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Leserbrief: Italien – Ein Land der Skandale

Sven_Knoll_200_Wien_06.jpgEin Blick in die Medien der letzten Wochen zeigt wieder einmal, in was für einem Zustand sich Italien befindet und welch unsicherer Zukunft wir Süd-Tiroler als Teil dieses Staates entgegenblicken.

Ganz Europa schüttelt nur mehr den Kopf ob eines Stiefelstaates, der so gut wie gar nichts mehr auf die Reihe kriegt, in dem ein Skandal den nächsten jagt und in dem nicht Vernunft und Weitblick, sondern Korruption und Misswirtschaft die Politik prägen.

Kaum waren die Bilder der Müllberge in Neapel verblasst, wurde der Sturz der Regierung mit grölenden Sauforgien im Parlament gefeiert. Wenig später erschütterte die Nachricht von den dioxinverseuchten Mozzarellapackungen die Konsumenten, letzte Woche stand man dann kurz davor, den Termin für die Parlamentswahlen wieder abzusagen, und diese Woche hört man von dem unglaublichen Weinskandal, bei dem Salzsäure und Frostschutzmittel beigemengt wurden. Wen wundert es also, dass Italien im Wirtschaftsvergleich der Europäischen Staaten an letzter Stelle steht?

Wir sollten uns daher wohl die Frage stellen, ob wir wirklich noch länger zu einem solchen Staat gehören wollen, denn ansonsten werden auch wir die Zeche für diese Misswirtschaft bezahlen müssen.

Sven Knoll,
Landesjugendsprecher der Süd-Tiroler Freiheit
und Gemeinderat in Schenna

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35 Kommentar(e)

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1

Antwort auf Stefano di Bolzano
Dazu fällt mir ein bekanntes Lied von Hugo Wiener aus den 60er Jahren ein, gesungen von einer Kabarettistin Cissy Kramer aus Österreich, u.d.T. "Ich und der Novak". Wer dieses Lied kennt, kann die "Ich-Erzählerin" mit Italien ersetzen und den Herrn "Novak" mit der EU=Europa, also frei nach Cissy Kramer und Hugo Wiener etwas, damit alle vieleicht wieder lachen:

ITALIEN UND MISTER EUROPA AUS BRÜSSEL

Italien hat einen braven Beschützer, den viele Länder möchten,
der immer dieses Land bewahrt vor allem schlechten
Ein jeder kennt ihn - Europa ist sein Name
Ihm danken wir, dass heut´ Italia ist noch eine feine Dame
Ob angezogen oder als ein Nackter
Der Mr. Europa hat am ganzen Leib Haltung und Charakter
Italia hätt´ schon längst ein böses End genommen
aber Mister Europa lässt sie nicht verkommen!

Italia hätt´ an vielen Dingen ihr Vergnügen
Sie möcht´so gern immer wieder in der Gosse liegen
Sie möcht´ einmal an Mafia sich verkaufen
Oder sie möcht´ mit allen Linken wieder raufen
Sie möcht´ einmal auch alle Parteien toll verbrauchen
Wie Al Italia im Sturzflug oder sciopero (Streik) untertauchen
Italia hätt´ schon längst ein böses End genommen
aber Mister Europa lässt sie nicht verkommen!

La Casta möcht bei Vollmond am liebsten ein Vampir sein
Sie möchte wieder Geliebte von einem alten Fakir sein
Damit sie, wenn sie liegt auf Geld-Matratzen
Das Volk von hinten noch die Nagelspitzen richtig kratzen
Sie möcht´ wieder Schulden machen wie besessen
Sie möcht´ mit einem Medien-Walfisch sich vergessen
Sie hat sich das alles schon wieder vorgenommen
Aber Mister Europa lässt sie nicht verkommen!

Mr. Europa ist zwar einerseits ein Segen
Doch andererseits lässt er in Italia politisch sich nichts bewegen
Da stand ein Inserat in einer Zeitung, Mister Amerika sucht für eine Intervention eine selbstlose und kühntolle Leitung
Ein nettes Land mit naiven braven Wesen
Das nach seiner Pfeife tanzt vor Negern, Moslems und Chinesen
Den Posten hätt´Italia sofort angenommen
Aber Mister Europa lässt sie wieder einmal nicht verkommen!
Was soll man da als Mensch in so einem Fall in Italia machen
Toben und Schreien vor Wut oder durch Tränen lachen?

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achim baden-württemberg

Zapatero
Ja, das Klima ist dank Zapatero in Spanien forschrittlicher.

Aber was sagt ihr zu einem Erzbischof von Madrid, der die Vertreibung der Juden 1492 als große historische Tat bezeichnet, der erklärt, dass Spanisch (Kastilich) die Sprache des Glaubens sei und damit die Katalanisch und Baskischsprachigen zu Ketzern erklärt ?

Der die Einheit der spanischen Nation bis zu den Westgoten zurückverfolgen will.

Der Busse, besetzt mit Ultras, Faschos und Skinheads, die in Barcelona und Bilbao aufmischen wollen, von Priestern segnen lässt.

Der sich selbst in der Tradition der Inquisitoren wie Torquemada und Cisneros sieht.

meine Frage: Hat die italienische Kirche gegenüber den Südtirolern, Aostatälern u.a. je Ähnliches propagiert ?

Leider wurde der Mann, Rocuo Varela, kürzlich zum Kardinal ernannt.

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@ Marco.
Quoting Marco A.:

"Gestern habe ich in einer angesehenen deutschen Tageszeitung gelesen, Italien ist jetzt in Brüssel im Gegensatz zu früher ein Leichtgewicht geworden, das keiner mehr ernst nehmen muss oder will. Gerade nach dem Ausgang dieser Wahl wird sich das noch verstärken."

Muss nicht sein, Berlusconi war der einzige Ministerpraesident der italienischen Nachkriegsgeschichte, der die volle Legislaturperiode durchgehalten hat. Niemand kann voraussagen, wie sich ITalien entwickeln wird. Meinem Eindruck nach ist das soziale Klima in Spanien dank Zapatero fortschrittlicher als in Italien. Was Italien braucht ist also auch eine gedankliche Neubestimmung, eine Oeffnung in die Moderne. Italien ist ein sehr widerspruechliches Land. Aber wenn Leute in deutschsprachigen Zeitungen leichtzuengig von einer Sezession (beispielsweise von Terronia) sprechen, sind das die letzten Idioten und haben keine Ahnung. Der Norden Italiens waere ohne den Sueden naemlich auch nicht ueberlebensfaehig.

4

Berluska..
@fabivS: Selbstverständlich sehe ich auch, dass Geld verlocht wird-vorallem in römisch/vatikanischen Gebilden mit exzellenten maffiösen Gebilden. Diese haben auch in unserem Land /Schweiz schon Ableger, va. die sizilianische und die sardische.
Quelle: ital. Kulturverein Uster ZH/ und div. Tageszeitungen sowie SF DRS 1und2, wichtig finde ich es die Süditaliener so zu stärken, dass das einfache Volk- im Sinne einer Autonomie und Antimafiapolitik, die Überhand hat und sich selber organisiert.
Denn Föderalismus und Âutonomie ist die Zukunft, di Amis habens von der Schweiz übernommen, wenn auch etwas abgeändert.
Siegerdenkmal in Bozen: eine Tafel anbringen, dass das heute nicht mehr so ist , die Inschrift auf latein.
Ferner fördern der gemischtsprachigen Schulen(wer will). Zusammenarbeit Mitte links und Rechts Parteien, dann glaube ich, wenn dann noch die ital. Truppen zurückgezogen werden aus Nassiria, dann werden wieder Ressourcen frei. Den Weg d es Südtirols wird die Zukunft weisen..., trotzdem bin ich etwas stolz auf mein Mutterland 2/Italien. Grüss ins Tirol...

