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Leserbrief: Festumzug – Dornenkrone

Ivo_Hechensteiner_Wahl_2008.jpgDie Dornenkrone mitzutragen, ist nicht zeitgemäß, so der Landeshauptmann zum Festumzug für 2009 in Innsbruck. Eine Gegenfrage sei erlaubt: Ist es dann zeitgemäß hinzunehmen, dass die in ganz Europa verpönten faschistischen Unterdrückungsrelikte und die unsere Kultur verspottenden Namen immer noch existieren?

Ist es sinnvoll nach bald 90 Jahren der gewaltsamen Abtrennung, das
faschistische Unrecht angesichts des ungeheuren Blutzolls, den unsere
Vorväter wegen der italienischen Kriegserklärung (1915) hinnehmen
mussten, einfach so ungesühnt und stillschweigend zu tolerieren? Wie
soll das "Gemeinsam in die Zukunft" der SVP in diesem Staat, dem
kranken Mann bzw. dem wirtschaftlichen Schlusslicht Europas wohl
aussehen? Friedlich-tolerant, multikulturell, frosch-grün,
tiroler-tricolorisch (siehe LB Manfred Mair vom 3. Sept.) und dann wohl
vorwiegend italienisch? Südtirol ist (noch) nicht Italien, bei den
Landtagswahlen können wir die Weichen stellen hin zu einem unabhängigen
Südtirol oder eben im ewig maroden, mafiaversumpften Italien zu enden.
Die Möglichkeit, endlich etwas zu verändern, ist günstig und höchst an
der Zeit.

Ivo Hechensteiner, SÜD-TIROLER FREIHEIT, St. Pauls

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Die Landesleute Durnwalder und Platter s
Nur 16% der Tiroler wollen 2009 Dornenkrone sehen!

Zitat aus dem Innsbrucker Stadtblatt Nr. 38 vom 17.09.2008
KHZ Das Bezirksblatter-Interview mit den beiden Landeshauptleuten von Nord- und Südtirol, Günther Platter und Luis Durnwalder, und deren Aussagen zur Dornenkrone haben für gehörigen Wirbel gesorgt. Die beiden Landeschafs hatten sich am 120. August klar gegen einen Dornenkrone beim Umzug , der an die Erhebung Tirols anno 1809 erinnern soll, ausgesprochen. In einem Europa der Regionen hätten beide Landesteile bereits profitiert – Einigendes sei herauszuarbeiten und nicht immer wieder das Trennende! Dennoch ist der Südtiroler Schützenbund drauf und dran eine Neuauflage der Dornenkrone herstellen zu lassen. So soll ein Ideenwettbewerb gestartet und die Dornenkrone Nummer 3 von privaten Sponsoren finanziert werden.
43% der Tiroler sind gegen das Mittragen der Dornenkrone!
Dabei ist die Stimmung in Nordtirol klar gegen das materialistische Symbol. So sind nur 16% der Tiroler für das Mittragen des überdimensionalen Dornenkranzes. Satte 40% der Bevölkerung sind absolut dagegen. Dies ergibt eine aktuelle Umfrage der Grazer Gesellschaft für Marketing und Kommunikation im Auftrag der Bezirksblätter(BB) Tirol. Auch auf den Hintergrund der Dornenkrone – die Trennung Tirols – angesprochen, gibt es seitens der Nordtiroler wenig Veränderungswillen.
So sind 4ß% der Nordtiroler dafür, Südtirol bei Italien zu belassen. 28% ist der völkerrechtliche Status Südtirols egal und nur 27% möchten dass Südtirol wieder ein Teil Österreichs wird.
LH Günther Platter bekräftigt im BB-Gespräch seine Ablehnung: “Die Dornenkrone ist und bleibt das falsche Signal“ Auf die Frage, wie er das Mittragen verhindern will, meint Platter: „Hier geht es um einen Dialog mit allen, auch mit den Südtiroler Schützen.“
Er halte der Vorschlag des Industriellen Arthur Thöni, einen kreativen Prozess zu starten, für interessant und zukunftsweisend.
Platter zur Wiedervereinigung mit Südtirol: „Diese Frage stellt sich in einem Europa der Regionen zur Zeit für mich nicht. Die Achse Bozen Innsbruck ist bereits sehr stark.“ Aus dem Büro der zuständigen Kultur-Landesrätin Beate Palfrader war bis Redaktionsschluss keine Stellungsnahme zu erhalten.
Zitat Ende

Fraglich ist wer bei diesen 40% aller befragt wurde. Denn ich denke den Türke, den Albaner, den Kroate, den Serbe, den Tscheche, den Slowene, den Marokkaner, den Pole und den Deutschen und wer sonst noch aller hier in dem heiligen Land lebt interessiert wohl die Krone… Die mit dem Blut unserer Väter befleckt ist!

