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Landesversammlung 2007 – Die Grußworte der Ehrengäste

Blick_in_den_Saal_04.JPGAm 3. November 2007 fand im Raiffeisenforum im Lanserhaus in St. Michael/Eppan die 1. ordentliche Landesversammlung der Bewegung "SÜD-TIROLER FREIHEIT – Freies Bündnis für Tirol" statt. Zu Beginn der Versammlung standen eine Reihe von Grußworten verschiedener Persönlichkeiten auf der Tagesordnung.
 

Günther Dauwen
Direktor der Europäischen Freien Allianz (EFA)

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Liebe Mitglieder des Freien Bündnisses für Tirol,
Liebe Südtiroler Freunde,

Zunächst möchte ich Ihnen im Namen der Europäischen Freien Allianz für die Einladung zu dieser historischen Tagung danken. Unsere Vorsitzende Nelly Maes wünscht der Süd-tiroler Freiheit viel Erfolg.

Ich möchte mich auch dafür entschuldigen, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist, doch möchte ich niemandem das Recht streitig machen, sich in seiner Muttersprache zu äußern. Mein Großvater wurde in Flandern geboren, und zwar zu einer Zeit, in der wir nicht das Recht hatten, Flämisch sprechen (obwohl wir in Belgien stets in der Mehrheit waren). Er und später sein Sohn, mein Vater, setzten sich auf friedliche Weise für das Recht ein, Niederländisch sprechen zu dürfen. Im Jahre 2004, nach dem zehnjährigen Bestehen des Flämischen Parlaments, starb mein Großvater. Flandern veränderte sich während seiner Lebzeit zusehends. Dies kann auch in Südtirol geschehen.

Was ist die EFA und was stellt sie dar? Wir sind eine europäische politische Partei mit 35 Mitgliedsparteien in 16 EU-Mitgliedstaaten. Wir sind eine pro-europäische, offene, tolerante, gewaltlose und progressive Partei. Parteien, die zunächst unsere Ideale bezüglich Identität und Eigenheit teilen, sich jedoch auf Kosten anderer abkapseln wollen, unterschwelligen Hass nähren, usw. sind bei der EFA nicht willkommen.

Die EFA vertritt und verteidigt Minderheiten, kämpft für die Anwendung des Mitbestimmungsrechts der Völker. Wir wissen, dass dies auch für Sie von großer Bedeutung ist. Deshalb FREIHEIT im Namen, darum heißen wir auch FREIE Allianz. Wir erklären uns mit Südtirol solidarisch und ermuntern die Tiroler desgleichen zu tun.

Die EFA ist jedoch mehr als eine Partei kleiner Splitterparteien. Zum ersten Mal in der Geschichte sind 7 Parteien der EFA in 7 Regierungen vertreten. Am 19. Januar veranstalten wir ein Ministergipfeltreffen in Edinburg. Auch dort auf dem Topniveau werden wir die Anliegen aller unserer Partner anschneiden.

SÜD-TIROLER FREIHEIT befürwortet ein Referendum über die Zukunft der Region. Die Menschen hier wollen die Zukunft von Südtirol selbst in die Hand nehmen. Die Gegner mögen lachen und sagen, dass dies nie geschehen wird. Lieber Freunde Ihnen sagen wir, dass wir an unserem Traum arbeiten. Kürzlich erlangte Montenegro die Unabhängigkeit, Kosovo wird folgen. Schottland ist auf dem Wege zur Unabhängigkeit. Das Baskenland plant die Organisation eines Autonomie-Referendums im Jahre 2009, Schottland und Wales planen ein Referendum gegen 2011, Katalonien plant ein Referendum gegen 2014. Überall muss eine nationale Debatte geführt werden, auch in Südtirol.

Von Wales bis Aland und von Ibiza bis Riga sieht man erfolgreich mehr und mehr zweisprachige Ortsnamensschilder erscheinen, in Katalonien gibt es seit 2005 eine Internet-Extension .cat. Warum nicht auch in Südtirol?

Die EU verurteilte kürzlich das Prinzip der Kollektivschuld. Dies muss in Italien wohl einhergegangen sein mit der Verherrlichung des Faschismus und es muss mit dessen Folgen 60 Jahre später endlich aufgeräumt werden.

