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Gemischte Kindergärten als Anfang vom Ende!

eva_klotz_500_002.jpg Die Landtagsabgeordnete der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, Eva Klotz, spricht sich entschieden gegen die Einrichtung gemischtsprachiger oder mehrsprachiger Kindergärten aus, weil dies langfristig zum Ende der deutschen Volksgruppe in Südtirol führt.
Klotz verweist auf das Beispiel Aosta: Dort wirkte sich die verfehlte
Schul- und Bildungspolitik verheerend aus. Unter dem Deckmantel der
"perfekten Zweisprachigkeit" wurden die Bildungsstätten zum Instrument
systematischer Italienisierung. In der irrigen Meinung, den eigenen
Kinder mit der frühzeitigen Akkulturation Gutes zu tun, betrieb man in
Wirklichkeit die Aufweichung der eigenen ethnischen Wurzeln und die
Zerstörung von Sprache, Kultur und letztlich Identität.

Klotz erinnert an die Ausführungen von Etienne Andrione: "Die Überlegung ist verführerisch: jede Sprache bedeutet eine Bereicherung der Persönlichkeit. Also sind zwei Sprachen besser als nur eine. Und da man im Kindesalter besser Sprachen lernt, müssen bereits Kinder beide Sprachen erlernen…es wird den Eltern empfohlen, damit es nicht benachteiligt, sondern die Wonne der Zweisprachigkeit voll genießen könne…Was dann geschieht: Das Kind entwickelt eine instinktive sprachliche Unsicherheit, die es beendet, indem es sich fast automatisch für die stärkere der beiden Sprachen entscheidet. In einem Staat ist die Staatssprache immer die stärkste. Dies ist nach Guy Heraud die Sprache des unwiderstehlichen Zwangs." 

Wollen die Südtiroler in dieselbe Falle laufen? Sie fühlen sich zu sicher, erkennen die langfristigen Gefahren nicht. Sie lassen sich von vermeintlichen Vorteilen blenden und vergessen die eigene Geschichte und Identität. Die psycho-moralische Entfremdung ist in Südtirol längst im Gang, und es bildet sich zusehends eine gemischte deutsch- italienische Gesellschaft mit italienischem Patriotismus heran. 

Auf diese Weise ist es eine Frage der Zeit, bis die Tiroler Mehrheit in Südtirol in die Minderheit gerät, dann ist der Weg in die gänzliche staatliche italienische Abhängigkeit vorgezeichnet, und es gibt keine Umkehr mehr. Sobald Italien sicher ist, dass sich die Mehrheit der Südtiroler bzw. Altoatesinen für den Verbleib bei diesem Staat aussprechen wird, weil sie sich damit bereits identifiziert, wird es die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes selbst vorantreiben und die Volksabstimmung durchführen!

Eingedenk der vielen Opfer, die für die Erhaltung von Sprache, Kultur, Heimat und Freiheit gebracht worden sind, müssen sich die Südtiroler  ihrer eigenen Wurzeln besinnen und sich ihrer Verpflichtung gegenüber unserer Jugend bewusst sein: auf dass auch die kommenden Generationen als Tiroler eine Zukunft in der eigenen Heimat haben. Südtirol darf nicht Italien werden! 

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz  
15. 5. 08

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28 Kommentar(e)

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1

@Freigeist
Solange wir bei Italien sind brauchen wir vor allem Schutz vor der Italianisierung und keine neuen Scheunentorgrossen Möglichkeiten für die erfolgreiche Assimilierung und Ausrottung unserer Identität und Kultur!!! Nach der Weidervereinigung mit Österreich werden wir sicher froh sein über unsere guten Italienischkenntnisse und sie auch weiterhin pflegen zur guten Verständigung mit unserem NACHBARLAND Italien!

2

@ ff
Gratuliere dir! Wenn für dich aus gesehen ein gemischter Kindergarten ein "Modetrend" ist, dann erkennst du eine Chance, so groß wie ein Scheunentor, nicht mal wenn du sie vor der Nase hast. So viel zu deinem Horizont. Aber dein Posting über Hannes (Zitat: "Du kannst wahrscheinlich weder Deutsch noch Italiensich.") sagt ja auch sehr viel über deinen Horizont aus!

