Start / Archiv / Landesweite Plakataktion „Los von Rom“

Landesweite Plakataktion „Los von Rom“

plakataktionlosvonrom.jpgMit einer landesweiten Plakataktion erinnert die Bewegung „SÜD-TIROLER FREIHEIT – Freies Bündnis für Tirol" an die große Kundgebung auf Schloss Sigmundskron.
Am 17. November 1957 versammelten sich an die 35.000 Menschen in Sigmundskron, um gegen die Unterdrückung durch Italien und für die Freiheit Süd-Tirols zu demonstrieren.
Obgleich der Großteil der Anwesenden und die Mehrheit der Bevölkerung das „Los von Rom" forderte, machte der damalige Landeshauptmann Magnago kurzerhand ein „Los von Trient" daraus und nützte die Kundgebung somit für andere Zwecke aus.

 Bis heute wird dieses falsche Bild der Kundgebung vermittelt.

Mit der Plakataktion will die SÜD-TIROLER FREIHEIT an die wirkliche Forderung der Bevölkerung erinnern und erneuert aufgrund der zunehmenden Belastungen durch den italienischen Staat die Forderung nach einem „Los von Rom".

Bereits zu Beginn dieses Jahres wurde von der SVP in einer Nacht- und Nebel- Aktion auf Schloss Sigmundskron ein Gedenkstein mit der Aufschrift „Los von Trient" errichtet. Damit wird ein verzerrtes Bild der Geschichte vermittelt, und die Forderung der damaligen Bevölkerung nach der Loslösung von Italien nachträglich auf den Wunsch nach Landes- Autonomie reduziert. Bereits im Jahr 1957 hatte die SVP mit gedruckten Plakaten, auf denen die Aufschrift „Los von Trient" zu lesen war, versucht, die Großkundgebung in ihrem Autonomiesinne auszunützen.

Die Transparente des Volkes trugen aber die Aufschriften „Los von Rom/ Selbstbestimmung/ Schluss mit der Scheinautonomie/ Freiheit für Südtirol/ Tirol den Tirolern/ usw". Sie zeugen somit von der wahren Forderung dieser Großkundgebung. Auch der geplante Marsch auf Bozen war keineswegs als Marsch für Autonomie, sondern zwecks Unabhängigkeitsforderung gedacht.

Das 50- Jahr Jubiläum der Kundgebung von Schloss Sigmundskron sollte daher im Lichte der historischen Wahrheit begangen werden und darf nicht so, wie durch die Parteilegende der SVP verzerrt, stehen gelassen werden.

Die Forderung nach dem „Los von Rom" hat indes bis heute nichts an Brisanz und Notwendigkeit verloren; Sie erscheint angesichts der Entwicklungen der letzten 50 Jahre aktueller denn je.

Trotz Autonomie und Wohlstand schreitet die Assimilierung unaufhaltsam voran, und beinahe täglich gibt es  neue Hiobsbotschaften aus Rom, die der Bevölkerung das Leben schwer machen und unsere Zukunft gefährden.

Der ständige Kampf um den Erhalt unserer Autonomie und die Einhaltung unserer Rechte (z.B. Muttersprache), ist keine Basis für eine gesicherte Zukunft.

In vielen Bereichen ist Süd-Tirol immer noch fremdbestimmt und der Willkür der römischen Regierung ausgesetzt.

Dies wirkt sich besonders negativ auf unsere Wirtschaft aus, die von verantwortungs- loser Steuerpolitik und mit einem undurchschaubaren Bürokratiedschungel belastet wird. Dies führt dazu, dass immer mehr Betriebe aus Süd-Tirol abwandern und somit auch unsere wirtschaftliche Zukunft durch Italien gefährdet wird. Bezeichnend für die Brisanz dieser Situation ist die Tatsache, dass der Unternehmerverband inzwischen keine Gelegenheit mehr auslässt, um zu betonen, dass das größte Problem der Süd-Tiroler Wirtschaft die Zugehörigkeit zu Italien ist. Auch die Warnungen führender Wirtschaftsexperten, welche keine Zukunftsperspektiven für Süd-Tiroler Familienunternehmen unter Italien mehr sehen, geben Anlass zur größten Sorge.

