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Italien: eine unendliche Geschichte des Scheiterns

Sven_Knoll_200_Wien_06.jpgAls Beweis für die Unfähigkeit des italienischen Staates, die selbst verursachten politischen Probleme in den Griff zu bekommen und mahnendes Zeugnis für die unsichere Zukunft Süd-Tirols bei Italien, bezeichnet der Landesjugendsprecher der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, das Scheitern zur Bildung einer Übergangsregierung und die daher bevorstehenden Neuwahlen zum italienischen Parlament.

 

Einmal mehr hat Italien mit diesem politischen Chaos unter Beweis gestellt, seinem Ruf als unterentwickelte Bananenrepublik alle Ehre zu erweisen und somit zu Recht das Sorgenkind der Europäischen Union zu sein.
Ganz Europa schüttelt derzeit entrüstet den Kopf, ob eines Staates wie Italien, in dem so gut wie nichts mehr funktioniert und in dem nicht Vernunft und Weitsicht, sondern Arroganz und Dummheit die Staatspolitik prägen.

So amüsant derartige Politpossen an einem Faschingsdienstag auch anmuten mögen, so folgenschwer werden sich die Konsequenzen jedoch auf Süd-Tirol auswirken.
Ein zu erwartender Sieg der nationalistischen Rechtsallianz um Berlusconi und Fini, gibt Anlass zur größten Sorge, da bereits jetzt italienische Stimmen laut werden, die Grundsäulen der Süd-Tirol Autonomie, wie Proporz, Zweisprachigkeit und Ansässigkeitsklausel, beseitigt wissen wollen. Hinzu kommt noch eine Fortführung der staatlich – ökonomischen Misswirtschaft, die letztlich auch die Süd-Tiroler Wirtschaft nachhaltig belasten und an die Grenze der Erträglichkeit führen wird.

Die SVP kann nicht länger so tun als ob alles in Ordnung sei und der Bevölkerung weiterhin eine heile Welt vorgaukeln.
Tatsache ist, dass sich Süd-Tirol auf einem sinkenden Schiff namens Italien befindet und wir uns daher die Frage stellen müssen, ob wir mit Italien untergehen wollen oder nicht?

Sven Knoll
Landesjugendsprecher der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
und Gemeinderat in Schenna

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25 Kommentar(e)

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1

Fussball habe ich auch noch nie verstand
Man hilft zu Deutschland oder Italien,
zu Bayern, Juve oder Milan,...

Kann mir jemand erklären wie man zu Deutschland, Juve oder Milan halten kann? Was haben wir denn bitte mit denen zu tun?

Italien, Österreich oder Tirol kann ich nachvollziehen.

2

FC Bayern München
Es ist schon witzig, dass jeder "stolzer Tiroler" ein Fan des FC Bayern München ist, wenn es doch die Bayern waren, gegen die "DER LANDESVATER" gekämpft hat....
Wacker Tirol wäre eine Alternative... LOL

3

Stefan Rennert
Zum letzten Kommentar von Stefan Rennert möchte ich auch noch Stellung nehmen:

Der Beitritt der neuen Bundesländer (ehemalige DDR) war keine Annexion, die im heutigen Völkerrecht auch verboten wäre.

Als klassisches Beispiel einer Annexion dient z.B. die Einverleibung Süd-Tirols durch Italien im Jahre 1920.

Aber es wundert mich nicht, dass jemand wie Stafan Rennert, der offenbar kommunistische Systeme verherrlicht, im Zusammenhang mit der DDR von einer Annexion spricht. Die deutsche Wiedervereinigung hat ihm wohl nicht gepasst.

Ich hoffe, dass er sich auch einmal über eine Tiroler Wiedervereinigung ärgern muss.

Die Mehrheit der Tiroler Bevölkerung würde sich darüber freuen!