3

@ff
Musste ja so kommen, denn entweder wird man als wälscher, fascio oder sonstwas hingestellt sobald man italienisch sprechen kann. Das ich keine der drei Sprachen perfekt spreche ist gar nicht sooo falsch, doch ich kann dir sagen das ich weiterhin themenspezifische Sprachkurse in allen drei Sprachen absolviere.

Was das mit den Nordtirolern/Österreicher angeht, nun ich konnte auch die Sachsen als Beispiel für Zweisprachigkeit nehmen, denn die haben genausowenig erfahrung damit wie Österreicher, nur der Herr Matuella kommt, wie ich aus seinen Antworten verstehen kann, aus Nordtirol.

und was das "hier sprich man deutsch" angeht.. finde ich es von dir sehr respektlos den Ladinern gegenüber sie in den 75% mitzuzählen um dann ihre Sprache nicht zu erwähnen. Hier spricht man nämlich Deutsch, Italienisch und Ladinisch, die nur so nebenbei erwähnt wirklich als einzige perfekt alle 3 Sprachen beherrschen.

Nun ich würde hier damit das Gespräch beenden, da wir uns sowieso bald im neuen Blog "Weniger Deutschunterricht in den Schulen" wiederfinden werden 🙂

PS: würde ich angeben, so müsste ich dir sagen welche Karriere ich Dank meinen Sprachkenntnissen eingeschlagen konnte 😛

4

@Hannes
Ital, deutsche Schule, englische Uni, aber sowas von eingebildet.
Du kannst wahrscheinlich weder Deutsch noch Italiensich.
Der typische Südtiroler?

Wie ist man denn als Nordtiroler? Das muss wohl bei Neuseeland liegen, wenn es da so große Unterschiede zu Südtirol gibt?
Oder deine Sicht von Südtirol so provinziell.
HIER bei uns (75% dt u. lad.) spricht man noch immer Deutsch.

5

@ Matuella
Tja mag ja sein, aber nur weil mein Urgrossvater - gebürtiger Brixner - einen richtig deutschen/tiroler Namen trug und bis in meiner Generation immer erhalten blieb, hat dies nichts mit der Erlernung von Sprachen/Fähigkeiten/Tugenden zu tun. Es ist jedermanns Sache was zu entscheiden was seine Kultur ist! Niemand hat das recht mir zu sagen was meine Kultur sein sollte, weder die Italiener noch die Tiroler. Und wenn ich meine Kultur der Doppelsprachigkeit, des Miteinanderleben, des Heute-leben an meinen Kindern weitergeben möchte so ist auch dies mein Recht.
Das ich also für gemischtsprachige Schulen und Kindergärten bin ist klar. Ich wurde damals auch in die italienische asilo, elementari und medie geschickt und hab erst die Oberschule auf Deutsch besucht und die Universität auf English. hätte es schon damals die gemischtsprachige Schule in Südtirol gegeben, hätten mich meine Eltern, beide Südtiroler, 100% dorthin geschickt.

Sie haben sicherlich gemerkt, Herr Matuella, das ich auf diesem Blog, anderst kann man diese Seite nicht nennen, mit einer gewissen Ironie schreibe, und dies auch weiterhin so tun werde. Doch nach einer solchen Antwort wie die ihre, da vergeht auch mir die Lust am Lachen.
Ich kann aus solch einer Antwort nur folgendes schliessen, das sie, obwohl südtiroler Herkunft, doch gänzlich ein Nordtiroler geworden sind... denn diese, zusammen mit dem Rest Österreich, haben keine Ahnung was es heisst in einem Zweisprachigen Gebiet zu wohnen. Desshalb Herr Matuella, solange sie nicht hier vor Ort sind und hier leben sind ihre Aussagen "ne zuppa, ne pane bagnato" sagt man bei uns - weder Fisch noch Fleisch!

