Start / Archiv / Faschistische Relikte: Europa zeigt kein Interesse an Beseitigung

Faschistische Relikte: Europa zeigt kein Interesse an Beseitigung

Roland_Lang_500_2_001.jpgEs war der Versuch, auch im Europäischen Parlament auf die faschistischen Denkmäler in Südtirol hinzuweisen und aus Brüssel zumindest eine Missbilligung dieser Bauwerke zu erhalten: So hat Roland Lang, Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT, am 19. November 2008 eine Anfrage an die Abteilung Bürgerfragen, Generaldirektion Information, des Europäischen Parlamentes gerichtet:

Schreiben vom 19. November 2008:

Antifaschismus- Warum noch Ehrenmäler?

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Südtirol, in Bozen, hängt immer noch auf einem öffentlichen Gebäude
ein Relief, das einen reitenden Duce Benito Mussolini in Lebensgröße
zeigt, dazu den faschistischen Slogan "Credere, Obbedire, Combattere".
Umrahmt wird das Ganze durch die Abkürzungen von inzwischen auch in
Italien verbotenen Organisationen wie "GIL", "PNF" usw.

Weiters gibt es in Bozen das sogenannte "Siegesdenkmal", ein mit den
römischen Liktoren versehener Protzbau aus der Faschistenzeit, der mit
seinen Inschriften die alteingesessene Bevölkerung tagtäglich beleidigt.

Als Demokrat und Europäer möchte ich hiermit anfragen, welche
Existenzberechtigung nach Ihrer Meinung solche Denkmäler, die die
schwärzeste Zeit Europas verherrlichen, in einem europäischen Land zu
suchen haben.

Verherrlichungen von rechtsradikalen Regimen wurden in ganz Europa (Deutschland, Spanien, auch im übrigen Italien) geschliffen.

Es wäre höchst an der Zeit, auch in Südtirol diese antieuropäischen,
dem Gedanken eines vereinten Europas widersprechenden Relikte zu
entfernen oder sie zumindest in ein Museum zu verbannen!

Mit freundlichen Grüßen

Die Antwort dazu am 27. Februar 2009:

Sehr geehrter Herr Lang,

In Ihrem Schreiben vom 19.11.2008 sprechen Sie Fragen im Zusammenhang
mit, wie Sie sagen, dem "Antifaschismus – warum noch Ehrenmäler"
(gemeint Ehrenmäler in Tirol) an.

Zu meinem Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass diese von Ihnen in
Ihrem Schreiben angesprochenen Fragen nicht unter das
Gemeinschaftsrecht fallen und deshalb von hier aus nicht beantwortet
werden können. Zudem sind wir nicht berechtigt und befugt, individuelle
Rechtsauskünfte zu erteilen. Ich möchte Ihnen deshalb vorschlagen,
diese Fragen mit den zuständigen nationalen Behörden und Institutionen
zu klären (ggf. auch Konsultation eines in dieser Angelegenheit
sachkundigen Rechtsanwaltes und Einschaltung des Rechtsweges).

Mit freundlichen Grüßen

Palinkas

Hauptverwaltungsrat

Europäisches Parlament

Generaldirektion Information

Referat Bürgeranfragen


Erinnert sei in diesem Zusammenhang, so Roland Lang, an die Isolation
Österreichs, als dort eine Regierung mit der FPÖ demokratisch an die
Macht kam, sowie an die Medienberichten, nachdem man gegen den
britischen Bischof Williams wegen Leugnung des Holocaust auf
europäischer Ebene vorgehen will.

Südtirol kann sich keine Hilfe von Außen erwarten, solange es nicht
selbst mit seiner höchsten, demokratisch gewählten Institution, dem
Landesparlament, die notwendigen Schritte in Richtung Unabhängigkeit
setzt. Einer solchen Willenskundgebung könnte sich auch das Europäische
Parlament nicht entziehen. Am Europaparlament aber bleibt inzwischen
der Makel, faschistische Bauwerke und dazugehörige Gedenkfeiern in
Mitgliedsstaaten zu dulden und dazu zu schweigen! Und wer schweigt,
scheint zuzustimmen!

