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Leserbrief: Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo

roland_lang_500.jpgWir, die Leute des Kosovo, Entschlossen, die Zukunft des Kosovo als freies, demokratisches und friedliches Land zu bauen, das ein Heimatland für alle seine Bürger sein wird.
Verpflichtet, einen Staat der freien Bürger, der die Rechte eines jeden Bürgers, die Freiheit und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz garantiert, zu schaffen;

Legen den Staat Kosovo als Staat des ökonomischen Wohls und des sozialen Wohlstandes fest;
 
Sind der Überzeugung, dass der Staat Kosovo zur Stabilität der Region und Europas durch den Aufbau von gutnachbarschaftlichen Beziehungen und der Zusammenarbeit mit allen Nachbarstaaten beiträgt;
 
Sind der Überzeugung, dass der Staat Kosovo ein würdevolles Mitglied in der Familie von friedliebenden Staaten in der Welt sein wird;
 
Mit der Absicht, als Staat Kosovo am Prozess der Euro- Atlantischen Integration teilzunehmen; 
 
Verabschieden wir feierlich die Verfassung der Republik Kosovo.   

 

Aus Rücksicht auf Realpolitiker, Italophilen und Disagioaposteln ersuchen wir die Leser ausdrücklich, bei der Einleitung zur Unabhängigkeitserklärung, nicht das Wort Kosovo durch SÜD-TIROL zu ersetzen.

Roland Lang, Terlan
Reinhild Campidell, Kaltern

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16 Kommentar(e)

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1

ET
Lieber Wiedervereiniger,
Ich stimme mit Ihren Argumenten durchaus überein und es würde mich sehr freuen, eine öffentliche Diskussion zu Ihren und unseren Themen in Südtirol führen zu dürfen. Leider hat sich bisher, trotzt meiner Bemühungen, keine Gelegenheit dazu ergeben.
Sollte eine solche Diskussion in Zukunft möglich werden, dann wäre ich der Letzte, der sich davor drückt. Es ist mir leider unverständlich, wieso kulturelle - von anderen möchte ich lieber nicht reden - Kontakte zwischen Südtirol und anderen deutschsprachigen Minderheiten im Hochheitsgebiet der italienischen republik ständig am Desinteresse der Südtiroler scheitern. Sind wir verseucht? Stehen uns nicht genügend Finanzierungsquellen des italienischen Staates zur Verfügung? Ich, böser Mensch...
Wenn Sie, oder jemand für Sie, eine Antwort dazu hat, dann wäre ich für eine sehr konkrete Antwort sehr dankbar.

Mit Ihrem Ansinnen verbunden, grüße ich Sie und alle Südtiroler Patrioten.

Herzlichst

Julius Franzot

2

Referendum
Die Frage der Klärung der Selbstbestimmung des Landes Süd-Tirol und seines Volkes aller Sprachen kann nur das süd-tiroler Wahlvolk in einer freien, unbehinderten, überwachten, demokratischen, gleichen und geheimen Volksabstimmung oder in einem Referendum beantworten. Erst dann wird man weiter sehen können, in welche Richtung diese Reise weiter gehen sollte. Den demokratisch legitimiereten Willen der Bevölkerung müsste dann jede Seite grosszügig und wohlwollend im Sinne der Menschenrechte und demokratischen Zusammenlebens in einer multinationalen Gesellschaft respektieren, egal wie das Ergebnis so einer Abstimmung einmal lauten würde. Ich nehme an, die SVP und die Oppositionsparteien würden gegen die Rückkehr des Landes Süd-Tirol zum Vaterland Österreich nichts einzuwenden haben, entweder als ein Teil des wiedervereintes Landes Tirol, oder als ein neues 10. Bundesland Südtirol. Die heutige Macht der Fremdbestimmung Italien wird aber ganz sicher nicht so bald so eine Abstimmung ermöglichen, geschweige denn umsetzen. Das kann einzig und allein nur die Landespolitik und Landesregierung in Bozen Zug um Zug machen, falls es überhaupt einmal so weit kommen könnte. In diesem Forum schreiben manche Italiener ohne Geschichtskenntnisse, ihre Ur-Väter hätten für Alto Adige Blut vergossen. Im Ersten Weltkrieg hat bekanntlich niemals ein italienischer Soldat den heutigen Boden Süd-Tirols erobert oder betreten. Erst nach dem Waffenstillstand im Nov. 1918 besetzte italienische Armee Tirol bis zur heutigen Brennergrenze, die das Land Tirol in drei Teile auseinandergerissen hat. Welches Blut die Italiener tatsächlich vergossen haben, das wissen wir ganz genau noch heute, das war nämlich das Blut der Widerstandskämpfer in Süd-Tirol in den 1960-er Jahren. Sie haben sich entschieden denen in den Weg gestellt, die in Italien seit den Anfängen dieser Annexion 1918 alle Süd-Tiroler auf einen ethnischen Todesmarsch geschickt haben. Das haben viele dieser mutigen Patrioten mit dem Leben gezahlt, Hunderte von ihnen mit Folter, Tausende mit Freiheitsentzug aus geringsten Anlässen, bis in die 70er Jahre hinein. Niemand darf daher in Italien noch lange von uns verlangen, dass man das ganz einfach vergisst. Gehorsam und Respekt gegenüber dem Staat ist eine Sache, aber Liebe und Treue kann niemand auf der Welt uns vorschreiben, verordnen oder erzwingen. Unsere Herzen schlagen nicht für Tricolore, sondern nur für Rot-Weiss und Rot-Weiss-Rot. Die Tiroler südlich des Brenners bleiben der Tiroler Heimat in Süd, Ost und Nord und dem Mutterland gestern, heute und morgen treu - Tyrol Mater Austiae semper fidelis!