6
Ing. Winfried Matuella

Tolomai-sche Tiücken
Lieber Hannes !Deine Übersetzung des Namens Matuell begeistert mich. Es ist zwar kein italienischer Namen sondern ein ladinischer. Mein Ur-Urgroßvater aus Auer stammend hieß schon so und zwar geraume Zeit vor dem größten Schwindler aller Zeiten Tolmai.Also ein Name der Urbevölkerung Tirols. Winfried ist germanisch und bedeutet " der Friedliebende" lat. Bonifacius. Namensänderungen gelten heute als Fälschung, da eine Übersetzung von Eigennamen als unsinnig gilt und rechtlich mit Urkundenfälschung auf der selben stufe steht. Im Pariser Abkommen von 1946 wurde die Wiederherstellung der italienisierten Familiennamen festgelegt. Darin heißt es." In Übereinstimmung mit den bereits erlassenen gesetzlichen Maßnahmen wird den Staatsangehörigen deutscher Zunge im besonderen gewährt: das Recht, die deutschen Familiennamen wiederzuerwerben, die im Laufe der vergangenen Jahre italienisiert wurden." Durch den Artikel 22 der italienischen Verfassung wird diese Vereinbarung verfassungsrechtlich unterstrichen." Niemandem darf aus politischen Gründen die Rechtsfähigkeit, die Staatsbürgerschaft oder der Name entzogen werden. Bei den Ortsbezeichnungen herrschen noch heute groteske Tatsachen. Viele von euch sind nicht mehr bereit sich dagegen aufzulehnen. Viele von euch sind weder Fleisch noch Fisch.Traurig aber wahr. Auch wir Tiroler im Norden machen uns über dies Entwicklung einer Tiroler Minderheit, die gezwungen wurden in einem fremden Staat zuleben, berechtigte Sorgen.Wie man sich halt über brüder und Schwestern Sorgen macht. Daher braucht es Organisationen wie die Gesamttiroler Bebegung Süd-Tiroler Freiheit, die laufend diese Mißstände aufzeigt und viele von euch aus dem Wohlstandschlaf, der euch blind macht, weckt. Danke Eva und Deiner Bewegung. Winfried Matuella

7

0,53%
Ich sehe unsere Tiroler Kultur nicht als Jungfrau an, aber als eine Minderheitskultur, die eines Schutzes bedarf.
Jeder kann sich ausrechnen, dass der Anteil der Süd-Tiroler in Italien ca. 0,53 Prozent beträgt. D.h., sie sind so gut wie nicht vorhanden. Selbst, wenn sich die Süd-Tiroler verdoppeln würden, kämen sie auf nicht mal nennenswerte 1 Prozent an der Gesamtbevölkerung Italiens.
Angesichts dieser Tatsache, bin ich der Meinung, dass kein Spielraum für Kindergarten- und Schulexperimente besteht.
Vor allem dann, wenn es keinen Weg mehr zurück gibt.

Ich denke mein Horizont ist etwas zu weit, als dass ich diese Frage nur oberflächliche betrachte oder auf den neuesten Modetrend im Bildungsbereich aufsitze.

8

@ ff
Du siehst dein "Tirolertum" genauso gleich wie die Dummen im Bozner Raum ihre "italianitá": eine Art Jungfräulichkeit, die es zu bewahren gilt und die mit nichts und niemand beschmutzt werden darf. Mein Beileid. Wie Einstein schon sagte: "Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt."

9

Tolomei-sche Tücken
Perfekte Zweisprachigkeit = Perfekte Assimilierung

In Süd-Tirol ist der Kernpunkt in dieser Frage nicht wie es vordergründig scheint die Bildung, sondern der Fortbestand der deutschen Minderheit.

Gemischte Kindergärten wären nun mal eine Anpassung an das italienische Bildungssystem und je mehr Italienisch, da darf man nicht die Augen verschließen, desto größer ist die Anpassung an die nationale Mehrheit.

Mit der Zweisprachigkeit wird es dann gleich gehen wie es sich Tolomei mit den Ortsnamen vorgestellt hatte. Sind einmal italienische Ortsnamen erfunden. Kann man (der ital. Staat) auf die Deutschen „verzichten“.

10

@ Winfried Matuella

Es gibt nur deutsche oder Italienische Schulen und dazwischen gibts nichts? Und was isch mit dem italo Deutschen Namen den du da hast Matuella? Da müssten wir entweder den Vornamen in Winfrido oder den Nachnamen in Backstein übersetzen damit es rein deutsch oder rein italienisch wird 🙂

nebenbei finde ich es richtig das die Politik sich dagegen wehrt, denn wir Südtiroler habe so schon Probleme richtiges Hochdeutsch zu lernen.