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Cittadino doppio...du kannst mir ruhig glauben: ich bin allerdings kein Prodi-Veltroni liebhaber...und woasch es Unterschied zwieschn Prodi und Berluska??
Dass genau unter beide Regierungen haben Familien und arme Leit verhungert... aber zumindestens werden unter Prodi die Staatsfinanzen verbessert.

Zusatzlich hat in Berlusconi so a haufn Schand-gesetzte gemacht, dass i leider sie nicht mehr alle erinnere... (aber jetzt haben wir schon 5 jahren vor uns um sie langsam zu erinnern)... und sein Benehmen ist so unprofessionaell (und manchmal sogar frech) dass er den ganzen Staat unglaubwuerdig macht.

Ausserdem ist nicht nur schlimm dass er gewonnen hat, sondern dass die Roten und die Gruenen eine totale Niederlage erlitten haben. Jetzt gibt es in unserem Parlament keine Linkepartei mehr... Sozialisten, Kommunisten, Umweltschuetzer, Syndacalisten... Zumindestens als Opposition haetten mir sie gebraucht: net nur dass manche von ihren Forderungen wichtig sind, aber auch dass sie zumindestens kontrollieren koennen haetten, was die anderen in Parlament mittlerweile tun...
Ich war schon geuebt, dass bei fast uns lei Rechten gibts: von alle einheimische Parteien (also SVP, Union, Freiheitl. und S-F) nur SVP und S-F sind nicht ausschliesslich nach Rechts orientiert. Deswegen sind sie auch die einzige die ich mag...

...Also Proletarier unser Landes vereinigt euch und danoch vereinigt bitte auch unser schoenes Land Tirol... 😉

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Politchaos ohne Ende
Ein Politiker, der bereits zwei mal Italien nachhaltig gegen die Wand gefahren hat, soll jetzt ausgerechnet eine Besserung der Lage herbeiführen. Warum es die Menschen glauben und solche Politiker auch wählen, ist mir rätselhaft. Meine Prognose, Italien wird noch tiefer im Chaos versinken, die La Casta wird noch mehr Privilegien und Reichtum, bzw. Medien anhäufen, und die Bürger werden noch mehr erzürnt auf die Politiker sein. In Süd-Tirol gehen die Uhren anders, wie lange noch? Früher oder später wird man in Rom von Bozen aktive Solidaritätspolitik in der Verwaltung dieser italienischen Misere mit entsprechenden Nachdruck verlangen, Autonomie hin oder her. Gestern habe ich in einer angesehenen deutschen Tageszeitung gelesen, Italien ist jetzt in Brüssel im Gegensatz zu früher ein Leichtgewicht geworden, das keiner mehr ernst nehmen muss oder will. Gerade nach dem Ausgang dieser Wahl wird sich das noch verstärken. Die EU-Politiker scheinen heute in Kategorien zu denken, es gibt in der Union westlichen und östlichen Teil, sowie Italien als eigene Kategorie. Die Voraussetzungen für eine Besserung der Lage sind denkbar schlecht, und sie haben sich nach dieser Wahl noch dramatischer verschlechtert, da hilft auch nicht die permanente Politik des in Italien verbreiteten Gesundbetens. Die Politik und Wirtschaft brauchen keine "Naturheiler", sondern Leute, die etwas davon verstehen, wie Romano Prodi, oder Walter Veltroni z.B. Wenn man sogar diese Politiker in die Wüste schickt, dann Gute Nacht Italien und Guten Morgen in Padanien, wo das Land Süd-Tirol angeblich aus dieser permanenten "Geiselhaft" dieser gestern und heute in jeder nur erdenklichen Hinsicht verfehlten Politik der La Casta dieses Staates der Fremdbestimmung endlich entlassen werden sollte oder könnte.

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Besser so als anders..
@fabivS: Ja das verstehe ich schon, aber war den Prodi besser?
Warum wurde Walter Veltroni nicht mehr gewählt.
Kann es nicht sein, dass es diesmal der "Silvi" gut und besser macht.
Du hoast doch gsagt, dass du nix gegen Itolien hoast, wrum den so e Bemerkig? Grüsse aus dem tiefen Mehrwertsteuerland...Bhüats...

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Volk-der-Freiheit
Haitn hot es Berlusconi endlich in den wahlen triumphiert... des wor fuer mi kuane bsundere iberraschung.

I han in den leschten wochn a haufn lait im gonzen Stoot keahrt, die gerne umgezogen wuerden folls in Berluska gewonnen haette. Mir sein obr die uanzige die samt inser Londl umziechn koennen... also Mander, auf zum Salurn! und folls die Welschtiroler mitkemmen wollen auf zum Borghetto!!!
Hoffmor lei dass die SVP mit sem scheiss "Volk-der-Freiheit" net eppes zommtian will, sunscht miasmor no fuer ewig do bleibn! Uebrigens... Freiheit hot wegn mir olm uane gonz ondre Meinung kopt!!!

Griasdenk!

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Selbstbestimmung..
Ich bin der Meinung es hat keinen
Wert- jemanden zu zwingen sich als Italiener zu fühlen, wenn er sich partout zu Tirol (AT) hingezogen fühlt.(Darf auch sein)
@Wie würde ich das lösen: .. ich würde analog wie in der Schweiz eine totale Autonomie (in allen Belangen.. wie Polizei, Steuern, Strafrecht und sprachlich-kulturell)etc, bestimmen/oder einführen. Es könnte auch ein
Modell wie Bayern sein, wo halt die Sprache zum Mutterland D gleich ist,
was natürlich im Sinne der italiener und ladiner berücksichtigt werden muss/sollte.
Die Möglichkeit eines Wirtschaftsbund mit dem Veneto/Lombardei- nur wenig Abgaben an Rom, eine Hauptstadt in Südtirol mit Sonderrechten, einer Landes/Provinz National Hymne, einer eigenen Nationalgarde/Polizei ohne Carabinieri Vollmachten.
Ein Italo im Ausland lässt grüssen....
...und trotzdem mit Italien verbunden sein. Autonomie und Föderalismus hat Zukunft, nicht nur in Italien..

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Georgos Egger

Vaterloses Vaterland!
Ich hab ja gar nichts gegen diesen Begriff, der hier immer wieder einmal angeführt wird. Aber ich habe Probleme damit, daß die herkömmliche Bedeutung dieses Begriffs im österreichischen Rechtswesen, angefangen vom Staatsgrundgesetz bis hin zum Staatsbürgerschaftsgesetz, schon lange obsolet ist. Deshalb wirkt er auf mich in den hier gegebenen Kontexten auch entsprechend irreal. Politisch agierende Einzelpersonen mögen ja noch unter diesem Wortbanner und Gefühlen der Landestreue einen Ausschnitt der Wahlklientel erreichen und bewegen, doch das Gesamtbild schaut anders aus. Was bedeutet noch „Vaterland“, wenn die Väter in immer größerer Zahl demissionieren? Ich habe nunmehr sieben meiner Kinder durch die gesamte Pflichtschulzeit begleitet — in den Volksschulklassen waren die Kinder „normaler“ Familien, nämlich bestehend aus Mutter, Vater und Kindern, eine permanent zunehmende Minderheit. Einige der Kinder hatten alle paar Jahre wieder einen anderen „Papa“. Der Anteil an fremdsprachigen Zuwandererfamilien ist ebenfalls stetig angestiegen. Im Gegensatz zu meiner Schulzeit sind „vaterländisch“ orientierte Lerninhalte in der Schule so gut wie restlos verschwunden. „Multikulti“ heißt die Devise, und nicht „Vaterland“. Im Staatsbürgerschaftsrecht spielt die Abstammung, spielen die Väter überhaupt keine Rolle. Sie hat in der Wertehierarchie der Gesetzgebung nicht etwa den letzten, sondern überhaupt keinen Platz (mehr) — wohl aus Furcht, als „rechtsextrem“ zu erscheinen.

