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Gemeinde Bozen – Systematische Sprachverweigerung wird belohnt

pk_bozen.jpgDass man in den Ämtern der Gemeinde Bozen immer wieder auf Bedienstete trifft, die kein Wort Deutsch sprechen, ist entgegen aller Beteuerungen über angeblich bestens funktionierende Dienste bekannt.

 

Jetzt wird anhand eines konkreten Falles nachgewiesen, dass ein Angestellter, der vor Inkrafttreten des Proporz- und Sprachdekretes in den Dienst der Gemeinde Bozen aufgenommen worden ist, in all den 30 Jahren nie einen der vielen angebotenen Deutschkurse besucht hat und dass er sich auch sonst nie um die Aneignung eines Minimums an Deutschkenntnissen bemüht hat. Damit nicht genug, wird genau dieser Bedienstete von der Gemeindeverwaltung auch noch in eine privilegierte Stelle befördert und damit auch finanziell belohnt!

Herr Michelangelo Gigliotti wurde mit Beschluss vom 3. 8. 1976 in den Bozner Gemeindedienst aufgenommen, gerade noch rechtzeitig vor Inkrafttreten des D.P.R. Nr. 752 vom 26. 07. 1976, Durchführungsbestimmungen auf dem Sachgebiet des Proporzes und der Kenntnis der beiden Sprachen im öffentlichen Dienst, veröffentlicht im Amtsblatt am 15. 11. 1976. Damit fiel er unter die alte Regelung, außerhalb Proporz- und Zweisprachigkeitsbestimmungen.

Bürgermeister Spagnolli fühlte sich bemüßigt, in einem Leserbrief dem Koordinator der Ausgeher des Hauptsitzes, Gigliotti, guten Willen, Einsatz und Freude zu bescheinigen. Von gutem Willen den deutschsprachigen Bürgern gegenüber kann jedoch keine Rede sein, im Gegenteil! Wie ich selbst am 11.02.2008 feststellte, ist er nicht nur nicht in der Lage, eine einfache auf Deutsch gestellte Frage zu verstehen und zu beantworten, sondern verweigert jede Auskunft, indem er sich am im konkreten Fall einfach davonschleicht. Abgesehen davon, dass er nicht seine Berufskleidung und auch kein Namensschild trägt, weigerte er sich auch, seinen Namen zu nennen. Diesen wollte ich wissen, da ich mich über sein Verhalten beschweren wollte!

Wie sich später herausstellte, war dieser Herr Gigliotti am 30.07.2007 wegen seiner eklatanten Unduldsamkeit der deutschen Sprache gegenüber aufgefallen. Er maßregelte zwei seiner Berufskollegen, Frau Cäcilia Lanznaster und Herrn Moreno Scalisi, weil sie miteinander in deutscher Sprache über Dienstliches sprachen. Herr Scalisi will Deutsch lernen und nutzte diese Möglichkeit.

Wie ein Zeuge schriftlich zu Protokoll gab, forderte Gigliotti die beiden mit folgenden Worten auf, Italienisch zu sprechen: "Qui siamo in Italia, lo state facendo apposta, parlate italiano!" Die beiden setzten nach einem Wortwechsel das Gespräch auf Italienisch fort. Gigliotti strengte ein Disziplinarverfahren gegen Frau Lanznaster an, er beschuldigte sie, ihn tätlich angegriffen zu haben, was Frau Lanznaster bis heute bestreitet. Herrn Gigliotti ist gar nichts passiert, von einer Vorhaltung oder Rüge nichts zu hören, Frau Lanznaster jedoch wurde in der Folge zurückgestuft.

Aber es kommt noch dreister: am 03.02.2008 ist Gigliotti zum Koordinator aller Ausgeher der Gemeinde Bozen (rund 70 Personen) befördert worden, ohne Zweisprachigkeitsnachweis, ohne die geringsten Deutschkenntnisse, ohne den geringsten Funken an gutem Willen diesbezüglich, mit dem Hintergrund täglicher Diskriminierung der Bürger und Mitarbeiter deutscher Sprache!

Damit wird er nicht nur für sein skandalöses Verhalten belohnt, sondern indirekt in seinem diskriminierenden Wirken bestärkt! Alles, was in seinen Aufgabenbereich fällt, wird mit Verstoß gegen das Recht auf Gebrauch der Muttersprache erledigt, die Ausgeher deutscher Muttersprache müssen zwangsläufig auf den Gebrauch ihrer Muttersprache verzichten, wenn sie mit ihrem Koordinator zu tun haben. Sie bekommen Dienstanweisungen, Mitteilungen usw. nur in italienischer Sprache, selbst die Mitteilung über die Ernennung Gigliottis zum Chef aller Ausgeher wurde ihnen nur in Italienisch zugestellt.

Die Beförderung des Herrn Gigliotti, auch in finanzieller Hinsicht, ist skandalös, und es ist nicht in Ordnung, dass die Vorgesetzten, allen voran Bürgermeister Spagnolli und Vizebürgermeister Pichler- Rolle dies mittragen und unterstützen. Letzterer weiß genau Bescheid über Herrn Gigliotti, hatte die Landtagsabgeordnete Eva Klotz doch am 11.02.2008 Beschwerde gegen den Herrn beim Vizebürgermeister eingereicht. Es erhebt sich die berechtigte Frage, aufgrund welcher "Verdienste" dieser Herr in der Gemeindeverwaltung in eine solche Position kommt und vom Bürgermeister höchst persönlich und auch noch ganz offiziell so in Schutz genommen wird!

