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Geschmacklosigkeit: Durnwalder möchte, dass Schützen Napolitano in Tracht empfangen

Sven_Knoll_200_02.JPGAls Gipfel der Geschmacklosigkeit bezeichnet der Landesjugendsprecher der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Sven Knoll, die Aufforderung von LH Durnwalder an die Süd-Tiroler Vereine, aber besonders an den Schützenbund, dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano bei seinem Besuch in Süd-Tirol, einen Empfang in Tracht zu bereiten.

Offensichtlich haben Durnwalder und die SVP jegliches Gespür für Anstand und Moral verloren, denn von den Süd-Tiroler Vereinen zu verlangen, dem italienischen Staatspräsidenten auf solch devote Weise ihre Ehrdarbietung zu zeigen und mit ihm im auch noch Felsenkeller zu feiern, während zurselben Zeit noch immer Landsleute von Italien politisch verfolgt werden und ihnen die Einreise nach Süd-Tirol verwehrt wird, zeugt von einer beschämenden Ignoranz, die wohl nicht mehr zu überbieten ist. 

Dem Schützenbund sei daher für seine konsequente Absage zu dieser Veranstaltung gedankt, da er damit ein Verantwortungsbewusstsein an den Tag legt, das den Politikern der SVP offenkundig abhanden gekommen ist.

Es ist zu hoffen, dass auch die anderen Vereine diesem lobenswerten Beispiel folgen und sich nicht für eine solche Posse zur Verfügung stellen. 

Ohne den selbstlosen Einsatz der Freiheitskämpfer, würde es heute nämlich schlecht um Süd-Tirol stehen. 

Solange Italien nicht bereit ist, einen Schlussstrich unter dieses leidvolle Kapitel Süd-Tiroler Geschichte zu ziehen, gibt es keinen Grund zu feiern und eine solch devote Ehrdarbietung ist daher mehr als unangebracht.                                                                               

Anstatt Napolitano mit Speck und Wein eine heile Autonomiewelt vorzugaukeln, sollten Durnwalder und die SVP endlich Klartext reden und eine sofortige Begnadigung der Süd-Tiroler Freiheitskämpfer fordern. 

Sven Knoll
Landesjugendsprecher der
SÜD-TIROLER FREIHEIT
und Gemeinderat in Schenna

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19 Kommentar(e)

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1

Gebietsanspruch
Guat Georgos!
Ich denke grundsätzlich hat Tirol Anspruch auf sein Land.

Da Italien den deutschen südwestlichen Teil Tirols Österreich und Tirol weggenommen hat, hätte eigentlich Österreich und natürlich der Nordtiroler Landeshauptmann (als Oberhaupt) Anspruch auf Süd-Tirol.

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Georgos Egger

Tiroler oder nit?
@Markus A.

„Ich bin nicht in Süd-Tirol geboren…“

Woa hoaßt dös? I bin a nit in „Südtirol“ geborn, sindern in „Nordtirol“. Obr i bin a Tiroler von Tirolern, und zwor a von vielen „Südtirolern“. Für mi gibts obr lei oa Tirol und nit die künstliche Teilung „Nord-, Süd-, Osttirol“. Tirol isch lei oans, isch a Landl a kloans, isch a liabs, isch a feins, und dös Landl isch meins.
Mir mechtn nit wissn, ob du „in Süd-Tirol geboren“ bisch, sondern ob du a Tiroler bisch odr nit. Do hosch koa klare Antwort geb’n. Mir sein obr für a klore Red. Ja odr na!

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@ Florian. Gonz uanfoch: du hosch ibrhaupt net kapiert wos i vorher gschriebn hon. Als "Trachtler" hon i net in bayrischen Gebirgsschuetzen gmuant, sundern in Lait, eftrmol a Touristen selber, de sich im sogenannten Landstil unziachn lei fuers Oktoberfest, a wenn de niergendepps mit Bayern zu tian hobn.
Des isch selbstverstaendlich net der Fall der Tiroler Schuetzen und freilich fa den Bayrischen Gebirgsschuetzen a net.
I wollte lei sogn dass Schuetzen net uanfoch a Trochtnverein sein und dass sie sollten net lei als "Folklore" bezeichnet werdn. Dessholb find i a gerecht wenn sie lei bei gewisse Gelegenheiten auftreten. Stimmt sel?