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Selbstbestimmung
Die Option der Eigenstaatlichkeit für das Land Süd-Tirol propagieren so gut wie nur die Linken, und sie finden sogar dabei Unterstützung aus den Reihen der Hüter der Italianità des Alto Adige. Erstens, weil das ein extremes Minderheitenprogramm ist, zweitens, weil dies die Geschlossenheit der Süd-Tiroler in der Frage der eigenen Selbstbestimmung in und von Italien nachhaltig stört, und drittens dort wo sich Zwei streiten, das nutzt dem Dritten. Das Land Österreich wird weiterhin ohne Einschränkung in ganz Süd-Tirol quer durch alle Parteien und Schichten, vieleicht mit der Ausnahme der multikulturellen Grünen, als das historische und ethnische Vaterland in einer breiteren Deutschen Kulturnation angesehen, Betonung auf Kultur. Daran wird sich so bald auch nichts ändern. Die "Südtiroler Schützen" werben z.B. für ihre Ziele mit dem Spruch; "Unsere Heimat ist Tirol, unser Vaterland ist Österreich." Dem italienischen Herrschaftsanspruch haben die Menschen in Süd-Tirol bei passenden historischen Gelegenheiten klar und deutlich widersprochen, so 1918 bei der Selbstbestimmung-Petition der Gemeinden an US-Präsidenten Wilson, 1946 mit der Petition der fast gesamten Bevölkerung des deutschsprachigen Landes Tirol südlich des Brenners an BK Leopold Figl und an Österreich, 2006 mit der Selbstbestimmung-Petition der Bürgermeister der südtiroler Gemeinden, fast von allen unterzeichnet, an den Österreichischen Nationalrat in Wien. Die Ereignisse um die in Hinblick auf die weitere Geschichte des Landes von zwei Diktatoren erzwungene verhängnis- und unheilvolle sog. "Option" zwischen 1939-43, wo 86% der Menschen gegen Italien votiert haben, wo man den Menschen sogar drohnte, entweder ihr seid mit einer restlosen Italianisierung einverstanden, oder ihr werdet zwangsumgesiedelt nach Süd-Italien oder Afrika, oder ihr habt die Wahl auszuwandern, sie sprechen eine klare Sprache, wie die Menschen von diesem Staat der Fremdbestimmung behandelt worden sind. Viele Menschen zwischen Salurn und Brenner, zwischen Reschen und Innichen, meinten bis in die späten 70er Jahre, dieser Staat der Fremdbestimmung hat uns Süd-Tiroler auf einen ethnischen Todesmarsch geschickt. Italien ist 1918 in ein Land so gut wie ohne Italiener gekommen und versuchte vor allem zwischen 1921 und 1972 die Süd-Tiroler zu assimilieren und zu italianisieren, als das nicht gelang, dann auch zu majorisieren durch gesteuerte Massenzuwanderung. Ich würde meinen, auch die Ereignisse um die 1946 in Paris gegenüber Österreich im "Pariser Vertrag" versprochene aber bis 1972 nicht umgesetzte Autonomie für Süd-Tirol und die bekannten Kungebungen und Ereignisse auf der Burg Sigmundskron bei Bozen 1957, später die gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht der 60er Jahre, sie alle können nicht gerade als Liebesbeweis der Bevölkerung gegenüber Italien bewertet werden. Vielmehr ist Italien damals in einer "italienischen Demokratie" mit Süd-Tirol so umgegangen, wie Serbien mit Kosovo Ende der 90er Jahre. Bis Ende der 40er Jahre sind sogar Süd-tiroler oder ihre Kinder nach Österreich abgeschoben worden, weil man den Menschen österreichpatriotische Aktivitäten vorgeworfen hat. In den 60er und 70er Jahren sind Tausende Menschen in dieser "Demokratie" aus nichtigen Gründen inhaftiert oder sogar gefolter worden, um Aussagen zu erzwingen, viele sind sogar gezielt ermordet worden. Nur vor einer breitangelegten Vertreibung hat man noch Halt gemacht, da dies dem in Freiheit lebenden Rest Europas gar nicht gefallen hätte, aber diese Parole ist heute noch sogar zu hören, wenn es euch nicht passt, dann haut ab nach Norden, hier in Alto Adige "siamo in Italia". Um das Jahr 1970 merkte man in Italien endlich, dass man mit den Menschenreechten für die Süd-Tiroler nicht so umgehen kann, wie man das von früher seit 1921 gewohnt war. Anderswo in Europa glaubte man das auch sehr lange, bis zu der jüngsten Selbstbestimmung vom Feber dieses Jahres, aber die freie Welt, vor allen in der EU, bewies seit 1988 bis 2008 endlich einmal politische und moralische Stärke, sowie auch Durchsetzungskraft. Aus diesem Grund ist dieses kleine Land am Balkan Kosovo Dank der internationalen Gemeinschaft heute ein eigener Staat ohne Fremdbestimmung geworden. Die Süd-Tiroler würden wahrscheinlich auch das akzeptieren, wenn es gar nicht anders gehen würde, nämlich nach der Selbstbestimmung einen eigenen Freistaat Südtirol, aber das ist heute ein Minderheitenprogramm, die überwiegende Mehrheit will meiner Meinung nach etwas anderes, in erster Linie die Klärung der Frage der Selbstbestimmung als Land und Volk von und in Italien. Nicht umsonst wird der heutige Landeshauptmann von Francesco Cossiga als "Österreichisch-Tiroler Nationalist" genannt. Gerade Luis Durnwalder und die SVP bezeichnet bei so vielen Gelegenheiten Publikumswirksam die Süd-Tiroler als DIE österreichische Minderheit in Italien. Eine andere bedeutende Partei in Süd-Tirol, die Freiheitliche Partei, ist eine Landesgruppe bzw. Unterorganisation der FPÖ. Die Partei Union für Südtirol ist ebenso aus der alten Zeiten Dank dem unermüdlichen Einsatz der Frau Dr. Eva Klotz Österreich-patriotisch weiterhin geblieben. Ich erinnere da an die von der Union im Auftrag gegebene offizielle Briefmarke der Österreichischen Post, auf der Schloss Tirol bei Meran abgebildet ist, und auf der es steht, wie ich mich erinnern kann, 1809 - 2009, 200 Jahre Freiheitskampf, Tirol von Salurn bis Kufstein. Das Bild über die Einstellung der Süd-Tiroler Freiheit zum Vaterland Österreich kann man sich leicht direkt auf dieser Seite verschaffen. Nicht nur die Texte, sondern vor allem auch die Bilder und Filme sprechen in dieser Hinsicht Bände. Also fast die gesamte politische Landschaft Süd-Tirols hat offiziell dazu eine klare Haltung bewiesen, die wenig Raum für anderslautende Interpretationen zulässt. Ich würde noch allen interessierten Menschen die Website der "Südtiroler Schützen" empfehlen, vor allem die Bildergalerie aus Süd-Tirol, die Adresse auf Google vieleicht zu finden. Diese Haltung der Süd-Tiroler gegenüber dem Vaterland Österreich verändert sich natürlich im Laufe der Zeit, aber seitdem der italienische Altpräsident Cossiga 2006 ein Referendum, sogar mit einem Gesetzesentwurf, vorgeschlagen hat, haben auch die Süd-Tiroler klare politische Linie dazu bezogen. Die Oppositionsparteien sind klar dafür, die grösste Partei die SVP noch nicht. Die Edelweisspartei ist der Meinung, das wäre nur wieder eine Finte der Hüter der Italianità des Alto Adige, um die Landespolitik in der Frage der Selbstbestimmung in aussichtslose politische Manöver zu verwickeln, da es zu viele Wahlmöglichkeiten paralell in diesem Vorschlag gegeben hat. Daher glaubt wohl die SVP, wenn jemand für die AP Südtirol ein Selbstbestimmung-Referendum oder eine Abstimmung beschliessen wird können, sind das nur "wir" allein, wenn wir die allgemeine politische Lage und den Zeitpunkt für gekommen erachten. Das Recht auf diese Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, dieses Recht wird das Land in Zukunft eher von der EU selbst als von Italien zugestanden bekommen und ausüben können, wenn nicht schon bald, dann sicherlich mit der Zeit, wenn die Süd-Tiroler selbst weiterhin dafür national und international werben und auch politisch glaubwürdig eintereten werden. Der Pariser Autonomie Vertrag für das Land ist zwischen Italien und dem Vaterland Österreich 1946 abgeschlossen worden. Österreich hat vor allem unter AM und BK Bruno Kreisky in unzähligen Treffen mit der damaligen und heutigen Macht der Fremdbestimmung dieser Autonomie Süd-Tirols auf die Sprünge geholfen. Österreich geht heute in der Frage von Süd-Tirol zuerst darum, dass dieses Land in Frieden und Ruhe mit seiner Autonomie gut leben kann, sollte aber einmal das ein freier Entschluss der Süd-Tiroler sein, wieder zum Vaterland zurückzukehren, wird Österreich sicherlich keine Hindernisse auf diesem Wege aufbauen. Heute im Zeitalter von so vielen neuen Selbstbestimmungen in ganz Europa, sogar in der EU selbst in Schottland seit 2007, scheint dieser internationale politische Spielraum für die Landespolitik in der Frage der Selbstbestimmung grösser geworden zu sein. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung aller Sprachgruppen weiss was sie in dieser Frage will, die Landespolitik auch, vorausgesetzt, Italien würde einmal in Zukunft diese Selbstbestimmung dulden und nicht behindern. Laut einer Umfrage der SVP vom September 2006 wollen 18% einen Freistaat, 20% Ausbau der Autonomie und 61% der Bürger aller Sprachgruppen des Landes zurück zu Österreich. Eine Selbstbestimmung für Süd-Tirol ist erst dann möglich, wenn der heutige Staat dies duldet, oder zumindest eine Volksbefragung zu dieser Frage nicht behindert, weiter wenn die Süd-Tiroler selbst wissen was sie wollen, und wenn das Vaterland Österreich das politisch umsetzt und respektiert, was an Wünschen und Optionen an den Staat aller Österreicher, auch der Süd-Tiroler, aus der Landespolitik in Bozen herangetragen wird, und wenn diese Selbstbestimmung breite Symphatie und ideologische Unterstützung in der EU selbst und in der Welt vorfindet. Erst dann wird sie möglich sein, aber dazwischen gibt so viele Stolpersteine, dass man beinahe verzweifen kann. Wenn man aber an die Selbstbestimmung als solche glaubt und danach auch handelt, wird sie einmal zur Gänze auch für Süd-Tirol politisch möglich sein. Früher oder später kommt für jede derartige politische Entwicklung der richtige Zeitpunkt, immer und überall auf der Welt. Davon zeugen die so vielen gelungenen Selbstbestimmungen der letzten 20 Jahre in Europa, von der Deutschen Einheit 1989/90 bis 2008 im Kosovo. Ähliche Tendenzen gibt es auch heute und morgen in der EU selbst für eine ganze Reihe von Regionen, eine davon ist die AP Bozen Südtirol, mit dem Unterschied zu den anderen, dass gerade das Land Süd-Tirol ein treues Vaterland und eine völkerrechtlich anerkannte Schutzmacht seiner Interessen an seiner Seite hat.

