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Italien zeigt keine Gnade

sven_knoll2.jpgMit seiner ablehnenden Haltung zur Begnadigung der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer hat der italienische Staatspräsident einmal mehr unter Beweis gestellt, dass Italien nicht bereit ist, die Unterdrückung der Süd-Tiroler als Verbrechen einzugestehen und einen Schlussstrich unter dieses leidvolle Kapitel zu ziehen.

 

Anstatt Größe zu zeigen und endlich Gerechtigkeit, aber vor allem Menschlichkeit walten zu lassen, hat Napolitano es vorgezogen, darauf hinzuweisen, dass eine Begnadigung nicht in Frage kommt und er vor allem als „Garant für die Einheit des Staates“ nach Süd-Tirol gekommen sei.
Angesichts derartiger Äußerungen kann man dem Schützenbund nur für seine konsequente Haltung danken, dem Präsidenten eines solchen Staates keinen Ehrenempfang zu bereiten.

Hätten unsere Landespolitiker nur ein wenig von diesem Anstand und Mut, wüsste Napolitano jetzt, dass er in Süd-Tirol erst dann wieder willkommen ist, wenn er mit den Begnadigungen in der Tasche vorbeikommt. So wurde er aber von jeder noch so unwichtigen, selbsternannten Politprominenz unterwürfig umgarnt und fährt nun im Glauben zurück nach Italien, dass in „Alto Adige“ alles in bester Ordnung ist.

Sven Knoll
Landesjugendsprecher der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
und Gemeinderat in Schenna

 

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21 Kommentar(e)

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1

Geschichte
Der SHS-Staat, das spätere Königreich Jugoslawien (Slowenien-Hrvatsaka=Kroatien-Serbien) versuchte nach 1918 Süd-Kärnten militärisch zu besetzen, um mit den Waffen klare Tatsachen zu schaffen. Eine Bürgerwehr, die meisten davon Freiwillige, hat die Jugoslawen zurück hinter die Grenzen Kärntens vertrieben. SHS-Staat drängte auf eine Intervention der Siegermächte und Abtrennung dieses Gebietes ohne Volksabstimmung. Die neue Republik Österreich konnte sich damals mit dem Standpunkt der Notwendigkeit eines Referendums zur Frage der staatlichen Zugehörigkeit Süd-Kärntens durchsetzen und ein Referendum fand statt. Die überwiegende Mehrheit stimmte für den Verbleib bei Österreich, auch die der Kärntner Slowenen. Das gleiche wiederholte sich im Mai 1945, diesmal verhinderten die anrückenden Briten die Abtrennung Süd-Kärntens von Österreich und in Italien die Abtrennung von Gorizia und Triest an die Tito-Partisanen. Also Dank dem eigenen Widerstand von 1918 leben heute die Kärntner in einem Staat den sie selbst wollen und fern von jeder Fremdbestimmung. Die Süd-Tiroler unterzeichneten hingegen 1946 geschlossen eine Petition an das Vaterland Österreich für die Rückkehr des Landes zu Österreich. Damals ist diese Selbstbestimmung nur knapp gescheitert, da vor allem Franzosen und Briten für die Selbstbestimmung der Tiroler südlich ds Brenners eingetreten sind, die USA aber nicht und ST war damals ja bekanntlich amerikanische Zone. Damals wie heute ist jedes Bundesland in Österreich eigentlich so frei und autonom von der Zentrale, wie die AP Bozen Südtirol in Italien. Daher sind manchmal Besonderheiten der Politik auf der lokalen Ebene möglich, die die Staatspitze weder begrüßt noch angestrengt hat, siehe Streit um die Ortstafel auf der lokalen Ebene eines Bundeslandes.

