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Leserbrief: Kosovo – Vergleich

cristian_kollmann_2.jpgHerr Moritz Müller schreibt im Leserbrief vom 31. Juli: "Ich verstehe nicht so ganz, wie weltfremd man eigentlich sein muss, um Südtirol immer wieder mit dem Kosovo etc. zu vergleichen." Herr Müller möchte eine Warnung aussprechen: Er geht davon aus, dass ein Südtirol frei von faschistischer Zwangsbeglückung und frei von fremdstaatlicher Bevormundung eine "Vision" ist, für die als Preis, ähnlich wie im Kosovo, "Völkermord" und "Krieg" zu bezahlen sei.

Aus Herrn Müllers Einstellung spricht viel Misstrauen dem italienischen Staat und den in Südtirol lebenden Italienern gegenüber. Wenn es nach Herrn Müller geht, sollte man der Südtiroler Volkspartei auch noch dafür dankbar sein, weil es ihr bis heute gelungen ist, mit dem Zauberwort "Autonomie" Südtirol an Rom zu binden und die Selbstbestimmung stets als niederrangiges Thema abzutun. Zur Erinnerung: Auch die SED wurde als "Friedenspartei" und die Grenzen der DDR wurden als "Friedensgrenze" bezeichnet. Und wie kam es zum Ende der DDR? Eben ohne Mord und Krieg! Warum sollte es nicht auch in Südtirol ohne "Mord" und "Krieg" gehen?

Cristian Kollmann
Landtagskandidat der SÜD-TIROLER FREIHEIT, München/Laurein

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8 Kommentar(e)

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1

@ Doppelbürger in der Schweiz
Wenn sie anerkennen wollen, daß die englischsprachige Bevölkerung auf den Falklandinseln nur in Ruhe und Frieden ohne Fremdbestimmung aus Buenos Aires leben will und keine politischen Abenteuer als Teil von Argentinien wider Willen will, und auch das international im Völkerrecht verbriefte Recht hat sich dagegen passiv und aktiv zu wehren, dann sind wir einer Meinung. Was kann dieses kleine Volk auf diesen Inseln im Südatlantik ausserdem für die Sünden des Britischen Empire in der Geschichte? Gott bewahre uns alle und jedes kleidere Volk davor, dass man in Namen der Kollektivschuld für irgendwas "bestraft" wird. Die Völker und Länder, egal ob England, Italien oder ein anderes Land, sind als solche prinzipiell unschuldig aber tragen die Verantwortung mit ihrem Staat für seine Politik leider mit sich mit. In den 80er Jahren war das auch die Meinung in Süd-Amerika, in der Dritten Welt, in China und im Ostblock, dass Falklandinseln eigentlich Argentinien zustünden, weil Großbritanien von Natur aus in der Geschichte als Kolonialmacht so böse war. Hoffentlich geht es jetzt allen diesen postkolonialen endlich freien Länder unter der eigenen Herrschaft egal wo auf der Welt in Uganda oder in Zimbabwe in Afrika oder in Sri Lanka, Burma, in Asien jetzt viel besser als unter der Krone des Vereinigten Königreiches.

2

Falkland
Werter Markus A.: Eben, so wie die Briten im 1en Weltkrieg gewurschtelt haben, so in Malta (ist Unionsmitglied), haben die werten Kolonialisten Falkland, das geographisch zu Argentinien
gehört(die ersten Fischer)!
Ich denke GB hat auf der Welt seit Urzeiten mehr Dreck geschleudert als Italien, unter dem Deckel der Monarchie, die ja in Italien und Oesrerreich zum Glück abgeschafft worden ist.
Genauso wie Deutschland, welches auch heute, bei der miesen wirtschaftlichen Situation, heute immer noch eine grosse Klappe hat!
Ich grüsse höflich.....

3

Gleiches Recht für alle
Herr Müller kann in Deutschland Pizza und Spaghetti fressen bis ihm Italien bei den Ohren rauskommt und den Süd-Tirolern gefälligst ihr Recht auf Selbstbestimmung lassen.