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Ausweg Selbstbestimmung! - als Antwort a
Ich habe jetzt das Fragezeichen in der gestrigen Überschrift (weiter unten) durch ein Rufzeichen ersetzt, weil ich glaube, dass ein/e Abstimmung/Referendum gut für alle wäre. Einerseits würde damit die längst überfällige Befragung der Betroffenen nachgeholt – Süd-Tirol wurde ja damals mehr oder weniger gegen seinen Willen, nur mit dem Segen der Alliierten, von Italien „annektiert“ – und damit ein Unrecht getilgt. Andererseits würde dann endlich einmal Klarheit in dieser Frage geschaffen. Dagegen spricht eigentlich nur der evtl. Wunsch der Süd-Tiroler, bestensfalls auf Dauer wie bisher im „Niemandsland“ zu verharren oder schlechtestenfalls – steter Tropfen höhlt ja den Stein – doch noch irgendwann durch und durch welsch zu werden. Nicht verwunderlich ist es nun, wenn es heißt: „Bella Italia ja – aber eher als Urlaubsland denn als patria!“ Allein schon der Umstand, dass Italien jetzt möglicherweise wieder einem sozusagen mehrfach Vorbestraften, der stets nur an den eigenen Vorteil denkt, das Vertrauen schenkt, lässt viele am Stiefelstaat zweifeln.

Jedenfalls ist im neuen Europa das Selbstbestimmungsrecht anerkannt, weswegen es sich bei einer Befragung um ein geeignetes Instrument zur Klärung handeln würde. Was Markus A. gestern schrieb, ist durch und durch nachvollziehbar. Sollte sich infolge des starren Festhaltens am „Mir-san-mir-Denken“ letztlich ein eigener Staat unter Verzicht auf die Einheit Tirols durchsetzen, müsste man das wohl (als Nord- oder Ost-Tiroler und überhaupt als Österreicher wahrscheinlich mit Bedauern) zur Kenntnis nehmen. Ebenso eine evtl. Entscheidung für den Verbleib bei Italien. Sicher gehen die Meinungen in Süd-Tirol mittlerweile ebenso auseinander wie im Staate Österreich. Dieser Tatsache gilt es ins Auge zu schauen. Im jetzigen Österreich gibt es generell ein Ost-West-Gefälle und sicherlich auch in dieser Frage. Einen Wiener wird das Ganze jetzt vielleicht schon wegen der größeren räumlichen und emotionalen Entfernung weniger interessieren als etwa einen Nord- oder Ost-Tiroler. Immer wieder melden sich inzwischen auch ignorante Ideologen zu Wort, der sich zwar in der Sache selbst nicht wirklich auskennen, aber trotzdem meinen, die berechtigten Anliegen der Tiroler Wiedervereinigung als „Schnee von (ewig)gestern“ diffamieren zu müssen – was natürlich ein ausgewiesener Schmarr’n ist und überflüssig noch dazu.

Das alles wird keinen Vernünftigen davon abhalten, eine Heimkehr zu uns nach Österreich ernsthaft ins Auge zu fassen, wenn das die Süd-Tiroler selbst wollen. Für Österreich wäre das zweifellos eine Riesen-Ehre und müsste uns auch was wert sein! Klarerweise müssten bei einer solchen Lösung die Italiener in Süd-Tirol und deren Rechte entsprechend berücksichtigt werden. Das versteht sich von selbst, aber eine auch in dieser Hinsicht sachgerechte Lösung dürfte in einem modernen Staatswesen kein Problem sein. Wie sich die Tiroler dann intern im Detail organisieren, würde sich herausstellen. Dafür gibt es ja bereits jetzt bekannte Modelle, und diese Frage sollte mit der erforderlichen Kompromissbereitschaft nicht zum Hundernis werden.

Wie auch immer, eine entscheidende Voraussetzung für solche Lösungen wären Politiker mit Format, die sich da drüber trauen. Die Gruppierung um Eva Klotz, Sven Knoll usw. etwa dürfte dieses Format haben, wie die ernsthafte Auseinandersetzung mit der Selbstbestimmungsfrage beweist.

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Daten..
Sehr geehrter Herr Knoll, Gemeinderat in Schenna.

Betreffend dem Wahlbetrug, offensichtlich wurden 50.Tausend
Stimmen durch einen Kandidaten
einer Partei gefälscht (SF DRS 1
10 vor Zehn/ Tagesschau Deutsche CH), ferner SF DRS 1 und Radi DRS 3 von heute Mittag/aktuelles, sind in der CH gemäss den Zahlen
und gegenüber dem restlichen Auslands Wahbezirken von etwa 300T
stimmberechtigten Italenern nur ca 50% brieflich stimmen gegeangen.
Die Briefe gehen ans Konsulat und werden dort abgestempelt, ich war dort mal dabei aus Interesse, das läuft korrekt ab. Also wo sind
die gefälscheten Stimmen aus dem Ausland?
Danke im voraus für Ihre geschätzte Antwort und grüssen aus der CH...
Wenn sähen Sie denn gerne als Ministerpräsident?