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Günther Morat

Ich denke nicht dass Haider stellvertretend für Oesterreich ist...ich glaube ein Herr Gusenbauer regiert das Land. Slowenien hat auch nicht Kärnten hinterlistig besetzt nach dem Krieg, oder? Couronne verdrehe nicht die Tatsachen !!!
Und zum "hinwollen". Ich bleibe hier in MEINER Heimat....aber es würde mir besser gefallen, wenn UNRECHT (faschistisches unter dem angeblich "demokratischem" Italien" weitergeführt) wieder so hingebogen wird, dass es das Überleben der deutschen Kultur absichert. Momentan sehe ich da eher schwarz...danke Armin für die Antwort...mal sehen was jetzt kommt.... ^^

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kein Ausweg
Ich sehe in dieser Affäre keinen Ausweg. Jeder sieht es wie er es will.
Also, abwarten und sehen........

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@ couronne5
Ich kann es mir nicht verkneifen, die Frage, die eigentlich an Herrn Morat gestellt wurde, zu beantworten:

Die slowenischsprachige Minderheit in Kärnten durfte zumindestens in einer Volksabstimmung darüber entscheiden, ob sie lieber zu einem neuen Staat Jugoslawien (damals SHS-Staat) gehören oder bei Österreich bleiben wollten. Die Mehrheit der Bevölkerung in den Abstimmungsgebieten entschied sich für den Verbleib bei Österreich. Die Südtiroler haben bis heute nicht über ihre Zukunft selber entscheiden dürfen.

Die slowenischsprachige Minderheit in Kärnten ist durch das Bundesverfassungsrecht ebenso geschützt wie die kroatische im Burgenland, dh in den gemischtsprachigen Gebieten ist slowenisch und kroatisch auch Amtssprache, die Minderheiten haben eigene Schulen, sogar außerhalb des historischen Siedlungsgebietes und dürfen nicht benachteiligt werden.

Beim Ortstafelkonflikt geht es im Moment darum, dass von slowenischsprachiger Seite die Aufstellung weiterer zweisprachiger Ortstafeln gefordert wird. Im derzeit gültigen Voklsgruppengesetz ist festgelegt, dass zweisprachige Ortstafeln aufzustellen sind, wenn mehr als ein Viertel der Bewohner der Minderheit angehört. Der Verfassungsgerichtshof findet diese Grenze zu hoch und ist der Meinung, dass bereits ab 10 % Minderheitenanteil zweisprachige Ortstafeln aufzustellen wären.

Im übrigen sind sowohl die deutschen als auch die slowenischen Ortsnamen durch jahrhundertelangen Gebrauch gewachsen und nicht von einem (kranken) Faschisten (wie in Südtirol) erfunden worden.

Mein Großvater stammte selbst von der kroatischen Minderheit im Burgenland und war immer ein begeisterter Österreicher.

Ich bleibe dabei: den italienischsprachigen Bewohnern Südtirols würde es bei Österreich besser gehen, als es den Südtirolern bei Italien geht!

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Minderheiten
Und was sagen sie zu Herrn Haider, lebend in Österreich, dort wo sie Herr Morat, hin wollen, und den Slowenen die in seinem Land sicherlich viel weniger haben als die Südtiroler in Italien?

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@ couronne
Du willst, dass die Menschen nicht einseitig denken, aber ich finde, dass gerade Du einseitig denkst.

Für Dich gibt es für Süd-Tirol nur eine Zukunft bei Italien. Alles andere willst Du nicht.

Die Tiroler haben eine gemeinsame Heimat. Diese besteht aus Nord-, Ost- und Südtirol. Es ist verständlich, dass es den Wunsch gibt, dass die drei Landesteile wieder zusammenwachsen. Solange aber Südtirol bei Italien ist, wird das nie möglich sein.

Wenn die Mehrheit der Südtiroler Bevölkerung ein geeintes Tirol und wieder zurück nach Österreich will, sollte man das respektieren.

Wirtschaftlich steht Österreich besser da als Italien, da bräuchte sich niemand fürchten, dass es schlechter würde. Im übrigen sind die Südtiroler für ihren wirtschaftlichen Erfolg selber verantwortlich.

