Start / Leserbriefe / Leserbrief: Sigmundskron – Selbstbestimmung

Leserbrief: Sigmundskron – Selbstbestimmung

ivo_hechensteiner_500.jpg"Generation Sigmundskron" vereint, "Dol." vom 6. August. Es ist schon erstaunlich, wie man nach 50 Jahren den Rückzieher für die Selbstbestimmung, umgewandelt in ein "Los von Trient", als das Polit-Ereignis feiern kann. Fakt ist, dass die große Mehrheit von Sigmundskron für ein "Los von Rom" zum Schloss marschierte.

Zu hinterfragen wäre, wieso gegen die damalige (ab 1945) Ausgrenzung der Süd-Tiroler von Arbeits- und Staatsstellen und von den Sozialwohnungen sich trotz Sigmundskron auf Jahre hinaus überhaupt nichts bewegte? Zu hinterfragen wäre auch, wieso es zur Feuernacht kam und warum das Volk in seiner Verzweiflung, trotz Sigmundskron, zum Sprengstoff greifen musste? Fakt ist auch, dass diese Autonomie eine einzige Zitterpartie mit den jeweiligen (kurzweiligen) Regierungen sein und bleiben wird (selbstbewusst in die Zukunft?). Star war damals nicht etwa das Volk, wie im Bericht zu lesen, sondern Magnago, der aus dem "Los von Rom" das "Los von Trient" dem emotionsgeladenen Volk glaubhaft verkaufte und den Marsch nach Bozen verhinderte. Nun, ein Treffen nach 50 Jahren ist immer etwas Bewegendes, der politische Erfolg von Sigmundskron war also sehr bescheiden, die sogenannte Erfolgsgeschichte (?) begann zu spät und mit zu großen Opfern.

Ivo Hechensteiner, SÜD-TIROLER FREIHEIT, St. Pauls

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

2 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

KRIEGSBEUTE

Südtirol war aber nicht die einzige Kriegsbeute der Italiener!!! Ebenso Welschtirol und Venetien fiel an Italien! Genauso wie Preussen zwischen Russland und Polen annektiert wurden...... usw

