Start / Leserbriefe / Leserbrief: Gedenken – Zeichen setzen

Leserbrief: Gedenken – Zeichen setzen

Hartmuth_Staffler_Wahl_2008.jpgIn diesen Novembertagen, wo an die Reichspogromnacht in Deutschland und an den Erlass der faschistischen Rassengesetze in Italien gedacht wird, soll auch an ein Unrecht erinnert werden, das einer jüdischen Mitbürgerin in Brixen angetan wurde. Die aus Görz stammende Lea Pincherle, seit 1936 Besitzerin der alten Dompropstei am Domplatz, wurde 1942 aufgrund der Rassengesetze, die den Juden Immobilienbesitz verboten, enteignet.

Das wenige Geld, das sie für das große Haus bekam, reichte gerade dazu,
die nächsten Jahre zu überstehen und den Schmuggler zu bezahlen, der
sie im Juni 1944 in die Schweiz in Sicherheit brachte, während die
meisten ihrer Verwandten in den Vernichtungslagern umkamen. Lea
Pincherles Tochter Mariella Bauzano Vivaldi hat auf eine Entschädigung
für das damals erlittene Unrecht verzichtet. Wohl aber würde sie sich
über eine Gedenktafel freuen, auf der die Geschichte des Hauses
erläutert wird. Es wäre wohl höchst angebracht, diesem bescheidenen
Wunsch zu entsprechen und damit ein Zeichen gegen den Rassenhass zu
setzen.

Hartmuth Staffler, SÜD-TIROLER FREIHEIT, Brixen

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

1 Kommentar

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

Rassengesetze
@Staffler
Das von Ihnen genannter Beispiel ist nur einer von vielen.
Die italienische jüdische Gemeinde ist zwar die, die verhältnismäßig geringe menschliche Verluste während der deutschen besatzung verueichnet hat, dennoch wurde vielen Juden nach dem Krieg die Wiedereingliederung in der italienischen Nachkriegsgesellschaft enorm erschwert, was die hohe Auswanderungswelle in Richtung Israel erklärt.
Die jüdische Gemeinde Italiens war eine der bestintegrierten Europas und die Rassengesetze und die anschließende Verfolgung bedeuteten eine sehr schmerzhafte Zäsur für die italienischen Juden.
Sehr interessant zum Thema die Veröffentlichungen von Liana Novelli Glaab und hier noch einen Link vom Historiker Mimmo Franzinelli http://www.mimmofranzinelli.it/tool/home.php?l=it&s=0,1,55,58,67