4

EU, Italien und Süd-Tirol
In der Geschichte der EU hat es doch Grenzänderungen gegeben und zwar damals als die neuen deutschen Bundesländer der Ex-DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetztes der Bundesrepublik Deutschland am 03.10.1990 beigetreten sind. Davor war es völkerrechtlich nicht eindeutig klar, ob auch die 5 deutschen neuen Länder dabei waren oder nicht. Eine aufgeschobene Reform der Staats- und Verwaltungsgrenzen wird es in der EU irgendwann ziemlich sicher geben, vorausgesetzt die betroffenen Völker und Staaten werden auch in Zukunft genug Druck in diese Richtung machen. Damit sind solche Ethnien in den verschiedenen alten EU-Staaten gemeint, die nach Selbstbestimmung streben, ein Land/Autonomie haben, eigene Verwaltung und Regierung besitzen, sowie eine absolute Bevölkerungsmehrheit im eigenen Land stellen, dazu müssen sie auch dies stichhaltig vor allen anderen Ländern ethnisch, sprachlich und historisch begründen. Die EU respektiert die Grenzen der Nationalstaaten der Mitgliedsländer ohne Vorbehalte, aber genauso wichtig in dieser Gemeinschaft ist auch die Selbstbestimmung der ethnischen Minderheiten, bzw. wie im Falle von Süd-Tirol im eigenen Land ethnischen Mehrheit. Eine Veränderung des status quo kann heute nicht gegen den Willen eines Staates herbeigeführt werden, aber auch ein Mitgliedsland kann sich einer freien und friedlichen, sowie demokratischen Willensbildung in einem Teil seines Territoriums nicht entziehen und den EU-Institutionen in den Weg stellen. Aus diesem Grund findet z.B. die schottische Selbstbestimmung heute und morgen statt, ohne dass London es einfach verbieten könnte. Was in einem Land der EU politisch möglich ist, stellt nicht nur einen politischen Präzedenzfall dar, sondern ist auch ganz sicher in weiteren Ländern der Gemeinschaft auch möglich und lädt zur Nachahmung. Vorausgesetzt, ein nach Selbstbestimmung strebendes Land hat bereits eine weit entwickelte Autonomie, stellt im eigenen Land eine Bevölkerungmehrheit, am besten 2/3 oder wie in Süd-Tirol 3/4 Mehrheit und weiters kann die angestrebte Selbstbestimmung vor der eigenen nationalen Zentralregierung, vor der Schutzmacht der eigenen Interessen, vor der EU und der Welt, d.h. UNO historisch, sprachlich und ethnisch stichhaltig begründen. So z.B. wie in Schottland seit Juni 2007 bis heute, als die SNP (Schottische Volkspartei)dort die Wahlen gewonnen hat und die Landesregierung heute in Edinburg stellt. Was den heutigen Status Süd-Tirols betrifft, es ist nach 1945/46 bei Italien belassen worden, weil es damals keinen ausreichend starken Fürsprecher für eine Grenzänderung nach ethnischen Kriterien der Selbstbestimmung der Völker gegeben hat. Die USA waren dagegen, weil sie Italien zweites mal in der Geschichte das kleine Land zwischen Brenner und Salurn versprochen haben, und zwar als Lohn für die getanen Dienste, 1943 war das der Sturz des Mussolini-Regimes, die SU wegen Option war eher auch dagegen, Frankreich und Grossbrittanien waren klar dafür, dass die Süd-Tiroler frei entscheiden dürften, ob sie damals wieder zurück zu Österreich und nach Tirol kommen, oder ob sie im Stiefelstaat verbleiben wollten. Vor allem Winston Churchill war ein entschiedener Befürworter der Selbstbestimmung Süd-Tirols nach 1945-46. Süd-Tirol befand sich damals in der amerikanischen Besatzungszone, Nord-Tirol in der französischen, Ost-Tirol in der brittischen und aus diesem Grund gab es dann doch keine Änderung des status quo. Italien hat damals im Vorfeld des Pariser Autonomie-Vertrages 1945-46 gegen eine mögliche und sogar wahrscheinliche Grenzänderung argumentiert, dass in der völkerrechtlich bindenden Frage der sog. Option der Süd-Tiroler zwischnen 1939 und 1943 über 84% der betroffenen Menschen gegen Italien und für das III. Reich optiert haben sollten, und somit nach italienischer Auslegung die Süd-Tiroler Ausländer im eigenen Land wären, sowie die italienische Staatsangehörigkeit verwirkt hätten, als ob es den Süd-Tiroler jemals wichtig wäre gerade diese 1918 mit Betrug und Gewalt erzwungene neue Staatsangehörigkeit zu besitzen und zu behalten. Seit 1918 geht es doch in Wirklichkeit immer um dasselbe, weg von diesem Staat, in Freiheit der Wahl bei der Ausübung der Selbstbestimmung. Ist das eine Zierde für Italien, wenn man sich gerade mit solchen sehr fragwürdigen "Eroberungen" aus der Geschichte als ein stolzes und freiheitsliebendes Land schmücken will, bzw. damals 1945-48 auf das gleiche Selbstbestimmungsrecht für die Italiener in den internatial kontrollierten Zonen A und B bei Triest und Gorizia, so ähnlich wie heute im Kosovo berufen hat? Die Zone B mit Istrien und Teilen Dalmatiens ist damals doch zu Jugoslawien gekommen, Zone A bei Italien verblieben. Italien konnte sich mit dem Argument der Wasserscheide der Adria am Brenner als Verteidigungsgrenze und mit der einseitigen Auslegung der Option der Süd-Tiroler 1945/46 doch durchsetzen und das Vaterland der Süd-Tiroler Österreich war damals auch nicht in der besten aussenpolitischen Verfassung auch als Opferland des Weltkriegs ultimative Forderungen, wie im Falle Süd-Tirols von Italien geschehen an die Allierten und Siegermächte zu stellen. Der Pariser Autonomie-Vertrag von 1946 hat mit der Gründung oder Existenz der NATO gar nicht zu tun, da bekanntlich diese Organisation erst 1949 in Paris gegründet wurde. Da war schon der Nachkriegsstatus Süd-Tirols