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Scheint weder im "Prontuario" von Ettore Tolomei noch in den faschistischen Namensdekreten auf: Lana di Gais.

„Lana di Gais“ ist nicht amtlich!

In Südtirol gibt es eine Reihe von pseudoitalienischen Orts- und Flurnamen, die nicht von Ettore Tolomei stammen und erst in posttolomeischer Zeit eingeführt wurden. Folglich sind diese Namen auch nicht mit den faschistischen Ortsnamendekreten aus den Jahren 1923, 1940 und 1942 festgeschrieben, die bis heute die Grundlage für die amtliche Toponomastik der Autonomen Provinz Bozen bilden.

Die Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit hat es sich zur Aufgabe gemacht, solche Fälle zu recherchieren und mit diesen die betroffenen Gemeinden zu konfrontieren. Eines der Beispiele ist „Lana di Gais“ für den Weiler Lanebach in der Gemeinde Gais. Cristian Kollmann, Pressesprecher der Landtagsfraktion und Toponomastikexperte, hat die Gemeinde Gais darauf aufmerksam gemacht, dass „Lana di Gais“ de jure gar nicht existiert, weil dieser Begriff in den faschistischen Dekreten nicht aufscheint. Zudem ist „Lana di Gais“, so Kollmann, selbst in den italienischen Militärkarte des „Istituto Geografico Militare“ nicht eingetragen – sehr wohl dagegen „Lanebach“, allerdings als Flurname.

Aus diesen Gründen, aber auch auf Grund der Tatsache, dass die Bezeichnung „Lana di Gais“ historisch nicht fundiert ist, rät die Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit die Gemeinde Gais dringend an, die pseudoitalienische Bezeichnung „Lana di Gais“ hinkünftig nicht mehr zu verwenden und auf den Hinweis- bzw. Ortsschildern zu entfernen.

Die Süd-Tiroler Freiheit erwartet sich von ihrer Aktion, dass die Gemeinden nach und nach einzelne Exempel statuieren. „Die Gemeinden sollen zumindest dort, wo keine gesetzliche Verbindlichkeit besteht, auf pseudoitalienische Orts- und Flurnamen verzichten und sich auf die Authentizität der Orts- und Flurnamen besinnen“, fordert Kollmann.

Cristian Kollmann
Süd-Tiroler Freiheit

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