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@Paul
"Ich sah einmal ein Bild, wo auf dem Schaufenster "Ebro" geschrieben stand, italienisch für "Jude"."

Antisemitismus war im Faschismus auch anzutreffen, allerdings gab es auch jüdische Faschisten in Italien.

"Bei der Eisenbahn sind die Italiener übrigens sehr rückständig"

Ja, vor allem in Kalabrien und in Sizilien. Aber der ETR 500 ist schon ein nettes Zuegchen, vor allem sehr laaaaaaang, verglichen mit einem TGV oder ICE. Und die Motorleistung stimmt auch.

Auf der anderen Seite muessen sie sehen, dass einige der eindruckvollsten Viadukte Europas in Italien stehen und die Neigezugtechnik wurde in Italien geboren.

"Ich kann keinen Vorteil für Italien darin erkennen, dass Deutschland keinen ständigen Sitz im Sicherheitsrat hat."

Sonst waere ITalien abgehaengt, aus dem Club der Großen in Europa.
Italien sieht sich naemlich mit VK, Frankreich und Deutschland als Grosser in Europa an. In den drei ersten Laendern nimmt man Italien nicht allzu ernst und Spanien sieht sich mit den besagten 4 Laendern ebenfalls als Grosser an und fuehlt sich duepiert, wenn es wie durch die G-7 ausgeschlossen wird. Ein deutscher Moderator auf Phoenix sagte bei einer Liveberichterstattung zum G-7 Treffen in Heiligendamm: "Was haben Kanada und Italien in der G-7" verloren?" Etwas arrogant, die Deutschen oder nicht? Ich glaube die brauchen wieder ein Halbfinale.

DAs BIP ITaliens war vor wenigen JAhrzenten auch groesser als das des Vereinigten Koenigreichs.

Aber ich stimme ihnen zu, dass man sich um Menschen kuemmern sollte und nicht um Staaten.

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an Herrn Stefan
Lieber Herr Stefan!

Wieso bedauren Sie es, wenn ein Staat (zB Italien) Einfluss verliert und nach außen nicht stark auftreten kann?

Es geht mE nicht darum, dass der eine (Italien) oder der andere (Deutschland bzw. Österreich) mehr Macht bzw. politisches Gewicht hat, sondern einzig und allein darum, welches Gemeinwesen das Zusammenleben der ein Gebiet bewohnenden Menschen besser regeln kann.

Ich vermute, dass ein Italiener besser von einer italienischen Regierung regiert wird, wie ein Deutscher besser von einer deutschsprachigen Regierung beherrscht wird.

Reichsdenken ist Machtdenken, das vor allem und als erstes von den Hunnen nach Europa gebracht wurde.

Denken Sie, dass jemand mit deutscher Muttersprache an einer deutschen oder an einer italienischen Hochschule besser fortkommt?

Beste Grüße
Ihr Paul R.

NG: Bei der Eisenbahn sind die Italiener übrigens sehr rückständig. Italien ist mW das einzige Land, wo noch zwei Zugführer in einem Triebwagen sitzen müssen. Ich kann keinen Vorteil für Italien darin erkennen, dass Deutschland keinen ständigen Sitz im Sicherheitsrat hat. Und ich denke, dass auch die Italiener ihre Juden verfolgten. Ich sah einmal ein Bild, wo auf dem Schaufenster "Ebro" geschrieben stand, italienisch für "Jude".

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Antwort auf He
@ He. Ich bin der Meinung, in einer freien und unbehinderten Abstimmung nach ausreichender Zeit für Vorbereitung und Wahlwerbung, würden wahrscheinlich sogar 2/3 der Bürger aler Sprachen für Selbstbestimmung votieren, die deutschen und ladinischen Süd-Tiroler, aber auch etliche Italiener, wenn man gerade dieser Sprachruppe eine klare und glaubwürdige Perspektive der Absicherung ihrer Interessen nach so einer Selbstbestimmung in einem neuen Land Süd-Tirol klar aufzeigen und sichern würde. Das wäre womöglich nur in Form einer neuen Landesverfassung möglich, wo alle drei Sprachgruppen gleichberechtigt zu Landesvölkern erklärt worden wären, also kein Minderheitenschutz, sondern eher Proporz, wenn vor allem Italiener es so wollen würden, dazu abhängig von den neuesten Zahlen der Volkszählung, da es in der EU heute die Niederlassungsfreiheit der Bürger gibt, die aber gerade in Süd-Tirol via Autonomiebestimmungen ihre Einschränkung findet. Diese würden nach der Selbstbestimmung fallen. Heute leben in Süd-Tirol cirka 25% Italiener, die meisten oder fast alle im Dreieck Bozen Meran Salurn, gerade dort würde man so einen Ausgleich der Interessen brauchen. Heute würde sich wahrscheinlich eine sehr grosse Mehrheit für die Selbstbestimmung Süd-Tirols, aber eine knappe absolute Mehrheit für die Wiederherstellung der alten ethnischen und verwaltungsmäßigen Landeseinheit in ganz Tirol finden. Man darf nicht übersehen, dass seit fast 90 Jahren gerade in Süd-Tirol bedingt durch die Geschichte des Landes eine starke "mir san mir" Mentalität der Süd-Tiroler gewachsen ist. Es gäbe vieleicht noch andere Alternativen der Selbstbestimmung, die Sie nicht ausdrücklich erwähnt haben, z.B. ein neues zehntes Bundes-Land Südtirol, ein Land Tirol mit einer Über-Landesregierung bestehend aus zwei Landesregierungen in zwei verschiedenen EU-Staaten, oder eine Europäische Region Tirol, sollten die Süd-Tiroler jemals die Möglichkeit der Abstimmung in der Selbstbestimmungfrage bekommen, und diese aus welchen Gründen auch immer demokratisch abgelehnt hätten. Aus heutiger Sicht würden wahrscheinlich die Menschen in Süd-Tirol so abstimmen, wie die Parteien dies den Menschen emfehlen würden, d.h. würde auch die SVP für ein "ja" zu Selbstbestimmung werben, wäre diese klar zu gewinnen, es sind aber nur Annahmen und keine Fakten. Diese werden erst in einer Abstimmung oder in einem echten Referendum über die endgültige staatliche Zugehörigkeits des Landes geschaffen, aber danach schaut es zumindest momentan nicht aus. Das hat vor cirka zwei Jahren im Mai 2006 der italienische Altpräsident Francesco Cossiga mit seinem im Römischen Senat eingebrachten Gesetzesenwurf "Selbstbestimmung für Südtirol" auch vorgeschlagen.

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Servus Michael

Wollte ich eigentlich nur sagen dass österreich auch Skandale gekannt hat!

Es tut mir leid aber ich bin nicht so klug wie du! Ich lese nicht der Spiegel sondern nur die Süddeutsche Zeitung!

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Ausweg Selbstbestimmung?
Es ist nur zu verständlich, dass viele Süd-Tiroler die italienischen Skandale langsam satt haben und ihre Zugehörigkeit zum italienischen Staat, die ihnen ja damals gegen ihren Willen aufgezwungen worden ist, überdenken. Sollte nun wirklich wieder der Populist Berlusconi Regierungschef in Rom werden und sein Lager am Ruder bleiben, würde das die Zweifel am langfristigen Fortbestand der Autonomie sicher nicht verringern. Und wenn man jetzt z. B. die Beiträge über die Polizei liest, gewinnt man auch den Eindruck, dass von mancher Seite immer wieder Anpassung an alles Italienische eingefordert wird. Unter solchen Voraussetzungen mutet es eigentlich seltsam an, warum das offizielle Südtirol die Chance auf Geltendmachung des Selbstbestimmungsrechtes zuletzt nicht ergriffen hat.