Und auch die italienischsprachige Bevölkerung bräuchte hier nichts zu fürchten. Ich bin überzeugt, dass sie besser behandelt werden würde, als die Südtiroler das von Italien wurden.

Österreich hat im Vielvölkerstaat der Monarchie bewiesen, dass es die Sprache und Kultur der Volksgruppen respektiert. So wurden die Gesetze im alten Tirol der Monarchie in deutsch und italienisch verfasst. Und so etwas wie Ortsnamensfälschung oder eine beabsichtigte Vertreibung (wie bei der Option) hat es auch nie gegeben.

Ich finde, Italien hat Südtirol jetzt lange genug gehabt - es wäre Zeit für etwas Neues und Gerechteres.

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wollen und hoffen
liber Morat,
ich will für mich nichts. Möchte aber in meinem Land problemlos leben können, ohne radikalen Menschen, sei es deutscher, sei es italienischer Sprache.
Und meine Hoffnung ist dass Menschen die nur einseitig denken, sehen und handeln, nicht die Mehrheit im Land sind.

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Günther Morat

@ couronne
"Aber es ist an der Zeit die Vergangenheit als solche zu betrachten. "

Das ist wohl der grösste Wunsch, den man gewissen Strümungen machen kann, oder? Italien sollte als "grosser" Staat einfach mal eingestehen, wieviele Fehler und Menschenrechtsverletzungen es erzeugt hat und noch erzeugt.

"Bis die Schuldfrage des Geschehen in Südtirol gewollt offen bleibt"....Italien hat im WK1 die Fahne im Wind gewechselt und sich Südtirol "erstohlen". Im WK2 wieder diesselbe Tour, doch hier war es sicher richtig, da man mit Nazis sowieso nichts am Hut haben sollte. Das Dilemma war, dass Italien auch nach dem Ende des letzten Weltkriegs so einiges an faschistischem Gehabe nicht abwerfen konnte. Und siehe da, wir haben immer noch nicht unsere Rechte. Also was willst du Couronne?? Dass wir etwa sagen: Schwamm drüber? Wir sind ja nicht in Neapel, wo es seit 15 Jahren derselbe Chaos herrscht. Oder im "mezzogiorno", wo die Menschen seit Jahrzehnten unter der Gewalt der Mafia leiden und der Staat es einfach verpennt. Du kannst sehr gerne auf so einen "deinen" Staat stolz sein. Wir wollen die Einhaltung der Grundrechte (für die sich Italien sogar vertraglich verpflichtet hat). Nicht mehr und nicht weniger. Patriot zu sein ist etwas Edles! Wir wollen keine Radikalen jeglichem Coluers in unseren Reihen. Wir wollen keine Nazis wie die verstörten Herren in Meran und wo sonst die auch herkommen. Wir wollen logisch auch nicht die italienisch-eingefärbte Variante, bei der man z.b. in Verona sieht, was geschehen kann, wenn alle wegschauen. Das Schöne, was Italien hat, pflegt es kaum bzw. nicht (Kulturgut, Landschaft). Auf was soll man also stolz sein, wenn man den Staat in Anbetracht nimmt, der unsere Personaldokumente schmückt? Vergiss bitte nicht: Ich rede vom Staat und seinem System, nicht von irgendwelchen italienischen Mitbürgern. Dort gibt es so einige Menschen, wo man weiss, dass sie das Herz auf dem rechten Fleck haben und auch hier aufgewachsen sind. Das sind dann auch sehr gerne jene, die nach den Nachrichten auf Rai oder Mediaset nur den Kopf schütteln.

