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Leserbrief: Deutsche Sprache – Anglizismen

h._staffler.jpgIch finde es schon schlimm genug, dass sich immer mehr Italianismen     (z. B. "Männer kleiden weiblich" statt "Männer kleiden sich weiblich") sowie vor allem englische Fremdwörter in die Zeitung einschleichen. Kein Verständnis habe ich aber, wenn man sogar versucht, deutsche Wörter durch englische Schreibweise interessanter zu machen.

So heißt es in den "Dolomiten" vom 16.Juli, Seite 7: "Die Nielsen shakerte damals unter anderem mit Promis wie Landeshauptmann Luis Durnwalder". Demnach hätte die Nielsen den Landeshauptmann kräftig geschüttelt, was ich nicht glauben kann. Viel eher dürfte der alternde Sexstar wohl mit dem Landeshauptmann geschäkert (geflirtet) haben. Das Wort schäkern ist übrigens über das Jiddische aus dem Hebräischen in die deutsche Sprache gelangt, zu der es heute gehört – sofern man es richtig schreibt.


Hartmuth Staffler, Brixen
Landtagskandidat der SÜD-TIROLER FREIHEIT

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2 Kommentar(e)

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Georgos Egger

Sprache
Es kommt nicht so sehr darauf an, ob eine Sprache in ihrem Bestand bedroht ist (durch Fremdwörter, Fremdgrammatik, Vokabelverluste usw.), sondern um die Sprachleistung, d. h. die Bandbreite der Fähigkeit, das menschliche Erlebensspektum so vollständig wie möglich zu beschreiben. In diesem Sinne stellt sich die Sprache als ein Spiegel gesellschaftlicher und individueller Lebensweisen und Schicksale dar. Sprachpflege als Erhaltung von Sprachleistung kann nur individuell vonstatten gehen, da gesellschaftliche Dimensionen vorgegeben sind und von einzelnen nicht maßgeblich beeinflußt werden können. Als Folge davon treten Verständigungs– und Verständnisprobleme ein, wenn die individuellen Dimensionen sich von den gesellschaftlichen signifikant unterscheiden, was wiederum zur Bildung kleinerer Gemeinschaften führt, die durch entsprechende Gemeinsamkeiten verbunden sind. Das gilt z. B. auch für die STF.

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Fremdwörter
Solche Moden für Fremdwörter in jeder beliebigen Sprache kommen und gehen. Sie haben immer mit der überegionalen Bedeutung einer bestimmten Sprache zu tun. Bis ins 18. Jahrhundert traf dies für das Latein zu, im 19. Jhdt. für das Französische überall in Europa, ab 1945 in Europa aber auch weltweit für das Engliche. Davon ist bis heute keine Sprache untergegangen, sondern sie hat sich dadurch eher weiter entwickelt. Das Problem würde es dort geben, wo man ohne tatsächlichen Bedarf Fremdwörter einführt oder im Alltag verwendet.