Was spricht denn gegen eine solche Abstimmung, wie es sie auch in unserer Zeit immer wieder wo in Europa gibt. Auch die deutsche Wiedervereinigung ist Normalität geworden, obwohl sie noch vor 20 Jahren allgemein als unwahrscheinlich galt. Fakt ist, dass die Süd-Tiroler im 20. Jh. Unrecht erlitten haben und (nach den dazu notwendigen Vorbereitungen) endlich über ihre Zugehörigkeit abstimmen können sollen, wenn sie das wollen. Das gebietet schon die demokratische Fairness, und ein gültiges Ergebnis wäre dann natürlich – egal, wie es aussieht – zu respektieren. Jedenfalls würden wir Österreicher – allen Unkenrufen zum Trotz - eine Rückkehr Süd-Tirols zu uns begrüßen!!! Positiv wäre die baldige Klarheit darüber, was die Süd-Tiroler selbst wirklich wollen und wo ihre Zukunft liegt, bestimmt für alle. Und unglaubwürdig bleiben am Ende nur die, die – aus welchen Gründen auch immer – eine Abstimmung als Recht der betroffenen Bevölkerung unbedingt verhindern wollen.

Selbst wenn die Tiroler Binnengrenze durch die EU und das Schengener Abkommen durchlässiger geworden ist, bedeutet das nicht automatisch das Ende des Weges (siehe oben). Dem EU-Land Italien müsste man eine faire Abstimmung jedenfalls guten Gewissens zumuten können. Wie auch immer – ausgehen muss der Wunsch nach einer solchen Abstimmung ohnehin von den Süd-Tirolern selbst, das ist klar! Von Österreich und der EU wäre dann die notwendige Unterstützung zu erwarten.

Von Interesse ist die Entwicklung übrigens schon länger und man kann nur neugierig sein, welche Präferenz (Wiedervereinigung mit dem übrigen Tirol und Ö, Selbstständigkeit wie auch immer, Weiterverbleib bei I) sich letztlich bei der Süd-Tiroler Bevölkerung durchsetzt und ob man in der Umsetzung weiterkommt. Da ist es wirklich erfreulich, dass sich die Vertreter der Süd-Tiroler Freiheit so ehrlich und kompetent für die Rechte der Süd-Tiroler einsetzen. Nur Mut weiterhin! Es wäre Eva Klotz, Sven Knoll & Co. von Herzen zu gönnen, dass sie mit ihren Bemühungen die gewünschten und verdienten Erfolge erzielen können.

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kurze antwort
@ Herr Knoll

Lieber Herr Knoll, wollen sie ein wohloranisiertes, effizientes Italien, das nach aussen stark auftritt, oder wollen sie das nicht. Wollen sie ein Italien, dass die Initiative ergreift und in Wissenschaft und Technik eine Vorreiterrolle einnimmt, oder sind sie daran interessiert, dass Italien an Einflss verliert.

Meiner Ansicht nach, hatte Italien in den 80ern mehr politisches Gewicht als es das heute hat. Und ich bin auch der Meinung, dass Italien momentan auf dem absteigenden Ast ist, was ich persoenlich bedauere.

Italien ist das einzige G-7 Land, dass keine Kernkraftwerke betreibt und eines der wenigen Länder dieser Erde, die einen Atomaustieg vollendet haben. Die Stromversorgung Italiens ist von Importen abhaengig, was zu den hoechsten Preisen in Europa fuehrt.

Die erste Autobahn wurde in Italien gebaut und bei der Entwicklung der Hochgeschwindigkeitszuege nach dem zweiten Weltkrieg war Italien immerhin unter den ersten 10 Laendern der Welt. Auch die Automobilindustrie Italiens ist auf dem absteigenden Ast. Fiat, Lancia und co. hatten frueher einen wesentlich hoeheren Marktanteil als heute.

Aber noch ist Italien kein Bananenstaat, zu dem es in diesem Forum haeufig heruntergeredet wird.

Italien ist beispielsweise in der Lage, zu verhindern, dass Deutschland einen staendigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bekommt. Vielleicht haengt das auch damit zusammen, dass Italien mehr Diplomaten unterhaelt als Deutschland.

Ich jedenfalls saehe es gern, wenn die Lage in Italien so waere, dass man sich in Deutschland mehr an Italien orientierte, als andersherum.

Ich weiss auch nicht, wie oft Herr Knoll schon in Neapel war. Er sollte sich nicht staendig auf die Muellberge fixieren und auch zur Kenntnis nehmen, dass die Haeuser dort wenigstens von innen (meiner Ansicht nach) weitaus schoener sind, als in noerdlicheren Gefilden unseres Kontinents

Schließlich sei mir eine kleine historische Bemerkung gestattet: Der FAschismus wollte die tirolerische Kultur in Alto Adige vernichten, aber nicht die Tiroler in Alto Adige. Das heisst er wahr vereinnahmend; er wollte die Tiroler in Alto Adige zu Italienern machen. Etwa zur gleichen Zeit hat mit dem Nationalsozialismus in dem "historischen Vaterland" von Alto Adige ein System gewuetet, dass das Recht auf Leben der rassistisch als Minderwertige eingestuften Menschen negiert hat. Und Suedtiroler waren nicht nur Opfer, sondern auch Taeter , beispielsweise bei der Besetzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht, wo auch Mittel der biologischen Kriegsfuehrung von Deutschland eingesetzt wurden.
Auch am Massaker von Kephalonia waren Suedtiroler beteiligt.

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Mal wieder ein paar neue Daten zu Italien:

Die von den Medien gestern veröffentlichten Daten der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), zeichnen ein äußerst düsteres Bild von Italien, das wirtschaftlich am Boden liegt. So ist Italien beispielsweise in punkto Produktivität und Infrastrukturen, in Europa inzwischen an letzter Stelle!
Bezeichnend ist aber auch die Tatsache, dass bereits gestern (2 Tage vor den Parlamentswahlen) vor massiven Wahlbetrug, im Umgang mit den Stimmen der Auslandsitaliener, gewarnt wurde.

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen…..

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Nix verstehe
Yvan,

wo ist denn der Kausalzusammenhang zwischen Deinen zwei Fragen und meinem gestrigen Kommentar? Hilf mir bitte.

Wenn ich Dir schon antworte, dann gleich mit der Bitte aufzuhören, in der Vergangenheit herumzuwühlen. Es geht um die Zukunft. Bei Deinem Ansatz würde ich auch in Italien Einiges aufzuführen wissen.

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Georgos Egger

Lebensstil
@ Cittadino doppio: Ich bin gottenfroh sind wir noch nicht im Gebilde EU, das hat keine Zukunft, kostet Geld und bringt nix! http://www.auns.ch

Dem muß ich ganz zustimmen. Als Ergänzung: Die EU setzt weiter auf einen Lebensstil, der nur durch gnadenlose Ausbeutung südamerikanischer, afrikanischer und asiatischer Völker gehalten werden kann. Diesem Zweck dient auch die EU-Verteidigungsstrategie. Durch die Anlehnung der EU an US-Amerika fördert sie ein neues Aufflammen des Ost–West–Konfliktes, so daß ihr angeblicher Charakter eines „Friedensprojektes“ sich eher als Zündstoff für einen dritten Weltkrieg erweist. Rußland wird nicht auf die Dauer das Mißtrauen Europas ertragen können, und es ist sehr wahrscheinlich, daß es schließlich seinen Blick vom Westen abwendet, um sich mit Interessen anderer Großräume zu verbinden. Die westliche Hemisphäre aber wird sich moralisch innerlich selbst zersetzen, wie es stets bei Völkern der Fall war, die ihren Luxus aus dem Leid und dem Elend anderer gezogen hatten. Dann werden Europa und die USA ernten, was sie gesät haben, und davor wird sie keine noch so hochentwickelte Waffen– und Vernichtungstechnologie mehr schützen können. Eine tirolerische Freiheitsbewegung sollte das bedenken und nicht nur von italienischer Fremdherrschaft frei werden wollen, sondern auch von einer in Europa herrschenden Gier nach o. a. Lebensstil der Ausbeutung und Recourcenverschwendung auf Kosten von jährlich dreißig und mehr Millionen Todesopfern. In Brasilien etwa wird jeden Tag die Fläche in der Größe eines Fußballfeldes gerodet, um für die Herstellung von Biosprit und Export–Rindfleisch genutzt zu werden — während dortselbst Leute in Scharen verhungern.