bereits entschieden. Dennoch, der Pariser Autonomie-Vertrag hat die Lage der Süd-Tiroler grunlegends verbessert. Es war damals eher eine rechtlich bindene Absichtserklärung Italiens und Österreichs, die man nach und nach zwischen Rom - Bozen und Wien bis 1992 mit Leben erfüllt hat. Dieser Vertrag ist zum Schutze der Süd-Tiroler zwischen Österreich und Italien abgeschlossen worden und damit ist Süd-Tirol damals wie heute und morgen im Unterschied zur Zeit zwischen 1918-1943-1946 ein Subjekt des Völkerechtes geworden, sogar mit dem Recht vor der UNO angehört zu werden. Diesbezüglichen Entscheidungen sind für Italien zu 100% bindend, dh. ohne Vorbehalt auch in der NATO und in der EU. Die EU ist gerade dabei die alten Aufgaben der NATO in der eigenen Sicherheitspolitik zu übernehmen und neu zu formulieren. Die EU ist eine surpranationale staatliche Union, Nato hingegen ein im Bbsinken der Bedeutung begriffenes Verteidigungsbündnis. Das macht die aussenpolitische Lage des Landes Süd-Tirol so einmalig, ganz im Gegensatz zu anderen autonomen Regionen in der EU, wie Schottland, Katalonien oder Baskenland. Süd-Tirol ist Subjet des Völkerechtes vor der UNO, dh. es ist keine rein innerstaatliche Angelegenheit Italiens und es hat auch ein Vaterland und internationale Schutzmacht seiner Interessen, nämlich die Republik Österreich. Die Wirtschaftsdaten, die Herr Rennert zitiert sind bereits veraltert. In der EU hat es seit 1997 so etwas wie "die Agenda 2000" gegeben, also eine Finanzausgleichreform in Hinblick auf die damals geplante EU-Osterweiterung. Jedes Land der EU zahlt einen Bruttomitgliedsbeitrag, der cirka der Wirtschaftskaraft, Leisung und BIP eines einzelnen Landes betrifft, bzw. den man je nach politischen Geschick der Verhandler mit der EU festlegen muss. Danach bekommt man ein Grossteil des Geldes über verschiedene Fonds wieder zurück. Vor dem Beitritt der neuen EU-Länder am 01.2004 war Italien eindeutig seit 1957 immer auf der Liste der Länder der Nettoempfänger, d.h. es hat immer mehr Geld bekommen als es nach Brüssel eingezahlt hat. Jedes Land der EU musste und muss diesen Grundbetrag nach Brüssel abführen, auch heute Rumänien und Bulgarien. Vor 2004 waren folgende "alte" Länder Nettozahler: NL, D, B, LUX, S, A, DK, GB, F, und zeitweise IRL und SF glaube ich. Die Nettoempfängerländer waren immer I, GK, ESP, P eben bis zum neuen Finanzausgleich und Agenda 2000 nach dem 01.Mai 2004, wo man die Zahlungen an die wirtschaftlich unterentwickelten Länder des Ostens neu regeln musste. Seit dem Beitritt der EU haben sich die meisten der neuen EU-Länder wirtschaftlich rasant entwickelt, vor allem Slowenien, Tschechien und Estland, aber auch die übrigen Länder, dabei sind diese Zahlungen aus Brüssel an die neuen LKänder sehr mager im Vergleich zu dem was Italien bekommt oder schon immer aus Brüssel überwiesen bekommen hat. Die neuen EU-Länder sind erst seit fast 4 Jahren dabei, Italiens Süden hingegen seit über 50 Jahren. Was hat Italien also aus diesem Vorteil bis jetzt gemacht? Spanien hat jedenfalls seit seinem EU-Beitritt 1986 sehr viel daraus gemacht, Italien ganz sicher nicht. Das EU-Geld hat den Stiefelstaat nur in zwei Hälften geteilt, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und die immer mehr wirtschaftlich und politisch auseinander driften. In den Eckwirtschaftsdaten ist in den letzten Jahren Italien bereits deutlich hinter Spanien gefallen. Die Schlusslichter der EU der alten Länder im Jahre 2008 sind jetzt eindeutig Griechenland, I, Portugal. Falls man einen Durschnitt ausrechnen wollte, oder Plan-Soll, was jedes Land der EU aus seiner Mitgliedschaft gemacht hätte, und zwar in Hinblick auf die erhaltenen Netto-Gelder aus Brüssel, die Länge der Mitgliedschaft, Wachstum der Wirtschaft, BIP pro Kopf, dann hat gerade dieses Land Italien sehr wenig daraus gemacht. Es ist aber eine Momentaufnahme in diesem Jahr und in diesem Monat. Eine markante Besserung für den Stiefelstaat ist dennoch lange noch nicht in Sicht. Die Rahmenbediengungen scheinen sich eher für alle Länder gerade jetzt zu verschlechtern und aus Erfahrung weiss man ganz genau, dass dann die schwächsten Länder davon am meisten betroffen sein werden. Dazu kommt noch in Italien seit Berlusca mit seiner Wahlrechtreform ein Polititchaos sondergleichen. Die allgemeine Wirtschaftsleistung Italiens hat sich dazu noch seit der Einführung des Euro 2002 als Gemeinschaftswährung eher in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Das kann doch jeder Mensch in Italien bezeugen, dass es heute allen viel schlechter geht, als noch vor 8 oder 10 Jahren. Alle Preise sind sehr stark gestiegen, die Löhne aber eher nicht. Aus diesem Grund gibt es jetzt eine Konjunktur für Politiker, die alles versprechen, aber nichts davon einlösen werden. Nach dem 14. April 2008 wird man wohl wissen, in welche Richtung sich dieser Bummelzug weiter bewegen wird. Das Land Süd-Tirol sollte endlich das Recht bekommen, oder sich dieses Recht einfach nehmen, zumindest ein einziges mal in 100 Jahren die Frage der immer aufgeschobenen Selbstbestimmung des Landes und des Süd-Tiroler Volkes im eigenen Land, in Italien und in der EU klar, laut und deutlich zu stellen, erst dann wird man sich in Europa damit befassen wollen. Die Zeit dafür war noch nie so gut, günstig und reif, wie gerade in diesen Jahren, gerade 2008 und danach, unmittelbar vor dem Andreas Hofer Jahr 2009.