na dann ein schönes saluti

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@ Matteo G.C.
Das "Problem" mit den Minderheiten haben die meisten Länder der EU, nur die Namen sind austauschbar. Der ethnische Reichtum der Sprachen und Kulturen ist etwas worauf wir alle in Europa stolz sein sollten, das ist aber nur ein frommer Wunsch. Stattdessen gehen immer wieder kleinere Minderheiten zurück oder manchmal in der Mehrheitsbevölkerung ganz unter. Ich bin kein Italiener, aber für mich ist das immer noch ein schrecklicher Anblick, wenn ich wieder einmal in Istrien an der Küste verweile und aus der Geschichte weiss, dass diese Gegend einmal italienisch war und die Menschen sind von dort in den Kriegswirren aus ihrer über Jahrhunderte angestammten Heimat, die sie geprägt haben und natürlich auch umgekehrt, gewaltsam vertrieben worden sind. In ihren Häuser leben jetzt ganz andere Menschen, die man an dieser Adriaküste erst einsiedeln musste, damit sie nicht leer stehen. Ich habe neulich im Elsaß in Frankreich erlebt, wie stark die Sprache und Kultur dieser einst rein deutschsprachigen Landschaft zurückgegangen ist, also eine ethnische Mehrheit ist auch nicht vor einer Assimilierung sicher. Das "Problem" der Minderheiten in Europa haben am besten die Nordischen Länder gelöst, falls eine Minderheit weg von einem Staat will, muss sie das begründen und einen entsprechenden Antrag stellen: a) sind wir ein unterscheidbares Volk mit eigener Sprache, Kultur, Geschichte und Identität, b) haben wir ein eigenes Land oder autonome Provinz, wo wir die Mehrheitsbevölkerung sind, c) ist das der demokratisch legitimierte Wille der Mehrheit der Bürger oder der politischen Parteien im Landesparlament, eine Sezession anzustreben. Wenn diese Voraussetzungen klar vorhanden sind, steht der Selbstbestimmung nichts im Wege. So war das bei Gründung von Norwegen 1907 bei der Sezession von Schweden, 1945 bei Island bei der Sezession von Dänemark, in den 70er Jahren gab es eine Abstimmung auf den dänischen Insel Färöer im Nordatlantik, in einem Referendum hat die Bevölkerung die Selbstbestimmung aber mehrheitlich abgelehnt. Im Jahre 2008 findet wieder eine ähnliche Entwicklung in Grönland statt, das ein Teil Dänemarks ist. Anderswo in Europa gibt es auch genug Minderheiten, die ihre Frage der Selbstbestimmung immer noch nicht klären konnten. Dazu gehören auch die Süd-Tiroler. Im Jahre 1946 konnten die Griechen auf den bis dato italienischen Dodekanes-Inseln die Frage der eigenen Selbstbestimmung bejahen und zum Vaterland Griechenland zurückkehren. Im Jahre 1957 konnte das französische Saarland nach einem demokratischen Referendum die Staatszugehörigkeit zur BRD ändern, ein Teil von Frankreich im Maghreb wurde 1962 selbstständig. Ich denke da an weitere Selbstbestimmungen in Europa von Malta oder Zypern von GB, oder an die über 20 Selbstbestimmungen in Ost-Europa zwischen 1989-2009, die letzte erst einige Monate jung. In Süd-Tirol geht es um die Klärung der Frage der Selbstbestimmung und die der Tiroler Einheit. In einem Europa und in der EU der freien und selbstbestimmten Völker müsste das langsam überall politisch möglich sein. Die Betonung liegt auf demokratische Klärung, da keineswegs sicher ist, dass in einem Fall der tatsächlichen Abstimmung die absolute Mehrheit tatsächlich für die Selbstbestimmung stimmen würde. Man würde aber dann Schwarz auf Weiss wissen, wohin man in Zukunft gehören möchte, vorausgesetzt so ein Referendum, wie in dem Gesetzesentwurf Cossigas vorgesehen, einmal wirklich in der AP Bozen Südtirol stattfinden könnte, und alle Seiten würde dieses demokratische Votum vorbehaltslos auch respektieren wollen. Dafür wird aber früher oder später die EU mit allen ihren Institutionen sorgen, dass demokratische Entscheidungen zu so wichtigen Fragen in jedem Land der Eu auch respektiert und vollzogen werden. Vieleicht erst dann könnte einmal der Landeshauptmann von ST am Waltherplatz in Bozen vor den versammelten Massen verkünden, "Süd-Tirol ist frei!", da diese Frage so oder so in einem künftigen Staatsvertrag demokratisch geklärt wurde.