4
Ing. Winfried Matuella

wIini
AUCH WENN IN DER ZWEITEN STROPHE EIN ER (SÜD-TIROLER)LEIDER WURD VERGESSEN WERD ICH DOCH ZU ABEND ESSEN

5

Falklandinseln und Südtirol
Süd-Tirol ist nicht Italien und Falklandinseln sind nicht Argentinien, sondern wurden von Anfang der zivilizierten Geschichte dieses Landes an von Briten besiedelt, erschlossen und verwaltet. Im Sinne des international anerkannten Völkerechtes auf Selbstbestimmung der Völker haben nur die Briten das Recht dieses Land zu regieren und über sich selbst im eigenen Land zu bestimmen. Nur weil diese Inseln in der Nähe der argentinischen Küste liegen, meinte die damalige mehr oder weniger faschistische Militärjunta in Buenos Aires, die "Islas "Malvinas", der eigentliche Eigenname des Landes wurde von ihnen umbenannt, werden wir nicht ohne Krieg bekommen. Die Engländer werden zu schwach sein, um am anderen Ende der Welt ihren Grund und Boden und ihre Landsleute verteidigen zu wollen. Bei der Landung der argentinischen Invasionstruppen auf Falklandinseln im Frühling 1982 lebten so gut wie keine spanischsprechende Menschen dort, Das Land war nie von Spaniern in der Kolonialzeit besiedelt, war daher sprachlich, ethnisch und kulturell nie ein Teil von Latein-Amerika oder von Argentinien, sondern eine Kolonie des Britischen Vaterlandes. Die Bevölkerung spricht dort fast zu 100% Englich und gehört der Anglikanischen Kirche an. Hätten die Engländer diesen Annexionsversuch von 1982 nicht erfolgreich abwehren können, würde heute um diese Inseln ganz anders stehen. Nur der politischen Entschlossenheit einer mutigen Frau in London, nämlich der damaligen Ministerpräsidentin Margaret Thatcher hat man es zu verdanken, dass sieben Wochen später die britischen Truppen zur Befreiung des eigenen Landes auf den Falklandinseln gelanden sind und die Invasoren und Möchtegernkolonialherren zurück ins Meer geworfen haben. Das hat bekanntlich auch zum Sturz der damaligen unfähigen Führung von Argentinien geführt und ermöglichte diesem Land einem neuen demokratischen Anfang ohne die Generäle an der Macht. Anderswo in der Welt, nämlich in Ost-europa bewies Frau Thatcher eine einmalige fast prophetische Weitsicht, indem sie den damaligen sowjetischen Spitzenpolitiker Michail Gorbatschov in der westlichen Welt hofiert und international überall unterstützt hat. Diesem Mann aber auch Frau Thatcher haben daher die Deutschen in Ost und West ihre Einheit seit 20 Jahren zu verdanken, die Britischen Falklandinseln die Freiheit von der Fremdbestimmung. Die wenigen Wochen der argentinischen Herrschaft sind wie ein böser Spuk Gott sei Dank vorbeigegangen, weil man dort und im Vaterland bereit war, sich unmittelbar nach der Annexion mit allen Mitteln dagegen zu wehren. Die Zeit der Fremdbestimmung in Süd-Tirol darf aber tragischerweise ohne Zeitlimit weitergehen. Heute werden alle Konflikte dieser Art in Europa nur mit friedlichen und demokratischen Mitteln gelöst, aber nicht einmal das war und ist der derzeitigen politischen Führung der AP Bozen Südtirol und damit des Landes Tirol südlich des Brenners wert, einen Versuch der Erlangung der Handlungsfreiheit in dieser Frage zu wagen. Der heutige SVP-LH von Südtirol hat ohne Zweifel auf vielen Gebieten großartiges beim Aufbau des Landes geleistet, aber bei Selbstbestimmung des Landes schaut diese Bilanz kurz vor der Landtagswahl im Herbst sehr mager aus, bzw. es gibt gar keine Fortschritte auf diesem Weg. Dass dies auch anderswo in der EU ohne Wenn und Aber politisch möglich geworden ist, das zeigen deutlich die Beispiele der Selbstbestimmungen in den Autonomien von Schottland oder Katalonien. Man kann nur hoffen, dass die nächste Landesregierung, wo hoffentlich auch eine politisch sehr mutige und weitsichtige Frau und Politikerin der STF dabei sein wird, endlich einmal in unserer Zeit in Namen des Landes Süd-Tirol, das sprachlich, ethnisch und kulturell nie Italien war und ist, die Selbstbestimmung entschieden fordern und politisch lokal, national und international umsetzen wird.

