eigenen seit Menschengedenken angestammten Heimat zu brechen, haben damals viele Süd-Tiroler zu den Instrumenten des direkten Widerstandes gegen diese Art von Kolonialisierung gegriffen, der sich aber ausschliesslich gegen Sachwerte, niemals gegen Menschen gerichtet hat. Die Antwort Italiens war erbarmungslos grausam und sie hätte wohl auch in einem totalitären System nicht schlimmer ausfallen können. Das Land wurde durch das italienische Militär und alle Arten der Polizei pazifiziert und damals vor mehr als 40 Jahren nicht viel anders behandelt, als wir das heute aus dem Beispiel Kosovo und aus der Zeit der verblichenen Fremdherrschaft dieses Landes in den späten 90-er Jahren bis 2008 noch gut kennen. Die Vision des patriotischen Süd-Tiroler Widerstandes und Freiheitskampfes der 50er und 60er Jahre war ein Land Tirol südlich des Brenners in seinem deutschsprachigen Teil, das selbst über seine politische Zukunft entscheiden kann und über die Frage der Wiederherstellung der Landeseinheit mit dem Bundeland Tirol auch selbst entscheiden darf. Italien konnte damals mit brutalsten Mitteln und Methoden diesen berechtigten Widerstand der Süd-Tiroler mühsamst brechen, aber "der ethnische Todesmarsch" wurde von diesem Staat ab 1972 nicht mehr als Ziel seiner Politik gegenüber der 3/4 Tiroler Mehrheit in der AP Bozen fortgesetzt. Die völkerrechtliche Schutzmacht der süd-tiroler Interessen Österreich konnte international aufgrund der Möglichkeiten und Handlungsgrundlagen aus dem Pariser Vertrag vor der UNO und in Europa zwischen 1972 - 1992 die heutige Form der Autonomie für Südtirol zusammen mit der offiziellen und legitimen Landespolitik der AP Bozen erreichen. Die Opfer der Generation der Freiheitskämpfer der 60er Jahre im Sinne der Erlangung der Selbstbestimmung und Landeseinheit in Tirol zwischen Süd-Ost-Nord waren daher nicht vergebens, ganz im Gegenteil! Dank diesem einmaligen patriotischen Einsatz dieser heldenhaften Männer und Frauen in der Stunde der höchsten Gefahr und Not in den 60er Jahren, die bereit waren sogar das wertvollste für die Heimat und die eigenen Mitmenschen gleicher ethnischer Herkunft zu geben, nämlich die eigene Freiheit, Gesundheit oder sogar das Laben, Dank nur diesem Opfer ist das heute existierende Land Südtirol in der AP Bozen nur möglich gewesen. Die politischen Parteien des Landes, die überhaupt ihre politische Existenz in heute bekannter Form und die offizielle Geschäftsgrundlage heute und morgen dieser Generation von Patrioten des Landes Tirol verdanken, sollten daher immer daran denken und sich dieses Einsatzes von damals für Ein Land Tirol mit ihren Mitteln in unserer Zeit als würdig erweisen. Die Ideen, Träume und Vorstellungen der Freiheitkämpfer und der Märtyrer dieses Kampfes um die verbrieften Menschen-Rechte eines bedrängten Volkes von einem Land Süd-Tirol ohne Fremdherrschaft haben überlebt und leben bis in unsere Gegenwart weiter. Sie werden auch noch in ferner Zukunft nichts an ihrer patriotischen und ideologischen Wirkung für die Selbstbestimmung des Landes verlieren. Die letzte kraftvolle patriotische Kundgebung der Südtiroler Schützen vom 08. November 2008 in Bozen unter dem Motto "Gegen Faschismus - Für Tirol" ist ein lebendiger Beweis dafür. Ohne den Tiroler Freiheitskampf der 60er Jahre wäre diese Kundgebung heute ganz sicher weder praktisch noch theoretisch möglich gewesen. Heute bietet uns Europa der EU ganz andere Möglichkeiten der politischen Durchsetzung der Selbstbestimmung, als das vielleicht noch damals vor 40 Jahren der Fall war. Dieser Kampf kann heute und morgen nur friedlich und demokratiepolitisch legitiemiert stattfinden. Das war bei all den anderen gelungenen Selbstbestimmungen der letzten 20 Jahre überlall in Europa die wichtigste Voraussetzung für das politische Gelingen dieser Idee, von der friedlichen Deutschen Einheit in den Jahren 1989/90 bis zum neuesten Beispiel der Selbstbestimmung in Montenegro von 2006 auf dem Wege eines von der EU selbst vorgeschlagenen Referendums zur Klärung der Frage der Selbstbestimmung dieses kleinen Volkes, das ebenfalls wie Süd-Tirol 1918 seine Selbstbestimmung an eine Fremdmacht verloren hat. Der Erfolg der Kosovarischen Selbstbestimmung vom Feber 2008 zeigt dazu noch all die Möglichkeiten auf, die sich durch die internationalen Organisationen, wie die der UNO oder OSZE, NATO einem nach Selbstbestimmung strebenden Land in Europa bieten. Der Waffenstillstand vom 03/4.November 1918 war ein Schlußakt des Ersten Weltkrieges und Zugleich Beginn einer bis heute andauernden Fremdherrschaft in Süd-Tirol. Die Forderung nach der Klärung der Frage der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler in der AP Bozen wird in und ausserhalb von Süd-Tirol weiterhin aufgestellt, nicht zuletzt durch den Gesetzesentwurf im Römischen Senat des Italienischen Altpräsidenten Francesco Cossiga vom 2006 und Mai 2008 in Namen von Italien selbst, auch wenn das viele anders sehen wollen. Das haben auch die Schützen bei der letzten patriotischen Großkundgebung in Bozen vom 08. November auch gefordert, nämlich Selbstbestimmung für das Land auf einen friedlichen und demokratischen Weg, an ehesten auf dem Wege einer Abstimmung, damit auch das Land Südtirol seinen ihm zustehenden Platz in einem Europa der EU der Menschenrechte auch auf die Selbstbestimmung, der freien und der selbstbestimmten Völker findet. Sei es, weiterhin nach einem Referendum als AP Bozen in Italien, oder in der Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol zwischen Salurn und Kufstein, bzw. als 10. neues Bundesland des Vaterlandes. Die gegenwärtige politische Entwicklung auch in der EU selbst macht die Klärung der Selbstbestimmungfrage zum ersten mal in der ganzen Geschichte der Fremdbestimmung seit 03. November 1918 in Süd-Tirol endlich langsam aber sicher zur Gänze möglich, nur erkennen müsste man das und glaubwürdig demokratiepolitisch legitimiert für die Zukunft des Landes Süd-Tirol ohne die Fortsetzung der Fremdherrschaft handeln wollen.

