Start / Leserbriefe / Leserbrief: Transitentlastung: Wo bleibt die SVP?

Leserbrief: Transitentlastung: Wo bleibt die SVP?

Stefan_Zelger_Wahl_2008.jpg„Österreich kann bei seinem Kampf um eine höhere Lkw-Maut auf der Haupttransitroute am Brenner auf Unterstützung aus dem EU-Parlament hoffen“, dies meldete die Tiroler Tageszeitung in ihrer Dienstagausgabe. Der für die Novelle der "Wegkostenrichtlinie" zuständige Berichterstatter, der belgische Sozialdemokrat Said El Khadrauoui, gab diese Meldung am Montagabend in Brüssel bekannt. Der Aufschlag solle demnach in alternative Transportwege investiert werden. Wieder einmal sind es Nord-Tiroler Initiativen die sich gegen die Transitwelle stemmen, während die Verantwortungsträger in Süd-Tirol noch immer im Dornröschenschlaf liegen.

Mauterhöhung, Nachtfahrverbot, sektorales Fahrverbot… immer wieder versucht die Nord-Tiroler Politik, allen voran das Transitforum Austria-Tirol, für Entlastung entlang der Brennerlinie zu sorgen. Im Süden scheint das kein Thema zu sein, obwohl im Jahr 2007 über 2 Millionen schwere Lkws über den Brenner rollten. Durch das Unterland waren es bereits 2006 4,4 Millionen. Die „Rollende Landstraße“ ist zu unattraktiv und bei den niedrigen Mautpreisen entlang der Brennerautobahn nicht konkurrenzfähig. Die Lebensqualität in unseren Tälern kommt buchstäblich unter die Räder.

Eigentlich müssten angesichts der dramatischen Situation in der Brennerstraße die Alarmglocken schrillen, doch Rosa Thaler, Peterlini und Konsorten üben sich trotz rollendem Offenbarungseid in Schweigen. Anstatt Sofortmaßnahmen zu ergreifen hält die Mehrheitspartei weiterhin kompromisslos am Strohalm Brennerbasistunnel fest. Die aktuelle Situation beweist jedoch einmal mehr, dass es jetzt und nicht erst 2030 Maßnahmen braucht. Ein Blick über den Alpenhauptkamm könnte einigen Damen und Herren unter dem Edelweiß als Beispiel dienen.

Stefan Zelger
Hauptausschussmitglied, Landtagskandidat und Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Tramin

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

10 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

Absichten?
Wenn (angeblich!) Fercam, die SVP beim letzten Wahlkampf finanziell unterstützte, dann weiß jeder wie es mit dem LKW-Verkehr in und durch Südtirol steht.

Es ist nur dort ein Weg wo auch ein Wille ist.

2

Tranist
Österreich ist ein klassisches Transitland. Neben dem schon seit Jahrhunderten bedeutenden Nord-Südverkehr ist nach dem Fall des Eisernen Vorhanges auch ein massiver Ost-Westverkehr dazugekommen.

Südtirol hat dabei das gleiche Problem wie Nordtirol, denn der Transit geht durchs ganze Land.
Nebenbei ist der Straßenverkehr in engen Gebirgstälern viel belastender als etwa in der Ebene.

Wenn auch die österreichische Regierung im Zuge des EG-Beitritts in Sachen Transit (die Ökopunkte-Regelung ist mittlerweile ausgelaufen) besser verhandeln hätte können und müssen, so muß man doch sagen, dass es sich keine österreichische Regierung leisten kann, zur Eindämmung des Transits nichts zu unternehmen.

Sogesehen würde ohne Druck Österreichs der Brennerbasistunnel nicht gebaut. Österreich versucht ständig bei der EU zu erreichen, dass die LKW-Maut erhöht wird. Und wer gehört diesbezüglich zu den Gegnern: natürlich wieder einmal Italien.

Die Tiroler Landesregierung versucht, bestimmte Güter verpflichtend von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Das ist zwar noch immer nicht ausreichend, aber man bemüht sich zumindestens.

Italien hat nur ein Interesse daran, seine Güter nach Norden zu bringen und umgekehrt und das möglichst billig. Die Süd-Tiroler sind dabei jeder italienischen Regierung völlig egal. Wenn die SVP in Sachen Transitbekämpfung zumindstens ebenso agieren würde wie österreichische Politik wäre das sicher zu begrüßen. Es würde jedoch an der Politik Italiens überhaupt nichts ändern.

Das ist für mich wieder einmal ein weiterer Beweis dafür, dass Süd-Tirol nicht Italien ist und dass Süd-Tirol ohne Italien, ob bei Österreich oder als eigener Staat, auch in Sachen Transit, wesentlich besser dastehen würde als jetzt.

