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Leserbrief: Benito

mail.jpegHeißt der Gesegnete, der Gepriesene. Nun will die rechtsextreme Fiamma Tricolore 1500 Euro jenen Eltern zahlen, die ihre Kinder Benito oder Rachele (wie Mussolini) nennen. Dabei war dessen Leben liederlich: Seine erste Tochter hatte er mit der Tochter der Lebensgefährtin seines Vaters, als diese noch minderjährig war, so dass nach italienischem Recht die Mutter (???) als unbekannt galt.

Geflohen, als es brenzlig wurde (1945), ist der „Gepriesene“ dann nicht
mit seiner Frau, sondern mit seiner Geliebten Clara Petacci.

Abgehauen (1902- 1904) haderte der spätere Feldherr in der Schweiz damit, ob er der italienischen Wehrpflicht nachkommen sollte.

1917 wurde der Duce von Ida Dalser Vater eines unehelichen Kindes. Beide -Mutter wie Kind- endeten in Nervenheilanstalten!

Als Funktionär bei den Sozis war er gegen einen Kriegseintritt 1914,
aber begrüßte ihn umso mehr bei Kriegsbeginn! Für diesen Wortbruch
wurde er bei den Sozialisten hinausgeworfen.

Nur Gianfranco Fini, Präsident der italienischen Abgeordnetenkammer,
Träger des „Großen goldenen Ehrenzeichens am Bande für Verdienste um
die Republik Österreich“   konnte ihm nach 1945 positives abgewinnen,
als er ihn 1994 als „größten Staatsmann des Jahrhunderts“ bezeichnete.

Für kein Geld dieser Welt sollte ein Kind gezwungen sein, den Namen dieses Tyrannen ein Leben lang tragen zu müssen!

Roland Lang, Terlan

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11 Kommentar(e)

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1
Karl-Heinz Voelker

@Stefan R.
Hallo, Sie sollten bitte noch den EU Abgeordneten Schulz aufführen

"Herr Schulz, ich weiss, dass ein Produzent in Italien gerade einen Film über die Konzentrationslager der Nazis dreht. Ich werde Sie für die Rolle des Kapo vorschlagen. Sie wären perfekt."

http://www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jul_04_2003.html

Gruß ins Land der "brava gente"

2

Kiesinger war Kanzler. Jetzt bist du platt, was?

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Lieber ff, die CDU hat es in Deutschland sogar zustande gebracht ein ehemaliges NSDAP-Mitglied, Kanzler werden zu lassen.

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Moment mal
Stefan R. spar dir deine unpassenden Kommentare.
In Deutschland zahlt die CDU auch nicht für getaufte Adolfs.

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Namen...
Also Herr Lang aus Terlan: Frage?
Wieviele Adolfs gibt es, Wieviele Karls, Wieviele Rosas, Wieviele..
sonst noch die Namen von Menschen tragen die Unheil anrichteten?
Zahlen dafür sicher nicht! Im Taufrecht ist Italien klar in
der Norm wie alle Staaten! Bhuets nach Terlan!
In Südamerika übrigens ist Benito
ein weitverbreiteter Name.
Es müssen nicht alle Hans, Peter, Rolf, Kasper etc heissen....

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Mir fällt nichts ein

Danke für den Geschichtsunterricht, das weiß doch jedes Kind. Das so eine Kleinstpartei derart Beachtung bekommt, spricht Bände über die gefestigte(oder auch nicht?) Tiroler Identität des Verfassers. Ach ja, Ihr habt Euch auch aufgeregt wegen der (saublöden!) Kampagne der Grünen, "Sven ist kein Südtiroler Name"(Stimmt, er ist auch ein halber Piefke!;-)). Habt Ihr nichts besseres zu tun als über Namen zu diskutieren?

7
achim.baden-württemberg

Klassizistisch
Stefan R.

Sie meinen wohl klassisch.
Klassizistisch ist ein Baustil.

