Start / Leserbriefe / Leserbrief: Politik – Imperialismus

Leserbrief: Politik – Imperialismus

h._staffler.jpgDie Aussage des Ministers Renato Brunetta, wonach die Sonderautonomien abzuschaffen seien, hat in Südtirol für kurzzeitige Empörung gesorgt. Vollkommen unbeachtet ist aber geblieben, dass der Kammerabgeordnete Lorenzo Ria vom Partito Democratico (PD) vor kurzem bereits einen Gesetzentwurf eingebracht hat, in dem er die Abschaffung der Sonderautonomien von Südtirol, Trentino, Aosta, Friaul, Sardinien und Sizilien fordert.

Der italienische Imperialismus, der in Südtirol ein Gebiet sieht,
dessen "Eroberung" endlich perfekt gemacht werden muss, ist also nicht
an rechts oder links gebunden. Daher müssen auch wir Südtiroler, gleich
ob rechts oder links, uns geschlossen dagegenstellen, um uns von diesem
Staat endlich zu verabschieden.

Hartmuth Staffler, Brixen, Landtagskandidat der SÜD-TIROLER FREIHEIT

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

9 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1
Cittadino doppio mit deutsche

Ganz richtig..
@simon: Ganz richtig deine Aussage, bei uns werden die Autos beschlagnahmt (bei Wiederholungstätern) diesen haben wir zu verdanken, dass ein Führerschein auf Probe (2 Jahre) in Kraft trat!
@G. Egger: Ihre Möglichkeiten die Sie aufzeigen finde ich gut und hier sollten die Südtiroler dran arbeiten. Spannend!
Ich bin auch der Meinung eine total Autonomie, ein fast Staat
in Italien wäre ein Vorbild! Wobei die deutsche Sprache Vorrang hat,(Ortsnamen etc)
hier gilt es daran zu arbeiten.
Obwohl ich mit Herz eine gewisse
Italianita für mich gut finde, meine ich der italienischen Staat
sollte hier endlich vernünftig denken und handeln. Ich mag dem Südtirolern eine Autonomie wo sie
alle ihre Kultur und Volkszugehörigkeit vollständig und ohne Demut ausleben können.
Italia sveglia ti, seno perdete tutto...a`punto il Sud-Tirolo!
Grüssend ein Italiener aus der Schweiz, beheimatet in einer Grenzprovinz die vorwiegend ladinisc ist und mal zu A gehörte!

2

wenns bei den gesetzen um den alkohol am steuer geht, dann muss ich sagen ich finde das gut! wenn jemand sich besauft und auch noch glaubt andere und sich selbst gefährden zu müssen, dann ist es ganz recht dass er hart bestraft wird! und das beste mittel ist ihm das auto zu nehmen, dann kann er weiterhin saufen wie er will!

3
Georgos Egger

Möglichkeiten
@simon „...ich frage nur, weil es mich interessieren würde...
gibt es umfragen oder ähnliches? und von wem wurden diese durchgeführt...?“

Die Zahl der Aufrufe scheint zurückzugehen — im Vergleich zum Sommer 2007. Wenn es jetzt im Durchschnitt vierhundert sind, dann sind nach statistischer Erfolgsquote von 0,5 Prozent bei zielgruppenorientierter Streuwerbung, bei der eine gewisse statistische Analogie zu einem solchen Forum bestehen dürfte, und einem Befürworteranteil von 90% sowie einem wahlberechtigten Anteil von 80 % im Idealfall mit höchstens 57 600 Stimmen für die Loslösung von Italien zu rechnen. Bei einem Durchschnitt von sechshundert sind es proportional entsprechend mehr, aber immer noch zu wenig für einen Erfolg. Angeblich sind aber 55 Prozent der Südtiroler für eine Loslösung — nach Darstellung der Aktivisten. Das sind ebenfalls zu wenige, denn die italienischen Bewohner des Landes werden vermutlich vielleicht etwa zu 80 % für den Verbleib bei Italien sein oder zumindest gegen einen Anschluß an Österreich. Damit schrumpfen die 55 % höchstwahrscheinlich unter 50 % aller Stimmberechtigten. Weiters ist zu berücksichtigen, daß die 55 % vom Standpunkt der Aktivisten her berichtet sind und man deshalb mit einem propagandistischen Druck nach oben rechnen muß, der zwei bis fünf Prozent Zugabe bewirkt.