3

Da muss ich dir schon recht geben, über transit wird wirklich nicht viel gesprochen. aber ich bin der meinung das eine mauterhöung keine lösung des problems ist. Kann auch sein dass die Osteuropäer vom markt fliegen würden, aber die lkw fahrer fahren dann eben für unsere heimischen unternehmen für einen hungerlohn und werfen damit unsere leute auf die strasse... einheimische lkw fahrer sind bei uns ja schon mangelware...

4

Auseinandersetzung mit dem Problem fehlt
Hallo @Simon und KS,

natürlich ist das Thema Transit sehr kompliziert und vielschichtig. Dass Erhöhungen auf die Endverbraucher überwälzt werden kann natürlich sein, doch wirkt sich das auch recht unterschiedlich aus. Vor allem bei Lebensmittel usw. machen Transportkosten nur einen Bruchteil des Preises aus (da ja große Mengen transportiert werden). Bei einer erheblichen Mauterhöhung würden zunächst die Grenzanbieter aus Osteuropa vom Markt fliegen, die nur mit niederen Löhnen und alten Schrottkarren konkurrenzfähig sind.

Viel Verkehr ist hausgemacht, doch viel auch nicht. Transit heißt ja übersetzt „durch“ (fahren) und wer nur durch unser Land fährt sollte auch dafür bezahlen. Außerdem dürfen wir eines nicht aus den Augen lassen: Die externen Kosten. Das heißt jene Kosten die durch Umweltverschmutzung entstehen, nicht messbar sind und die wir indirekt über unsere Steuern zahlen. Weite Teile des Tiroler Inntales gelten bereits als Sanierungsgebiet da die Luft so schadstoffhaltig ist. Wenn man weiß, dass durch das Unterland noch mehr Fahrzeuge rollen kann man sich den Rest denken.

Unser wirtschaftliches Zugpferd ist der Tourismus und wer will schon in einem Sanierungsgebiet Urlaub machen? Was mir bei uns vor allem fehlt ist die Diskussion die innerhalb der SVP (und die kontrolliert nun mal unser Land und ist dafür verantwortlich) kaum stattfindet. Der Transit ist in Nord-Tirol ein heißes Thema, bei uns wird es totgeschwiegen. Die SVP stützt sich nur auf den BBT. Ob man dem Tunnel positiv oder kritisch gegenübersteht, Fakt ist dass er frühestens in 20 Jahren betriebsbereit sein wird. Doch bis dahin ist es zu spät!

5

Kein Witz
Die SVP ist seit 60 Jahren ununterbrochen an der Regierung. Wer soll dann verantwortlich sein? Der Briefträger? Nein. Ein bisschen vielleicht der Wähler. Er darf eben die SVP nicht mehr wählen.

Bis Italien für Südtirol was tut können wir lang warten und im Umweltschutz noch länger. Die sind doch immer 10 Jahre hinten. In Nordtirol gibt es wenigsten ein Bewußtsein für diese Problematik, in Südtirol nicht mal das. Opfern wir nicht unsere Heimat für die italienische Wirtschaft.

6

Brennerlinie
na schreibsch du an schmorrn... mir kommt vor dass du zwar immer bruatl viel schreibst, aber immer wieder das thema verfehlst...

7

Brennerlinie
Gerade deswegen, weil die Brennerlinie & Inntalautobahn in Nord-Tirol für Italien und für die EU so wichtig sind, haben die Tiroler in Süd-Nord-Ost etwas in ihrer eigenen Tiroler Hand, womit man auch im Sinne der Selbstbestimmung Süd-Tirols realpolitisch argumentieren kann. Natürlich friedlich und demokratisch, aber wenn der starke Süd-Nord-Ost-Tiroler Arm es einmal will, stehen einmal alle Räder am Brenner still, z.B. wenn sich in der Frage der Transitentlastung, Verlagerung der Güter auf die Schiene, aber auch in der Selbstbestimmungfrage Süd-Tirols nichts weiter bewegen wird. Die unmißverständliche Aussage des Brennerschildes der STF "Süd-Tirol ist nicht Italien" soll so bals als möglich auch im Rest des Landes Tirol südlich des Brenners uneingeschränkte politische Geltung und allgemeine Beachtung im Sinne der Selbstbestimmung finden.

8

svp
haha 😀
es ist wirklich witzig wie einfach alles und jedes problem auf svp und italien geschoben wird :-))

9

die teuerungen bezahlt sowieso der endkunde... also wir, deswegen bin ich gegen erhöhung...

10

Solange wir bei Italien hängen glaube ich dürfen wir uns keine Hoffnung auf eine Entlastung auf der Autobahn und den Strassen machen. Die Brennerlinie ist für die italienische Wirtschaft zu wichtig und die SVP hängt halt leider ziemlich an Italien und der Wirtschaft.