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@Ichmyself
Ich rede nicht vom "untergehen". Kann dir aber aus eigener Erfahrung berichten, daß du international viel, viel leichter Geschäfte abschließen kannst, wenn dur die Landessprache deines Partners beherrschst. Das steigert deinen persönlichen Marktwert und dadurch dein Gehalt. Deswegen wird dir nun mal die Sprache des Nachbarlandes hier viel mehr nützen als andere. So sind z.B. in Österreich, vor allem in Nordtirol italienischsprachige Mitarbeiter sehr gefragt, oft werden sogar "Native Speakers" gesucht.

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Ing. Winfried Matuella

Der langen Rede kurzer Sinn: " Artikel 19 des Autonomiestatuts und die Durchführungsbestimmungen sprechen eine klare Sprache: Es gibt deutsche und italienische Kindergärten. Etwas anderes ist nicht vorgesehen.Dies sei allen "Assimilierungsfreunden" ins Ohr geflüstert.
Bravo Dr. Eva Klotz Du und die Gesamttiroler Bewegung Süd-Tiroler Freiheit haben sich wieder einmal durchgesetzt.

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@Freigeist:
Ohne Italienisch geht man doch heutzutage nicht unter. Nur mit Deutschen Sprachkenntnissen kommt man doch in ganz Österreich und europaweit bis Flensburg durch. Als Lingua Franca dient ja eh Englisch.

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Staatssprache / lingua di Stato
@Markus A.
Servus!
Ich verstehe, ehrlich gesagt, die ständigen Vergleiche mit Aosta nicht.
In Aosta hat es keine Zerstörung oder gewaltsame Ausradierung einer Kultur, sondern eine Modifizierng diese gegeben.
Das Aostatal war nie ein Teil der französischen Nation, es war immer Teil eines italienischen Staates - Königreich Piemont-Sardinien einst, Königreich und Republik Italien danach.
Die Italianisierung, wenn man diese so nenne will, begann dort shcon um 1860 rum, Schuld war der italienischer Zentralismus nach der Einheit, nach dem Motto: "Fatta l' Italia, bisogna fare gl' italiani!".
Heute wäre es für jeden inakzeptabel, die Sprache eines Volkes ändern zu wollen oder einem Volk eine andere Sprache aufzuzwingen, aber 1860 war es nichts unübliches: Man denke an das bismarcksche Kulturkampf, was zur Zwangsgermanisierung in Westpreußen und Teilen Ostpreußens stattgefunden hat; an die Entnationalisierungsmaßnahmen der Briten in Irland, oder die Französisierung Nizzas und des französischen Baskenlandes, um mal nur diese Beispele zu erwähnen.
Das Aostatal ist eine sehr vielfältige Region: Die Aostaner sprechen nach wie vor ihr Patois, ihr provemzalisches Dialekt, und die Mehrheit der italophonen in der Stadt Aosta resultiert vom Einwanderungsprozeß des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts aus Piemont und Kalabrien.
Die Aostaner beherrschen nach wie vor die französische Sprache und unterhalten kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zu Frankreich.
Aosta wurde nicht, im Gegensatz zu Südtirol, einem anderen Land gewaltsam entrissen und unterworfen, wie es euch 1918 passiert ist.
Du hast noch die Cimbern erwähnt: Das Aussterben vieler Cimberninseln ist leider ein Schicksal, den andere Sprachinseln weltweit auch erlitten haben. Viele Dorfbewohner sind im Laufe der Jahrzehnte in den größeren Städten ausgewandert und haben sich somit ihrem neuen Umfeld angepaßt, also auch sprachlich, und in vielen Gemeinden ist die Sprache einfach friedlich ausgestorben, ohne jegliche Gewalt oder Zwänge. Gleiches geschah vielen deutschen Inseln im Trentino sowie italienischen Inseln im Bozner Unterland oder den einstigen romanischen Sprachinseln um München, Salzburg, Regensburg und an der Mosel, sowie den Slawen zw. Elbe und Oder.
Was die Triester Slowenen betrifft: Denke bitte an die Triester Geschichte, insbesondere die zw. den Jahren 1943-1954.
Damals war Triest Schauplatz eines politischen und ethnischen Konfliktes zugleich.
Viele Slowenen und Kroaten, die nicht unter der Tito-Diktatur leben wollten, entschieden sich für Italien als kleineren Übel.
Zumal muss man sagen, da es in der Region Friaul-Julisch Venetien keine Volkszählung wie in Südtirol gibt, kann man nur grob die Zahl der Slowenen schätzen, und die stellen in einigen Gemeinden der Provinzen Görz, Triest und Udine die Mehrheit der Bevölkerung.
In den Provinzen Triest und Görz gibt es staatliche Schulen, die auf Slowenisch unterrichten und seit 2001 gibt es einen "Comitato istituzionale parittetico per i problemi della minoranza slovena" mit Sitz in Triest.
In vielen friaulischen Gemeinden, wird slowenisch als amtliche Sprache mit dem italienischen benutzt.
Was das Furlanische betrifft, die Sprache ist im Sinne des Gesetztes Nr. 482 vom Jahre 1999 eine vom italienischen Staat offiziell anerkannte Sprache und wird auch in Schulen beigebracht.
Mein Vater hat viele friaulische Freunde und die haben unter sich immer Furlan gesprochen, ohne sich dafür schämen zu müssen.
Friaulisch wird sogar an den Universitäten Triest, Udine, Prag, Moskau und Laibach studiert!
Ich finde, Deine Ängste sind übertrieben, mit Verlaub.