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e`no..
@Couronne fünf: Was ist falsch wenn man Patriot ist. Das heisst doch, dass die Länder in denen die Heimat ist, einem etwas gibt -mit Vor und Nachteilen.
Herr Steger hat in diversen Gelegenheiten die Oper bereut, aber nicht den Sinn der Handlung, die ich als Italiener voll und ganz verstehe.
Was ich an Italien nicht mag, die Regierung setzt sich für Unabhängigkeiten anderer Staaten ein, selber propagiert sie ein Eigentor. Vorläufig 1:o für Italien. (Aber ein Eigentor)

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Patriots
Leider lese ich über Patrioten und patrioti, aber nichts über Bürger die auch als normaler Mensch da stehen. Sicherlich gab es in der Vergangenheit Probleme zwischen dem italienischen Staat und den deutschprachigen Bürgern Südtirols und auch umgekehrt.
Aber es ist an der Zeit die Vergangenheit als solche zu betrachten.
Neues gewolltes Unheil kann altes sicherlich nicht wieder gut machen.
Und so wie in der Stadt Bozen Menschen glauben nur nach dem Motto leben zu können "siamo in Italia" gibt es im fast ganzen Rest des Landes den Ausdruck "wir sind Südtiroler".
Ich bin der Meinung, da ich hier glücklich aufgewachsen bin und mit deutschsprachigen Einwohner die Göthesprache und mit den italienischsprachigen Einwohner eben die Dantesprache gebrauche und da ich mir bewusst bin dass es nur wenig Willenskraft braucht diese historischen Probleme zu beseitigen, bin ich der Überzeugung dass all dieses eifrige Unternehmen gegen Italien nur politische Gründe hat und nicht humanitäre.
Ich kann verstehen dass Steger & Co. gerne wieder nach Südtirol kommen möchten, aber ich kann nicht verstehen wieso sie nicht um die Begnadigung ansuchen.
Das Ansuchen in sich würde vielleicht als Gestehung der Attentate und deren Folgen sein, aber dass ist wahrscheinlich nicht das ware Problem.
Bis die Schuldfrage des Geschehen in Südtirol gewollt offen bleibt, kann immer wieder jemand von dieser Gebrauch machen um in seiner Umgebung Prestige zu erreichen, wohl wissend dass er ansonsten nichts erreichen würde.

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Verramente no
@couronne5:
Io sono un patriota italiano,
il mio comune AIRE e`vicino del alto Adige, e`si parla un ladin del mez strad.(Prov. Beluno)
Vivendo in svizzera, amo forte l`italia - ma in caso dei sezzesionist Tirolesi, io lo vedo un po altro. Si deve guardare in avanti, pensare ai vitime e`i feritti, ma guardare in avanti,
fare un passo - imparare a`perdonare. Il castigo e`forte
anche per i`Aktivisten che non possono andare a`casa - senza finire in galera.
Vedi i`eberei hanno perdonato ai tedesci, e`una nazione come l`italia non e`capace di perdonare,veramente un scandalo.
Piu tost si perdona ala Mafia!
Scus ma le po ver tlo!
Salut da Burgais svizer e`talian..

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Sitting Bull

Indianer in den Reserven
ICH MUSS SCHON BITTEN,DIE SÜDTIROLER BEVÖLKERUNG MIT DEN INDIANERN UND DEN USA ZU VERGLEICHEN DAS SAGT SCHON ALLES ÜBER DAS PRIMITIVE DENKEN SOMANCHER ITALIENER.WENN MAN SIEHT WIE MIT INDIANERN UMGEGANGEN WIRD,KANN MAN SICH JA AUF ETWAS FREUEN.ICH ALS NORDTIROLER KANN NUR SAGEN SPANNT DIE BOGEN SPITZT DIE PFEILE.DAS WAS IN DEN 60iger JAHREN GESCHEHEN IST,WÜRDE HEUTE MEHR STAUB AUFWIRBELN IN DER WELT.DRUM MACHTS EUCH BEMERKBAR,ABER OHNE GEWALT(mit gewalt hilft nur rom).
DANN KÖNN MA VIELEICHT BOLDAMOL (wenn manitu will) IN AN VEREINIGTEN TIROL MITEINONDER FEUERWASSER TRINKEN, HAUUUU!!!!!