Italien hat weltweit einen der größten Schuldenberge und wird langfristig auch Süd-Tirol herunterwirtschaften. Auch die Stimmen nehmen zu, die von Süd-Tirol eine Beteiligung an der Tilgung der Staatsschulden einfordern und somit unser Land um Millionen von hart verdienten Steuergeldern bringen wollen.

Die „SÜD-TIROLER FREIHEIT" sieht sich auf Grund dieser Entwicklungen in ihrer Haltung bestätigt, dass es keine Zukunft für Süd-Tirol unter Italien geben wird und erneuert daher mit dieser Plakataktion auch die Forderung nach dem „Los von Rom".

Die Zugehörigkeit Süd-Tirols zu Italien ist eine permanente Zitterpartie, die uns nichts als Probleme schafft.

Süd-Tirol würde sowohl wirtschaftlich, als auch politisch besser ohne Italien dastehen.

Es ist daher höchst an der Zeit, sich endlich von diesem Staat zu verabschieden!

SÜD-TIROLER FREIHEIT – Freies Bündnis für Tirol
Mittwoch, 17. Oktober 2007

 

plakataktionlosvonrom.jpg

 

pressekonferenz_los_von_rom_500_1.jpgpressekonferenz_los_von_rom_500_2.jpg

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

14 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

was ist passiert seither? TATEN???? WO BLEIBEN SIE???

2

Süd Tirol braucht Autonomie
Im Grundegenommen sollte Süd Tirol dem
Vaterland angehören aber, das Rom würde
dies niemals zulassen...
Ich wohne zwar nicht dort, aber ich stamme davon... daher kenne ich alle Sorgen und Probleme des Volkes...
Ich kann nun nur noch dazu beten, dass Gott meinem Volke helfen würde...

3
AHB-Bundesleitung

Plakat
Wann können wir 10 Plakate Los von Rom bekommen?

4

@ wolfgang
danke für deine worte der unterstützung...seid versichert, dass wir euch genauso unterstützen werden. denn wir alle sind vereint in unserem tiefen verachten gegen die fascho-nazidiktaturen, denen wir zum opfer gefallen sind...italien kann nur verraten, konnte es immer nur so und wird es immer nur können.

schande über dich, rom, du verräterin und heuchlerin!

5

Risposta a Cipro:
Come prima cosa nella prima guerra mondiale, guardando militarmente, l'Austria vi ha battuto nel modo piu clamoroso possibile. Ricordatevi la disfatta a Caporetto, quando Erwin Rommel sotto il comando del generale Svetozar Borojevi, vi ha mandati in fuga fino al Piave, e ancora piu indietro sareste fuggiti, se le forze centrali non avessero perso la guerra con i vostri alleati. Vi ricordo che prima della guerra avevate sottoscritto un alleanza con l'Austria e la Germania...
come seconda cosa l'Istria e la Dalmazia non sono mai state terre italiane, bensi l'Istria con Fiume Slovene e la Dalmazia Croate. Voi avete perso nella seconda guerra mondiale parte di quelle terre che avete ingiustamente ottenuto nella prima guerra mondiale, dico parte perche Trieste, Gorizia, Cividale e Tarvisio, citta storicamente slovene sono ancora in Italia.

Tedeschi e Sloveni in Italia! Uniamoci e ritorniamo le nostre terre rispettivamente sotto l'Austria e Slovenia.

Ein herzliches gruess aus Goerz
Prisren pozdrav iz Gorice
Saluto da Gorizia

6

Nazis, NEIN DANKE!
An Matze= Naze & Co! Nazis verpisst euch. Wir haben euch nicht nach eurer Meinung gefragt. Ihr seid nur Provokateure, die unserer Sache gezielt schaden wollen, wie schon immer in der Geschichte. Keine Fussbreite den Nazis oder anderen Agenten, die vorgeben das zu sein in Süd-Tirol!!!!