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@ff
Was ist dann so "gefährlich" wenn unsere Kinder 2-3 Jahre früher mit der anderen Sprache anfangen? Hör mir bitte mit der lächerlichen Assimilierung auf. Wenn hier jemand wen assimiliert, dann sind das wir Südtiroler deutscher Muttersprache, die die Italiener, Zahlen in der Hand, immer mehr aus Südtirol hinausbewegen.

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Unnötige Assimilierung
@Freigeist. Du hast das Problem nicht verstanden oder willst eine Tatsache nicht akzeptieren.

Erstens, wenn unsere Kindergartler einen evtl. Italienischunterreicht nicht mitmachen, sind sie noch lange keine Proleten.
Sofern sie die Matura abschließen, bleiben noch immer 12 Jahre Zeit die Nationalsprache zu erlernen. Wen jemand in 12 Jahren eine Sprache nicht erlernt, dann liegt das Problem sowieso wo anders und nicht am Sprachangebot.
Zweitens: wäre eine Einführung der Staatssprache in das Bildungssystem einer Minderheit nur ein weiterer Assimilierungsschritt.
Das ist eine Tatsache, die man nicht leugnen kann, und hierin besteht die große Gefahr.

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Sito in Italiano...
@Nero: Vedi, agia che tanti tedeschi non parlano l`italiano,
ci sono tanti italiani che non parlano il tedesco, ma di piu
tedesci nela Provincia Autonoma Alto Adige che parlano il italiano. Sarebbe bello da vedere,
che `tutti cittadini in zona parlano le lingue provinciali!
Alora ci sono siti che si parla in 3 lingue, non dimenticare il ladin` del Südtirol. Ma senti chi sono tanti siti IT che ti danno nianche risposta, se scrivi in tedesco. Questo e`un sito in iligua tedesca!
Alora Nero, imparare tedesco - ciao!

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Eva Klotz sagt sicher etwas richtiges: Im Aostatal spricht fast niemand franzoesisch. Ich bin ende April nach Pont saint Martin gefahren und dort habe ich eine traurige Situation gefunden: kein Zeitung mit franzoesischen Seiten, kein Zeitschrift, u.s.w. Ich fragte den Hotelbesitzer und er antwortete mich dass in der Schule lernt man franzosisch, aber selten spricht man f. im Alltag. Der Burgermeister von Bard sagte mir: wir halten die Zweisprachigkeit it./fr. weil wir die offentlichen Arbeitstellen fuer die Einheimischen halten wollen. Leider ist heutzutage italienisch die Sprache die alle reden. Gott sei Dank im Alto Adige/Suedtirol spricht man noch Deutsch. Meiner Meinung nach ist es positives, auch wenn die Italiener manchmal discriminiert werden. Sowieso sollen wir alle miteinander respektieren.
Viele Gruesse aus La Spezia
Fabrizio
P.S. entschuldigung fuer mein bescheiden Deutsch

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Schon 1924 ....
Schon am 27.November 1924 (!)standen in der Zeitung "Der Volksbote" folgende Worte: Sobald einmal ein Volk seine eigene Sprache verloren oder verdorben hat, hat es auch seinen eigenen Charakter verloren und wird zu einem feigen Pack, aus dem man machen kann, was man will."
Diese Worte des Hirten und Herolds Süd-Tirols Kanonikus Michael Gamper im Jahr 1924 haben ihre Gültigkeit bis heute behalten! Hände weg von unseren deutschen Schulen und Kindergärten!