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//
Ernste Frage: Savoia kandidiert der auf der Südtiroler Liste? Es ist kein Spass!

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Stefan Rennert

erwiderung
@Markus A.:

Italien befindet sich in einer Krise, aber nicht in der größten, wie sie behaupten; der Faschismus war beispielsweise eine größere politische Krise. Zu den Wirtschaftsdaten: Der Tabelle auf http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf können sie entnehmen, dass 11 Länder der EU ein größeres BIP pro Kopf haben und 13 weitere ein kleineres als Italien. Aber ich teile ihre Interpretation und sehe wie sie die wirtschaftliche Schwäche Italiens und sähe selbst Italien gerne noch vor Luxenburg als Nummer 1. Die EU-Neulinge, die Italien in diesem Punkt übertreffen, sind: Deutschland (wegen der Annexion der DDR), Österreich, Vereinigtes Königreich, Finnland, Schweden, Dänemark und Irland. Keines dieser Länder (mit Ausnahme Deutschlands) gehörte dem Warschauer Pakt an. Mir ist nicht ganz klar, in welchem Punkt außer Wachstum ein postkommunistisches Land Italien übertroffen haben sollte.

Italien war stets ein Nettoeinzahler in die EG und EU. Ihre diesbezügliche Aussage ist falsch.

In der Geschichte der EG hat es noch nie Grenzveränderungen gegeben und ich sage ihnen voraus, dass es dazu auch nicht kommen wird.

Natürlich wäre es politisch klüger gewesen, 1918 die Grenze an der Salurner Klause zu ziehen, also die heutige Provinz Bozen bei Österreich und die heutige Provinz Trient bei Italien zu lassen. Und ein Grund, warum nach dem 2. Weltkrieg im Vertrag von Paris Südtirol bei Italien belassen wurde, war wohl auch, dass Italien NATO-Territorium war und Österreich neutral. Die Provinz Bozen hätte sich als Verteidigung der Appeninhalbinsel vor einem konventionell mit Landstreitkräften geführten militärischen Angriff des Warschauer Paktes gut gegeignet.

