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Leserbrief: Begnadigung der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer: Schlussstrich notwendig

stefan_zelger_2.jpgNach 46 Jahren im Exil durfte der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer Luis Larch heute endlich in seine Heimat zurückkehren. Er war ein enger Mitstreiter von Jörg Klotz und riskierte für seine geliebte Heimat Freiheit und Leben. Die Rückkehr von Larch ist ein Tag der Freude und ein Tag der Anerkennung. Ohne den selbstlosen und entschlossenen Einsatz der Männer und Frauen der 60er Jahre würde meine Generation, die Generation der Söhne und Enkel, nicht im Süd-Tirol leben wie wir es heute kennen. Doch gleichzeitig ist dieser Tag auch ein Tag der Mahnung, da einige mutige Männer von damals noch immer nicht in ihre Heimat zurückkehren können.

Mit ihren Anschlägen gegen die Symbole des Staates, der die Assimilierungspolitik des Faschismus in den 50er und 60er Jahren fortsetzte, machten sie die Welt auf das Süd-Tirol-Problem aufmerksam und bewegten den Staat Italien zum Umdenken bezüglich seiner Minderheitenpolitik. Diese Männer trugen so einen bedeutenden Beitrag zur positiven Entwicklung des Landes bei.

Einige dieser Männer, wie die drei noch lebenden „Puschtra Buam“, dürfen ihre Heimat noch immer nicht betreten. Heinrich Oberlechner, einer der Freiheitskämpfer aus dem Pustertal, musste nach langer und schwerer Krankheit im Dezember 2006 in der Fremde sterben. Er konnte erst als Toter in seine Heimat zurück. Der oftmals propagierte und in Sonntagsreden beschworene „richtige Zeitpunkt“ kam für ihn zu spät. Der italienische Staat hat Terroristen der „ Roten Brigaden“, Mörder und Entführer, begnadigt. Die „Puschtra Buibm“ und einige weitere Aktivisten jener Zeit, sind für den italienischen Staat bis heute gesuchte und geächtete Verbrecher. Der Schritt über die Brennergrenze, die für einige SVP-Exponenten ja nicht mehr existiert, würde für sie lebenslange Haft bedeuten. Falls es dem italienischen Staat wirklich ernst sein sollte dieses für beide Seiten leidvolle Kapitel endlich abzuschließen, so müssen die restlichen Freiheitskämpfer endlich begnadigt werden. Ansonsten war der Freudentag anlässlich der Rückkehr von Luis Larch wohl der letzte dieser Art.

Stefan Zelger,
Hauptausschussmitglied und Gemeinderat der SÜD-TIROLER FREIHEIT in Tramin

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6 Kommentar(e)

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1

Begnadigung
Warum nur FK Larch und Stieger nicht? Ist da eventuell Geld geflossen? Auf alle Fälle ich mag es dem Süd-Tiroler Patrioten von Herzen gönnen !!!!!!!!

2

@FF
Daß sich der italienischer Staat bei den Südtiroler für die Entnationalisierungspolitik des Faschismus und der zweiten Nachkriegszeit entschuldigen sollte, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Es geht hier lediglich um die Begnadigung der letzten im Ausland lebenden Aktivisten.
Auch Renato Curcio von den BR hat dem damaligen Staatspräsidenten Scalfaro geschrieben, daß er Reue zeige, und wurde begnadigt.
MAn kann einfach von einem Staat keine Begnadigung erwarten, ohne daß man der Autorität entgegen kommt.
Eine sture Haltung wie "Begnadigung jetzt und sofort" wird nichts bringen, außer daß es weiterhin keine weitere Begnadigungen geben wird.
Das müßte doch wohl jedem klar sein, oder?

3

Reue des Staates?
@Matteo Gesualdo Corvaja

Man braucht keine Reue zeigen, wenn man sich selbst verteidigt.
Wer hat jemals bereut, sich selbst verteidigt zu haben?
Reue zeigen bzw. entschuldigen sollte sich der ital. Staat für seine Verbrechen in Süd-Tirol und nicht nach dem Gesetz des Stärkeren vorgehen.

4

Wieder mal Schein-Autonomie
Der ital. Staat begnadigt lieber Terroristen, Mörder und rote Brigaden. Da sieht man was der Staat von unserer Minderheit in Süd-Tirol hält.
Raufkommmen und in Süd-Tirol Urlaub machen und unsere Steuergelder kassieren und dann uns als Terroristen anschauen.
Der Terrorist ist hier der ital. Staat.
Wo ist denn der Provinz-Luis und mit seiner "vorbildlichen Autonomie" Südtirol geblieben? Die SVP wartet vermutlich noch 100 Jahre auf den "richtigen" Zeitpunkt.

5

Wer begnadigt werden möchte, muss ein Zeichen der Reue zeigen.
Ich finde die Debatte mittlerweile langweilig, da sich das ganze im Kreise dreht.
Solange die sich noch im Exil befindenden Aktivisten (Freiheitskämpfer für die einen, Terroristen und Mörder für die anderen) das nicht tun, dann brauchen sie sich keine Hoffnungen zu machen.
Ich denke, Napolitano hätte schon einen Ohr für sie, wenn sie auf ihn zugingen.
Schließlich ist er ja der letzte übrig gebliebene Demokrat innerhalb der italienischen Institutionen.

6

Begnadigung
Wenn man die Begnadigung will muss man um die selbe fragen.