7

Deutscher Bund
wie schon der große Hoffmann von Fallersleben,gerieben hat :
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
das sind die Grenzen des Deutschen Bundes, gewesen! Jeder Deutsche,Tiroler
soll,wiesen wo her er kommt! Wir sind Ein Volk !!!

8

Avete perso la prima guerra mondiale ! E ve lo siete preso nel culo...fino al Brennero ! Se avessimo perso noi... il confine lo avreste portato sicuramente fino a Roma. Cosa volete ancora ??? In guerra si vince o si perde. Voi avete perso e zitti . Nella seconda guerra mondiale abbiamo perso noi... e ce lo siamo preso nel culo rinunciando dolorosamente ( forse per sempre ) all' Istria e Dalmazia terre italianissime da secoli...!
A voi nel bene o nel male è andata tutto sommato bene grazie ad una Autonomia che considero giusta e riparatrice... alle nostre terre di Istria e Dalmazia e ai nostri fratelli ivi residenti non ebbero quello che a voi fu concesso... anzi loro non ebbero nessuna autonomia e furono addirittura infoibati e spossessati dei loro beni ...!
Inoltre è proprio strano che a lamentarsi siano i figli di quelli che calando il Brennero sulle note della marcia di Radetzski andarono a occupare, invadere, e in tanti casi impiccare Patrioti Italiani che cercavano di creare l' unità d' Italia.

9

Tiroler Wiedervereinigung
@ Reihold aus Kärnten. Ob Sie es glauben oder nicht, die Geschichte Südtirols und des ehemaligen Kärntner Kanaltales mit der Stadt Tarvis/Tarvisio und Pontafel/Pontebba sind miteinander eng verbunden. Aufgrund der Wasserscheide wurde das Kanaltal 1918 von Kärntnen abgetrennt und als Lohn für die getanen Dienste, sprich Betrug und Verrat an Bündnispartner Österreich von den Siegermächten des Ersten Weltkrieges Italien zugesprochen. Es hat damals keine rationalen Kriterien dafür gegeben, ausser den Machtrausch der Italiener, die damals noch sogar nachweislich im Jahre 1921 zusammen mit den Ungarn die Abstimmung über die Frage der Grenzen in Burgenland in der Stadt Ödenburg/Sopron und anderen Gebieten zugunsten Ungarns gefälscht haben. Ich glaube das damalige Kärntner Kanaltal war im Jahre 1918 zu 60-70% deutschsprachig, es gab ganz sicher noch 35% Slowenen oder Windische dort und einige Prozente Italiener und Friulaner, sprich eine ladinische Sprachgruppe ausserhalb Tirols. In der Zwischenkriegszeit, während des Zweiten WK und direkt danach wurden die meisten Kärnter aus dem Kanaltal zur Abwanderung nach Österreich mit verschiedenen Druckmitteln genötigt. Heute leben dort vieleicht gerade noch einige Tausend deutschsprachige Alt-Kärntner und viele Slowenen glücklich und zufrieden zusammen mit den Italienern und Friaulanern. Wenn man gerade aus dieser Geschichte etwas lernen kann, dann vieleicht das, dass die Heimat nicht immer und überall selbstberständlich war und ist. Ich teile auch vorbehaltlos Ihre Meinung, die Süd-Tiroler haben im Gegensatz zu den Süd-Kärntnern direkt nach dem Ersten Weltkrieg ihre nähere Heimat gegen Versuche der Etablierung einer italienischen Fremdherrschaft nicht verteidigt. Die Süd-Tiroler haben allerdings damals nicht mit so einem schwachen Gegener zu tun gehabt, wie im Falle von Süd-Kärnten. Bei der Abstimmung 1920 in Kärnten haben auch die meisten Süd-Kärntner slowenischer Sprache für die Landeseinheit und gegen die Teilung des Landes Kärnten abgestimmt. Der heutige Streit um die zweisprachigen Ortstafen in Süd-Kärnten ist für mich daher ein Armutszeugnis für die Landespolitik in Klagenfurt. Die heutige ethnische Zusammensetzung ist in Süd-Kärnten so, dass man nicht einmal im entferntesten an eine Art Rissorgimento oder Irredenta der Slowenen dort denken kann. Die Slowenen sollten in Kärnten alle Rechte bekommen, die ihnen nicht aus lokaler, sondern aus nationaler Sicht gebühren. Das hat auch sehr viel mit Glaubwürdigkeit Österreichs im Hinblick auf seine Südtirolpolitik zu tun. Sie schreiben, dass dieses Land Süd-Tirol sogar tirolerischer als Tirol selbst bis heute geblieben ist. Das hat meiner Meinung nach mit dem hoch ausgeprägten Heimatbewusstsein der Menschen hier zu tun, ausserdem gab es in Süd-Tirol nicht die gleichen Auswüchse der turistisch bedingten Ballermankultur gegeben, wie vieleicht flächendeckend im Bundesland Tirol. Die Tiroler sind aber bis zum heutigen Tag ein Volk trotz Teilung seit genau 79 Jahren geblieben. Die Tiroler Einheit ist nicht nur ein Herzensanliegen für die meisten Tiroler zwischen Salurn und Kufstein und zwischen Reschen und Lienz, sondern diese müsste meiner Meinung nach automatisch auch alle Österreicher in allen Bundesländern bewegen, da die meisten Süd-Tiroler ihr Vaterland gerade in Österreich sehen. Jeder Österreicher und jede Österreicherin muss sich daher meiner Meinung nach die Frage gefallen lassen, welchen prsönlichen Beitrag man bereit wäre zu leisten, damit auch einmal die Tiroler Einheit für alle Menschen in Tirol und damit in ganz Österreich eine selbstverständliche politische Realität wird, wie vieleicht seinerzeit die Einheit der Deutschen. Die Tiroler leben immer nuch in einem geteilten Land und die Länder, die dafür die Verantwortung tragen, bzw. die Wiedervereinigung verhindern oder zur Wiedervereinigung in Tirol wesentlich beitragen können, müssen sich auch mit der Zeit der Frage der Selbstbestimmung der Menschen in Südtirol stellen und auch die passenden politischen Antworten auf diese Frage aller Fragen finden.