6
ING: WINFRIED MATUELLA

WINI
WAS DA SCHREIBT EIN MORITZ MÜLLER
IST BEI GOTT KEIN ECHTER KNÜLLER
SOVIEL UNWAHRHEIT HAB ICH NOCH NIE ERFAHREN
OBWOHL ICH LEB SEIT SIEBZIG JAHREN

ER VERGLEICHT DA SAURE ÄPFEL MIT REIFEN BIRNEN
WAS PLATZ HAT NUR IN WIRREN HIRNEN
ER SCHREIBT DIE SÜD-TIROL WÄHREN FROH
WEIL KEINE ZUSTÄND WIE IM KOSOVO

IM KOSOVO SEI CHAOS WOHL AN ALLEN ORTEN
WAS MAN NICHT AUSDRÜCKEN KÖNNT MIT RICHTGEN WORTEN
NUR EINES HABEN SIE UND DIES SPRICHT FÜR IHR WOHL
MEHR FREIHEIT ALS IN SÜDTIROL

KEIN FREIES VOLK AUF DIESER WELT
OBWOHL DIES ÄNDERT OFT DAS GELD
LÄSST SICH BESTIMMEN DURCH EINE BESATZUNGSMACHT
WENN DURCH DIE RICHTIGE WAHL DIE FREIHEIT LACHT

LEIDER VIELE SO WIE MÜLLER DENKEN
SICH GERNE AN ITALIEN VERSCHENKEN
DOCH MIT DER SF DER BESTEN ALLER OPPOSITIONEN
TUT SICH DER KAMPF UM FREIHEIT LOHNEN

DAHER HERR MÜLLER AUS DEM FREIEN NORDEN
SOLCH LESERBRIEFE FALLEN AUF TAUBE OHREN
DIE FREIHEIT IST DAS HÖCHSTE GUT
SIE ZU ERLANGEN BRAUCHT ES MUT

7

Kosovo?
Meine Meinung: Kosovo ist nicht Südtirol und soll auch nicht (mit keinem anderen land) verglichen werden, denke ich.
Die Situation ist für mich etwas gespalten, einerseits fühle ich mich als Italiener, andererseits
sehe ich die Situation im südlichen Tirol als nicht einfach,
in diversen sachen und kann auc die Forderungen der deutschsprachigen Bevölkerung nachvollziehen, aber auch die der
italienisch sprechenden, das meine ich mit gespalten.
Auf der anderen Seite sehe ich einen Bürgerkrieg als nicht zu gewinnen, da Südtirol wegen der EU Friedenspflicht sehr wohl alleine dastehen würde?
Betreffend dem Faschismus, nicht alle Italiener waren es, nicht alle deutschen, oesterreicher und auch nicht alle Südtiroler.
Statt stetig auf Italien herumzuhacken, hackt auf GB herum die haben das und zudem vieles zu verantworten, Südafrika/Palästina/
Satelliten- Pseudostaaten: Kuweit,
Saudiarabien etc. Falkland Besetzung, Indien (Ost-West Bengalen) und zudem.. aber weiter retour bringt nichts...