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zwei Gesichter der selben Medaille
Viele schöne Worte, viele Geschichten, viel Wahrheit.
Aber auch viel Anschaung des selben Gesichtes der Medaille.
Die Gesichter sind zwei, die Geschichten sind zwei, die Wahrheiten sind zwei.
Und die richtige Wahrheit wird wohl immer in der Mitte stehen.......

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Günther Morat

@ couronne, dann findest du den Freiheitskampf der indianischen Bevölkerung also auch nicht in Ordnung? Oder dürfen wir Südtiroler einfach nur dankbar sein, nicht ausgerottet worden zu sein? Na dann bedank ich mich mal schön! Danke Italien! (sic)

Ach ja...ich schreib wenigstens mit meinem Namen...du darfst das anscheinend nicht, weil du zu den ordnungskräften gehörst. Traurig oder?

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@couronne5
Liebe(r) Couronne5!

Ich nehme an, dass Deine Muttersprache nicht Deutsch ist. Zumindestens schließe ich das aus Deinen an sich guten Deutschkenntnissen, aber Indianer leben nicht in Reserven, sondern in Reservaten und man kann sich auch nicht reuen, sondern man kann nur etwas bereuen.

So gesehen verstehe ich auch, dass für Dich die Anschläge der Südtiroler Freiheitskämpfer nicht in Ordnung waren.

Aber betrachte es doch einmal von der anderen Seite. Stell Dir vor, der erste Weltkrieg wäre anders ausgegangen, Tirol wäre nicht geteilt worden und durch aufkeimenden Nationalismus wäre Österreich auf die Idee gekommen, im heutigen Trentino, dem ehemals italienischsprachigen Teil Tirols, alles einzudeutschen. Für jeden Berg, für jede Wiese, jeden Ort einen deutschen Namen zu erfinden, alle italienische zu verbieten, überall Deutschsprachige ansiedeln, womöglich aus Norddeutschland, um die Italiener zur Minderheit zu machen, Italiener im öffentlichen Bereich zu benachteiligen, bei Wohnungen, Arbeit usw. Grundstücke zu enteignen und darauf Industrieanlagen zu errichten .... Ich bin froh, dass es so etwas von dieser Seite in der K.u.K. Monarichie (war ja auch ein Vielvölkerstaat) nicht gegeben hat. Und ich würde mich umgekehrt, wäre ich Italiener, für dieses Unrecht, was Italien an Südtirol begangen hat, schämen! Das was Italien in Südtirol gemacht hat, war eindeutig völkerrechtswidrig!

Warum sollen jetzt die Freiheitskämpfer sich entschuldigen. Das erste Unrecht hat Italien gesetzt, daher ist auch Italien zuerst gefordert, sich zu entschuldigen, denn die Ursache für die Anschläge war das Unrecht, das Italien begangen hat.

Außerdem hat Herr Steger bedauert, dass es Opfer gegeben hat. Es sollten bei den Anschlägen auch keine Personen zu schaden kommen!

Aber man muss hier schon die Opfer vom Staat Italien trennen.

Italien ist kein Opfer der Anschläge (außer man rechnet den Wert der gesprengten Masten). Italien ist eigentlich Täter im Hinblick auf sein völkerrechtswidriges Verhalten. Insofern sollte sich Italien bei den eigentlichen Opfern, nämlich den Südtirolern, entschuldigen.