Francesco Cossiga meinte in einer neulich auf dem Senatskanal übertragen Dokumentation anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Costituzione della Republica Italiana, dass Italien das letzte Ansehen verloren hätte, wenn es im Vertrag von Paris nach den Gebietsverlusten an Frankreich und Jugoslawien auch noch (das verglichen mit letzteren Gebieten) größere Südtirol eingebüßt hätte. Er wählte (falls ich mich richtig erinnere) dabei die Formulierung: "avrebbe perso ogni credibilita"

Aber nun sind die Grenzen vertraglich eingefroren und es wäre ein absoluter Präzedenzfall in der über 50-jährigen Geschichte der EG, wenn Südtirol an Österreich abgegeben würde. Italien vorzuwerfen, nicht freiwillig auf ein Teil seines Territoriums zu verzichten, würde die Raison eines jeden Staates verleugnen.

@Heinz Pichler:
Zur Frage "hr Zitat: "Mehr Staaten führen zu mehr Bürokratie und zu mehr Geldverschwendung."
Können Sie solche Aussagen denn mit Zahlen belegen?"

Nein, kann ich nicht. Vielleicht gibt es Studien dazu am Fallbeispiel der Balkanisierung Jugoslawiens. Der gesunde Menschenverstand hat mich zu dieser Aussage geführt. Staaten müssen z.B. einen diplomatischen Korps unterhalten. Die Anzahl der Beziehungen zwischen n Staaten geht quadratisch mit n (n über 2). Das macht den Sprachendienst der EU so teuer. Darüberhinaus leisten sich Staaten allerhand Firlefanz und Symbolik für ihre Repräsentation mit mindestens zweifelhaftem Wert für die Bürger, auch wenn man das nicht wie in Italien mit den Corazzieri zur Perfektion treiben muss. Ein Staat, der aus einer Sezession hervorgeht, muss Aufgaben bewältigen, die vorher im alten Verbund erledigt wurden. Dabei tritt das Gegenteil dessen ein, was bei einer Fusion als Synergieeffekt bezeichnet wird.

@Tommy: Italien macht sich nicht nur lächerlich, wie sie behaupten. Italien hat jüngst in der UNO eine Initiative ins Spiel gebracht, mit dem Ziel, ein weltweites Moratorium für die Todesstrafe durchzusetzen. Die Abstimmung war erfolgreich. Die Länder, die dagegen stimmen, wie die USA, machen sich lächerlich.

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Neuwahlen
Gegen die Unsicherheiten der italienischen Politik gibt es nur ein Mittel: die Selbstbestimmung, mit dem Ziel, die Tiroler Landestiele wieder zu vereinen.

@ steffan rennert

Lieber Steffan!

Warum die Süd-Tioler deshalb stolz sein sollen, in einem Land leben "zu dürfen", das den Eurokommunismus hervorgebracht (aber nicht umgesetzt) hat, ist mir unerklärlich.

Kann man von einem Süd-Tiroler überhaupt verlangen, dass er stolz auf Italien ist, was immer es auch an Gutem für Europa hervorgebracht haben möge?

Kann man denn von den Süd-Tirolern verlangen, dass sie stolz sein sollen auf ein Land, das sie aus ihrer angestammten Heimat am liebsten vertrieben hätte?
Was sonst in Süd-Tirol noch alles passiert ist, sollte ja bekannt sein.

Italien hat sich dafür nie bei den Süd-Tirolern entschuldigt.

Und kann man es den Süd-Tirolern verübeln, dass, wenn es irgendwie geht, sie eben lieber nicht bei Italien wären.

Die logischste Folge wäre, dass aus Nord- OSt- und Süd-Tirol wieder ein Tirol wird.

Und am besten wird ein geeintes Tirol bei Österreich aufgehoben sein. Die Anzahl der Staaten würde gleich bleiben. Italien wird den Verlust des "kleine" Süd-Tirol verschmerzen. Den italienischsprachigen Menschen in Süd-Tirol würde es auch nicht besser oder schlechter gehen, als den Süd-Tirolern jetzt in Italien.

Umgekehrt hätte ein vereintes Tirol innerhalb Österreichs ein wesentlich größeres Gewicht, als etwa die Provinz Bozen jetzt in Italien hat.

Ein Tirol von Kufstein bis Salurn wäre flächenmäßig mit knapp 20.000 km² das größte Bundesland, einwohnermäßig das viertgrößte.

Und im Bundesland Tirol wirst du sehr wenige finden, die nicht bei Österreich sein wollen, außer vielleicht ein paar Anarchisten und Chaoten, die es überall gibt.

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Adresse
Die Adressen zum Thema der schottischen Selbstbestimmung sind lang und reich vorhanden und sie ändern sich auch, daher kann man oft leicht etwas übersehen, z.B. "gov" zwischen scotland und uk, daher noch ein Versuch eines Hinweises.

http://www.scotland.gov.uk/Topics/a-national-conversation" rel="dofollow" target="_blank">http://http://www.scotland.gov.uk/Topics/a-national-conversation

Das gleiche gilt für die zweite Adresse ohne "/Home" zum Schluss:

http.//http://www.scotland.gov.uk

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Post Scriptum
Die vollständige Adresse der besten Website aus Schottland ( habe leider bei der zweiten Adresse in meinem letzten Beitrag etwas ausgelassen)zum Thema Selbstbestimmung des Landes der Regierung von Alex Salmond. Es muss jetzt stimmen, hoffe ich:

htt://http://www.scotland.uk/Topics/a-national-conversation

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Selbstbestimmung in Schottland
Ein Hinweis auf den schnellen und direkten Zugang zu Informationen über die Fortschritte der schottischen Selbstbestimmung aus der ersten Hand, nämlich direkt auf der Website der Schottischen Autonomen Landesregierung:

http://www.scotland.gov.uk/Home

dann Fenster mit der schottischen Flagge mit dem Titel wählen; "Scotland`s Future. A National Conversation", bzw. andere Themen anklicken, wie "choosing Scotland´s future". Auch sehr interessant aus süd-tiroler Sicht ist die Videobotschaft des schottischen Premierministers zum Thema Selbstbestimmung des Landes, Zitat von Alex Salmond: "We in the Scottish Government believe that sovereignty lies with the people and that the people alone have the rigt to decide how they are governed." Weitere Infos auch unter:
http://www.scotland.uk/Topics/