3

Einvertsanden, Markus!
Werter Markus,
Es ist erfrischend zu hören, dass wir beide der Ansicht sind, dass eine Zukunft Südtirols ohne Italien am Besten im Schoße des Südtirolers Vaterlandes Österreich aufgehoben wäre.
Nicht umsonst tragen die Plakate der lobenswerten Aktion "Südtirol ist nicht Italien" Rot-Weiß-Rot.

Bis die Tage und VG

Julius

4

@J. Franzot
Ich danke Ihnen für die Antwort und Bekanntgabe Ihrer Emailadresse, ich werde sicher daraus Gebrauch machen. Ich persönlich befürworte die Klärung der Selbstbestimmungfrage, aber die Eigenstaatlichkeit oder Freistaatlösung gehören nicht zu meinen Favoritlösungen, das kam in diesem Forum ganz sicher nicht von mir. Ich bin für die Wiederherstellung der Landeseinheit in Tirol in seinem deutschsprachigen Teil zwischen Salurn und Kufstein auf einem demokratisch legitimierten Wege der Ausübung der Selbstbestimmung der AP Bozen Südtirol in und von Italien, im Einklang mit Völkerrecht und in Absprache mit allen betroffenen Parteien, der heutigen Staatsmacht in Rom und dem Vaterland Österreich als völkerrechtliche Schutzmacht der süd-tiroler Interssen. Irgendwie erinnert mich heute das Land Süd-Tirol an ein halbwüchsiges Familienmitglied, dass langsam volljährig wird, und instinktiv die so lange verwehrte Nähe zu den leiblichen Eltern sucht, was aber diese Eltern selbst in dieser langen Zeit nach dieser "Entführung" dieses Kindes erleben mussten, dass müsste auch allen klar sein. Das Vaterland Österreich wird ganz sicher nicht nur irgendwas in dieser so wichtigen Frage dem Land Süd-Tirol an Willen aufzwingen wollen, sondern einzig und allein wird immer nur der ausdrückliche Wille in dieser Frage der Süd-Tiroler zählen. Die klar erkennbare erfolgsversprechende politische Ausgangslage ist auch für die Selbstbestimmung Süd-Tirols endlich da, und es scheint so zu sein, dass manche Politiker in Süd-Tirol sich erst einmal daran gewöhnen müssten, und sie wissen nicht recht, wie sie mit diesem Spielraum umgehen sollten. Vor allem die regierende Partei die SVP ist der Meinung, der Fall der Ausübung der Selbstbestimmung wird erst dann eintreten, wenn Italien sich an die vereinbarte Autonomie nicht halten wird. Italien hält sich aber immerhin seit Anfang dieser Fremdherrschaft in Süd-Tirol nur daran, woran man sich unbedingt als ein Land in Europa in verschiedenen Zeiten halten sollte oder müsste. Die heutige scheinbare Grosszügigkeit Italiens in den Fragen der Autonomie haben sich die Süd-Tiroler unter grossen Opfern erst erkämpfen müssen, vor allem in den 60er Jahren. Gestern wurde noch in Italien die Autonomie verflucht, heute wird sie als Nachweis der guten Absichten Roms national und international ausgegeben. Wird sich der Zeitgeist ändern, wird man in Italien in dieser Frage auch wohl zu den alten Methoden zurückkehren. Daher sollte man gerade in dieser für die Selbstbestimmung guten Zeit die Zeit nutzen, und dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren. Sie muss ordentlich vorbereitet werden, aber die Selbstbestimmung als solche ist endlich auf dem Wege einer Volksabstimmung politisch national und international politisch möglich geworden, nicht anders als heute auch in anderen Ländern in der EU selbst, z.B. in Schottland, bzw. anderswo in Europa, sogar auf der geteilten Insel Zypern, wo bekanntlich in einem Teil dieses Landes die Fremdbestimmung nach einer Annexion in den 70er Jahren immer noch herrscht. In der EU selbst, in den davon betroffenen Regionen ist jede Selbstbestimmung anders, und