Roland Lang
Leitungsmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT

Jetzt mitdiskutieren!

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

7 Kommentar(e)

Neueste zuerst
nach Bewertung Neueste zuerst Älteste zuerst
1

Menschenrechtskonventionen
"per la sottomissione del gruppo etnico di lingua tedesca."

Es gibt eine Menschenwürde, verankert in diversen Menschenrechtskonventionen.
Italien hat kein Recht andere Völker oder Volksgruppen zu beleidigen oder zu erniedrigen, oder ihnen faschistische Symbole oder Namen aufzuzwingen.
Der Faschismus war eine totalitäre Diktatur. Dafür darf es kein Verständnis und keinen Dialog geben.

------------------------------
Entschließung der Menschenrechtskommission
der Vereinten Nationen vom 17.4.1998

Art. 4
1. Jeder Mensch hat das Recht, in Frieden, Sicherheit und Würde in seiner Wohnstätte, in seiner Heimat und in seinem Land zu verbleiben.

@aha
Medianarbeit. Die SVP verkündet seit 30 Jahren "Es geht uns so gut" und wir leben "vorbildlich" zusammen. Das glaubt zumindest jeder Mensch außerhalb Süd-Tirols.
Um hier nun glaubwürdig das richtige Bild von Süd-Tirol den Medien zu vermitteln, braucht es eine durchdachte Medienarbeit.

2
Massimiliano Piovan

Sono solo da depotenziare.
I vari monumenti in questione o bassorilievi che siano considerati relitti fascisti o opere d' arte a mio avviso non vanno rimossi. Semplicemente è necessario solo depotenziarli applicando nelle immediate vicinanze un cartello multilingue a caratteri molto grandi e visibili a grande distanza dove vi sia scritto che tale monumento o bassorilievo sono stati costruiti sotto il ventennio Fascista per la sottomissione del gruppo etnico di lingua tedesca. Tale proposta venne fatta da un imprenditore di lingua tedesca, un certo Seeber: applicare ad ogno monumento o bassorilievo del Ventennio Fascista un cartello molto grande e multilingue dove vi fosse scritto "Opera voluta dal Regime Fascista per la sottomissione del gruppo linguistico tedesco". Il tutto ovviamente a lettere molto grandi e visibili gia da 100 metri.
I cartelli esplicativi in 4 lingue che vi sono vicino ponte Talvera di fronte il Monumento alla Vittoria non sono per niente visibili da chi è di passaggio, per esempio dai turisti. Meglio sarebbe se fossero scritti più in breve e a caratteri molto grandi e posti a pochi metri sotto lo stesso Monumento.
La cancellata che "protegge" il Monumento da fastidio anche a mè che sono Italiano. Megio sarebbe se venisse tolta e il Monumento potesse esser visitato da chi lo volesse vederlo meglio da vicino. In altre parole: via la cancellata, renderlo accessibile a tutti i cittadini e gli interessati durante il giorno ma non durante la notte. Come misura di sicurezza per evitare vandalismi o peggio, la sorveglianza 24 ore su 24 tramite telecamere.
Attualmente l' unico modo per vedere da vicino il Monumento alla Vittoria è partecipare alla Commemorazione dei caduti del 4 novembre. Siccome però la stessa Commemorazione dura poco non vi è mai il tempo per chi vi partecipa poter ammirare le varie opere d' arte che lo compongono.
Tornando al tema iniziale lo ripeto: i monumenti e bassorilievi che il fascismo ha lasciato non vanno ne abbattuti ne cancellati, vanno solo depotenziati apponendo nelle loro immediate vicinanze un cartello multilingue a grandi caratteri che ne spieghi in breve la reale storia. A tutti i giovani va insegnato che i totalitarismi come il Fascismo, il Nazionalsocialismo ed il Comunismo non hanno fatto il bene delle comunità. Limitare o proibire il libero pensiero e di esprimersi nella propria lingua madre è uno dei tanti crimini verso l' umanità. Colpe storiche ce ne sono un pò per tutti, nessuneìo ne è esente, anche noi Italiani storicamente abbiamo le nostre. Sul futuro dei Monumenti e bassorilievi lasciati dal Fascismo l' unica attualmente da praticare è la via del dialogo fra gruppi linguistici e di idee diverse. Lo scorso 20 febbraio in una sala polifunzionale del teatro "Cristallo" a Bolzano si tenne una pubblica conferenza su ciò. Presenti vi erano in particolare Mauro Minniti, Pius Leitner e l' On. Giorgio Holzmann. Presente fra il numeroso pubblico vi era anche un mio caro vicino di casa e rappresentante della Suedtiroler Freiheit, il sig. Roland Lang. Nella conferenza si parlava per l' appunto se ciò di cui tanto si discute è da considerare opera d' atre o relitto fascista. In breve: la serata finì bene tanto che tutti e 3 i politici presenti, Leitner, Holzmann e Minniti trovarono unalinea comune gia da mè descritta in questo commento. Conferenze simili sono auspicabili anche nel futuro. Se sono relitti fascisti o opere d' arte, se abbatterli oppure no, questo lo dobbiamo decidere tutti insieme incontandoci tutti quanti (politici, cittadini ecc...) per metterci tutti insieme d' accordo una volta per sempre. Solo con il dialogo e la comprensione reciproca di tutti i pensieri e pareri diversi potremo finalmente dopo tante controversie mettere la parola "Fine" su queste scottanti divisioni per costruire tutti insieme unarinnovata convivenza nel giusto rispetto e comprensione reciproca. Questa è Democrazia.