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Selbstbestimmung Süd-Tirols
Herr Stefan Rennert hat gemeint, die Tiroler aus dem Bundesland Tirol sind auch nicht dazu befragt worden, ob sie zu Österreich gehören wollten. Das ist aus ethnischen, sprachlichen und historischen Gründen auch nicht notwendig. In einem Jahr 2009 jährt sich zum 200. mal der Freiheitskampf der Tiroler unter Landesvater Andreas Hofer gegen die mit Napoleon verbündeten Bayern, gegen Fremdbestimmung eines bayerischen Königs und gegen die zweite Fremdherrschaft des damaligen Königreich Italien von Napoleonsgnaden im Süden des Landes bis nach Bozen, und zwar für die alte Landeseinheit Tirols damals von Rovereto und Ala bis nach Kufstein beim Vaterland Österreich, falls man schon damals in Europa von Vaterländern sprechen konnte. Die damalige Opferbereitschaft der Tiroler für die nähere Heimat und für das Vaterland Österreich übersteigt heute unser gesamtes Fassungsvermögen. Die Tiroler aus allen Teilen des Landes kämpften auch an der Tiroler Front des Ersten Weltkrieges für Tirol und für Österreich. Vergessen wir nicht, wer damals 1915 Österreich den Krieg erklärt hat, nämlich aus Eroberungslust das Königreich Italien. Der lange Kampf der Süd-Tiroler zuerst für die Autonomie, später für das Recht auf die Selbstbestimmung in enger Anlehnung an das Bundesland Tirol und das Österreichische Vaterland spricht hier geschichtlich gesehen eine deutliche und klare Sprache. Die Bevölkerung der Republik Österreich bekennt sich heute ohne Wenn und Aber zur eigenen Österreichischen Nation, zu der sich auch prominente Politiker der SVP und von anderen kleineren Parteien in Süd-Tirol bekennen und damit die Süd-Tiroler nach innen und aussen als die österreichische Minderheit in Italien definfieren, d.h. als ein Teil der Deutschen Kulturnation eines grösseren Österreichischen Vaterlandes ausserhalb der Grenzen der Zweiten Republik. Das Österreichische Volk und damit auch alle Tiroler leben in einem gemeinsamen Staatswesen seit Urzeiten, die Tiroler seit über 650 Jahren als ein Teil dieses Landes, daher auch heute heisst es: Tirol Mater Austriae semper fidelis - Tirol bleibt dem Mutterland immer treu, und zwar in allen Teilen des Landes, wo die Menschen grossen Wert auf ihre Tiroler Herkunft legen. Die Italiener hingegen kennen eine gemeinsame italienische staatliche Organisation erst seit cirka 150 Jahren seit Garibaldi und sie scheint ihnen kein wirkliches Glück bis jetzt gebracht zu haben. Ich persönlich trete für eine demokratische Klärung der Selbstbestimmungsfrage in Süd-Tirol, da dieser Wunsch der Bevölkerung des Landes milde ausgedrückt, sich wie ein roter Fahden durch die ganze Geschichte Süd-Tirols bei Italien zieht. Daher könnte man im Gegenzug die Gegner der Selbstbestimmung fragen, wann sind die Menschen in Süd-Tirol nach ihrer Meinung zu ihrer staatlichen Zugehörigkeit befragt worden, oder ob sie zu Italien oder anderswo gehören wollen? Italien ist bekanntlich 1918 hier in ein Land ohne Italiener als völlig neue Staatsmacht gekommen. Das Völkerrecht der Selbstbestimmung einer Ethnie war bereits damals bekannt und wurde überall in Europa praktiziert. Man stelle sich vor, Gott behüte als Folge eines Konfliktes, dass z.B. Kalabrien auf einmal zu einem arabischen Land in Nordafrika gehören sollte oder würde. Würde man dann auch als Italiener gegen die Selbstbestimmung der Menschen vor Ort argumentieren wollen, auch dann wenn eine Autonomie vorhanden wäre? Die Klärung der Frage der Selbstberstimmung des Landes Süd-Tirol ist notwendig, damit man endlich die alte Grabenmentalität zwischen den Sprachen überwindet. Es ist aber ein Aspekt von vielen. In den Parteiprogrammen der politischen Parteien des Landes befimdet sich diese Selbstbestimmung ganz oben auf der Prioritätenliste, zwar aufgeschoben aber nicht aufgegeben und aufgehoben. Sogar die Landeshauptleute und andere Spitzenpolitiker der grössten Partei des Landes haben seinerzeit diesbezügliche klare Ansprachen gemacht, von der deutschsprachigen Opposition ganz zu schweigen. Es ist daher nichts neues, wenn auch ich diese Meinungen reflektiere. Was Süd-Tirol betrifft, befindet sich heute Italien in einer "beati vividendes" Position, das heisst glaube ich so, wenn man damit das Glück des herrschaftsberechtigten meinen würde. Diesem Herrschaftsanspruch Italiens im eigenen Land aber haben die Süd-Tiroler immer wieder klar und deutlich widersprochen, letztes mal 2006 bei der Bürgermeister-Petition an den Österreichischen Nationalrat in Wien. Das einzige was Italien dazu einfallt, wie so oft, ist überhaupt nichts zu tun, bzw. als ob nichts gewesen wäre. Heute befindet sich der Stiefelstaat in einer noch nie dagewesenen politischen und wirtschaftlichen Krise. Wer das leugnet, der hat null Ahnung von der herrschenden Wirklichkeit in diesem Land. Die Welt und Europa verändern sich unafhörlich, Italien vieleicht "nolens volens" auch aber im Schneckentempo und als Schlusslicht unter den westeuropäischen Ländern. Italien ist von Anfang der Existenz der EU an zwischen 1957 und 2007/8 ein Netto-Empfänger- und kein Geber Land gewesen. Heute befinden sich viele ehemalige postkommunistische Länder und EU-Neulinge sogar weit über dem EU Durschnitt bei den Wirtschaftsdaten. Die Daten Italiens zeigen immer mehr in die entgegengesetzte Richtung. Italiens hat heute mit Portugal bei den alten Ländern die Rote Schlusslichtlaterne. Es ist daher ein gutes Recht der süd-tiroler Politik, dass man nach Auswegen sucht, wie man sich in Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht von diesem Staat einmal befreit. Das kann wohl unter heutigen Voraussetzungen nur nach Abhaltung eines Selbstbestimmungsreferendums geschehen. Der Ausgang ist zwar heute im Sinne der Bejahung dieser mehr als wahrscheinlich, aber keinesfalls sicher. In Europa entstehen seit 1990/1993 bis 2008 neue Staaten, aber das war nur im Osten des Kontinents bis jetzt der Fall. Die davon betroffenen Völker haben zum gegebenen Zeitpunkt sofort und ohne zu zögern jede nur erdenkliche Chance genutzt, die ihnen eine wirkliche nationale Emanzipation versprochen hat, um für das Recht auf eigene Selbstbestimmung mit allen Mitteln zu kämpfen. Wie man sieht, mit sehr viel Erfolg. Das ist anderen kleineren und grösseren Völkern im Westen nicht entgangen, wo diese Frage der eigenen Selbstbestimmung unverändert aktuell bleibt, und das ist auch im West-Europa heute und morgen nicht anders, im Baskenland, Katalonien, Schottland, Süd-Tirol, vieleicht noch Flandern und sogar einmal in Nord-Irland und Wales. Damit wäre aber diese Liste schon mehr als komplett. Es gibt mehr als genug Experten und Wissenschafter, die in Zukunft eine ganze Welle von neuen Selbstbestimmungen im Westen des Kontinents prophezeien. Das Land Süd-Tirol ist relativ klein, es hat heute die Grösse einer Provinz in italien oder eines österr. Bundeslandes. Die Schutzmacht der Interessen Süd-Tirols das Österreichische Vaterland ist heute auch nicht international gesehen gerade ein politisches Schwergewicht. Dennoch, die EU entwickelt sich immer mehr in Richtung eines supranationalen Staates. Die alten Grenzen werden überall unwillkürlich in Frage gestellt. Das passiert zwar langsam, aber der Einigungsprozess schreitet voran. Wo war die AP Bozen Südtirol bei der Weiterentwicklung der Autonomie vor 40, 20 oder noch vor 10 Jahren und wo befindet sich dieses Land heute. Die Antwort müsste allen aufmerksamen Zeitzeugen bekannt sein. Die Brennergrenze ist angeblich jetzt dank Segen der EU unsichtbar geworden, sie trennt aber immer noch das deutschsprachige Land Tirol in drei Landesteile. Die Selbstbestimmungsfrage Süd-Tirols wird vieleicht in absehbarer Zeit in der EU, wo auch Italien und Österreich als Nachbarländer vertreten sind, immer mehr zu einer Art "Flurbereinigsfrage" werden, d.h. sollten alle Tiroler in Nord Süd und Ost auf ihre Landeseinheit ohne Wenn und Aber auch in Zukunft bestehen, wird dies auch mit dem Segen aus Brüssel auch einmal kommen. Die politische Entwicklung der EU in diese Richtung haben beim letzten Parteitag der heute in Bozen regierenden SVP im Nov. 2006 die einflussreichsten und wichtigsten Politiker aus allen Landesteilen und aus Wien auch so gesehen, die normaleweise sich zu diesem Thema äusserst widerstrebend und vorsichtig äussern. Das haben natürlich leider immer noch nicht alle sieben Zwerge hinter dem siebten Berge in Alto Adige verstanden und bestehen darauf, dass in dieser Frage in Italien alles beim alten bleiben müsste. Europa ist aber viel grösser als Italien und die Entscheidungen von Bedeutung fallen heute immer mehr anderswo ausserhalb des italienischen Staates, der ausserdem sich in einer dauerhaft traurigen Verfassung befindet. Sollte einmal diese Frage die Landesregierung in Bozen Rom, Wien und Brüssel stellen und würde sich die Bevölkerung für die Ausübung der Selbstbestimmung in einer demokratischen Abstimmung klar entscheiden, ist Italien eindeutig der Verlierer dieser theoretischen politischen Entwicklung der Zukunft, die es ausserdem nicht verhindern wird können. Das Ergebnis lautet aus heutiger Sicht 1:4 für die Selbstbestimmung und wahrscheinlich für die Widerherstellung der alten Landeseinheit im deutschsprachigen Teil Tirols wie auch immer diese Einheit auch aussehen würde. Mit 1:4 ist die Gegenstimme aus Rom gemeint im Verhältnis zu Dafürstimmen aus Bozen, Brüssel, Wien und womöglich aus der UNO als Schiedinstanz, wahrscheinlich ohne Vetorecht. Sie wird daher auch einmal politisch möglich sein, wenn alle Tiroler daran ohne Zeitlimit festhalten werden und mit freidlichen und politischen Mitteln sich dafür einsetzen werden. Selbstbestimmung der eigenen Person und der eigenen Ethnie im seit Urzeiten eigenen Siedlungsgebiet ist keine extravagante sowie übertriebene politische Forderung, sondern ein erstes und wichtigstes Menschenrecht auf ein Leben ohne Fremdbestimmung und Fremdherrschaft in einer EU von heute und morgen und in einem Europa freier, gleichberechtigter und selbstbestimmter Völker!