21

Perché non scrivete anche in italiano?
Visto che al di fuori della provincia di Bolzano pochi italiani parlano il tedesco perché non traducete anche in italiano le pagine di questo sito?

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Gefahr.......
@ an alle: Warum soll italienisch gefährlich sein, ihr Tiroler seid doch stark. 90 Jahre konnte man euch nichts nehmen und jetzt habt ihr plötzlich Angst?
Es gibt in Süditalien ein albanisches Dorf seit jahrhunderten, dort wird albanisch gesprochen, im Aostatal wird auch französisch
gesprochen und in Goricia auch slowenisch, im Veneto spricht man seine Dialekte, als Ich unterstütze den 1en Eintrag, dass es gefährliches gibt als Sprachen!
Viel schlimmer find ich das Abfallvergehen und das anzünden von Roma Camps!!! Hatten wir das nicht schon?

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Unsinn!
Seht ihr vor lauter Wald die Bäume nicht mehr? Sprachen öffnen den Geist und man erlernt andere Kulturen. Das ist aber wirklich nicht das Ziel der SF. Wenn ich diese Zeilen durchlese ist das Hauptziel der SF viele einsprachige Proleten heranzuziehen, die in der modernen Welt, in der die Sprachen der NACHBARVÖLKER enorm wichtig sind, völlig untergehen. Also lieber ein toller Tiroler Patriot, der in der modernen Gesellschaft komplett untergeht, als ein weltoffener Mensch. Naja, dadurch daß jeder Tiroler Patriot einen Bauernhof hat wird er schon genug zum Essen zusammenbringen, für mehr reicht es aber nicht.
Lustiges Kuriosum am Rande. Einerseits wird auf dieser Seite immer geschumpfen, wie schlecht die Italiener in Südtirol Deutsch sprechen. Und wenn es darum geht, es ihnen von Kind an im Kindergarten von den Deutschen beizubringen, kneift ihr. Na klar, von ewiggestrigen, die im den 60er, 70er Jahren hängengeblieben sind kann man keine geistigen Sprünge erwarten.

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Georgos Egger

trübe Brille
Der Herr Doktor philosophiae hat schon wieder nicht verstanden, was ich geschrieben habe. Ihm wäre deshalb eine Zusatzausbildung in Hermeneutik zu empfehlen; doch auch das würde wohl kaum etwas nützen, denn seine offensichtliche Abneigung gegen mich blockiert sein Verständnis meiner Texte — und das ist kein intellektuelles, sondern ein psychisches Phänomen.
Ich habe nicht gesagt, daß das Italienische die deutschtiroler Sprache nicht bedrohe, sondern daß es für den Niedergang von Sprache und Kultur andere, noch gefährlichere Sachverhalte geben könnte. Im Hinblick auf Tirol verbinde ich das mit dem unbestreitbaren Umstand einer unzureichenden Vergangenheitsaufarbeitung. Ein paar Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Innsbruck ein Buch mit dem Titel „Schuld und Sühne Tirols“ angekündigt. Nur zwei Personen erhielten dieses Buch. Sie hatten es subskribiert, und einer von ihnen war Rechtsanwalt, der sich den Erhalt des Buches gemeinsam mit der zweiten Person erstritt. Alle anderen Exemplare fielen der Zensur zum Opfer und wurden vernichtet — offenbar ganz im Sinne sowohl der unduldsamen „Glaubenshüter“ des 16./17. Jahrhunderts (z. B. Ferdinand II.) als auch des Herrn MarkusA., der als sogenannter wertekonservativer Katholik wohl in den Fußstapfen jener vermeintlichen Segensbringer einherwandelt.

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Falsche Bildung
Gemischte Kindergärten sind ein Angriff auf das Bildungssystem einer Minderheit und sind daher abzuweisen.
Bildung und Persönlichkeit kann man auch anders vermitteln, als mit Assimilierungsprogrammen.