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Stefan R.
Vermische nicht Kraut und Rüben und drehe es nicht immer so, wie du es brauchst.

Italien hatte am 23. Mai 1915 Österreich den Krieg erklärt, und zwar aus "nationalen Aspirationen Italiens". Und dies erfolgte nachdem Österreich bereit war Welsch-Tirol (Trentino) an Italien abzugeben. Doch Italien wollte einen imperialistischen Eroberungskrieg beginnen.

Und erkläre mir jetzt bitte, warum genau die Süd-Tiroler für eine 90 Jahre alte, verfehlte Politik noch heute ihren Kopf hinhalten sollen?

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@Stefan R.
Absolute Zustimmung!
Das Unglück der K.u.K-Monarchie war, einen vergreisten, senilen, sturen und reaktionären Klerikaler als Kaiser zu haben.
Mit ein wenig Vernunft hätte man einiges vermeiden können.
Aber schließlich waren ja auch die Alldeutschen damals heiss darauf, das Deutschtum und den Volkstumskampf bis zur Berner Klause (vor Verona) zu bringen.

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Und wer hat mit dem ersten Weltkrieg angefangen. Ach so: Oesterreich.

Haetten die Deutschsprachigen nicht so viel Terror ueber Europa gebracht, waere Bozen heute vermutlich oesterreichisch.

Diese Einzelheiten, auf die ihr rumhackt, sind absolut laecherlich.

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das wusste ich nicht. wie schätzen sie die machbarkeit auf ein volksbegehren ein?