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Gerechtigkeit auf Italienisch
Es ist eine heute unbestrittene historische Tatsache, dass die süd-tiroler Freiheitskämpfer der 50er und 60er Jahren von den italienischen Sicherheitkräften in der Haft geschlagen, gefoltert, oder in Gewahrsam der Sicherheitsdienste des italienischen Staates Aufgrund der sog. "carta bianca" aus Rom von damals, also der "Vogelfrei-Erklärung" Italiens für alle Süd-Tiroler in ihrem eigenen Land, sogar gezielt umgebracht worden sind. Man hat die Menschen süd-tiroler Abstammung in der seit Menschengedenken angestammten eigenen Heimat damals so behandelt, wie die nationalistischen Serben in unserer Zeit die Kosovo-Albaner Ende der 90er Jahren behandelt haben, dazu in einem postkommunistischen Staat und nicht in einer westeuropäischen Demokratie. Trotzdem, man hat auf Befehl von "ganz oben" zu den abscheulichsten und kriminellsten Methoden in Hinblick auf die Behandlung der süd-tiroler Freiheitskämpfer gegriffen, um ihren Widerstand um jeden Preis zu brechen, die unter den damaligen Umständen nichts anderes gemacht haben, als die eigene Heimat aus Verzweiflung und Not mit ihren blossen Händen zu verteidigen. Der grosse Süd-Tiroler Kanonikus Michael Gamper hat schon um 1950 gemeint, dieser Staat der Fremdbestimmung hat uns alle in Süd-Tirol gezielt auf einen ethnischen Todesmarsch geschickt. Die Gewalt der südtiroler Freiheitskämpfer richtete sich damals gegen Sachwerte niemals gegen Menschen, die Brachialgewalt der Hüter der Italianitá des Alto Adige aber ausschliesslich nur gegen die Menschen süd-tiroler Herkunft, denen man wieder mit Gewalt, wie bei der Annexion 1918, die angeblichen Segnungen dieser Fremdbestimmung näher bringen wollte. Dennoch, einige mutige italienische angeblich "linke" Staatsanwälte und Richter haben den Rest der Ehre Italiens gerettet, indem sie die Beweise gegen die Täter in Uniformen auf der Seite des Staates der Fremdbestimmung gesammelt haben, und viele dieser Hescher, an deren Händen das Blut der freiheitsliebenden Süd-Tiroler bis heute klebt, vor italienische Gerichte gebracht, wo sie sich für ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten mussten. Allersamt sind von diesen Gerichten in Italien freigesprochen, oder gleich nach Urteilen begnadigt worden. Die Ankläger mussten Süd-Tirol für immer verlassen und dürften nie beruflich wieder dort arbeiten. Nicht nur das, die Täter sind in die höchsten Ämter des Staates befördert worden, und zwar als Anerkennung für ihre "Heldentaten" auf dem Felde der Verteidigung der Italianità des Alto Adige. Dieses Land Italien ist 1918 durch diplomatischen Betrug und Verrat in den "Besitz" dieses Landes Tirol südlich des Brenners damals so gut wie ohne Italiener gekommen, und versäumte keine Minute ohne Zwang und höhere Not seinem kleinen Nachbarvolk eine ihm fremde Kultur, Sprache und Herrschaft mit Brachialgewalt aufzuzwingen. Haben etwa die Tiroler im Trentino und anderswo in der Zeit vor 1918 das in den alten rückständigen Zeiten mit den Italienern auch so gemacht? Dieses Potemkinsche Konstrukt der Italianità des Alto Adige stammt bekanntlich vom notorischen Ortsnamen- und Geschichtsfälscher Ettore Tolomei, der bis heute über alle Parteigrenzen hinweg als Nationallheld in Italien verehrt wird. Der Duce hat es dann mit seinen Methoden der Politik der völligen Unterwerfung und Italianisierung des Landes versucht, dieses "Meisterwerk" der Fälscherkunst der Identität eines ganzen Landes zu vollenden, die "italienische Demokratie" nach 1946 setzte diese Politik vor allem bis 1972 nur mit anderen Methoden fort. Wenn es einem aufrechten italienischen Patrioten, der seine Heimat aufrichtig liebt vor dieser grausamen Geschichte eines ganzen unschuldigen Volkes in Tirol südlich des Brenners nicht graust, dann hat er ganz einfach kein Gewissen, und gerade das ist ein unentbehrliches Korrektiv des menschlichen Handelns in einer zivilisierten europäischen demokratisch verfassten Gesellschaft, wie auch Italien gerne sein möchte. Die Täter, die damals verhaftet, geschlagen, gefoltert und gemordet