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traurig aber wahr

Tja, wenn die stille Mehrheit im Lande so denkt wie die zwei Leserbriefschreiber der letzten Woche in der größten deutschen Lokalzeitung, die allen Ernstes behaupteten, Südtirol gehöre geographisch (!!) zu Italien, und wir sind nun mal Italiener, auch wenn dir deutsch sprechen, dann muss man tatsächlich sagen, dass die Dornenkrone nicht mehr aktuell ist; zum Umzug würde sich symbolisch dann viel besser ein Sarg eignen.

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08. September, ein Gedenktag für Süd-Tir
Am achten September 1943 zerbrach die Allianz zwischen zwei faschistischen menschenverachtenden verbrecherischen Diktaturen in Italien und im Dritten Reich, die beide unermäßliches Leid über Süd-Tirol gebracht haben, sei es über die Politk der gewaltsamen Italianisierung oder über die Frage der erzwungen Option zwischen Italianisierung oder Auswanderung. Das faschistische Königreich Italien verlor ab diesem Tage bis zum zweiten September 1946 dem Tage der Unterzeichnung des Pariser Autonomie Vertrages zwischen Wien und Rom die direkte Kotrolle als Stataatsmacht in Tirol südlich des Brenners. Dazwischen war das Land von den Deutschen Truppen und später von der Amerikanischen Besatzungsmacht mit ihren Gesetzen kontrolliert und verwaltet. Die spätere Geschichte der Nichteinhealtung der von Italien in Paris 1946 freiwillig eingegangenen völkerrechtlichen Verpflichtungen der Autonomie für Süd-Tirol und die sich daraus ergebenden Folgen sind gut bekannt. Die Auswüchse der Scheinautonomie, die willkürlichen Abschiebungen der Süd-Tiroler bis in die späten 40er Jahre nach Österreich, die gesteuerte italienische Masseneinwanderung, die rein ethnische Wohnbaupolitik, die Ämterbesetzung su gut wie nur mit Menschen nicht Süd-Tiroler Herkunft, die permanente grobe Nichtbeachtung der Deutschen Sprache in der Öffentlichkeit führten dazu, dass in den 50er und 60er Jahren Tausende von Patrioten in Süd-Tirol keinen anderen Weg als den des direkten Widerstades gegen diese altbekannte Fortsetzung der alten Politik Italiens gegenüber Süd-Tirol vor 1943, nur diesmal mit einem scheindemokratischen Mantel zugedeckt, gesehen haben. Dass diese Politik Roms im krassen Gegensatz zum Geiste des Pariser Vertrages gestanden ist, muss an dieser Stelle nicht extra betont werden. Die Antwort Italiens auf die Proteste aus der deutschsprachigen Bevölkerung war grausam, die Übegriffe der Zeit der "carta bianca" sonderzahl und übelster Art waren so ähnlich, wie auch die im Kosovo vor zehn Jahren seitens der Macht der dortigen bereits 2008 verblichenen Serbischen Staatsmacht in dieser Autonomen Provinz, nur wurden sie diesmal von der EU und der UNO sanktioniert. Die damals in Süd-Tirol im eigenen Land so für "vogelfrei" erklärten Menschen bei Verdacht einer patriotischen Betätigung wurden mit Sippenhaft, Massenverhaftungen, Massenfolter, Massenhaft, hohen Strafen aller Arten sogar bei harmlosen Anschein der "Beleidigung der Italianità" ausgesetzt. Das führte dazu, dass damals die Schutzmacht der Süd-Tiroler Interessen das Vaterland Österreich die UNO anrufen mußte, um die Weltöffentlichkeit auf dieses himmelschreiende Unrecht der eigenen Landsleute unter der italienischen Fremdherrschaft in dieser angeblichen Demokratie hinzuweisen. Italien wurde dann für die Mißachtung und Entzug der grundlegendsten Menschenrechte für einen Teil seiner Schutzbewohlenen von der Weltöffentlichkeit wiederholt in den 60er Jahren verurteilt und zu Umkehr in der eigenen Politik in Süd-Tirol aufgerufen, sowie wurde Rom ferner dazu angehalten, die 1946 freiwillig versprochene echte Autonomie endlich einzuführen. Dies geschah auch lückenhaft und halbherzig zwischen 1972 und 1992, wahrscheinlich auch deswegen, weil in einem demokratischen West-Europa auch in Italien nicht politisch kein Platz mehr für die Überbleibsel aus der Politik des Faschismus in den 70er Jahren vorhanden war. Die heutige Landespolitik in Bozen und in ganz Tirol verdankt daher den eigenen politischen Spielraum in der Autonomie, auch wenn diese wie alles in Italien bereits demokratiepolitisch veraltet ist, dem mutigen Einsatz der Männern und Frauen des patriotischen Widerstandes dieser Jahre. Sie waren damals dazu bereit, diese Dornenkrone des Leidens aus edelsten patriotischen Beweggründen heraus bei der Verteidigung der eigenen näheren Heimat heroisch auf sich zu nehmen und sie haben persönlich sehr viel Leid stellvertretend für alle Süd-Tiroler und Tiroler, damit auch für alle Österreicher erlitten, um eine einigermaßen echte Autonomie politisch möglich zu machen, da Italien ganz einfach keinen anderen Weg in diesem Land politisch möglich gemacht hat. Viele von ihnen haben dafür sogar den höchsten Preis gezahlt, nämlich den ihres eigenen Lebens. Auch daran erinnert uns alle die Dornenkrone des Andreas Hofer Gedenkjahres 2009. Es ist daher eine Beleidigung der Opferbereitschaft dieser Patrioten, die damals sich uneigennützig für Süd-Tirol eingesetzt haben, wenn man heute solche Symbole als unzeitgemäß bezeichnet. Die Dornenkronen erinnern alle an den langen Leidensweg der Süd-Tiroler unter dieser Fremdherrschaft und daran, dass das Land Tirol immer noch geteilt ist. Der 08.September als Gedenktag weist darauf hin, dass jede Fremdherrschaft einmal zu Ende geht, abr auch daran, dass heute der italienische Neofaschismus, ein Gespenst aus längst vergangenen Zeiten gerade in Süd-Tirol lebendiger denn je zu sein scheint. Das ist mit Italien als Staatsmacht in Süd-Tirol bereits zwischen 1943-46 schon einmal passiert, dass Italien sich vorübergehend aus Süd-Tirol mit seiner Staatsmacht verabschiedete. Das Land und das Vaterland Österreich konnten aber gemeinsam unter den damaligen herrschenden politischen und internationalen Voraussetzungen den klar vorhandenen Spielraum für die Selbstbestimmung der Süd-Tirol nicht optimal nutzen. Dank Europa scheint heute eine neue Selbstbestimmung für die AP Bozen Südtirol gerade um das Jahr 2009, wo ein Nachbarland der Tiroler und damit der Österreicher bereits 20 Jahre Mauerfall feiert, mit der Zeit auch in diesem Teil Mitteleuropas immer wahrscheinlicher in einem neuen Europa der freien und der selbstbestimmten Völker realpolitisch praktikabler zu sein.