4
achim.baden-wuerttemberg

Bayerische Schützen
Gut, mag sein, dass die bayerischen Schützen heute eine rein folkloristische Bedeutung haben.
Früher war das anders. Als nach dem 1. Weltkrieg die Räterepublik durch Kurt Eisner,Erich Mühsam u.a, ausgerufen wurde, waren es in erster Linie die Schützen, welche in hohem Maße zu deren Niederschlagung beitrugen (Freikorps Oberland und Werdenfels). Später gründete der Bayerische Forstrat Georg Escherich die sog. Orgesch (=Organisation Escherich), welche als eine Art Volksmiliz fungierte,einmal gegen weitere kommunistische Erhebungen, zum zweiten egen die Franzosen, die damals in Süddeutschland einen Klientelstaat gründen wollten, zum dritte gegen italienische Versuche, die Nordgrenze bis an die Donau auszudehnen.

5

bemerkung
Ich glaube, dass so lange Beiträge wie jene des Markus A. ohnehin nicht gelesen werden. Weniger ist meistens mehr und lange Rede kurzer Sinn. Also, die Texte von Markus a. sind einfach zu lang und folglich zu langweilig.

6
F l o r i a n S .

Trachtler
wiar kimsch du dorzur so an gschissenen text ibr trachtler und gebirgsschützn in munchen abzuseiern? du retsch va insern eigenen stomm und saglst am eigenen ast, wennsch die gegn die vorbindetn stelsch. entweder du stelsch sel richtig odr du geasch in di kuchl und seiherst dein nudelwosser oh!

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Minderheit
Es stimmt, dass jede Minderheit eine andere Geschichte hat, aber die mit Aosta ist doch sehr ähnlich. Zumindest die Methoden des ital. Staates.

Und: "...tiroler Kultur und Lebensart ist doch erhalten geblieben..."
Versuch mal in Bozen einen Italiener Deutsch anzusprechen...!Den letzten deutschen Bozner Bürgermeister (Perathoner) haben die Faschisten aus dem Amt geworfen.

Noch was: unser Totengräber
Da ist noch immer einiges aktuell!

Schon 1915 befaßte sich Tolomei mit Maßnahmen, die zur Italianisierung Südtirols nach dessen Eroberung durch Italien führen sollten. Es sind dies:

Die Zusammenlegung der Gebiete Bozen und Trient zwecks Schaffung einer italienischen Mehrheit,
die Einsetzung italienischer Bürgermeister und Gemeindesekretäre,
die Ausweisung aller nicht aus Südtirol stammender ehemaliger Beamten,
die Verlegung starker Truppen- und Karabinieriverbände nach Südtirol,
die Schaffung rein italienischer Mittelschulen,
die Einführung der italienischen Sprache als Amtssprache,
die Italianisierung der Inschriften auf Grabsteinen,
die Förderung des Bodenerwerbs durch Italiener und die Industrialisierung des Landes.

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Lieber Markus, was bei dir auffallend ist, ist die Uebermaessigkeit deiner Beitraege. Freilich nichts dagegen, wenn du die Zeit hast... aber merke dir, dass die Geschichte jeder Kolonisierung bzw. Fremdbestimmung a bissl anders ist.
Der Fall der Suedtiroler ist eine Geschichte fuer sich selbst, der so viele vergleichen net braucht. Zwar steht unser Land seit 90 Jahren unter Fremdbestimmung, aber tiroler Kultur und Lebensart ist doch erhalten geblieben und ist vielleicht auch etwas mittlerweile besser gangen, waere auch nur das materiaelle Wohlstand.

Ich finde wesentlich nicht gerecht sich immer fuer etwas beklagen, denn etwas koennte immer besser sein... Ich bin auch freilich fuer die Selbstbestimmung, aber verstehe nicht warum immer wieder Leute sind die sich so beklagen als sei Suedtirol a Stueckl der dritten Welt im Herzen der Alpen und sel stimmp ueberhaupt net.

Uebrigens, Schuetzen haben wegn mir Recht gehabt. Tiroler Schuetzen sein net es selbe wie die Trachlter die in Muenchen beim Wiesn-Zeit Turisten amuesieren, und es ist auch recht so!!!