10

los von italien
das ziel kann und muss immer dieses bleiben: los von diesem historischen unrechtsbringer: Italien

schande über dich, der du verraten und betrogen hast um zu guter letzt sieger zu sein!

11
Reinhold aus Kärnten

Volksabstimmung
Ich höre hier zum ersten mal, das es anscheinend noch immer eine Pro- Österreich Einstellung in Südtirol gibt!

Zur Zeit arbeite ich in Innsbruck und fahre 2 mal die Woche durch euer schönes Südtirol. Als ich es das erste mal durchquerte, habe ich mir so einiges vorgestellt, doch ich war positiv Überrascht! Ich dachte Südtirol wäre nach dieser langen Zeit bereits so in Italien aufgegangen wie das Kanaltal mit der Stadt Tarvis. Dort merkt man nämlich überhaupt nicht, das es bis 1919 zu Kärnten gehörte. Doch Südtirol ist "Tirolerischer als Tirol"

Wir Kärntner hatten 1918 bis 1920 auch das Damoklesschwert der Teilung über unserem Lande. Doch dank des entschlossenen Vorgehens unserer Vorfahren konnte eine Teilung Kärnten (und damit der Anschluss eines "Südkärntens" an Jugoslawien) verhindert werden.

Ich glaube, das sich euer großer Held Andreas Hofer im Grabe umdrehen würde, könnte er sehen was aus seinem Tirol wurde. (Soll keine Beleidigung sein!!)

Warum habt ihr euch damals nicht gewehrt, so wie Andreas Hofer gegen die Franzosen!?

So wie wir Kärntner gegen die Jugoslawen!
Die Kärntner waren Zahlen- und Waffenmäßig unterlegen, doch wir haben die Siegermächte auf uns aufmerksam gemacht, worauf sie die Volksabstimmung beschlossen.

Um aber wider in die Gegenwart zu kommen:
Ich würde mir wünschen, das die Südtiroler ebenfalls eine Volksabstimmung bekommen würden, genauso wie wir Kärntner 1920. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, das diese mit einem überzeugenden "Ja zu Österreich" ausgehen würde! Ich glaube jeder echte Tiroler würde sich die Einheit seines Vaterlandes wünschen.