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Tatort aus Südtirol
Zur Dornenkronediskussion habe ich keine meinung. Ich halte aber für wichtig dass wir nach vorne schauen und die Grenze weg schaffen. Also kämpft für eine weitere Anbindung am deutschsprachigen Raum. Organisier Tatort sendungen aus Südtirol (Moritz Eisner wird sich was einfallen lassen), Wetten dass aus Südtirol, Deutschland Tour Etappe von Sölden nach Dorf Tirol, Oesterreich Rundfahrt bis Bozen, usw! Alles im Gedenkjahr. Antreiben statt zurückschauen !!

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Landeseinheit
Die dritte Dornenkrone, ein Symbol für das Unrecht der Teilung des Landes Tirol, sollte man meiner Meinung nach auf einer würdigen passenden Stelle in Tirol südlich des Brenners gerade im Zuge der aktuellen Feierlichkeiten des Andreas Hofer Jahres 2009 öffentlich sichtbar, wenn auch wohl auf privatem Boden aufstellen können. Die Macht der Fremdbestimmung in Süd-Tirol darf doch in unserer Zeit nicht so weit gehen, dass man man ein derartiges patriotisches Mahnmal der eigenen Tiroler tragischen Geschichte der Fremdbestimmung in diesem europäischen Land Italien verbietet. Es wäre zumindest ein Versuch wert, würde Italien dies zu verhindern wissen, müsste die Krone ins Exil gehen, vielleicht nach Ost-Tirol, da bekanntlich dieser Teil des Landes eine logische topographische Fortsetzung von Süd-Tirol ausserhalb von Italien südlich des Alpenhauptkammes ist. Mit den zwei anderen Dornenkronen, die aus wichtigen historischen Anläßen angefertigt wurden und die in Nord-Tirol stehen, verbinden sehr viele Menschen in ganz Süd-Nord-Ost Tirol und im Rest des Österreichischen Vaterlandes die Hoffnung auf die unverzichtbare kommende Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol in seinem deutschsprachigen Teil zwischen Salurn und Kufstein und auf die Wiederauferstehung des Vaterlandes nach so langer Zeit seiner durch die Geschichte erzwungenen Absenheit in Tirol zwischen Salurn un Brenner. Das Land Tirol ist heute in drei Teile geteilt, daran sollen in Zukunft drei Dornenkronen erinnern, vor allem die dritte der Jahre 2008/9 sollte einen passenden Platz hoffentlich in Süd-Tirol finden und vor allem alle Patrioten in diesem Sinne an das täglich erlebte Unrecht der Teilung der eigenen seit Menschengedenken angestammten Heimat und an das noch zu erreichende Ziel der Tiroler Landeseinheit stets bildhaft erinnern. Süd-Tirol ist nicht Italien, das Land ist trotz EU immer noch geteilt, daran sollte man bildhaft auch in Süd-Tirol mit einer Dornenkrone für alle Menschen gut sichtbar und verstehbar erinnern.