Wenn man bedenkt, dass es 58 Mio. Italiener gibt, dann beträgt der deutsche und ladinische Anteil gerade ca. 0,53% in Italien.
Angesichts dieser Bedeutungslosigkeit der Volksgruppe, hängt das Schicksal der Süd-Tiroler wohl an einem seidenen Faden.
Wenn man dann noch ein Italienischprogramm für Kindergartenkinder einführt, dann wird das das langsame Ende unsere Volksgruppe.

27

Staatssprache
Nah klar, Italienisch als Staatssprache kann keine andere Sprache der vielen Minderheiten in Italien gefährden. Da hat gerade ein wahrer Kenner der Lage ein Fachwort gesprochen. Das beste Beispiel sieht man im Aostatal bei der frankophonen Minderheit, die fast schon aufgehört hat zu existieren, aber auch die Ladiner ausserhalb von Süd-Tirol können ein Lied davon singen, in Cortina d.A., im Sulzental (Val di Sole) und anderswo im Trentino, auch die deutschsprachige Minderheit südlich von Süd-Tirol, die Sieben Gemeinden und einige mehr südlich von Rovereto, die Slowenen in Triest und Umgebung, die man mit ihrer Sprache aus dem öffentlichen Leben so gut wie ausgeblendet hat, die noch im Kanaltal verbliebenen Alt-Kärnter zwischen Tarvis und Pontafel/Pontebba, die Friaulaner, immerhin angeblich die Mehrheitsbevölkerung der AP Friaul um die Stadt Udine, die nur hinter vorgehaltener Hand sich trauen ihre Sprache im eigenen Land zu sprechen, meistens nur im Familienkreis und im Hinterzimmer ist das der Fall. Gott bewahre uns von den Rat-Schlägen von solchen christlichen Kennern der Lage in Tirol südlich des Brenners. Die Tiroler Huterer haben ihre Sprache behalten, weil sie kompromißlos an ihrer einmaligen Identität festgehalten haben, und nicht weil ihnen ihre Umgebung dies leicht gemacht hat. Dasgleiche gilt auch für das Land Süd-Tirol und seine immer noch 3/4 ethnische uns sprachliche Mehrheit. Die Tatsache, dass in Süd-Tirol immer noch Deutsch gesprochen wird, die verdankt man den Katakombenschulen, später dem erfolgreichen Kampf um die Autonomie. Nach Assimilierungversuchen kam die Italianisierung, später die Politik der ethnischen Majorisierung bis 1972. Heute gibt es etwas neues, nämlich wie ich das nennen würde, die Politik der "Siamo in Italia" mit "Autonomisierung", damit sich alle in der falschen Sicherheit wiegen, die deutschsprachige Identität der Süd-Tiroler sei gesichert. Sie wird aber überall dort aufgeweicht, wo man gezwungenermaßen eine andere Sprache verwenden muss als die eigene Muttersprache, manchmal schon im Kindergarten, später in der gemischten Schule. Die automatische Vermischung der Bevölkerung, die es überall und in allen Zeiten gibt, trägt auch dazu bei, dass die Nachgeborenen nicht mehr so genau wissen, was sie sind, Italiener, Süd-Tiroler oder Altoatesini.

28
Georgos Egger

Huttererteitsch
In Tirol wurden im sechzehnten Jahrhundert die Huttererbrüder, eine anabaptistische christliche Richtung, blutig verfolgt — ein Schandfleck in der Tiroler Geschichte, den man hier offensichtlich allzugerne zwischen den Buchdeckeln der Geschichtsbücher verborgen sein läßt. Ein Teil dieser Christen flüchtete in Richtung Osten, danach machten sich viele von ihnen auf in die U.S.A. Dort bewirtschaften sie heute noch Farmen (und zwar sehr erfolgreich), pflegen enge Gemeinschaft und ziehen ihre Kinder in ihrer „teitschn Schuel“ groß. Diese Alttiroler sprechen heute noch ihre alttirolerische Sprache und halten an ihrer ursprünglichen Kultur fest — daran konnten auch das „American English“ als Allgemeinsprache und der „American Way of Life“ nichts ändern. Es wäre wohl zu analysieren, was sonst noch die tirolerdeutsche Sprache und Kultur bedroht. Da scheint es mir gefährlichere Elemente zu geben als das Italienische.