setzt daher andere Lösungen voraus. Im Falle des geteilten Landes Tirol zwischen Süd, Ost und Nord ist das immer noch die Wiederherstellung der alten Landeseinheit. Dazu aber müsste man diese Frage erst demokratiepolitisch klären, ob die davon betroffene Bevölkerung das auch morgen noch will. Der erste Schritt wäre Meinung nach, zuerst eine Klärung der Frage der Selbstbestimmung der AP Bozen Südtirol und dann die der Tiroler Einheit. Sollte sich einmal in Zukunft durch eine gut vorbereitete und überwachte Volksbefragung zu Selbstbestimmung des Landes Süd-Tirol zum Beispiel die Landesregierung in Bozen die Gewissheit verschaffen, dass dieser Wunsch demokratiepolitisch klar und deutlich legitimiert ist, könnte man Zug um Zug weiter für dieses Recht politisch mit zulässigen Mitteln kämpfen. Der Landeshauptmann von ST Luis Durnwalder meinte ohnehin vor fast zwei Jahren sinngemäss, würden wir in der Politik nur ein halbes Jahr Zeit für die Vorbereitung eines Referendums bekommen, wäre er sich ganz sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen sich für die Rückkehr des Landes Süd-Tirol zum Österreichischen Vaterland entscheiden würde. Zuerst würde man aber womöglich ein "Ja" zu Selbstbestimmung als solche von der Bevölkerung der AP Bozen brauchen, damit die Landesregierung weitere Schritte in diesem Sinne überhaupt unternehmen könnte. Das ist aber nur auf dem Wege einer direkten Demokratie immer möglich, sei es Volksbefragung oder Referendum und diese Möglichkeit zeichnet sich nicht so bald ab, obwohl man gerade bei der Landtagswahl im Herbst 2008 die passende Möglichkeit dazu hätte, eben die Menschen dazu befragen, oder sogar 2009 im Andreas Hofer-Jubiläumsjahr. So lange das kein politischer Wille der Landesregierung ist, auch eine Volksbefragung zu Selbstbestimmung abzuhalten, wird das ein Minderheitenprogramm bleiben, obwohl Selbstbestimmung als solche sich in allen Parteiprogrammen ganz oben befindet. Gerade aus diesem Grund würde man sich in Zukunft eine neue Landesregierung wünschen, wo auch die Befürworter der Selbstbestimmung etwas substantielles in dieser Frage zu sagen hätten, z.B. in einer gemeinsamen Landesregierung nach der nächsten Landtagswahl im Herst 2008.

5
Georgos Egger

Beschuß?
Über Monaco weiß ich nichts. Aber Liechtenstein unter Beschuß? Das ist wohl einigermaßen übertrieben. Es handelt sich hier um eine bestimmte Bank in diesem Land. Von Zeit zu Zeit kommt immer wieder der Steuermythos Liechtenstein ins Gerede. Dem größere Bedeutung zuzumessen, ist es nicht wert. Liechtenstein genießt weit größere Unabhängigkeit als Österreich. Man sehe sich nur einmal den österreichischen Staatsvertrag an usw. Liechtenstein hat ein wesentlich besser entwickeltes Rechtssystem als Österreich - das hat vor ein paar Jahren der ehemalige Präsident des Oberlandesgerichtes in Innsbruck, Prof. Dr. iur. Kohlegger, der auch Präsident des Obersten Gerichtshofes in Liechtenstein war, in einer Vorlesung über Besonderheiten des liechtensteinischen Rechts an der Universität Innsbruck selbst gesagt. Aüßerdem ist Liechtenstein kein Kleinstaat, sondern ein sogenannter Zwergstaat. Liechtenstein steht wirtschaftlich und sozial bestens da. Von welchem anderen Staat sollte Liechtenstein abhängig sein? Liechtenstein hat nie einen Krieg geführt und ist strategisch für alle völlig uninteressant. Es gibt wohl kaum einen Staat, der so unabhängig ist wie Liechtenstein. Die Schweiz bestimmt über Liechtenstein gar nichts, die EU über Österreich aber sehr viel.