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Servus Michael

Ich habe dir zwei Fragen zu stellen : kennst du Kurt Waldheim ? Wo liegen eigentlich Braunau am Inn und Mathausen ?

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Wirtschaft und EU
Also: die Quittung für die EU Erweiterung und offene Grenzen-
eine grössere Chance für die Kriminalität und Völkerwanderungen (Sans Papier Förderung). Spanien,Niederlande..
Was die Armen betrifft die EU zerstört den Mittelstand, deshalb
sollen die Steuern runter oder wenigstens die MWST von fast 20%,
das ist ja absolut nicht normal.
Es braucht aber auch ein Auffangbecken und Behinderte, Alte und Sozialfälle müssen eine Art AHV/IV analog wie in der Schweiz haben. Ferner reichen (8%
MWST vollends), es bliebe etwas übrig Ende Monat. Ferner sollten
die autonomen Regionen ihr Geld selber verwalten und nür %ual Abgaben nach Rom geben.
Ich bin gottenfroh sind wir noch nicht im Gebilde EU, das hat keine Zukunft, kostet Geld und bringt nix! http://www.auns.ch

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Italien na servus
Die aktuelle Spiegel-Ausgabe beinhaltet einen Artikel über Italien, Ueberschrift „Land der Komödianten“.

Einige Auszüge:

…. Ein.. Land.. das
eine ästhetische Weltmacht ist, aber in Neapel Müllhaufen brennen lässt. ….dessen Manager im Ausland, bei
BMW oder der HypoVereinsbank, Erfolge feiern und dessen umsatzstärkstes Unternehmen
die Mafia ist.
Dieses Land hat seine bitteren Reformen noch vor sich, in Bildung, Verkehr, Renten, beim Umbau der Verfassung. Italien hängt seinen Nachbarländern hinterher. Es stagniert beinahe, was Wachstum
und Forschung und damit Einfluss angeht.

.
„Öffentliche Aufträge kosten das Doppelte wie im Ausland, ihre Umsetzung dauert dreimal so lange“, ... „Wir sind hochverschuldet, eine Folge von Korruption und politischer Vetternwirtschaft. Posten bekommt nicht der Fähigste, sondern
der mit den richtigen Verbindungen.
Die Guten wandern ins Ausland ab…
Die Wähler fühlen sich ärmer als zuvor.
Die realen Löhne, so die jüngste OECD Statistik, haben sich in Italien schlechter entwickelt als in Griechenland oder Spanien.

Einer Schätzung des Censis-Instituts
zufolge gab es zum Jahreswechsel 2006 mehr als fünf Millionen schwebende Strafverfahren in Italien. Schlimmer noch: Die
Verjährungszeit setzt nicht mit Beginn des Verfahrens aus. Wenn ein Prozess nur lang genug dauert, kann sich sein Gegenstand in Luft aufgelöst haben, und der Angeklagte
ist frei. Auf diese Weise enden sehr
viele Affären.

Aus der Luft wurden kürzlich zwei Millionen Häuser aufgenommen, die es laut Kataster gar nicht geben dürfte. Es war wie die Entdeckung eines Kontinents.

Als die deutschen Finanzermittler in
Liechtenstein vor der Steuer versteckte Gelder aufspürten, da wurden in Deutschland
innerhalb weniger Wochen 30 Millionen Euro nachgezahlt. In Italien entspricht diese Summe noch nicht einmal der Strafe eines einzigen Steuersünders, des Motorradchampions
Valentino Rossi.

Derzeit sitzen 24 verurteilte Italiener als Abgeordnete im römischen oder Europäischen
Parlament. Ihnen sind Steuerhinterziehung,
Meineid, Korruption, Verstöße
gegen das Sprengstoffgesetz und Anstiftung zum Mord nachgewiesen worden.

Tja, bella Italia oder Selbstbestimmung.
Schon eine schwierige Entscheidung, oder?

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Georgos Egger

Zahler und Nehmer
@fabivS: In Italien muessen die Armen fuer die Reiche bezahlen

Das ist nicht nur in Italien so. In Österreich z. B. zahlen ca. 80% der Bevölkerung als sogenannte Zinsverlierer zur fortdauernden Vermögensvermehrung von etwa zehn Prozent der Landesbewohner. Bei den restlichen zehn Prozent gleicht es sich in etwa aus. Das ist überall so, wo das Kapitalverzinsungssystem herrscht. Für eine Neubauwohnung zahlt man in Österreich bis zu 70% des Gesamtpreises nur an Bankzinsen. Aber die Leute wollen es ja wohl so.

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Welche Stelle?
Auch wenn Italien an vorletzter Stelle stünde, die politische und wirtschaftliche Unfähigkeit dieses Staates hält schon über Jahrzehnte an und wird nicht besser.
Wir sind die Tiroler Volksgruppe und gehören NICHT zu diesem (Besatzungs-) Staat.

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@ Heinz Pichler
Hallo Heinz,

nein ich bin damit nicht zufrieden, und ich bin auch überhaupt nicht damit zufrieden was und wie es in Italien abläuft - das möchte ich auch klarstellen. Dir mag es vielleicht klar sein, dass Sven was anderes meint als er schreibt - aber ich wette mit Dir, dass es sehr vielen Lesern der Dolomiten nicht klar ist und diese falschen Informationen für bare Münze nehmen - wenn - dann soll er sich an die Fakten halten.

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Na,es isch net a Soch von Wirtschoft, Geld, Kompetitivitaet, oder sowas...
Es schlimmste ist die herrschende Ungerechtigkeit.
In Italien muessen die Armen fuer die Reiche bezahlen und die Leute mit guten Willen muessen auch fuer unzaehligen Taugenichten arbeiten.
Freiheit wird von Tonnen komplizierter Gesetzte beschraenkt und auch was in andere Laender eine Selbstverstaendlichkeit ist, wird in Italien stregstens verboten. Nur aber wenn du Geld oder Macht hast, kannst du alles tun und wirst nie bestraft...das geht mir brutal auf die E**r !!!

Net dass dies in andere Staate net passiert, doch. Aber weniger, und ich glaub dass je kleiner der Staat ist, desto auch kleiner die Korruption und Vergeudungen gibts.

Ich liebe, im Gegenteil zu manche anderen die hier schreiben, Italien sehr viel; Denke aber dass seine Staatsverwaltung net angemessen ist.
Mit dem Autonomie-Erlebnis haben wir verstanden dass einerseits koennen wir uns es ersparen, andererseits dass wir koennen es auch besser selber machen.

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Mafia - Skandal!
Mafia-Skandal nicht vergessen!
Kein Konzern macht so viel Umsatz in Italien wie die Mafia: Mit Schutzgelderpressungen, Wucherzinsen, Drogengeschäften und anderen Verbrechen setzen die Clans jährlich rund 90 Milliarden um.
Wie aus einer Studie des Handels- und Unternehmerverbandes Confesercenti hervorgeht, steht das organisierte Verbrechen in dem Mittelmeerland damit für sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Jahresbericht des Verbandes der italienischen Kaufleute und Händler nannte Schutzgelderpressung, illegalen Geldverleih, Diebstahl, Betrug und Schmuggel als Hauptgeschäftsbereiche der kriminellen Organisationen.
Ihr Eindringen in die Regierung beschreibt am Fall von Italien Violante (in den Neunziger Jahren Chef der Anti-Mafia-Kommission): "Die Mafia versucht immer mehr, direkt in die Politik einzudringen und stellt sogar ihre eigenen Kandidaten. Daher muss man die Augen offen halten und scharf reagieren" ... "Für die Mafia ist es nicht so sehr das Problem, Verbindungen mit nationalen Politikern zu finden, die Mafia will zu Geld kommen.