2

Die Geschichte geht weiter!
Die Geschichte Süd-Tirols unter der italienischen Herrschaft bis in die späten 70er Jahre war dermaßen von Gewalt, Unterdrückung, Übegriffen und von der zügellosen Politik der Italianisierung Süd-Tirols mit der Brechstange gekennzeichnet, dass heute im Jahre 2008 nur die Selbstbestimmung immer noch als die einzige mögliche Lösung und politische Alkternative zum status quo in Betracht von der Allgemeinheit gezogen werden kann. Sogar die heutige bescheidene Autonomie musste man sich aber erst unter bürgerkriegsähnlichen Umständen in den 60er Jahren von und in Italien mit Leid, Blut und Tränen erkämpfen. Man wollte in Rom ab 1972 in Alto Adige kein zweites Nord-Irland, daher erlaubte man widerwillig und in Zeitlupentempo die Autonomie bis zum Jahre 1992 in heute gültiger Form, also erst mit 40 Jahren Verspätung. Laut Pariser Autonomievertrag zwischen Wien und Rom von 1946 wäre Italien dazu bereits umittelbar nach dieser damals freiwillig eingegangenen völkerrechtlichen Verpflichtung von der Völkergemeinschaft der UNO angehalten gewesen, die versprochene Autonomie in Südtirol auch wirklich einzuführen. Was aber kam, war die alte Politik der Italianisierung des Landes, die in manchen Bereichen noch brutaler war, als in den 20er oder 30er Jahren. Darf man sich dann wundern, dass ein äusserst bedrängtes Volk zum direkten Widerstand greift? Der Kanonikus Michael Gamper meinte im Jahre 1952, dieser Staat der Fremdbestimmung schickt uns Süd-Tiroler sehenden Auges auf einen ethnischen Todesmarsch. Dieser wurde erst durch den heldenhaften Einsatz der Süd-Tiroler Patrioten gestoppt, die bereit waren, in der damaligen von Italien bewußt herbeigeführten politischen Ausnahmesituation das wertvollste für die Heimat zu opfern, was ein Mensch im Leben überhaupt haben kann, nämlich die eigene persönliche Zukunft, Freiheit, Gesundheit oder auch oft genug das eigene Leben in den Folterkammern dieses damaligen unmenschlichen Systems der Verweigerung der elementartsten Menschenrechte für ein kleines Süd-Tiroler Volk in seiner seit Menschengedenken angestammten Tiroler Heimat, wo bekanntlich Italien im Jahre 1918 zum ersten mal in der Geschichte überhaupt in dieses Land Süd-Tirol zwischen Salurn und Brenner damals so gut wie ohne Italiener aus reiner territorialer Eroberungs- und Raffgier gekommen ist. Andere kleinere Völker, die damals nach 1918 zusammen mit den Süd-Tirolern diese italienische Fremdherrschaft auch über sich erdulden mußten, sind schon längst frei, d.h. seit der Auflösung der internationalen Verwaltung der Zonen A und B im Jahre 1954, so z.B. die Kroaten und Slowenen in Istrien und Dalmatien aber auch die Griechen auf den damals italienischen Dodekanes-Inseln, die Dank dem internationalen diplomatischen Einsatz der Briten zu ihrem Vaterland Griechenland zurückkehren durften. Ein anderes Land in dieser Gegend, nämlich das Land Montenegro hat auch im Jahre 1918 seine Selbstbestimmung unter ähnlichen internationalen Voraussetzungen verloren wie das Land Süd-Tirol, dieses Land hat sie im Jahre 2006 nach einem von der EU verlangten und überwachten Referendum, nach zehn Jahren propagandistischer Vorbereitung und Beschäftigung mit diesem Thema in den Medien dieses Landes auch eindrucksvoll auf einem völlig friedlichen und demokratischen Wege wiedergewonnen. Ein anderes Land in Europa das Kosovo ist seit Februar 2008 ebenfalls frei von der Fremdbestimmung. In der alten EU finden in diesen Jahren eindrucksvolle politische Entwicklungen der Selbstbestimmungen statt, wie z.B. in Schottland, Katalonien oder Flandern. Es liegt daher einzig und allein an den Süd-Tirolern selbst und an der Landespolitik der AP Bozen, ob vor allem nach der nächsten Landtagswahl im Herbst dieses Jahres auch das Land Süd-Tirol auf der Liste der möglichen Länderkandidaten für die Selbstbestimmung in den einzelnen Ländern der EU zu finden sein wird. Die heutige Autonomie kann man aus gesamthistorischer Süd-Tiroler Sicht nur als eine politische Überganslösung ansehen, da dieser Staat der Fremdbestimmung in den Fragen der Sicherung der Rechte einer im Stiefelstaat 0,5% starken Minderheit, im eigenen Land aber immer noch einer 3/4 starken ethnischen Mehrheit, den Süd-Tirolern aus freien Stücken nie etwas schenken wird. Ganz im Gegenteil, dieser Staat wird immer alles versuchen, um aus den Süd-Tirolern mit der Zeit einmal zur Gänze politisch und ethnisch zuverlässige Altoatesini zu machen, vielleicht so wie im Aostatal in Italien, oder anderswo in Europa im Elsaß in Frankreich auch der Fall ist. die wirtschaftliche Konstitution des Stiefelstaates ist dazu heutzutage dermaßen desolat, dass man die AP Bozen dazu immer mehr drängt, einen Teil der Automierechte im politisch hochsensiblen Finanzbereich wieder an Rom zurückzugeben, in einem Bereich, der den in den letzten 30 Jahren erreichten Wohlstand in diesem Land Südtirol möglich machte. Auch aus diesem Grund droht jetzt der LH von Südtirol Durnwalder mit der Ausrufung des Selbstbestimmung-Notfalls und mit der Anrufung der Schutzmacht des Österreichischen Vaterlandes. Vor 20 Jahren anderswo in Mitteleuropa hat der damalige Bundeskanzler der Deutschen eine andere Lösung bei der Klärung der Frage der Deutschen Einheit gefunden. Er hat den "Besitzern der Beute des Zweiten Weltkrieges" einen Ausgleich der Interessen und vor allem hunderte Milliarden Euros an "Krediten" als möglichen Anreiz für den guten Willen in der Frage der Selbstbestimmung angeboten und das hat auch eindrucksvoll und sofort gewirkt. Ob das auch für die "Beute des Ersten Weltkrieges Südtirol" auch so realpolitisch möglich sein würde, und ob auch das Vaterland der Süd-Tiroler politisch dazu bereit wäre, das hat bis jetzt niemand beantworten wollen oder können, aber auch hier hängt das direkt nur von den gerade an der Macht befindlichen Politikern in Rom, Wien und Bozen ab, und von ihrer Bereitschaft die freie Wahl in der Selbstbestimmungfrage für die Süd-Tiroler einmal vielleicht in einem Referendum politisch möglich zu machen und die Ergebnisse auch zu anerkennen und national und international auch umzusetzen.