9

@Klaus
Das hat sehr wohl sehr viel mit Trachten zu tun. In Süd-Tirol ist das eine Machtdemonstration gegenüber der Staatsmacht, dass man in diesem Land eine andere ethnische Herkunft hat, als der Rest der Bevölkerung Italiens. Trachten sind in Süd-Tirol nicht reine Folklore, wie man vieleicht verbreitet meinen würde, vielmehr ist das eine ethnische und ideologische Standortbestimmung eines Teiles der deutschsprachigen Bevölkerung des Landes. Ich bin so wie wahrscheinlich auch Du alt-österreichischer Herkunft, daher liegt mir das sehr nah, was mit und in Süd-Tirol weiterhin auf seinem schweren Weg durch die Geschichte passiert. Als wertkonservativer katolischer Christ vertrete ich persönlich den Standpunkt, dass jeder Mensch die volle Freiheit seiner uneingeschränkten Selbstbestimmung überall verdient, auch als ethnische Mehrheit im Staate der Fremdbestimmung im eigenen seit Menschengedenken angestammten Siedlungsgebiet, und zwar unabhängig davon, wo man überall in Europa und in welchem Staat lebt. Ich bin nicht in Süd-Tirol geboren, aber ich kenne dieses Land aus vielen Aufenthalten und persönlichen Begegnungen und geschichtlichen Studien wie meine Westentasche. Wie oft habe ich das in Süd-Tirol von manchen Gesprächpartnern gehört, wir haben immer noch Angst vor diesem Staat, daher können wir nicht so schreiben und reden, wie will vieleicht in diesem Land gerne tun würden. Das ist der Grund, warum ich das stellvertretend für viele in diesem Land zu tun versuche. Die ganze Geschichte der Fremdbestimmung in Süd-Tirol ist in Europa so einmalig, menschlich so grausam und so brutal, dass ein freiheitsliebender Mensch in seinem Bereich sich nur vorbehaltslos mit den betroffenen Menschen identifizieren und für ihre Rechte einsetzen kann. Ich habe auch etwas bis zum Abschluss Dr.phil studiert, was mir das sehr erleichtert. Als meine breitere und erste Heimat betrachte ich heute persönlich das neue grössere Europa viel mehr, als die alten grösseren und kleineren Nationalstaaten. Deutschtümelei und Walschenhass sind mir daher völlig fremd, aber auf die Klärung der Frage der Selbstbestimmung in Süd-Tirol wird man wohl als Nachkomme von Alt-Österreichern und auch als Europäer doch bestehen können, ohne dass sich jemand in Italien deswegen auf den Schlips getreten fühlen müsste. Ich kann mir vieleicht das leichter erlauben, weil ich in Süd-Tirol nur jetzt ab und zu verweile und permanent im Ausland lebe, daher befinde ich mich in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu diesem Staat. Wir leben alle schon längst dank neuen Medien in einem vernetzten Globaldorf, daher ist das egal, ob man 100 oder 200 Kilometer vom Brenner entfernt lebt. Das, was ich in meinen Beiträgen schreibe ist wohl überlegt aber spontan geschrieben, garantiert durch Meinungsfreiheit überall in der EU, und der echten italienischen Demokratie auch als eine Stimme von vielen in einem Europa der freien und selbstbestimmten Völker sicher zumutbar. Abschliessend möchte ich noch ein Zitat von Oskar Stock anbringen: "Das Leben zeigt, dass oftmals aus Unglück...grösseres Glück erwächst." Das trifft meiner Meinung nach für Süd-Tirol auch zu. Trotz der ganzen schwierigen Geschichte mit Italien, findet permanet ein gegenseitig befruchtender zivilisatorischer und kultureller Austausch zum Wohle der betroffenen Ethnien in Süd-Tirol statt, natürlich unter Voraussetzung, dass das Land Tirol südlich des Brenners nicht mit der Zeit seine ethnische und kulturelle Eigenart verliert. Das ist aber schon das einzig positive, was ich der aufgezwungenen Fremdherrschaft abgewinnen kann. Die Klärung der Frage der Selbstbestimmung würde einmal auch hier einen Schlussstrich und Neuanfang für alle Menschen bedeuten. Welche Lösungen die Süd-Tiroler auf diesem Wege bevorzugen würden, ist ihre eigene Entscheidung, ich wäre sogar damit glücklich, wenn Italien der AP Bozen eine Landeseinheit mit dem Bundesland Tirol als ein wiedervereintes Land in zwei EU-Staaten Italien und Österreich im europäischen Geiste ermöglichen würde. Wir werden sehen, was sich in Zukunft durchsetzen wird, der provinzielle nationale Kleingeist, oder die europäische Zusammenarbeit über alle Grenzen huinweg. Die ungelöste Frage der süd-tiroler Selbstbestimmung ist eine von vielen ähnlichen immer noch nicht zufriedenstellend gelösten Fragen in Europa. Ich als Bürger kann nur meine Meinung artikulieren, die Politik und die Politiker sind dazu da, um solche Dilemas der eigenen weiteren Zukunft des Landes auch in Süd-Tirol zu klären.

