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Geschwister Scholl: Mit Erinnerungsstele nun gemeinsames Gedenken

Im Jahre 2011 hat die Gemeinde Bozen den Platz zwischen Romstraße und Trieststraße nach den Geschwistern Hans und Sophie Scholl benannt, die wegen ihrer Tätigkeit in der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gegen den Nationalsozialismus hingerichtet wurden. Im vergangenen Jahr wurde endlich auch, auf unser Drängen hin, eine Stele im Park errichtet, die an die Geschwister Scholl und ihren Einsatz erinnert, so SHB-Obmann Roland Lang und Schützen-Bezirksmajor Lorenz Puff.

Damit wurde unsere langjährige Forderung, diesen jungen Widerstandskämpfern gegen Nazi- Deutschland auch in Südtirol ein Denkmal zu setzen, erfüllt, so Heimatbund und Schützenbezirk Bozen. Wir werden deshalb keine eigene Gedenkfeier mehr veranstalten und bei jener der Gemeinde Bozen teilnehmen, sofern es uns zeitlich und berufsbedingt möglich ist. Es wäre jedenfalls schön, wenn Bürgermeister Caramaschi uns frühzeitig eine Einladung zukommen lassen würde, damit ein Vertreter teilnehmen kann.

Wir würden es dem Bürgermeister von Bozen hoch anrechnen, wenn er bei der Gedenkfeier auf die dreifarbige Brustschleife verzichten würde. Denn mit dieser Fahne verbündete sich der Faschismus mit Nazideutschland.

Der Südtiroler Heimatbund und der Schützenbezirk Bozen, die sich wie die Mitglieder der „Weißen Rose“ zu den Idealen Freiheit und Demokratie bekennen, hatten bereits am 24. Dezember 2015 den kommissarischen Verwalter der Gemeinde Bozen ersucht, am Geschwister-Scholl-Platz eine Tafel anbringen zu lassen, die in kurzen Worten deren Schicksal erläutert. Der von uns vorgeschlagenen Text für die Tafel hätte in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Experten abgeändert werden können. Trotz einer Nachfrage am 7. Februar hat Kommissar Penta auf diesen Vorschlag nicht einmal geantwortet.

Heimatbund und Schützenbezirk hatten dann am 22. Februar 2016, trotz des Schweigens der Gemeinde, am Tag, an dem die Geschwister Scholl hingerichtet wurden, im Rahmen einer kleinen Gedenkfeier den Text vorgestellt.

Leider sind die Ideale und das Schicksal dieser jungen Widerstandskämpfer in Südtirol wenig bekannt. Es wäre deshalb Aufgabe der Universität Bozen, eine Tagung sowie die Wanderausstellung zur Widerstandsgruppe Weiße Rose in der Universität zu zeigen, schließen Roland Lang und Lorenz Puff.

Roland Lang
Obmann Südtiroler Heimatbund

Lorenz Puff
Schützen- Bezirksmajor Bozen

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Vermutlich ist Kommissar Penta das Buch von Robert Zoske über den Abgott des Südtiroler Schützenbundes bekanntgeworden und er schweigt deshalb. Das wäre nur allzu verständlich.
Tirol hat eigene, bessere Vorbilder verdient!