Ich kann auch Tiroler recht gut leiden, und als stolzer Kärntner kann ich es einfach nicht verstehen wie ihr die Teilung eures Landes seit fast 90 Jahren hinnehmen könnt!

Zum Abschluss möchte ich euch noch sagen, das ich hoffe, das ihr irgend wann einmal in einem wieder Vereinten Tirol leben könnt!

12

Tiroler Einheit
Die Selbstbestimmung findet man fast in allen Parteiprogrammen in Südtirol, auch im Parteiprogramm der grössten Partei der SVP. Die kleineren Parteien arbeiten in diesem Sinne auch zusammen und zwar in der Arbeitsgemeinschaft für die Selbstbestimmung Südtirols, wo alle patriotischen Kräfte versammelt sind, leider ausser der SVP, wenn ich mich nicht irre. So lange das so bleibt, wird sich in dieser Frage nicht besonders viel und grundlegend bewegen. Was die Frage der Selbstbestimmung Südtirols betrifft, so kann man aber schon jetzt hier ganz sicher einen deutlichen Klimawechsel orten. Es ist ein frischer Wind in der Selbstbestimmungfrage in allen Talschaften des Landes weit über den Brenner hinaus, auch Dank dem unermüdlichen Einsatz der SF mit der Frau Dr. Klotz. So eine gute und optimistische Stimmungslage bei der Frage der Tiroler Einheit hat es hier schon lange nicht mehr gegeben. Vieleicht hat letztes Jahr der Cossiga-Abstimmungsvorschlag zur endgültigen Zugehörigkeit Südtirols die Menschen hier wachgerüttelt. Die Tirol patriotischen Aktivitäten des Südtiroler Schützenbundes und von anderern Traditionsvereinen, die erfolgreiche Selbstbestimmungpetition der Bürgermeister der südtiroler Gemeinden an den Nationalrat in Wien von 2006, die geplane Schutzmachtklausel in der neuen österr. Verfassung, all diese Bemühungen haben natürlich für einen sehr frischen politischen Wind und für eine optimistische Stimmung bei der Selbstbestimmung in breiten Kreisen der Bevölkerung gesorgt. Schade nur, dass gerade der LH von Nordtirol dieses Thema zu meiden scheint. In einem Zeitungsinterview meinte er gestern, an der Autonomie Südtirols werde sich nichts substantielles ändern, solange es in Europa noch Nationalstaaten gebe. Das gilt für mich aber in diesem fall für Italien ausserhalb von Südtirol, da 75% der Bevölkerung hier nicht italienischer Herkunft ist. Die Südtiroler sind und waren nie ein Teil der italienischen Nation, sondern was sie schon immer waren und sind in erster Linie Tiroler und nach Definition von wichtigen SVP-Politikern ein Teil des österreichischen Volkes, bzw. eine österreichische Minderheit in Italien. Seit dem Jahr der Teilung 1918 hat dieser hier nicht gewollte italienische "Nationalstaat" gerade die Südtiroler oft genug sehr schlecht bis grausam behandelt. Laut Völkerrecht hätte Italien die Südtiroler nach der Annexion von damals zumindest einmal in einer freien Abstimmung fragen müssen, ob sie mit dieser hier noch nie dagewesenen Herrschaft einverstanden sind oder nicht. Das ist bis zum heutigen Tag nicht geschehen. Die "Eroberer" des Alto Adige des I. Weltkrieges und ihre politischen Erben wollten damals wie heute sich eine Art Besitzurkunde für Südtirol von der Welt ganz einfach mit der Zeit ersitzen. Gott sei Dank hat sich für die Anliegen der Selbstbestimmung der Südtiroler unser Vaterland Österreich nach 1945 und in den 1960er Jahren sehr stark eingesetzt, daher ist die AP Bozen nicht nur Dank dem Pariser Autonomievertrag von 1946 ein Subjekt des Völkerechtes bis heute geblieben. Auf der Grundlage der Selbstbestimmung der Völker in einer EU der nächsten Jahre und Jahrzehnte könnte man die Frage aufwerfen, welches Volk in Südtirol in erster Linie die Rolle eines Staatsvolkes beanspruchen kann, in einer neuen Zeit, wo diese und weitere offene nationale Fragen ganz sicher noch zufriedenstellend für alle geregelt werden müssten. Die SVP zusammen mit der ÖVP in Österreich haben daher noch sehr viel Arbeit vor sich, was die Verwirklichung der Tiroler Einheit in einem Europa der Zukunft ohne Grenzen betrifft. Dieses Ziel und der Traum von der Tiroler Einheit von so vielen Menschen in allen Teilen des Landes müsste gerade der Landespolitik in Bozen und auch in Innsbruck ein grosses Anliegen sein. Immerhin ist der Landeshauptmann von Tirol einer der wichtigsten Politiker in Österreich und die Einheit des geteilten Landes Tirol müsste gerade ihn als Landesvater der Tiroler über alle Grenzen stark bewegen. Gestern war H. Van Staa in diversen Medien zusammen mit Durnwalder, Pichler Rolle und der feschen österr. Aussenministerin Ursula Plassnik in der Mitte in Wien bei der grossen Südtirolkonferenz zu sehen. Im Hintergrund nur zwei Fahnen, eine europäische und eine grosse rot-weiss-rote Fahne des gemeinsamen Vaterlandes Östereich. Manchmal sagen manche Bilder mehr als noch so viele Worte. Die Tiroler Einheit unter welchen Voraussetzungen auch immer betrifft alle Menschen, die sie ohne wenn und aber aus freien Stücken auch wollen, daher mehr Absprache und Austausch z.B. in der Arbeitsgemeinschaft für die Selbstbestimmung Südtirols würde keiner Partei und keiner Seite ganz sicher nicht schaden, sondern für uns alle einen grossen Nutzen bedeuten.