6
Julius Franzot

@Markus
Werter Markus,
Vielen Dank für Ihre sachkundlichen Meinungen über Triest, aber ich befürchte wieder, dass wir uns am Thema vorbei bewegen würden, wenn wir eine Diskussion über die Wahl zwischen einem Freistaat Südtirol und einem Anschluss ans Vaterland auf die Gegebenheiten in Triest umlenken würden. Wenn der Webmaster eine solche Diskussion für sachdienlich hält, habe ich nichts dagegen, unsere Probleme auch in Südtirol zur Diskussion zu stellen.
Ich schlage vorerst vor, dass Sie mich anmailen,dass wir ggf. die Tel.Nr. austauschen, und es persönlich besprechen. Sie können mich morgen und übermorgen (danach bin ich auf der Leipziger Buchmesse) unter info@juliusfranzot.com erreichen.
Zu Ihrer Frage: Ja, ich bin höchstpersönlich 🙂 Julius Franzot, mit allen seinen Höhen unn Tiefen ;-), und nebenbei ein guter Freund von Südtiroler Freiheit, die mir ans Herzen gewachsen ist. Und halte Frau Dr. Klotz, die ich persönlich kenne, für eine sehr integre und patriotisch gesinnte Dame, die das ihr anvertraute Erbe sehr würdevoll nach bestem Wissen und Gewissen verteidigt. Eine leuchtende Leitfigur für alle Auslandsdeutsche!

Darf ich hoffen...bis bald?

Mit besten Grüssen

Ihr
Julius Franzot

7

@ J.Franzot
Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich selbst kenne Triest sehr gut, daher habe ich mir erlaubt, ein enig ihre Meinung zu kommentieren. Triest ist bis heute mehr oder weniger auf eine interessante Art ein "italienisches Alt-Österreich" in Italien mit allen seinen Eigenartigkeiten geblieben. Ausserhalb von Österreich kenne ich persönlich nur zwei Länder, wo das so stark und so manifest zum Vorschein kommt, und das ist Süd-Tirol und die Stadt Triest mit ihrer Umgebung und auch vieleicht ein wenig im Trentino. Eigentlich sind unsere Meinungen zu diesem Thema ziemlich gleich, nur die Akzente sind ein wenig anders. In der Monarchie waren in Triest die "Italiener" im sprachlcihen Sinne die stärkste ethnische Gruppe und die Österreicher haben sich damit überall in der Monarchie konstruktiv arrangieren müssen, dann folgten die Slowenen mit 25-30% und bis max. ca 20% "Deutschsprachige" Triestiner aus allen Teilen der Monarchie und Europa. In jeder Gesellschaft setzt sich langsam aber sicher die zahlenstärkste Sprache durch, das ist heute in Süd-Tirol auch nicht anders, wo auch viele vor allem junge Italiener sehr gut Deutsch können. Die Familiennamen im Telefonbuch aus Triest oder an den Türglocken in dieser Stadt sprechen in dieser Hinsicht eine klare Sprache. Diese Stadt und auch ihre Umgebung ist immer noch ethnisch, sprachlich und kulturell multinational. Italienisch ist aus vielen Gründen die "lingua franca" bis heute geblieben, und das war in der ganzen Geschichte auch nie anders gewesen. Das kulturelle Erbe von Alt-Österreich ist in Triest in verantwortungsvollen Händen, dazu auf Schritt und Tritt überall anzutreffen und die Italiener behandeln dieses Erbe eher als Teil der eigenen Identität und Geschichte sehr behutdam und ehrenvoll. Weiter südlich bis nach Pola in Kroatien gab es keinen Platz dafür, weder für Italianità, wo sie zu 100% begründet war, oder für die noch kümmerlichen Reste der alten Zeit unter Österreich als Kronland Küstenland oder Dalmatien, Krain. Das hat sich erst in den letzten Jahren stark gebessert. Das ist Gott sei Dank in Triest und Umgebung anders gekommnen, und darüber kann man als ein junger "Alt-Österreicher" heute nur froh sein. In einer slowenischen Stadt Triest-Trst hätten die beiden Kulturen wahrscheinlich keinen grosszügigen Platz bekommen, hätte die Geschichte nach 1945 anders entschieden. Daher ist mir in diesem Fall Hemd näher als der Rock, und wer mit mir und meiner Identität anständig umgeht, dem fühle ich mich zuerst verbunden und betrachte als meinen Freund. Auch Sie als deutschsprachiger in Triest geborener Schriftsteller Herr Franzot (falls sie mit dem Literaten aus Triest mit diesem Namen ident sind) sind auch ein gutes Beispiel für die lebendige Multikulturalität dieser Region. Dieses Klima der Toleranz kennen die Triestiner seit sie überhaupt als eigenes Völkchen existieren, und das ist heute auch nicht anders. Sie leben in einer grossartigen Stadt mit einer grossen Geschichte und mit vielen sich ergänzenden Gesichtern, eines davon gehört Alt-Österreich, es ist aber heute eine italienische Stadt mit starken Minderheiten und das ist bekanntlich eine grosse Chance und keine Bedrohung, genauso wie ich das auch im Fall von Süd-Tirol sehe, wo die Italiener in einer Minderheitenposition sind. Würde dem Land irgendwann die Selbstbestimmung gelingen, würde man in Süd-Tirol die tolerenten "Triestiner Verhältnisse" endlich bekommen. Heute ist das leider nicht der Fall, da zu viele noch nicht in Süd-Tirol mental angekommen sind, sondern in Alto Adige in der "siamo in Italia-Mentalität" verharren, und die Möglichkeit einer ethnisch, sprachlich und kulturell berechtigten demokratischen Klärung der Frage der Selbstbestimmung in Tirol südlich des Brenners gar nicht zulassen wollen. Das hat man in Triest Gott sei Dank aus meiner Sicht zwischen 1945-54 erfolgreich durchgesetzt und diese Stadt hat trotz mancher Probleme eine sehr gute Entwicklung in allen Bereichen der Gesellschaft bekommen. Auch das ist heute Italien mit einem edlen Zug, wo man die anderen Kulturen vorbehaltslos respektiert. Im Falle von Triest war das aber nicht so schwer, da heute die Alt-Österreicher in dieser Stadt und ihre Nachkommen eine sehr kleine Minderheit sind, im Gegensatz zu der Geschichte der Stadt, die von der Österreichs bis 1918 gar nicht zu trennen ist, und so kann man gerade in Triest eine vitale italienische Stadt mit einer starken aus der Geschichte resultierenden Identität erleben, die in Europa einmalig ist. In Triest zumindest passt für mich alles, und ich fühle mich dort immer wie Zuhause, was ich vom Rest des Landes Italien nicht behaupten kann, wenn auch es kaum Plätze gibt, die mir nicht gefallen würden. Italien ist fast überall ein wunderschönes Land, aber um S-TF zu zitieren: "Süd-Tirol ist nicht Italien."