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Denkanstoss
Leider ist diese „vorbildliche“ Autonomie wie sie uns gebetsmühlenartig von der SVP verkauft wird kein Segen, sondern eine Täuschung.
Der deutschen (und ladinischen) Bevölkerung wird damit eine sichere und heile Welt vorgegaukelt, in der sie alle Rechte dieser Welt besitzen.

In Wirklichkeit ist diese Autonomie eine Einschränkung unserer Rechte.

Sie sperrt die Süd-Tiroler nur in eine italienische Provinz ein.
In dieser scheinbaren Absicherung können sie dann solange glauben, dass sie noch Deutsch sind, bis sie ganz italienisiert sind.
Die Autonomie war gut für die Vergangenheit, ist aber kein Weg in die Zukunft.
Sie hindert uns das Recht auf Selbstbestimmung auszuüben und am Recht auf unsere Heimat, auf ein Tirol und auf Österreich (über 500 Jahre).

Fr. Klotz ist für Ihre Arbeit zu danken!

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@Markus
interessant deine langen aufsätze die du immer wieder schreibst, aber was hast das jetzt mit den Trachten zu tun? Und dann noch eine Frage... woher kommst du? Österreich?

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Ober derfir, dass der damalige Innenminister Neapolitaner in die Schitzn erlab hot, die Gwehre za trogn, kanntn sie ihm woll oans schiasn, oder? Die Nordtiroler Kollegn tatn sell jo schliesslich a.

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Anteil der französischsprachigen Bevölke
Schöner Kommentar! Nur so als Nachtrag: Im Reichsland Elsass-Lothringen sprach die Bevölkerung im Jahr 1900 zu 11,6%, 1905 zu 11,0% und 1910 zu 10,9% französisch als Muttersprache.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Elsa%C3%9F-Lothringen#Sprachenfrage
(Die Zahlen basieren mutmaßlich auf Volkszählungen)

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Südtirol auf den Spuren von Elsass oder
Diese Beobachtungen zum Elsass, wie sie Markus A. unten beschreibt, habe auch ich dort schon gemacht. In Süd-Tirol wird ja derzeit ein ähnliches Beispiel diskutiert, nämlich das Aosta-Tal. Gott sei Dank gibt es mit Eva Klotz noch eine Politikerin, die noch ein Gespür für solche Entwicklungen hat, sie aufgreift und damit die Allgemeinheit warnt. Es deutet aber leider alles darauf hin, dass es auch den Süd-Tirolern in absehbarer Zeit ebenso ergehen wird wie den Elsässern oder Aostern, weil sie sich jetzt eben nicht auf gebotener breiter Basis auf die Füße stellen und Gegenstrategien ergreifen. Die SVP will anscheinend das Selbstbestimmungsrecht aus Gründen des Machterhalts für ihre Protagonisten nicht ernsthaft thematisieren. Im geeinten Tirol könnten ja schließlich auch andere mitreden und den Einflussbereich der Edelweiss-Partei schmälern. Zum wiederkehrernden Verweis auf die Autonomie kann man ja ohnehin nur sagen, dass sie Rom nicht garantieren will, wie auch die jüngsten Wortmeldungen nach der Wahl zeigen. Wahrscheinlich ist der ehemaligen Sammelpartei wie ja den meisten Grünen auch mittlerweile sogar eine italienische Zukunft, bei der sie noch kräftig mitschneiden kann, ohnehin lieber. Es ist ein Jammer, dass das geliebte Süd-Tirol Gefahr läuft, schlussendlich draufzuzahlen, nur weil es aufgrund von Eigeninteressen einzelner Gruppen und Borniertheit den Zeitpunkt für die extrem wichtige Abstimmung über das Selbstbestimmungsrecht übersieht. Betrachtet man die in Süd-Tirol gegenwärtig zu beobachtende Selbstgefälligkeit, Saturiertheit oder Resignation, je nachdem, scheint eine Abstimmung und damit die große Chance jedenfalls in weiter Ferne. Eher deutet das darauf hin, dass man sich im Süden Tirols bereits mehrheitlich mit der Zugehörigkeit zu Italien abgefunden hat oder das Ruder gar nicht mehr unbedingt herumreißen will. Schade!