13

@ Markus

Tolle Idee! Und hast du schon einen Plan für den Fall dass sich das Südtiroler Wahlvolk mehrheitlich für einen Verbleib bei Italien ausspricht?

Dann nämlich kannst du nicht nur deine "Endlosschleife in der Debatte um die Selbstbestimmung" ein für alle Mal knicken, sondern auch eine sinnvolle Autonomiepolitik. Zwar ist nämlich die Autonomie rechtlich durch das Gruber-Degasperi-Abkommen abgesichert. Du kannst aber darauf wetten, dass diese Absicherung toter Buchstabe bleibt, wenn die POLITISCHE Absicherung dahinter wegfällt. Und diese POLITISCHE Absicherung der Autonomie lebt von der permanenten unausgesprochenen Drohung der Ausübung des Selbsbestimmungsrechts, sollte es substanzeille Eingriffe in die Autonomie geben. Verlierst du deine Abstimmung, fällt auch diese Drohgebärde in sich zusammen und du kannst dich von einer sinnvollen Autonomiepolitik für immer verabschieden.

Eine Abstimmung wie du sie in den Raum stellst, kannst du sinnvollerweise nur abhalten, wenn du bereits vorher das Ergebnis kennst. Wenn du das Ergebnis vorher nicht kennst, ist das Ganze ein allzu gewagtes Spiel mit dem Feuer.

Angesichts dessen, was bei einer solchen Abstimmung auf dem Spiel steht, seid ihr hier aller ziemlich unbekümmert - um nicht zu sagen naiv - unterwegs.