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1. Uni
Die erste europäische Universität war jene von Bologna. Gründung bereits im 11. Jh.

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Die Freude wenn Italien versagt
PS: Ihr Vorwurf an den Autor, dass er auf die Missstände in Italien hofft damit er darüber schimpfen sind angebracht. Sie treffen auch auf das gesamte Parteiprogramm zu. So ist es eben bei Populistischen Parteien...

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@Stefan Rennwert
Ihr Zitat: "Mehr Staaten führen zu mehr Bürokratie und zu mehr Geldverschwendung."

Können Sie solche Aussagen denn mit Zahlen belegen?
Ich sehe an einer Fragmentierung der Staaten eigentlich keine grossen Probleme. Ob man nun eine Provinz oder ein Staat ist: der Verwaltungsaufwand wird dadurch doch nicht wirklich verändert.
Mal davon abgesehen dass wir in Südtirol ohnehin eine grosse Selbstbestimmung haben und somit in vielen Bereichen schon wie ein Staat organisiert sind.

Das kann man auch sehen wenn wir uns kleine Staaten wie die Schweiz ansehen die doch wirtschaftlich als auch sozial sehr gut funktioniert.

Und Italien? Im BSP und HDI mit Deutschland und Österreich vergleichbar. Da frage ich mich nue WIE GROSS MUSS HIER DIE MISSWIRTSCHAFT SEIN WENN MAN DAVON NICHTS MERKT?

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Wahlen...
Frage: Ich bin in Italien walberechtigt und werde so das Gk der Rep.Italien mich nicht vergisst einen Wahlzettel erhalten.
Was bringt dem Südtirol mehr, wenn man wen/ welche Partei wählt..?

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zu den Ländern, die Europa wirklich Jahrhunderte lang nachhaltig geprägt haben, gehört Italien ohne jeden Zweifel dazu, vielleicht als erstes Land. Mit Renaissance und Barock hat Italien Europa bis heute geprägt. Mit Rennert kann man sagen: Italien ist das Land, das Europa am meisten geprägt hat.

Die Art und Weise, wie hier einige auf Stammtischniveau (bzw. drunter) nur primitive Ressentiments abladen, zeugt vom Niveau der Klotz-Partei. Schade um die verschenkte Chance. Eine anständige nicht grüne deutsche Oppositionspartei ist eben nicht in Sicht.

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die älteste europäische Universität
Die erste europäische Universität, sieht man von den Lehranstalten im maurischen Spanien einmal ab, wurde 1218 im kastilischen Salamanca gegründet

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Italien heute- Italien gestern
Sicherlich hat Italien Europa positiv geprägt. Doch heute macht sich dieser Staat nur mehr lächerlich und ist peinlich. Die Politik scheitert immer wieder. Es bleibt die Frage, welcher Zukunft Südtirol entgegensieht. Ich sehe "schwarz" und es wäre besser, wenn wir uns endlich von Italien losreißen würden, bevor wir auch noch mit diesem Schiff untergehen.

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Stefan Rennert

@Markus A.
Entschuldigung für den Rechtschreibfehler, in Zukunft schreibe ich nur noch rinascimento.

Lieber Markus A.: Halten sie es mit der heutigen Globalisierung für sinnvoll, die politische Weltlandschaft weiter zu fragmentieren bzw. zu balkanisieren.
Soll jede lokalisierbare Minderheit einen Staat bekommen? Mehr Staaten führen zu mehr Bürokratie und zu mehr Geldverschwendung. Die Anzahl der Staaten hat sich in den letzten 30 Jahren schon sprunghaft erhöht. Wenn es ihnen nur darum geht die Grenze zwischen der Italienischen Republik und der Republik Österreich zugunsten letzterer zu verändern, ist das nichts anderes als Revisionsimus. Die deutschsprachigen Südtiroler genießen alle Freiheiten. Sie können in ihrem lokalen Idiom reden, zu den Schützen gehen und 20 Teller Schlutzkrapfen am Tag essen. Und wenn sie sich darüber beklagen, dass von den Carabinieri die Zweisprachigkeitsregel verletzt werden, liegt das auch daran, dass sich zuwenige der deutschsprachigen Gruppe zu dieser Laufbahn entscheiden.

PS: Ich finde es etwas heuchlerisch, auf der einen Seite die Schwäche und die Mißstände Italiens zu beklagen, aber insgeheim genau daran interessiert zu sein. Das ist jedenfalls mein Vorwurf, den ich an den Autor richte.

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Stefan Rennert

Das Bankwesen und die Diplomatie sind im Italien der Stadtstaaten während der Rennaisance geboren. Die Rennaisance selbst hat ihren Ursprung und Schwerpunkt in Italien. Wenn wir weiter zurückblicken gibt es ja noch die Antike...

Das BSP pro Kopf Italiens wird sich nicht signifikant ändern, wenn man Bozen als einzige Provinz ignoriert, vielleicht können sie das mal ausrechnen.

@Barbara Klotz: Die Einwohner des österreichischen Bundeslandes Tirol wurden auch nie gefragt, ob sie bei Österreich bleiben wollen. Staaten legitimieren sich nicht. Staaten sind. Aber ich stimme ihnen zu, dass die Macht beim Demos bleiben bzw. zu ihm zurückkehren sollte.