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@ Markus A.
Na, Prost Mahlzeit!

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Ne alsacez vous pas!
Diese Überschrift bedeutet: Bitte lass euch nicht "elsässern"! Das Land Elsass - franz. Alsace wirbt jetzt für sich mit dem Slogan: "L´Inspiration Alsace - Alsacez vous!" (Lassen Sie sich Elsässern!) Wie es gerade der Zufall so wollte, war ich mehrere Tage u.a. aus beruflichen Gründen in "Haut-Rhin" in Alsace - Elsass in Frankreich. Dieses Land ist in unserer Zeit als eine teilweise gerade noch deutschsprachige Landschaft und französische administrative Einheit "Ober-Rhein" bekannt. Die grösste Stadt dort hat einmal Mülhausen geheissen, jetzt heisst sie Mulhouse, und ist heute fast nur rein französichsprachig, von versprengten deutschen Strassenschildern und anderen Hinweisen abgesehen. Das Land Elsass is heute in zwei Regionen geteilt, die andere mit Strasbourg heisst "Bas-Rhin", also "Unter-Rhein". Dieses Land mit seiner damals 3/4 deutschsprachigen Bevölkerung ist 1918 wieder an Frankreich gekommen, und die Franzosen haben auch in diesem Sinne in den letzten 90 Jahren bis heute die ganze Arbeit der Romanisierung der Elsässer gemacht. Nur der bisherigen Nachlässigkeit, Unfähigkeit und "Faulheit" seiner "Meister der sprachlichen Umpolung" verdankt das Land Süd-Tirol bis heute, das es einem ähnlichen Schicksal entkommen ist, und das es heute noch ist, was es schon immer war, trotz Italianisierung durch seinerzeit gesteuerte massenhafte Zuwanderung durch Italiener und Förderung der Auswanderung der deutschsprachigen Süd-Tiroler vor allem nach Österreich. Heute befindet sich das Land Süd-Tirol ethnisch, sprachlich und kulturell dort, wo Elsass 1918-20 war, d.h. realistisch gesehen und wenn es sich nichts grundlegendes im Sinne der Selbstbestimmung in Zukunft für das deutschsprachige Land Tirol südlich des Brenners ändern wird, wird Italien noch wohl weitere 50-80 Jahre brauchen, um das Land endgültig zu italianisieren, und wo keine Änderung des status quo der AP Bozen aus sprachlichen und ethnischen Gründen mehr möglich sein wird. Das bedeutet, dass die Autonome Provinz Bozen nor noch 10 bis 20 Jahre Zeit hat, um sich aus dieser seinerzeit ungewollten und erzwungenen Umarmung der Italianitá zu befreien. Es ist eine bequeme Selbsttäuschung, wenn man in Hinblick auf die erreichte Autonomie in der Landespolitik glaubt, diese wird das Land Süd-Tirol vor Italianisierung immer bewahren. In einem Ort im Elsass z.B. wo ich gerade auch war, in St.Luis (früher St.Ludwig) sprechen heute alle nur die eine Sprache des Staates, bedingt durch Zuzug aus Frankreich und aus Kolonien, wo die alten und neuen Einwanderer klarerweise nur Französich als Lingua Franca verwenden. Dazu danken noch "die dankbaren Kindern von Alsace" auf historischen Kriegs- und anderen Monumenten, dass sie heute zu Frankreich gehören dürfen. Heute sprechen nur noch nach inoffiziellen optimistischen Statistiken in ganz Elsass gerade noch max.40% der Bevölkerung den eigenen uralten allemanischen Dialekt, vor allem in abgelegenen Ortschaften und zur Gänze nur noch am Land in Form von versprengten Sprachinseln. Die Städte sind jetzt schon grösstenteils alle frankophon geworden, vor 30-40 Jahren war das noch ganz anders. Aber sogar am Land findet man selten Hinweise auf Zweisprachigkeit dieser Region. Interessanterweise hat Frankreich nie versucht, wie Italien in Süd-Tirol, alle Ortsnamen durch aberwitzige Übersetzungen und Erfindungen zu ersetzen. Fast alle Orte heissen in Elsass noch so, wie sie schon immer geheissen haben, man ersetzte vieleicht nur ein "k" durch ein "c", "a" oder "u" durch "ou", oder ergänzte den deutschen Ortsnamen durch Zusatz z.B. Dambach-la-ville usw. Übrigens, der Dialekt und die Landschaft, die Kultur, die Lebensgewohnheiten der Elsässer erinnern sehr stark wegen Weinbau und der guten Küche an Süd-Tirol, oder an Österreich an die Gegend zwischen Wien und Baden. Die anderen topographischen Bezeichnungen sind heute dort alle ausnahmslos Französich und das bei 40% der Bevölkerung, die noch eine andere Sprache im Alltag verwendet. Dieses Land war aber auch vor mehr als 90 Jahren nicht rein deutschsprachig, da ein Teil des Landes Elsass-Lothringen im Deutschen Kaiserreich nach 1870/71 vor allem im Westen schon damals rein französischsprachig war, die Gegend um die Stadt Metz z.B. Die