Gigliotti ist in privilegierter Position in der Gemeinde Bozen nach all diesen Vorfällen nicht tragbar, seine Rückstufung zum einfachen Ausgeher ist nicht nur ein Erfordernis der Gerechtigkeit, sondern auch des Anstandes allen anderen Angestellten gegenüber, welche die notwendigen Voraussetzungen besitzen und in nachvollziehbaren Rangordnungen aufscheinen!

Lt. Abg. Dr. Eva Klotz
Bezirk Bozen der Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT

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7 Kommentar(e)

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1
Heinz Pichler

Ladiner sind die Besten 😉
Bin zwar selbst kein Ladiner, aber wenn ich mir das so überlege dann sind die Ladiner sicher die einzige Sprachgruppe die (aus sprachlicher Sicht) weder von einem Verbleib bei Italien oder einem Anschluss an Österreich profitieren würden.
Sie würden so oder so eine sprachliche Minderheit bleiben die es schwer hat.
Ausserdem werden sie in Südtirol vermutlich (ähnlich wie die Italiener) von den deutschsprachigen diskriminiert.

Was das italienischsprachige vs. deutschsprachige betrifft:
In meinen Augen ist Bozen eine total italienische Stadt in der eben eine deutsche Minderheit wohnt. Aber die italienischsprachigen in Bozen haben sicher grossteilst eine "siamo in italia" Mentalität und behaupten auch, dass Alto Adige immer zu Italien gehört hat... Die deutschsprachigen in Bozen werden sehr diskriminiert!
Ich war selbst ein paar Jahre dort. Und ich finde es einfach schlimm wenn man bei Fussbalspielen oder andren emotionalen Events als deutschsprachiger Angst haben muss auf die Strasse zu gehen. Und ja, ich wurde auch öfters fast blöd angemacht weil ich deutscher bin.
Es ist mir schon klar, dass nicht alle Italiener einen deutschen zusammenschlagen würden. Aber die sprachliche diskriminierung spürt man schon im täglichen Leben.

Bozen zeigt in meinen Augen sehr gut, dass das Miteinander der Sprachgruppen in Südtirol nicht funktioniert. Und in Bozen werden oft deutschsprachige diskriminiert. Schlimm ist dabei auch, dass dies dann im ganzen Land für unruhen sorgt und für anti-italienische Propaganda benutzt wird.

In den ländlichen Gebieten funktioniert das Zusammenleben besser. Italienischsprachige in ländlichen Gebieten wissen meist, dass die Südtirol historisch gesehen deutschsprachig ist und sie geben sich auch mühe sich zu integrieren.
Ich finde auch, dass die sprachliche Diskriminierung nicht gross ist. Denn schaut mal in eine Runde wo 5 deutschsprachige und ein italienischsprachiger ist: welche Sprache wird dann gesprochen? Ich denke wir deutschsprachigen sind oft zu sehr zuvorkommend.

2

>Das zeigt wieder deutlich die
>Einstellung der Italiener zu
>Süd-Tirol und der Autonomie und was
>sie von den Süd-Tirolern halten.
>Solange Süd-Tirol bei Italien bleibt,
>werden sich die Deutschen diese
>nationalistischen Demütigungen
>anhören müssen. In Wahrheit halten
>die Italiener nichts von Süd-Tirol,
>nichts von der Autonomie und auch
>nichts vom Zusammenleben.
>Die Süd-Tiroler sollten daraus
>endlich die Konsequenzen ziehen und
>die Selbstbestimmung von der Politik
>fordern.

...Also wenn an Italiener in Bozen net daitsch redn will, dann sein sie olle Faschisten...
Wenn an Deutscher in Untermoas an Hakenkreuz zeigt, dann sein sie olle Nazis...
Wos bleibt zem? sein vielleicht bei uns lei mehr die Ladiner gerechte Menschen?

3

Ein Vertreter Mussolinis?
Das zeigt wieder deutlich die Einstellung der Italiener zu Süd-Tirol und der Autonomie und was sie von den Süd-Tirolern halten. Solange Süd-Tirol bei Italien bleibt, werden sich die Deutschen diese nationalistischen Demütigungen anhören müssen. In Wahrheit halten die Italiener nichts von Süd-Tirol, nichts von der Autonomie und auch nichts vom Zusammenleben.
Die Süd-Tiroler sollten daraus endlich die Konsequenzen ziehen und die Selbstbestimmung von der Politik fordern.

4
C. Oberhollenzer

Typisch
Die SVP schaut wieder einmal tatenlos zu. Man will sich's ja mit den Italienern nicht verscherzen.

Bravo! Weiter so, SVP.

5

Frechheit
Das zeigt doch, dass es Itaienische Beamten gibt die sich totale Mühe geben und die Chance wahrnehmen, deutsch ( zweisprachiger Provinzteil), zu lernen!
Der andere gewählte hat sich das vielleicht erkauft?
Mein Vorschlag: Südtirol eigene Provinz, Amtsprache d/i ohne Trient, welches dann ruhig italienisch (i`sprachig) bleiben darf.

6

Frechheit
Wer vertritt hier noch die Interessen der deutschen Angestellten?
Warum nimmt sich Vize-BM Elmar Pichler Rolle nicht der Nöte der deutschen Angestellten an, wie es sein Aufgabe wäre, gerade als Parteiobmann der SVP?
Wie war das nochmal mit dem Disagio....?
Eine schöne Frechheit!!!

7

Gut gemacht in diesem Fall, Evi!