8

Bitte genauer lesen!
@ Stefan.R.

Ich möchte auf die inhaltliche Aussage meines Kommentars hinweisen, und zwar: M.E. ist es sinnvoller, zu versuchen Südtirol an Österreich anzuschließen, als die Gründung eines unabhängigen Staats Südtirol zu befürworten. Begründung: Kleinstaaten können niemals wirklich unabhängig sein. Selbst Liechtenstein und Monaco sind im Moment unter Beschuß. Dass ich eine Alternative für besser als die andere halte, sagt nichts über die Chancen auf Erfolg aus.

@ Markus A.
Vielen Dank für die profunde (und gar nicht so falsche) darstellung der Geschichte Triests, aber Sie gehen auch ans Thema vorbei. Ich verdeutliche. Es stimmt zwar dass die mehrheit der Triestiner selbst unter der Monarchie Italienisch sprach, aber es handelte sich um eine Lingua Franca im bekanntlich toleranten Vielvölkerstaat. Es würde den Rahmen einer leserzuschrift sprengen, wenn ich ausführlich erklären würde, dass die Triestiner, kulturell gesehen, Rassen erkenne ich nicht an, niemals echte Italiener waren. Davon unbenommen, denken wir an das eigentliche Thema: Freistaat Südtirol oder Ein Tirol bei Österreich? Die Geschichte Triests lehrt, dass ein Gebiet besser unter dem angestammten Vaterland untergebracht wird als als selbständiger Kleinstaat (s.o.) Mehr wollte ich mit meinem Beitrag nicht sagen und der Sinnrichtet sich nach dem im Artikel vorgenommenen Parallel zwischen Südtirol und Kosovo.
Man beißt die Hand nicht, die einen streichelt 😉

9
Georgos Egger

Aufklärung–Verfinsterun
@Stefan
Opportunistischer Fatalismus! Einen Weltstaat mit Geistesdiktat der „Aufklärung“. Das wollte schon Napoleon, im Gegensatz zu den Tirolern. Und heute? Nach wie vor: Nein danke!

10

Geschichte zum Nachlesen...
In Süd-Tirol liegt die Wiege des Landes Tirol, welches über Jahrhunderte eine geistige, kulturelle und politische Einheit bildete.