Geschichte dieses Landes war sehr wechselhaft, und die Elsässer wussten oft genug nicht selbst so genau, was sie wollten. Frankreich hat sich dort, wie es heute scheint, endgültig als Kulturnation ohne Wenn und Aber, aber erst in unserer Zeit durchgesetzt. Daran gibt es nichts zu deuteln, es ist ein Faktum. Das alte Elsass gibt es nur noch in Versatzstücken, oder man kann es nur in den Mussen, oder entlang der sog. Kulturstrassen besichtigen. Auf diese Weise kann man das Kulturland Elsass (das heute nur in Frankreich unter dem Namen "Alsace" bekannt ist und überall nur in dieser Form vorkommt), in Erlebnisdörfern "erleben", wie man anderwo auch selten gewordene Lebensweisen der Ureingeborenen "besichtigen" kann, natürlich meistens nur auf Französich, bzw. mit einem deutschen Fremdenführer, und wo der althergebrachten, alten Kultur nur ein musealer Wert zugestanden wird. Das, was noch davon übrig geblieben ist, hat die Kultur und die Zivilisation der heutigen Staatsmacht sehr geschickt integriert, und das wird heute nach innen und aussen als eigen und als klar französich ausgegeben. Nicht einmal dieses "Ein Bisserl" von Elsässertum, getrennt vom Rest des deutschsprachigen Raumes als eigenständige Minderheit, wird in "Bas- und Haut-Rhin", also in "Ober- und Unter-Rhein" von Frankreich grossartig gestützt, gepflegt oder gefördert. So kann man im ort (H)Ungersheim ein Écomusée unter Stichwort "Le pay et le village où l´histoire reprend vie" besichtigen, d.h. Ein Land und ein Dorf, wo die Geschichte erlebbar wird, aber natürlich die von Frankreich und nur auf Französich, als ob es im Elsass in der ganzen Geschichte nie etwas anderes als "La France" gegeben hätte. Für Interessierte gibt es im Elsass weitere Infotouren, wie die bekannten Weinstrassen, oder "Sentiers Viticoles" - Weinlehrpfade, "Route Romane d´Alsace", bzw. wo man kulinarische Genüsse kelnnenlernen kann, aber sogar da überwiegen die französichern Namen, wie Friands, Tarte aux pommes, quetsches, oignons, Foie gras, Munster Fromage-Käse, Bredele, Mignardises, Galletes de pommes de terre, Quiche Lorraine, Coq au vin, Crémant, Tarte flambée, Gugelhupf, Choucroute-Sürkrüt, Baeckeoffe, Köjelhopf usw. Sogar am Land, wo nur die Elsässer unter sich sind, werden in Lokalen diese Namen verwendet, aber auch als Hinweise auf die anstehenden Dorffeste, wie jetzt "La fête du Maibaum" et "La fête du Tanzboden". Während meines ganzen Aufenthaltes im Elsass habe ich die ganze Zeit die warnenden Hinweise der Frau Eva Klotz in einem der letzten politischen Themen-Beiträge auf dieser Seite der SF in Hinblick auf die mögliche weitere Entwicklung in Süd-Tirol wie seinerzeit in Elsass in Erinnerung gehabt. Das, was ich dort vorort selbst erlebt und gesehen habe, übertrifft weitgehends die schlimmsten Albträume und Befürchtungen, die man als gerade noch ethnische Mehrheit im eigenen Land im Staate der Fremdbestimmung haben kann. Die Süd-Tiroler in ihren schicken Trachten werden heute und morgen als bunte Staffage bei diversen Festen gebraucht, und übermorgen wird vieleicht Italien damit im Ausland im Zeichen der Italianità des Alto-Adige - Ober-Etschlandes schon werben können. Innerhalb des Stiefelstaates tat man und tut man ohnehin nie etwas anderes. Wie das mit einer Brechung der ethnischen Mehrheit geht, das hat man nach 200 Jahren Frankreich in Elsass jetzt gesehen. Es war, wie es heute scheint, eine Reise nach Frankreich ohne ethnische Wiederkehr und Wiedergeburt der elsässischen Sprache und Kultur, nicht einmal als neue nicht deutsche aber Elsässische Volksgruppe. Dieses eigenständige Land mit seiner noch so reichen Kultur ist mehr oder weniger untergeangen, und die Elsässer gibt noch heute als reine ethnische Minderheit in Frankreich, mit einer abnehmenden Tendenz. Möge das vieleicht eine Warnung für alle Entscheidungsträger in der Landespolitik in Süd-Tirol sein, die die eigene nähere Heimat vor einem ähnlichen Schicksal wie im Elsass bewahren wollen. Das Volk und Land Süd-Tirol hat jetzt und in diesen Jahren von der Geschichte ein Zeitfenster für die eigene Selbstbestimmung von vieleicht nicht einmal zehn Jahren bekommen, danach wird für alles wahrscheinlich zu spät sein, es sei denn es passiert noch ein Wunder und die Süd-Tiroler werden einmal frei ohne Gegendruck aus Italien über ihre Zukunft abstimmen können. Daher, Ne Alsacez vous pas!!! Lasst euch nicht "elsässern"!!!