8

Im Gegensatz zum Nationalsozialismus hat der Faschismus Rassengesetzte erst spaet erlassen. Es gab auch eine Reihe von dezidiert antirassistischen Faschisten. Balbo war einer von ihnen, der auch in der Sowjetunion empfangen wurde und einen Kriegseintritt auf der Seite der Alliierten favorisierte. (natuerlich vor dem zw. Weltkrieg)
Der Unterschied zwischen Mussolini und Hitler ist ganz einfach. Hitler hat die Welt in einen Weltkrieg gestuerzt und Mussolini nicht. Der Grund fuer den Ausbruch des 2. Weltkriegs kann man ja nach Hobbsbawm mit zwei Worten benennen: "Adolf Hitler" (der mit tschechischen Waffen Polen besiegte). Natuerlich war Mussolini ein Tyrann, der in Afrika koloniale Kriege angezettelt hat. Aber ich sehe keinen Grund darin, Kinder nicht Benito oder Benita zu nennen. Eine wichtige Oesterreicherin heisst ja Benita, wie ihr wisst.
Bei "Adolf" ist das etwas anderes.
Ich sehe auch keinen Grund darin, in Spanien Kinder nicht Francisco zu nennen. Die Vorwuerfe, in Italien existiere Faschismus sind natuerlich absolut laecherlich. In Deutschland wuerde man auch ausgelacht, wenn man sagte, in Deutschland exisiere Nationalsozialismus. Es ist auch diese sprachliche Aufweichung des Wortes "Faschismus", die dabei eine Rolle spielt.
Man braucht sich nur das politische Leben in Italien anzusehen, in dem jede Kleinpartei in den Nachrichten Beachtung findet, die zahllosen Streiks bei Trenitalia und Alitalia, die Talkshows "Ballaro", "Porta a Porta" in denen niemand niemanden ausreden laesst etc., um zu verstehen, dass Italien hoechst antifaschistisch ist, weil im Gegensatz zu Deutschland das Beduerfnis nach Konsens weniger stark ausgepraegt ist.
Eine etwas klassizistische Sichtweise, die ich aber loswerden wollte.

9

Zuerst Geld, dann Gesetz?
Zuerst Benito, dann die re-Italienisierung der (Süd) Tiroler Familiennamen?
Wenn eine Partei für Namensgebungen Geld bezahlt, dann vielleicht deshalb, weil sie für rassistische Gesetze (noch) zu wenig Wählerstimmen hat.

Stellt euch vor diese Partei wäre in Italien an der Regierung.
Dann würde Italien wahrscheinlich wieder ihre Rassengesetze einführen und man würde vielleicht unsere Familiennamen wieder italienisieren wollen.

10

Kennst du das Land...
Zu diesem Themenbeitrag passt ein Gedicht eines deutschen u.a. Kinderbuchautors Erich Kästner, der auch den italienischen Duce-Faschismus in Süd-Tirol bei seinem Meran Aufenthalt kennenlernen "durfte". Er hat jede Form von Totalitarismus und Faschismus Zeit seines Lebens zutiefst verabscheut und in seinen Schriften bekämpft, egal wo in Deutschland oder in Italien. Er warnte stets eindringlich die Mitmenschen vor allen Formen dieser verbrecherischen Ideologie. Mit der antifaschistischen Erziehung der Kinder kann man daher nach Kästner nicht früh genug anfangen.
Ein Auszug aus einem seiner Gedichte:

Kennst du das Land, wo die Kanonen blühen?

Kennst du das Land, wo die Kanonen blühen?
Du kennst es nicht? Du willst es kennenlernen?
Dort stehen die Prokuristen stolz und kühn
in den Bureaus, als wären es Kasernen.

Dort wachsen unterm Schlips Gefreitenköpfe.
Und unsichtbare Helme trägt man dort.
Gesichter hat man dort, doch keine Köpfe.
Und wer zu Bett geht, pflanzt sich auch schon fort!

Kennst du das Land? Es könnte glücklich sein.
Es könnte glücklich sein und glücklich machen!
Dort gibt es Äcker, Kohle, Stahl und Stein
und Fleiß und Kraft und andre schöne Sachen.

Selbst Geist und Güte gibt´s dort dann und wann!
Und wahres Heldentum. Doch nicht bei vielen.
Dort steckt ein Kind in jedem zweiten Mann.
Das will mit Bleisoldaten spielen.

Dort reift die Freiheit nicht. Dort bleibt sie grün.
Was man auch baut - es werden stets Kanonen.
Kennst du das Land, wo die Kanonen blühn?
Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen!

11

Benito war poco bonito.. 😀