8

Selbstbestimmung
Ein Hinweis auf die antidemokratische Gewaltbereitschaft eines Staates der Fremdbestimmung bei der Verteidigung seiner vermeintlichen Rechte in einem Land, das ethnisch, sprachlich und kulturell nie Italien war, ist eigentlich viel mehr eine Ohrfeige für diesen Staat und weniger eine Warnung an die Landsleute in Süd-Tirol. Will man etwa weiteren Selbstbestimmungbestrebungen dazu in dieser demokratiepolitisch hochsensiblen Zeit so begegnen, wie das seinerzeit die Sowjets im Baltikum in den ersten Tagen nach Ausrufung der Selbstbestimmung getan haben, oder so wie Serbien das auch im eigenen Staatsgebiet der freien Welt vorgemacht hat? Aus diesem Grund erlebt gerade dieses Land einen dort noch nie da gewesenen zivillisatorischen Fall und eine tiefe gesellschaftliche Krise ohne Ende. Die ehemaligen Politiker dieses Landes, die Schuld bei der Niederschlagung der Selbstbestimmung auf sich geladen haben, sind seit Jahrzehnten reihenweise "Kunden" vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Die AP Bozen Südtirol liegt bekanntlich in Mittel-Europa und nicht am Balkan, auch wenn in diesem Teil des Landes Tirol südlich der Teilung-Brennergrenze die italienischen Faschisten und Duce Nostalgiker ein Refugium und ein willkommenes Exorzierfeld gesucht und mit Wohlwollen aus der Politik auch gefunden haben. Süd-Tirol war daher schon immer ziemlich anders, was die demokratische politische Kultur und Reife auf der Ebene der Gesellschaft und der Staatsorgane angeht. Genau die gleiche Frage aber nach der eigenen Selbstbestimmung wird in diesen Monaten und Jahren in vielen anderen Ländern der alten EU auf einem vollkommen friedlichen und demokratischen Wege ohne Wenn und Aber gestellt, so zum Beispiel in Schottland, Flandern, Katalonien oder im Baskenland in den freigewählten demokratischen Parteien dieser Autonomien. Manche dieser Bestrebungen sind schon so weit gediehen, dass in den nächsten Jahren bereits Referenden zu dieser Frage abgehalten werden können. Diese nach Selbstbestimmung strebenden Völker, die sich exakt in der gleichen Situation befinden wie Süd-Tirol, werden auch höchstwahrscheinlich auch eine demokratisch legitimierte Antwort auf ihre eigenen Selbstbestimmung schon ziemlich bald von der Bevölkerung selbst bekommen. Die EU ist kein Völkerkerker und will das nie sein. Natürlich hat das nationale Recht immer noch Vorrang vor dem EU Recht, aber in den demokratisch hoch entwickelten Ländern ohne die verheerende Tradition des Faschismus, wie z.B. in Skandinavien oder in Grossbritanien, können solche Fragen auf einem demokratischen Wege überhaupt gestellt und zufriedenstellend gelöst werden. Italien ist ein Land, das bekanntlich zwischen Nord-Afrika und Mittel-Europa liegt, aber es ist ein Land der EU und wenn einmal auch in einem anderen alten Land der Union eine echte Selbstbestimmung einem danach strebenden Volk gelingen wird, wird das eine völkerrechtliche Folgewirkung auch für Süd-Tirol haben. Wird die gerade noch die Sammelpartei der Süd-Tiroler diesen breiten Wunsch der Bevölkerung nach Selbstbestimmung weiterhin in der eigenen Politik nicht ernst nehmen wohlen, wird sich das Volk ganz einfach andere Sammelparteien suchen und hoffentlich auch finden. Das war auch bei der Wiederherstellung der Landeseinheit anderswo in Mitteleuropa 1989/90 auch nicht anders, als die "Kriegsbeute" des Zweiten Weltkrieges von ihrer Macht der Fremdbestimmung die Freiheit der Wahl in dieser Frage bekommen hat und bereits fast seit 20 Jahren sich der uneingeschränkten Landes-Einheit erfreuen kann. Hätte man damals auf die Kleingeister in dieser Frage gehört, wäre dieses Land und wahrscheinlich auch ganz Europa immer noch geteilt. Die ewige Autonomie-Pfennigfüchserei kann doch keine Antwort auf die Frage aller Fragen in ganz Tirol in seinem deutschsprachigen Teil seit der Teilung vor bereits 90 Jahren sein. Ein wiedervereintes Land Tirol wird erst dann auferstehen, wenn die meisten Parteien des Landes auch dafür Zug um Zug demokratiepolitisch glaubwürdig in Absprache mit dem Vaterland Österreich und der internationalen Schutzmacht der eigenen Interessen hart arbeiten werden wollen.