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Eurodisney..
Perche non si puo andare in Uniforma dei Schützen del Südtirol , a`dare l`onore a`un
presidente di un paese?
Forse da perdonno al movimento Klotz, dei affari 60. Ma se fatte cosi!?

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Süd-Tirol kein Eurodisney!
Sollen die Süd-Tiroler die Clowns für Italien abgeben?

Durnwalder - und wohl auch die SVP - biedern sich jedem Italiener (Politiker und Militär) an, der ihnen Geld, Macht oder Einfluss verschaffen könnte. Steht dieser Landeshauptmann noch hinter den Südtirolern muss man sich fragen? Sonntagsreden halten ja. Aber wenn es drauf ankommt, Rückgrad und Solidarität mit der eigenen Volksgruppe zu zeigen, fällt man den Südtirolern schamlos in den Rücken.
Hat die SVP nicht erst bei Parlamentswahlen eine Niederlage einstecken müssen? Ich hoffe dieser Trend setzt sich fort.

@couronne5
Ich glaube nicht, dass es 40 Jahre lang am Papierkram gelegen hat.

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Schlussstriche können nur gezogen werden wenn beide Parteien einen Schlussstrich ziehen wollen. Das kann nur dann passieren, wenn eine der Parteien ein Ansuchen stellt und die andere diese Forderung genehmigt.