Liebe Freunde,

Die erste Zielsetzung für diese Partei stellen die Landtagswahlen im Jahre 2008 und die Europäischen Wahlen im Jahre 2009 dar. Diese Herausforderung nehmen Sie an und die EFA unterstützt Sie dabei.

Wir raten auch, die Jüngeren genügend bei der Vorbereitung der Zukunft von Südtirol zu berücksichtigen. Ich sehe viele junge Menschen und das ist richtungweisend für die Zukunft.

Es lebe Südtirol, weg mit Alto Adige!

Günther Dauwen
Direktor der EFA

 

Fabrizio Comencini
Vertreter der EFA-Mitglieder im Staate Italien
Segretario Nazionale Liga Veneta Repubblica

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Carissimi amici,

Nel portare questo saluto sento che qualcosa di nuovo ma nello stesso tempo d’antico sta prendendo forma: in SÜD-TIROL, si materializza la voglia di libertà, d’identità d’affermazione del vostro popolo; questo si vede nello slancio ideale che dimostrate.

Il Tirol unito prima ( nei secoli passati) e poi il Süd-Tirol, ha lottato orgogliosamente per la sua dignità, per la sua libertà e per la sua cultura.

Patrioti coraggiosi hanno lottato e dato la vita per questi ideali e ora, nel momento del bisogno, anche voi non vi piegate alla convenienza, ma ripartite con slancio e determinazione raccogliendo l’eredità dei vostri eroi.

E’ una grande battaglia, ma siamo convinti che ce la farete.

In nome della nostra gente voglio esprimere tutta la nostra ammirazione e il nostro sostegno alla vostra battaglia politica per costruire la nuova Europa: quella dei popoli liberi!

Viva il Süd-Tirol Libero!

Viva il Veneto Libero! 

Un Augurio per voi e anche per noi:

Los von Rom

Fabrizio Comencini
Segretario Nazionale Liga Veneta Repubblica

 

Univ.-Prof. Dr. Karl Socher
Emeritierter Universitätsprofessor für Politische Ökonomie der Universität Innsbruck

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Liebe Gründer-Mutter und Gründer-Väter!
Liebe Mitglieder und Teilnehmer der ersten Hauptversammlung der Bewegung Süd-Tiroler Freiheit!

Ich begrüße die Gründung der Freiheits-Bewegung vor allem deshalb, weil sie mit ihrem Ziel, die Freiheit und damit Selbstbestimmung Süd-Tirols zu erreichen, das anstrebt, was heute in meinem Fachgebiet der Politischen Ökonomie immer besser erkannt wird: je kleiner ein staatliches Gebiet ist, desto glücklicher, zufrieden und wirtschaftlich wohlhabend ist die Bevölkerung dieses Gebietes. Denn sie kann dann t über diejenigen staatlichen Maßnahmen selbst bestimmen, die für sie am besten geeignet sind. Es ist kein Zufall, dass die reichsten Länder Europas klein sind, die Schweiz, Luxemburg, Irland, Dänemark usw.

Ich wünsche deshalb der neuen Freiheits-Bewegung viel Erfolg. Sie ist für mich auch ein Beispiel für Nord- und Ost-Tirol, mehr Selbstbestimmung gegenüber Zentralisierung und Büropkratie durchzusetzen.

 

Prof. Dr. Lilly-Gertrude Jaroschka
Vizepräsidentin des Katholischen Akademikerverbandes Österreichs

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Meine Damen und Herren, liebe Tiroler Landsleute,

ich heiße Lilly-Gertrude Jaroschka und bin die Vizepräsidentin des Katholischen Akademikerverbandes Österreichs. Ich bin heute aus Innsbruck zu Ihnen gekommen und die Tracht, die ich trage, ist die Mölltaler Sonntagstracht, die Tracht jenes Tales, das Tirol mit meiner Heimat Kärnten verbindet. Was uns weiters verbindet ist das Thema "geteilte Heimat". Auch Kärnten hat ja zwei Täler an Nachbarländer verloren. (Das Kanaltal an Italien und das Mießtal an das frühere Jugoslawien)