Hier lebte das Volk frei und unabhängig, bis in der Folge des 1. Weltkrieges, willkürlich eine Unrechtsgrenze mitten durch das Land gezogen und Tirol somit in 3 Teile geteilt wurde. Süd-Tirol, das nie zuvor zu Italien gehört hatte und dessen Sprache und Kultur nicht italienisch waren, wurde gegen den Willen der Bevölkerung von Italien annektiert und in der Folge immer wieder Opfer einer staatlich geförderten Assimilierungs- und Italienisierungspolitik.

Ähnlich wie Süd-Tirol erging es auch anderen Ländern und Minderheiten. Die Ausbeutung der ehemaligen Kolonialgebiete, die Teilung Deutschlands, die Unterdrückung der Basken und Katalanen, oder die repressive Politik im einstigen Bund jugoslawischer Staaten, sind dabei nur einige Beispiele aufoktroyierter Fremdbestimmung und staatlicher Unterdrückung.

Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass die Fremdbestimmung von Völkern und Regionen auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten ist und sich letztlich der Freiheitsdrang durchsetzt.

Bereits in der Atlantikcharta von 1941 wurde festgelegt, dass „Annexionen fremder Territorien als ungültig bezeichnet werden, solange nicht der Überwechsel zum neuen Staat von der Bevölkerung des eroberten Gebietes bejaht wird.“

Dieses Recht auf Selbstbestimmung wurde dann in der Generalversammlung der UNO von 1966, in Artikel 1 der Menschenrechtspakte festgelegt.

Italien hat vor genau 30 Jahren, am 25. Oktober 1977, mit Gesetz Nr. 881 die UNO- Menschenrechtspakte ratifiziert und damit zu geltendem staatlichem Recht erklärt. Art. 1 besagt: "Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung. Kraft dieses Rechtes entscheiden sie frei über ihren politischen Status und gestalten in Freiheit ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung."

Seitdem Italien die Menschenrechtspakte als rechtliche Verbindlichkeit festgeschrieben hat, kann Süd-Tirol die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes konkret einfordern. Diesbezügliche Schritte sind bis heute von Seiten der offiziellen Süd-Tiroler Politik jedoch nicht eingeleitet worden, wohl aber hat der frühere italienische Staatspräsident Francesco Cossiga die Initiative ergriffen.

11

falsche Rücksicht..
@Frage: Italien ist im 1915 in Oesterreich einmarschiert!
Waren aber nicht die Italiener schon vorher in Cortina d`Anpez?
oder waren es die Oesterreicher -Kaisertruppen? Was war der Grund,
was hat Oesterreich getan?
Habe schon diverses gehört. Wenn
ocupiert, warum bis an die Schweizer Grenze. Die Ursache lag doch mehr in den Dolomiten?
Wer hat denn das "Beutestück" so gerecht / ungerecht verteilt.
Waren die Oesterreicher wirklich unschuldig oder hat sich Italien durch Angriff verteidigt? Möchte niemanden beleideigen mit der Frage, aber es gibt sicher noch Menschen die wissen wie und warum es passiert ist! Danke für auch persönliche Antworten!

12

@Franzot
Ihr Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen; niemals wird ein EU-Mitgliedsland auf Kosten eines anderen an Territorium gewinnen. Das ist gegen die europäische Integration!

Es gibt keine gerechten Grenzen. Dänemark könnte von Deutschland auch Flensburg fordern, Italien von Frankreich Nizza, und und und...

Dass viele Südtiroler deutschsprachig sind, ändert daran auch nichts, denn sprachliche Minderheiten gibt es in vielen Ländern (in der USA gibt es über 40 Millionen Spanischsprachige, ein Drittel der USA könnte übrigens von Mexico beansprucht werden).

Darüberhinaus verstößt es gegen die Interessen Italiens und damit ist die Sache erledigt. Das Vereinigte Königreich Großbrittanien und Nordirland hat einen Krieg angefangen wegen der völlig unbedeutenden Falklandinseln, also soll man Italien bitteschön keine Pedanterie vorwerfen.

Die Abspaltung Kosovos war illegal und jeder weiß das; der einzige Grund, warum Kosovo von vielen Staaten anerkannt wird, ist der, dass Serbiens Macht zu gering ist. In den internationalen Beziehungen wird vom Westen oft mit zweierlei Maß gemessen. Einerseits kritisiert man die Vorgehensweise Russlands in Südossetien, Abchasien, Adscharien und andererseits lässt man Kosovos unabhängigkeit zu.
Warum erkennt denn die Republik Österreich nicht Taiwan als souveränen Staat an. Weil China es sich leisten kann, Taiwan nicht als unabhängigen Staat anerkannt zu kriegen. Etwa so verhält es sich auch mit Italien und Südtirol. Ich persönlich als junger Mensch liebäugle mit folgender Utopie: Lasst uns auf der Welt einen einzigen Staat errichten, aufbauend auf den Prinzipien der Aufklärung. Wo keine Grenzen sind, braucht man keine Grenzen verteigigen. Wie viele Menschen sind gestorben, um Grenzen zu verschieben oder zu verteidigen?