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Patriotismus
Ich bin kein Italiener, ich muss oder bin nicht verpflichtet als Bürger ein Mindestmaß an Patriotismus diesem Staat entgegenzubringen, gerade wegen der leidvollen Geschichte Süd-Tirols bei Italien nicht. Dennoch, der Name Italien hat für Italiener und für noch so viele Menschen einen edlen und holden Klang. Die Politiker der La Casta machen aber ohnehin was sie wollen, die Zeche dafür zahlen immer die kleinen Leute. Ich kann mir schon denken, dass es sehr vielen Menschen sehr schlecht geht, wenn sie immer wieder die bekannten Skandal- oder Horrorgeschichte aus dem Stiefelstaat hören und lesen. Der Anstand und Politik, bzw. Wirtschaft das sind jetzt in Italien beinahe zwei entgegengesetzte Pole. Nur noch die Kultur scheint davon nicht so sehr direkt betroffen zu sein, da man da keine Spekulationsräume noch vorfindet. Vieleicht abgesehen von der Konzentration in den neuen massenverdummenden Medien. Ein demokratischer Staat, der derartige Widersprüche in seiner politischen und wirtschaftlichen Verfassung permanent duldet, der darf sich nicht wundern, wenn er auf längere Sicht sich selbst in so einem Sinkflug vorfindet, wie gerade jetzt in diesen Monaten die bankrotte Fluglinie "Al Italia". Es wird dann entweder eine Bruch-, oder Notlandung sein und die betroffenen Menschen dürfen nur hoffen, dass sie diese Landung heil überstehen. Das Land Süd-Tirol hat nie nach Italien gerufen, dieser Staat ist hier ungebeten gekommen. Diese Fremdherrschaft ist bekanntlich in Süd-Tirol zuerst mit diplomatischen Betrug an Österreich, später durch Eroberungsgier des Königreich Italien und der italienischen Faschisten und nationalen Fanatiker à là Ettore Tolomei, sowie dem Sanktus der Aussenwelt zu dieser Vergewaltigung des Menschenrechtes auf Selbstbestimmung eines ganzen Landes und seines Volkes mit Brachialgewalt eines unmenschlichen Diktats zustande gekommen. Dieser Zustand dauert leider heute noch an, obwohl die Süd-Tiroler bei so vielen Gelegenheiten dieser Fremdherrschaft deutlich und überzeugend widersprochen haben, letztes mal 2006 mit der bekannten Selbstbestimmung-Petition der Bürgermeister des Landes an das Vaterland Österreich. Das bedeutet also, dass die Patria der Süd-Tiroler nie Italien war, und auch nie sein wird. Die permanente gegenwärtige Krise des Stiefelstaates zieht natürlich mit sich auch Süd-Tirol, trotz Autonomie, immer mehr nach unten mit. Die Lage in Italien selbst ist so verfahren und verhexst, dass nur ein Exorzist zu einer Genesung verhelfen könnte, meinte unlängst ein bekannter italienischer Wirtschaftsfachmann. Das hat auch sehr viel mit der allgemeinen Entwicklung der Globalisierung in Europa und in der Welt zu tun, nicht nur mit Problemen in Italien. Wir stehen aber erst eher am Anfang dieser Entwicklung in der gesamten EU. Andere Staaten haben vieleicht nur besser verstanden, sich besser dieser neuen Lage anzupassen. In Italien kommt man aber immer, überall und permanent zu spät und glaubt, die Welt wird schon warten, da ohne uns der Zug nicht abfahren kann. Die Welt wird aber nicht warten, und die unfähige und selbstherrliche Politkaste wird noch ihres dazu tun, dass es mit diesem Staat noch schneller bergab geht. Man glaubt fast, nur der unendlichen Geduld und dem Fleiss der einfachen Menschen verdankt noch Italien den Umstand, dass es noch als Staat in alter Form gibt. Allein die Staatsverschuldung ist so gigantisch, dass bereits alle Italiener über ein Jahr lang unentgeltlich arbeiten müssten, um diesen Berg an Schulden abzutragen. Allein die Zinsen dieser Summe nehmen jeden wirtschaftlichen Spielraum jeder Regierung in Rom weg. Es ist ein Glück, dass der Stiefelstaat heute der EU angehört und sich damit auf europäische Solidarität aus Brüssel und der gesamten westlichen Welt verlassen kann. Das gleiche sollte aber auch für Süd-Tirol gelten, nämlich im Zeichen der europäischen Solidarität die Klärung der Frage der Selbstbestimmung für das Land Süd-Tirol von und in Italien, von der EU und der Welt fordern und politisch vorantreiben. Italien könnte sogar einen Preis dafür nennen, da dies heute nicht unüblich in der internationalen Politik ist. Die BRD hat zum Beispiel nach dem Fall der Berliner Mauer, nach 1989 bekanntlich Russland so um 200 Milliarden Euros an "Krediten" für die Duldung der demokratischen Klärung der Frage der Selbstbestimmung der Deutschen und der Deutschen Einheit im von der Welt anerkannten Einflussbereich der SU, nämlich in Ost-Deutschland gezahlt. Wenn man das als Berechnungsbasis nehmen würde, könnte man sich vieleicht auch überlegen, wieviel der internationalen Schutzmacht der süd-tiroler Interessen und Vaterland Östereich es wert wäre, auch in diesem Falle die Klärung der Frage der ewig aufgeschobenen Selbstbestimmung einer Lösung näher zu bringen, wenn nicht heute dann morgen oder übermorgen.

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Wieder: Teilweise richitg
Lieber Sven,

Als Beispiel "Lebenserwartung" zu nennen (was eher unwichtig erscheint) ist doch auch ein bisschen feige. Arbeitslosigkeit, Bip je Einwohner etc. sind vielleicht maßgeblicher Faktoren für die Wirtschaft eines Landes.

Dass es sich um die von mir angegebenen Daten um alte Daten handelt (2005, 2006) ist wiederum falsch. Sie wurden im November 2007 aktualisiert.

Liebe Grüße

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Heinz Pichler

@ Florian E.:
Das heisst wenn Italien an vorletzter Stelle steht dann bist du zufrieden oder wie?
Ich glaube es ist jedem klar, dass Italien nicht in allen Bereichen der schlechteste Staat der EU ist (wobei das auch nie behauptet wurde da Knoll nur von der Wirtschaft gesprochen hat).
Aber dennoch: sollte man sich mit Staaten wie Rumänien vergleichen oder doch besser mit Deutschland oder Österreich?

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@ Florian E. - Populismus -

Natürlich wird es immer Bereiche geben (wie beispielsweise Lebenserwartung, usw.)in denen Italien nicht an letzter Stelle steht. Fakt ist aber, daß bei so wichtigen Eckdaten wie der Staatsverschuldung und dem Wirtschaftswachstum, die über die weitere Wirtschaftsentwicklung entscheiden, Italien am Ende der Skala steht.
Außerdem sei darauf hingewisen, daß es sich bei denen unter http://wko.at/statistik/eu/eu.htm veröffentlichen Daten, nicht um die neuesten Zahlen handelt, da diese zum Teil aus dem Jahre 2005 bzw. 2006 stammen und lediglich Prognosen bis zum Jahr 2009 abgegen werden. Inzwischen haben sich aber einige Daten, entgegen der Prognose, für Italien weiter verschlechtert.

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Populismus
Lieber Sven,

auch wenn einiges aus Deinem Leserbrief war ist, ist dieser Satz einfach falsch: "Wen wundert es also, dass Italien im Wirtschaftsvergleich der Europäischen Staaten an letzter Stelle steht?"

Jeden den es interessiert kann unter http://wko.at/statistik/eu/eu.htm nachschauen, dass im Vergleich Italien selten bis nie an letzter Stelle steht. Fakten statt Populismus bitte!