haben, sind für ihre Untaten von diesem Staat der Fremdbestimmung nie bestraft und sogar grosszügig belohnt worden. Die Pflege der Rechtsstaatlichkeit ist aber ein Wert, der alles andere voraussetzt. Die Helden des südtiroler Freiheitskampfes mussten das Land verlassen und leben teilweise immer noch in Exil. Noch in den 70er Jahren mussten sich Süd-Tiroler wegen der Beleidigung der Tricolore oder der Italianità verantworten, kommt das einigen aus unserer Zeit aus einem anderen Land an den Toren Europas nicht bekannt vor? Was sind das für Menschen, die überhaupt die Frechheit heute besitzen, gerade in diesem Zusammenhang der brutalsten Verfolgung des süd-tiroler Widerstandes gegen Italianisierung des Landes mit der Brechstange der Majorisierung durch gesteuerte Zuwanderung, nicht Zulassung der 1946 versprochenen Autonomie und der deutschen Sprache usw., von einer Verpflichtung zur Reue auf der Seite der noch lebenden Widerstandskämpfer aus Süd-Tirol zu schreiben. Diese "Verteidiger" der Italianità haben ihre Untaten nie abgebüsst, ganz im Gegenteil, diese Geschichte geht weiter. Die Aktivitäten der Hüter der Italianità des Landes bis heute z.B. über gesteuerten rechstextremen Pseudo-Widerstand, um alle Selbstbestimmungbefürworter pauschal in eine rechtesextreme Ecke zu stellen, sind ein eigenes antidemokratisches Kapitel und Fortsetzung dieser alten Politik der Schande und der Unbarmherzigkeit. Glaubt ihr alle, dass die Welt heute noch so blind, naiv und so bescheuert ist, dass man das nicht merkt? Es ist ein Glück für Italien und Pech für Süd-Tirol, dass dieser Staat der Fremdbestimmung in West-Europa und in der EU liegt, daher drückt man gerne überall oft beide Augen, Ohren und den Mund zu, um diesen unberechenbaren Staat nicht zu provozieren. Bevor die Italiener von den Süd-Tirolern Reue verlangen, sollten sie selber darüber nachdenken, ob und wann sie selbst das vergossene Blut der Süd-Tiroler rein gewaschen haben. Für die freiheitsliebenden Menschen haben viele Namen aus dieser Zeit vor mehr als 40 Jahren einen Klang und eine Bedeutung vergleichbar mit der von Andreas Hofer. Niemand von Ihnen wird uns das edle Andenken an diese mutigen Männer und Frauen rauben können, nicht einmal in hunderten von Jahren. Das Land und Volk Süd-Tirols, des Landes Tirol und Österreichs ist ihnen zu Dank verpflichtet, dass sie damals bereit waren ihre Tiroler Heimat südlich der Unrechtsgrenze am Brenner unter Einsatz ihrer Freiheit, Gesundheit und sogar des Lebens gegen unzählige viele jahrzehnte lange Übergriffe der Macht der Fremdbestimmung zu verteidigen. Sie haben damals das Land Süd-Tirol vor dem ethnischen Untergang gerettet, und nicht die Tintenburgen der Bürokraten und Diplomaten, obwohl auch dieser Einsatz wertvoll und notwendig war. An alle, die damals für Süd-Tirol etwas substantielles im Sinne der Selbstbestimmung unter grössten Gefahren selbstlos geleistet haben, Vergelts Gott tausend mal! Ihr seid unsere Helden und ihr werdet das immer bleiben, gerade am Vorabend des Andreas Hofer-Gedenkjahres 2009 muss man das laut sagen. Man würde meinen, fast nach 50 Jahren nach diesen tragischen Ereignissen müssten alle Seiten endlich zur Versöhnung bereit sein, auf der italienischen Seite ist das offenbar nicht möglich. Wenn das heute immer noch nicht möglich ist, wird das wahrscheinlich nie geschehen. Ein Staat, der die Menschen so schlimm behandelte und immer noch behandelt, der einen überdehnten Überwachungs- und Staatsicherheitsapparat in Süd-Tirol unterhält, der hat in gewissen Kreisen der Elite eine Gesinnung und Einstellung zu Menschenrechten, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Das passt zu einem aufgeklärten, durch und durch demokratischen Europa der freien und selbstbestimmten Völker des 21. Jahrhunderts wie Fast auf´s Auge. Ich kann diese zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit nicht aushalten, die meinen Landsleuten seit Generationen immer noch angetan wird. Ich kann nicht viel tun, nur dagegen schreiben, aber es geht mit jetzt ein wenig besser, Dank der Grosszügigkeit dieser Seite der Süd-Tiroler Freiheit.