Was mir auch auffällt, ist, dass von vielen "deutschsprachigen Patrioten" oder sonstigen Rechten oder Burschenschaftern Autonomiebestrebungen gutgeheißen werden, die sämtlich merkwürdigerweise außerhalb Deutschlands und Österreichs liegen. Die anderen Länder dürfen sich ruhig klein spalten, aber bitte nicht Deutschland oder Österreich. Es gibt keine Internetseiten, die die Einheit Österreichs verletzen, so wie die Einheit Italiens hier (in Gedanken) laufend verletzt wird. Und wenn ein Österreicher sich angegriffen fühlt, wenn ein Italiener gedanklich an seinem lieben Land herumbastelt, dann muss er einsehen, dass das auch andersrum gilt.

13

@ Literat J.Franzot
Na und? Die ethnische Mehrheit war in Triest zum damaligen Zeitpunkt und Jahrhunderte zuvor doch immer italienisch, warum sollten also die Italiener in der damals international verwalteten Zone A kein Recht auf Selbstbestimmung bekommen haben? Das kann man als Befürworter des Menschenrechtes auf demokratische Selbstbestimmung nur begrüssen, genauso wie heute dies im Falle von Süd-Tirol politisch immer noch angebracht wäre. Zum gleichen Zeitpunkt der Geschichte nach 1945 verweigerte Italien den Süd-Tirolern das gleiche Recht auf demokratische Selbstbestimmung, auf das man sich gerade in Triest vor der Welt so dramatisch berufen hat, und letztenendes 1954 auch durchgesetzt hat. In der Zone B waren die Slowenen und Kroaten in Istrien die zahlenstärkste Bevölkerung und daher ist diese Zone damals im Sinne der Selbstbestimmung der Völker bei Jugoslawien auch verblieben. Die brutale und grausame Vertreibung der Italiener bis nach dem Ende des Zweiten WK darf man dabei genauso wenig vergessen wie die Vorgeschichte im Zweiten Weltkrieg und die faschistische Agression sowie Annexionspolitik des faschistischen Italien in Jugoslawien, wo sogar zeitweise die slowenische Stadt Lubljana (ital. Lubiana) vom Duce zu "citta italiana" erklärt wurde. In Triest und im Umland gab es und gibt es immer noch eine starke slowenische Minderheit, meines Wissens so an die 25%, aber es ist und war eine Minderheit und keine ethnische Mehrheit. Dieser Landstrich ist nach der Auflösung von "Free Territory of Trieste" 1954 endlich langsam über Jahrzehnte zur Ruhe gekommen, und dabei sollte man es auch belassen. Ich finde es persönlich schade, dass die starke slowenische Minderheit in Triest aus dem öffentlichen Leben so gut wie ausgeblendet wurde. Das hängt auch vieleicht ein wenig mit der Einstellung mancher Menschen in Slowenien zusammen, "Triest gehört uns - Trst je nas". Ähnliche Konflikte gibt es auch in Süd-Kärnten in Österreich, wennauch heute meistens nur um zweisprachige Ortschilder. Slowenisch-nationalistische Sprüche kann man aber noch so oft als Ansagen hören oder als Graffitis manchmal in Triest selbst lesen, daher kann ich manches dort nachvollziehen, was man mit anderen Vorzeichen gerade in Süd-Tirol erleben muss. Ich kann aber beim besten Wissen nicht beurteilen, was wirklich dahinter steht, da ich diese Stadt aus mehreren Aufenthalten nur kenne, vor allem Sistiana, Duino und Rilke-Schloss. Das führt nur zu Verstimmungen zwischen ethnischen Gruppen, wenn eine Minderheit sich die Herrschaft über die Mehrheit anmaßt, auch wenn das heute gerade in Triest als utopisch erscheinen muss. Was das alt-österreichische Erbe in Triest und Istrien betrifft, da kann man die Italiener nur loben. Sie gehen mit diesem Erbe überall sehr sorgsam um. Sie waren bis 1918 fast genauso lang bei Österreich, wie das heutige Land Süd-Tirol, also über 600 Jahre. Ohne Österreich und die k.&k. Monarchie wäre aus Triest keine wichtige Stadt geworden. Das war damals der wichtigste Hafen der Monarchie und das Tor zur Welt eines ganzes Landes. Mit dem Untergang der Monarchie begann auch der Untergang der Bedeutung von Triest als internationaler Hafen, da Italien über genug Häfen auf seiner langen Küste verfügte. Ich bin jedes mal in Triest von der Vielfalt dieser Stadt fasziniert. Diese Stadt war und ist zwar italienisch, aber sie war und ist ein Schmelztigel von so vielen Kulturen und Nationalitäten. In Triest fühlt man sich Zuhause. Die Triestiner waren und sind wahre Freunde der Österreicher und sie sind das bis heute auch geblieben, nach meinem Empfinden sogar auf Platz zwei nach Süd-Tirol, da keine andere Gegend in Italien dermassen starke geschichtliche Bindungen und Wurzeln der eigenen Identität mit Österreich vorweisen kann wie gerade diese einmalige Stadt. Die Monarchie war ein Vielvölkerstaat, aber man konnte zum Beispiel gerade in Triest, in Istrien und Dalmatien oder im Trentino selbstverständlich Italiener und zugleich auch Tiroler und Österreicher sein. Das kann man heute in unserer Zeit so gut wie gar nicht mehr nachvollziehen, man kann aber doch etwas daraus für die Zukunft lernen, wenn man nur ein wenig guten Willen hat, gerade in Tirol südlich des Brenners, wo die Frage der Selbstbestimmung der Süd-Tiroler von Italien niemals beantwortet worden ist, und wo eine Minderheit oft genug einer überwältigenden Mehrheit in manchen Fällen vorschreiben will, als was sich diese Mehrheit zu definieren hat. "Die gute alte Zeit" war in diesem Fall doch wirklich für alle Menschen viel besser und vieleicht kommt sie irgendwann in Zukunft unter anderen Vorzeichen auch wieder, da die Geschichte bekanntlich ein Rad ist.