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Selbstbestimmung
Eine unendliche Erfolgsgeschichte der eigenen Selbstbestimmung als Land und Volk schreibt gerade jetzt in diesen Tagen, Wochen, Monaten und Jahren die Regierung der Autonomen Region Schottland in Grossbrittanien unter Alex Salmond von der SNP (Schottische Volkspartei). Wer mehr darüber wissen möchte, könnte regelmäßig auf der Website der Tageszeitung "The Scotsman" nachschauen und kostenlose Letternews bestellen. Diese Tageszeitung aus Glasgow in Schottland ist vergleichbar mit den "Dolomiten" aus Süd-Tirol. Vor allem die Ausgabe von gestern, vom 05. Feber 2008 ist grossräumig diesem Thema der angestrebten Selbstbestimmung Schottlands gewidmet, wo auch in einem Videoclip der Landeshauptmann Alex Salmond selber zu diesem Thema spricht. Es ist atemberaubend mitzuverfolgen, in welchem Tempo und mit welcher Entschlossenheit, Energie und Elan die Schottische Landesregierung der SNP in Koalition mit anderen kleineren Parteien der Autonomie den 2006/07 eingeschlagenen Weg der Selbstbestimmung Schottlands von Grossbrittanien beschreitet. Das alles passiert zwar auf einer Insel, die immer ein wenig anders war als der Rest des Kontinents, aber es ist eine Autonome Region in einem Land der EU, das zwar in London diese politische Entwicklung sehr aufmerksam verfolgt, aber sich davor hütet diese zu behindern, oder diesbezüglichen demokratischen Entscheidungen der schottischen Gesellschaft und ihrer freigewählten Landesregierung gerade in der Selbstbestimmungfrage nicht zu respektieren. Der Vergleich zu der aktuellen Lage der Süd-Tiroler Selbstbestimmung in diesem heutigen maroden und kaputten Stiefelstaat fällt hingegen sehr mager aus. Allen Freunden der Italianità sei noch gesagt: wir wissen alle ganz genau, was wir an italienischer Kultur und Zivilisation schätzen. Es ist ein grossartiges Land mit unglaublich reicher Kultur, mit begabten, anständigen und fleissigen Menschen. Das alles wird immer mehr durch die alte und neue verkommene Politik der La Casta in Italien mehr und mehr ruiniert. Daher darf man den Staat, wie er regiert und gesteuert wird, nicht mit dem Land und allen dazugehörenden Menschen gleichsetzen, die ganz sicher schon lange etwas besseres verdienen würden! Wennn man schon in höheren Etagen der Politik die Zukunft Italiens permanent verspielt, hat gerade die Landespolitk in Bozen die Pflicht zu schauen, dass das Lands Süd-Tirol einen anderen und neuen Weg geht, da bekanntlich Süd-Tirol ethnisch, sprachlich und kulturell nicht Italien war und ist, bzw. nie sein wollte. Daher sollte sich jeder/e Italiener/In gerade in Süd-Tirol fragen, ob man sich von dieser gelebten "Italianità" der La Casta egal wo in diesem Staat als Bürger/In im übertragenen Sinne eine Scheibe Brot abschneiden kann, oder ob man viel eher sich auch als eben die italienische Minderheit in Süd-Tirol in die Selbstbestimmungdebatte merkbar einbringt und in Ruhe überlegt, welche Vorteile diese Selbstbestimmung ohne Ausnahme allen Sprachgruppen bringen könnte. Es ist auch ein Trugschluss zu glauben, die heutige tiefe Krise ist nur vorübergehender Natur. Es ist viel eher erst der Anfang dieser neuen Zeit, wo man im Zeitalter der Globalisierung, der gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Einigung in Europa und in der Welt nach neuen tragfähigen Modellen der Zukunft gerade in der AP Bozen Südtirol im Interesse der Menschen aller Sprachgruppen dringend suchen sollte, da der Stiefelstaat diesen neuen und alten Herausforderungen noch nie gewachsen war, und das bleibt ganz sicher auch weiter so. Die Selbstbestimmung kann daher das Land Süd-Tirol und alle Bürger in eine gesicherte und solide Zukunft führen. Das machen uns allen gerade die Schotten aus anderen Gründen vor. Wie das dort geht, darüber kann man sich auf der folgenden Website informieren:
http://www.scotsman.com/

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@Anonymer
Italien hat sehr wohl Europa geprägt! Denke an die Renaissance, die Medici, die Banken (die aus Italien kamen), die Universität (Bologna war die erste Uni), die Künste.
Was hat denn Bayern hervorgebracht, außer Oktoberfest, Lederhosen, Sauerkraut und ein paar kitschige Schlösser eines geisteskranken Königs?

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Schwacher, schlecht organisierter Staat
@ Stefan Rennert
Den Kopf in den Sand zu stecken, um die Realität nicht sehen zu müssen, vermögen nicht alle Menschen in Südtirol. Vor allem Südtiroler mit Erfahrung, Weitsicht und Verantwortungsgefühl sehen die Entwicklung mit Sorge.

Der Stolz, in Italien leben zu dürfen, hält sich bei den meisten Südtirolern in Grenzen; gefragt wurden sie darob aber noch nie, gleichwie niemals danach, ob sie beim Staate Italien bleiben wollen.
Selbstredend respektieren wir jede politische Meinung- tun Sie das denn auch???
Barbara Klotz

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@ Stefan Rennert
Eine derartige Anhäufung von Schwachsinn wie in Deinem Postig habe ich kaum noch wo gesehen.

Wo hat Italien Europa am meisten geprägt?
Pizza und Spaghetti sind kein Beitrag zur kulturellen Entwicklung Europas!
Und die "Römer" waren in allen Gebieten Europas zu finden, nicht nur um Rom 😉

Länder, die Europa wirklich Jahrhunderte lang nachhaltig geprägt haben sind Länder wie Deutschland (Preußen), Frankreich, Bayern, Österreich.

Das BIP/Kopf in Italien ist den nördlichen Ländern in Italien, wie SüdTirol, zu verdanken!

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Stefan Rennert

Italiens Stabilität besteht (in der Nachkriegsepoche) unter anderem in seiner politischen Instabilität, aber die Überschrift "Italien: eine unendliche Geschichte des Scheiterns" hätte nicht niveauloser ausfallen können. Das BSP pro Kopf ist nicht wesentlich geringer als das Deutschlands und was den HDI-Index (der den Stand menschlicher Entwicklung zu quantifizieren versucht) angeht, liegt Italien vor Deutschland, aber hinter Österreich.

Italien ist das Land, das Europa am meisten geprägt hat.

Ich attestiere Herrn Knoll und der gesamten Organisation hinter ihm, dass sie an einem schwachen, schlechtorganisierten Italien sogar interessiert sind, um dann Beiträge dieser Art veröffentlichen zu können. Herr Knoll sollte stolz sein , in einem Land leben zu dürfen, dass den Eurokommunismus hervorgebracht, wenn auch leider nicht verwirklicht hat.