Süd-Tiroler Freiheit bedeutet für mich die Vision, Verbindungen, die sich bewährt haben, wieder her zu stellen. In der Publikation "actio catholica" des KAVÖ von 1964/3 fand ich folgende Ankündigung:

"Der KAV Tirol organisiert für alle Mitglieder und Freunde des KAVÖ in der Zeit vom 8. bis 24. August in der Landwirtschaftsschule Dietenheim bei Bruneck/Südtirol eine Familienwoche für Akademiker. Diese Veranstaltung ist teils als Bildungs- und teils als Erholungsveranstaltung gedacht. (…) Das Generalsekretariat des KAVÖ und das Sekretariat des KAV Tirol stehen für nähere Auskünfte gerne zur Verfügung."

Besonders auf der Ebene derjenigen Organisationen, die schon eine Tradition der Zusammenarbeit in allen drei Landesteilen Tirols haben, erblicke ich großes Potential dafür, das Bewusstsein zu fördern, dass alle Landesteile Tirols, sowie auch alle anderen Bundesländer Österreichs, in einer möglichst starken und konstruktiven Verbindung ihre einzigartige Chance in Mitteleuropa verwirklichen können.

Für solche Werte steht die Süd-Tiroler Freiheit und dafür wünscht der KAVÖ gutes Gelingen und Gottes Segen.

 


Prof. Dr. Günther Andergassen

Ehemaliger Freiheitskämpfer der 60er Jahre

 [Grußworte wurden verlesen]

Als einer von jenen, die in den 60er-Jahren aus voller Überzeugung gegen die Verschleppungspolitik der Italiener aktiv Widerstand geleistet haben, möchte ich ein herzliches Grußwort an die "Süd-Tiroler Freiheit " richten.

Wenn alle unserer Heimat wohlgesinnten Kräfte gebündelt eingesetzt werden, dann wird auch das gelingen, was sich die neugegründete Bewegung vorgenommen hat. Dazu alle guten Wünsche!

Mit einem kräftigen Tiroler Gruß

Günther Andergassen, Innsbruck/Bozen

 

Winfried Matuella
Vertreter des Andreas-Hofer-Bund Tirol
Schriftführer und Pressesprecher des AHBT

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Flagge zeigen, dabei sein.

Liebe Mitglieder der Bewegung SÜD-TIROLER Freiheit! Ich darf als Mitglied dieser Bewegung und als Schriftführer des Andreas – Hofer – Bundes für Tirol euch Schwestern und Brüder im südlichen Tirol, die allerbesten Grüße von Gleichgesinnten aus dem Norden Tirols überbringen. Wir alle wollen hoffen, dass diese 1. Landesversammlung uns den Zielen, die wir uns als gesamttiroler Bewegung mutig gesetzt haben, näher bringt. Wir werden daher nicht rasten und nicht ruhen, um die Mitgliederzahl der Bewegung im nördlichen Tirol zu erhöhen, um auch von hier aus, soweit dies möglich ist, mit starker Stimme für ein weg von Italien durch Selbstbestimmung und für den Erhalt der gefährdeten Tiroler Identität kämpfen.

Mitmachen, mitdenken und mitgestalten – diese drei von Eva Klotz geprägten Worte sollten wir immer vor unseren Augen haben, dann bin ich sicher, dass wir einer besseren und freien Zukunft entgegenblicken können, denn Tirol isch lei oans.

Winfried Matuella
Schriftführer und Pressesprecher des AHBT


Dipl. Ing. Joachim Hülscher

Vertreter des Andreas-Hofer-Bund Deutschland

[Ließ sich aus gesundheitlichen Gründen von Hermann Unterkicher vertreten] 

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1 Kommentar

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Klein, aber fein
Na, ich sag’s ja. Endlich wird die Stimme eines profilierten Experten wie Hrn. Univ.–Prof. Dr. Socher vernehmbar gemacht, der genau das betont, was ich auch längst gesagt habe: Kleine souveräne politische Einheiten! In der Aufzählung fehlt das wirtschaftlich bestens florierende Land Liechtenstein. Nach dieser Regel könnte sogar Vorarlberg ein eigener Staat sein, Tirol sowieso!