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Freistaat Südtirol?
In Triest wissen wir bestens, wie langlebig ein Freistaat in Mitteleuropa sein kann. Das Free Territory of Trieste (FTT,1947-1954) war nie wirklich von Italien unabhängig. Die Richter kamen aus Italien, die Justiz richtete sich nach dem italienischen System, die Währung war die Lira und alles, was nicht italienisch war, war US-Amerikanisch.
Wenn einigen von Euch eine ähnliche Lösung für Südtirol vorschwebt, dann bitte ich Euch, an das FTT zu denken und Euch allen Ernstes zu fragen, ob eine Schein-Unabhängigkeit das ist, was Ihr erreichen wollt.
Meines Erachtens liegt die einzige Chance Südtirols, dem jämmerlichen Zustand des Österreichischen Küstenlands zu entgehen, in einer schnellstmöglichen, demokratisch herbeigeführten Wiedervereinigung mit dem österreichischen Vaterland.
Alles Andere ist Wasser auf den Mühlen der Taktierer und Postenschacher.

15

Unsere Unabhängikeitserkärung...
Wir, die Einwohner Süd-Tirols, Entschlossen, die Zukunft Süd-Tirols als freies, demokratisches und friedliches Land zu bauen, das ein Heimatland für alle seine Bürger sein wird.
Verpflichtet, einen Staat der freien Bürger, der die Rechte eines jeden Bürgers, die Freiheit und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz garantiert, zu schaffen;

Legen das Land Süd-Tirol als Staat des ökonomischen Wohls und des sozialen Wohlstandes fest;

Sind der Überzeugung, dass der Staat Süd-Tirol zur Stabilität der Region und Europas durch den Aufbau von gutnachbarschaftlichen Beziehungen und der Zusammenarbeit mit allen Nachbarstaaten beiträgt;

Sind der Überzeugung, dass der Staat Süd-Tirol ein würdevolles Mitglied in der Familie von friedliebenden Staaten in der Welt sein wird;

Mit der Absicht, als Staat Süd-Tirol am Prozess der Euro- Atlantischen Integration teilzunehmen;

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Wiedervereiniger

Falsche Rücksicht
Aus Rücksicht auf profilierungssüchtige Politiker, Beamte und Italophile, aus Rücksicht auf Italien und auf den italienischen Nationalismus sollen die Süd-Tiroler auf Ihre Rechte verzichten.
Sollen die Süd-Tiroler wirklich auf ihr Völkerrecht verzichten?
Sollen sie noch heute die Kriegsbeute des 1. Weltkrieges für Italien spielen?
Sollen sie ihre Zukunft noch immer einer Partei opfern, die sie nur als Stimmenvieh für die nächsten Wahlen benutzt?