Das alles schaut wenig hoffnungsvoll aus, gelinde gesagt. Die Gefahr, daß bei solchen Voraussetzungen eine Selbstbestimmung nach hinten losgeht, ist förmlich zu greifen. Was die Selbstbestimmungseuphoriker und Österreichromantiker hier von sich geben, erscheint nur zu sehr als eine durch Naivität bewirkte Herbeiführung einer Katastrophe — aus Sicht der Sezessionsbefürworter. Aber damit wären sie immerhin einer gewissen Tradition treu. (Man blicke mit Nachsicht auf diesen Sarkasmus.)

Bedenken die gefühlsabhängigen Möchtegernbefreier, die sich in „ihr Vaterland Österreich“ hineinsehnen, daß die Resolution des außenpolitischen Ausschusses nach dem Pariser Abkommen vom 5. September 1946 nicht mehr als die Dekoration der Niederlage des österreichischen Außenministers Gruber durch das gegenständliche Abkommen mit Italien war? Gruber soll für sein Werk kurz darauf in Innsbruck auf offener Straße mit einer Ohrfeige oder etwas dergleichen honoriert worden sein. Der Staatsvertrag von 1955 endlich verweist jene Resolution vollends in den Bereich bedeutungsloser Rhetorik, indem im Artikel 5 die Grenzen der Zweiten Republik als übereinstimmend mit den Grenzen Österreichs am 1. Jänner 1938 festgeschrieben werden. Das gilt heute noch genauso wie das Verbot des Anschlusses an Deutschland (Artikel 4). Ein Anschluß Südtirols an Österreich wäre demnach ohne die Zustimmung aller Kontrahenten dieses Vertrages gar nicht möglich. Wer wird denn denken, daß Großbritannien jetzt wieder zurücknimmt, was es Italien einst versprach, und so eine Verschlechterung der Beziehungen dieser beiden EU–Staaten zueinander provoziert? Zudem stellt sich das Ansinnen an die Republik Österreich, Südtirol anzugliedern, mithin als Aufforderung zum Vertragsbruch dar. Womit wollen solche Leute gegen den Österreichischen Staatsvertrag argumentieren, ohne sich einer doppelten Moral verdächtig zu machen?

Dazu kommt, daß Österreich bei einem Anschluß Südtirols eine italienische Minderheit übernähme, die im Gegensatz zu den kroatischen und slowenischen Minderheiten nicht durch den Staatsvertrag geschützt ist. Damit würde sich die italienische Minderheit berechtigterweise als erheblich benachteiligt sehen. Würde sich Österreich zudem überhaupt eine italienische Minderheit aufladen? Man kann sicher sein, daß Italien sich im Gegenzug zur Schutzmacht dieser Minderheit erklärt. Die österreichsehnsüchtigen Südtiroler werden für ihre Träumerei kaum nennenswertes Interesse bei Österreichs politischer Pragmatik und bei seinen staatsvertraglichen Partnern finden. Was hat denn Van Staa — noch als Landeshauptmann — dazu gesagt? Der Landeshauptmann vertritt den Bund im Land und nicht das Land im Bund, ist an den Minister weisungsgebunden und hat der Bestimmung eines Landeshauptmanns gemäß den Interessen des Bundes zu dienen. Dazu gehört auch die Einhaltung des Staatsvertrages. Deshalb wird auch Platter und wer immer noch in dieses Amt nachfolgen wird im wesentlichen nichts anderes sagen können, und deshalb ist es auch ungerecht, österreichische Politiker wegen ihrer Distanz zu einem Anschluß Südtirols anzuprangern.

Die einzige Möglichkeit, die noch bleibt, ist der Weg Südtirols in die Selbständigkeit und Unabhängigkeit, für die auch bei der italienischen Bevölkerung ausgedehntes Interesse entstehen müßte. In diese Richtung müßte intensiv gearbeitet werden — dann spielt es keine besondere Rolle mehr, ob das Ziel schließlich durch eine Selbstbestimmung oder durch eine politisch initiierte Unabhängigkeitserklärung erreicht wird. Damit gäbe es nach 645 Jahren wieder ein freies Tirol, wenn auch beschränkt auf die ehemalige Provinz Bozen — und die Franzosen können in Anlehnung an einen früheres Bonmot sagen: „Le Tirol, c’est qu’il reste.“

4

Fremder Staat
Warum glauben immer noch viele Leute uns gehe es bei Italien besser alls bei Österreich oder mit einer Selbstbestimmung?
Man schaue nur die Lohnsteuern und alle anderen Steuern die wir abtreten müssen, oder die Gesetze und maslos übertriebenen Strafen die es in diesem Staat giebt!! Warum müssen wir uns das noch lenger bieten lassen!!