14

Los von Rom
Eine geeignete Möglichkeit der Klärung der für das Land so wichtigen Selbstbestimmungfrage liegt in einer Volksbefragung, die man zeitgleich z.B. mit der Landtagswahl 2008 in Südtirol abhalten könnte. Bis dahin ist genug Zeit vorhanden, damit alle Parteien und alle Interessierten ihre Standpunkte darlegen und im Wahlkampf dafür werben können. Sollte so eine Volksbefragung als Orientierunghilfe für die Landespolitik möglich sein, dann wäre dies das erste Mal in der ganzen Geschichte Südtirols seit der Teilung 1918, dass man die Menschen in diesem Land nach ihrer Meinung zu Selbstbestimmung der eigenen Volksgruppe in einer freien und demokratischen Wahl befragt. So eine Volksbefragung wäre meiner Meinung nach zuerst einmal als erste Orientierungshilfe für die Landespolitik in Bozen und anderswo absolut notwendig, damit man sich entweder dem weiteren Ausbau der Autonomie widmet und weiter darauf wartet, dass die Geschichte irgendwann dem Land Südtirol die Landeseinheit einfach schenkt, oder sollten die Menschen die Selbstbestimmung in diesem Referendum mehrheitlich deutlich bejahen und befürworten, dann sollte das für alle Politiker hier ein Auftrag sein auch in diesem Sinne die Weichen für die weitere Ausübung des Rechtes auf Selbstbestimmung zu stellen. In Europa der letzten 20 Jahre gibt es eine lange Reihe von gelungenen Selbstbestimmungen und sie haben allen davon betroffenen Ländern gut getan, wenn sie demokratisch legitimiert und friedlich velaufen sind. Von der Solidarnosc-Bewegung in Polen über Mauerfall in Ostdeutschland bis hin zur Unabhängigkeit Montenegros 2006 sieht man ganz deutlich, dass die Selbstbestimmung auch unter den schwierigsten Bedingungen auch möglich war und ist. Die EU ist eine Gemeinschaft freier Völker mit einer liberalen Einstellung zu neuen Selbstbestimmungen auch innerhalb der Union, solange sie von den Nationalstaaten zugelassen werden. Jatzt zeichnen sich solche Entwicklungen auch z.B. in Schottland oder Belgien, Katalanien ab. Heute ist in Europa und in der EU vieles politisch möglich geworden, was gestern noch als unvorstellbar galt und das muss man in der Politik erkennen, sowie danach im Sinne der Selbstbestimmung handeln. Jede Reise beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt. Das würde für Südtirol heissen, zuerst sich im klaren sein, ob man das will und was wäre das endgülitige Reiseziel. Die Selbstbestimmung wird die heutige Staatsmacht Italien Südtirol sicher nicht aus freien Stücken gewähren. Sie wird erst dann kommen, wenn man lang genug in der Landespolitik mit friedlichen und demokratischen Mitteln dafür politisch eintritt. Dieser endlosschleife in der Debatte um die Selbstbestimmung Südtirols müsste endlich eine Landung auf dem Boden der Tiroler Einheit, oder auf dem Boden der heutigen Autonomie folgen, aber es darf unter keinen Umständen eine Bruchlandung werden. Diese Selbstbestimmung des Landes bewegt bereits seit Generationen die überwiegende Mehrheit der Menschen in allen Teilen des geteilten Landes Tirol. Jetzt im 21. Jahrhundert wäre es endlich an der Zeit, dass man sich mit der Klärung dieser Frage in der Politik beschäftigt und zuerst die Menschen aller Sprachen in Südtirol nach ihrer Meinung zu Selbstbestimmung in einer Volkabstimmung, bzw. Volksbefragung bei entsprechender Gelegenheit fragt und daraus auch Konsequenzen zieht. Das hat sogar vor einem Jahr der italienische Altpräsident Francesco Cossiga als ein guter Kenner der Geschichte und der Gegenwart Südtirols vorgeschlagen. Andere Politikker mögen andere Visionen für die Zukunft des Landes haben, aber eines bleibt sicher, nämlich die Demokratie müsste endlich auch in Italien reif genug sein, um so eine Klärung der Selbstbestimmungfrage zuzulassen. Erst danach kann es eine Zukunft hier für alle ohne Disagio und ohne Sprachgruppentrenneng und Benachteiligung der jeweils anderen Sprachgruppe geben. Alle hier lebenden Menschen würden sich sicher eine Verbesserung des zwischenethnischen Klimas in Südtirol wünschen und das kann es nur dann geben, wenn man so wichtige offene Frage, wie die der Selbstbestimmung nicht auf St. Nimmerleinstag verlegt, sondern sie demokratisch mit allen Beteiligten endlich einmal klärt.