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Italienische Gräueltaten in Äthiopien: Beschlussantrag im Landtag

004_mussolini.jpgIn Zusammenhang mit der Aktion des Südtiroler Schützenbundes gegen das Vergessen der italienischen Gräueltaten in Äthiopien weist die Landtagsabgeordnete der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, Eva Klotz, auf einen diesbezüglichen Beschlussantrag auf der Tagesordnung des Südtiroler Landtags. Eva Klotz hatte ihn vor einem Jahr eingebracht, und er könnte noch in der Juli- Sitzung (8. bis 10 Juli) behandelt werden.

Wortlaut des Beschlussantrages:

Während Italien, Europa und die Welt jährlich der Opfer des Holocausts gedenken, und Deutschland sich unzählige Male für die Verbrechen des Naziregimes entschuldigt hat, schweigt die Welt, und vor allem Italien, über einen anderen Holocaust, nämlich jenen, den das Faschistische Italien von Benito Mussolini in Äthiopien begangen hat. Italien hat die Verbrechen, die vor 70 Jahren im Namen des italienischen Volkes geschahen, nie ernsthaft verurteilt, es gedenkt auch nicht der Opfer jener grausamen Verbrechen. Es geht um die Hunderttausenden zivilen Opfer des blutigen Eroberungskrieges in Äthiopien und der Unterdrückung des Äthiopischen Volkes in den darauf folgenden Jahren durch Italien. Gerald Steinacher spricht in seinem Buch "Zwischen Duce und Negus- Südtirol und der Abessinienkrieg" von ca. 400. 000 Toten in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und von geschätzten 350. 000 bis 760.000 in der Zeit zwischen 1935 und 1941. Damals war Äthiopien (bzw. Abessinien) der einzige souveräne und unabhängige Staat in Afrika und Mitglied des Völkerbundes. Mussolini wollte aber seinen Traum von einem neuen Römischen Reich wahr werden lassen, und annektierte Äthiopien, bombardierte die Dörfer und Städte, sowie Krankenhäuser mit Giftgas und ließ die Bevölkerung und deren Anführer massakrieren. Besonders die Alpinilegion „Pusteria“, der man dann das Alpinidenkmal in Bruneck widmete, hatte sich  bei den Massakern hervorgetan.

Vorausgeschickt, dass sich Italien weder beim Äthiopischen noch bei den anderen Völkern (Spanien, Libyen, Kroatien, Albanien), die es in der Zeit des Faschismus angegriffen und unterdrückt hatte, für seine  Kriegsverbrechen entschuldigt hat,

vorausgeschickt, dass Italien die Verbrechen des Faschismus von Mussolini nie ernsthaft verurteilt, noch die Täter zur Rechenschaft gezogen hat,

vorausgeschickt, dass es in Italien eine Geschichtsbewältigung wie in Deutschland hinsichtlich des Nationalsozialismus nie gegeben hat und dass die italienische Unterdrückungspolitik in der Zeit des Faschismus nie richtig geächtet worden ist,

vorausgeschickt, dass es in Italien keine Einrichtungen gibt, die der Opfer der faschistischen Diktatur so gedenken wie es für die Opfer des Nationalsozialismus nach 1943 der Fall ist,

vorausgeschickt, dass es stattdessen in ganz Italien und besonders in Südtirol zahlreiche Relikte und Denkmäler gibt, die noch heute dem Faschismus huldigen und dessen Opfer beleidigen, während es in Deutschland kein einziges nationalsozialistisches Denkmal mehr gibt,

vorausgeschickt, dass man anhand der Anzahl von 760.000 Opfern in Äthiopien von Völkermord reden kann

spricht sich der Südtiroler Landtag dafür aus, dass die Landesregierung, auch mit Hilfe der Südtiroler Vertreter im italienischen und Europäischen Parlament, das offizielle Italien  dazu auffordert,

– der Opfer des Abessinienkrieges in einem offiziellen Akt zu gedenken,

– die Verbrechen des italienischen Faschismus in Abessinien, Libyen, Spanien, Kroatien, Albanien, Südtirol und anderen
Gebieten zu verurteilen,

– die Kriegsverbrecher zur Rechenschaft zu ziehen und sich bei den Völkern Äthiopiens (Abessinienkrieg), Libyens (Niederschlagung des Berberaufstandes), Spaniens (Legion "Condor" – Bombardierung von Guernica) Kroatiens und Sloweniens (Massaker an Kriegsgefangenen in Konzentrationslagern), und Albaniens in aller Form zu entschuldigen

– die faschistischen Denkmäler in Italien und besonders in Südtirol endlich zu entfernen,

– das Alpinidenkmal in Bruneck, welches die Kriegsverbrechen der Legion „Pusteria“ in Abessinien glorifiziert, zu entfernen

– die Siegessäule am Siegesdenkmal, welche auch diesen Verbrechen huldigt, sowie das Siegesdenkmal in Bozen zu entfernen

– in Rom auf der Piazza Venezia, wo Mussolini seine Reden gehalten hatte, ein Mahnmal zu errichten, das an alle Opfer der Verbrechen Mussolinis und dessen Unterdrückungspolitik erinnert,

– dafür zu sorgen, dass in Italien endlich Geschichtsbewältigung wie in Deutschland erfolgt und dass Neofaschistische Parteien verboten werden,

– den Abessinienkrieg als Völkermord zu definieren.

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz
9. 7. 07

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6 Kommentar(e)

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1

Kollektivschuld
Sippenhaftung und Kollektivschuld kennt man nur aus der verbrecherischen Vergangenheit des Faschismus, des Kommunismus und von anderen verbrecherichen totalitären Regimen. Eine demokratische Gesellschaft kennt nur eine kollektive Verantwortung und das ist bestimmt nicht ident mit der gerade in diesem Forum den Süd-Tirolern/Österreichern unterstellten Kolektivschuld und Sippenhaft!

2

?
@ .. und Waldheim? Eritrea wenn
schon.., zudem werden ex. Abessinier in Italien erleichtert eingebürgert, was euch auch wieder nicht passt.
Rechts ist nicht Faschismus! .. und was ist links. Was war "Hitler" für ein Landsmann?
Eben...

3
Günther Morat

Der Platz wurde im April 1996 in Gedenken an den Mord an Lehrer Franz Innerhofer durch faschistische Terrorhorden 1921 in Bozen anlässlich einer Gedenkfeier des Süd-Tiroler Schützenbundes anschließendem Schweigemarsch mit Fackeln zum Siegesdenkmal umgetauft. durch Anbringen einer entsprechenden Straßenbeschilderung umgetauft.

4

Faschistische Denkmäler
Und es wird auch Zeit den so genannten Siegesplatz in unserer Landeshauptstadt in einem Friedensplatz umzubenennen. Es wäre auch dieser ein großer Schritt in Sachen friedlichen Zusammenlebens.

5

"...dass in Italien endlich Geschichtsbewältigung wie in Deutschland..."

Ich will lediglich anmerken, dass man in Deutschland als ehemaliges NSDAP-Mitglied Kanzler werden konnte, siehe Kiesinger.

6

Weitere Zeile
-sich endlich bei den Süd-Tirolern und Österreichern zu entschuldigen und das Land Süd-Tirol mithilfe einer Volksabstimmung an Österreich zurückzugeben!