5

Wenn nach solchen Aussagen nur endlich auch Taten folgen würden. Wenn sie unserem Land nur alles aberkennen würden, was irgendwie möglich ist. Solange die da unten uns mästen passiert nämlich wenig bis gar nix in Richtung Selbstbestimmung. ...und die SVP prostituiert sich weiter und weiter. Nur damit sie sich gegenseitig das ganze Geld in den Hintern schieben können.

6

...
bin mir überhaupt nicht sicher, habe dies auch nie behauptet... aber auf dieser seite wird das "los von italien" als von den gesamten südtirolern gewolltes dahingestellt....ich frage nur, weil es mich interessieren würde...
gibt es umfragen oder ähnliches? und von wem wurden diese durchgeführt...?

7

Was kommt noch?
Das ist Italiens Antwort auf die Untätigkeit der SVP bezüglich des Cossiga-SB-Gesetzentwurfs.

Die SVP interessiert sich weder für die Selbstbestimmung, noch für die Autonomie.
Wenn Italien die Autonmie abschafft: Tritt dann Durnwalder zurück? Tritt dann die gesamte Landesregierung, sprich SVP zurück?
Hat die SVP überhaupt den Willen, ist sie überhaupt noch in der Lage, sich für Süd-Tirol entsprechend einzusetzen?

@Simon,
wieso bist du dir so sicher, dass die Mehrheit unter ital. Herrschaft bleiben und wirtschaftlich gegen Süditalien steuern will?

8

wieso könnt ihr euch so sicher sein dass die mehrheit der südtiroler eine selbstständigkeit oder eine angliederung an österreich wollen?

9

Gesetzentwürfe...
Die SVP schenkte dem Cossiga Selbstbestimmunggesetzentwurf für Südtirol von 2006 und von 2008 keinerlei Beachtung. Jetzt fordern andere Politiker in Italien vielleicht als Konsequenz daraus die Abschaffung der Autonomie für die AP Bozen, weil man glaubt die SVP ist mit Alto Adige bereits in Italien mental und politisch angekommen, wozu dann noch die Autonomie also? Es geht auch um das liebe Geld und "Tafelsilber" der Autonomie, die man sich in der kurzen Zeit der Wirtschaft seit der Einführung dieser, die erst 1992 abgeschlossen wurde, auf eigene Rechnung sehr erfolgreich und für alle gut sichtbar erwirtschaften konnte. Der Gedanke ist wohl für viele Politiker in Italien unerträglich, dass eine Autonome Provinz ohne durch die Politik der La Casta in Rom gestört zu werden, dermaßen wirtschaftlich in diesem Staat erfolgreich sein kann. Gerade das macht das Versagen der Politik in Rom umso deutlicher und daher dürfen solche Unterschiede innerhalb eines Staates nicht auf lange Sicht geduldet werden, Autonomie hin oder her. Für sehr viele Politiker in Italien geht die Autonomie Südtirols bereits viel zu weit und die SVP selbst glaubt fast autistisch die Rechte der Autonomie sind ohnehin zur Gänze abgesichert, und diese Politiker in Italien werden sich auch weiterhin damit abfinden, dass die AP Bozen weiterhin ein autonomes Inseldasein dem Rest des Staates vorleben wird. Die politische Führung der AP Bozen wird daher nicht gerade als stark angesehen, wenn man solche Gesetze zur Abschaffung der Autonomie in Namen der Regierung in Rom im Parlament einbringt. Nur ein entschiedenes Handeln der Landesregierung in Bozen im Sinne der völligen Selbstbestimmung unter der Parole "Los von Rom" kann womöglich überhaupt die Autonomie weiterhin politisch sichern und bewahren. Die SVP hat den Gesetzesentwurf Cossigas wiederholt verschlafen, hoffentlich wacht sie jetzt endlich aus dieser selbstverordneten sehr trügerischen Zufriedenheit auf, dazu auf dem harten Boden der italienischen Politik und handelt endlich politisch glaubwürdig im Sinne der Selbstbestimmung des Landes. Es ist die beste Art und Weise auch die bereits heute erreichte Autonomie vor Verwässerung zu schützen und weiterhin politisch lokal, national und international zu sichern.