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Begnadigung wird langsam Zeit....... abe
Ich bin Italiener und hege immer mehr Sympathie für mein zweites Heimatland. (Bin aber auch noch Schweizer, welche ich sehr schätze, da zum Glück nicht im grossen Reservat der EU!!!
Was die Begnadigung der Freiheitskämpfer des Südtirols betrifft: Wenn die heute noch lebenden sich entschuldigen für die zivilen Opfer (Militär und Polizei- ist leider Berufsrisiko),
dann meine ich sollte die svp Tirol(Südtirol) alle Hebel in Bewegung setzen um eine Begnadigung oder Anhörung an einem neutralen Ort zu organisieren.Ihr in der EU redet von zusammenhalt, aber Leute die für das Recht gekämpft haben
(teiweise nachvollziehbar) dürfen nicht ohne verhaftet werden in die Heimat, also Südtirol retour.
zB Herr S. der in A lebt.
Was machen die Parlamentarier in Rom,
sie diskutieren wie der Abfall
in Neapel abtransportiert werden soll, mit Fiat oder Volvo.
Aber der Vatikan und die koruppte Mafia lässt grüssen....
Also Leute Freiheit für die Freiheitskämpfer.
Genau das hasse ich an Italien,
das nicht verzeihen können, darum ob allem verstehe ich langsam den Unmut vieler "Deursch"Süd -
Tiroler. Es gibt nur eins - alle Rechte ausschöpfen, aber da hört man ja leider nicht viel!!

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Indianer in den Reserven
Lieber Morat,
U.S.A. sind ein grosser Staat, und wo bleiben die Ureinwohner?
Ausgerottet oder in den Reserven und alkoholisiert.
Südtiroler sind mindestens nicht ausgerottet oder in Reserven untergebracht ...........

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@Couronne
Voller Zustimmung!
Wer kein Zeichen von Reue zeigt, kann auch nicht damit rechnen, begnadigt zu werden.
Außerdem, scheint es mir, daß sich Napolitano bei seinem Besuch in Bozen klar ausgedrückt hat: Es gibt keine weitere Begnadigungen, momentan.

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Günther Morat

Zur Selbstverteidigung darf jedes Volk greifen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt, Couronne. Sonst gäbe es heute nicht einmal die Vereinigten Staaten von Amerika...

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Wenn Italien die Unterdrückung der Süd-Tiroler als Verbrechen eingestehen muss und einen Schlussstrich unter dieses leidvolle Kapitel ziehen, dann müssen auch andere gestehen nicht ganz unschuldig zu sein.
Die Wahrheit liegt immer in der Mitte.