3

ma entschuldigung. wos erwortets enk. oan briafl und des passt? und sell no an jemanden der u.u. nettamol die kompetenzen hot??? es isch zu friah briafln noch brüssel zu schicken. ober i find es isch hegschte zeit, die EUROÄISCHEN MEDIEN drauf aufmerksom zu mochn! i hon schun mehrmols im forum gschrieben, dass es hegschte zeit isch durch demonstrationen, hungerstreiks, ankettungen die medien zu sensibilisieren! menschmaier die europäer kennen eher die tibet problematik, als die südtiroler situation! warum? weil die tibeter offensichtlich wissen wos MEDIENORBEIT isch! S-F härts bittschian auf rumzuraunzn weil es lond net hinter ins steat. tiats decht endlich selber eppes!!

4

Scheinheilige Gesellschaft
Das ist ja eine Frechheit wie man da abserviert wird. Dafür fühlt sich die EU für Glühbirnen und wie krumm eine Gurke sein darf zuständig.
Die Süd-Tiroler haben eben keine Lobby in Brüssel.
Dieser Palinkas hat nichts verstanden oder will nichts verstehen.
Scheinheilige Gesellschaft: Wenn es um Ausländer geht, dann wird jede Kleinigkeit von der EU geregelt oder national medial ausgeschlachtet. Aber wenn es wirklich um Rassismus geht, ist keiner mehr dafür zuständig.
Fällt das nicht in das EU Gesetz gegen Diskriminierung?

5

Des isch jo unglaublich.
Versuachts amol bei a ondern Omt. Des isch sicher lei a Beomter der sich rausholtn will. Bei sete sochn muas man olm zum chef gian...
Gibs do net wos heacheres, oder hot a Organ amol wos ähnliches behondlt? Zu die sem miasts gian. Versuachts irgndwo onders nomol. Des isch wol a Witz...

6

Ist das Europa?
Diese Reaktion seitens der EU ist mir -völlig- unverständlich.

7
Eisele Siegfried

EU - Absage
Es ist oft besser, diverse Herrschaften sagen in einer Form eine klare wenn auch für Südtirol unbefriedigende Sprache. Aber man weiß nun wenigstens wo man seitens der EU steht und wie und wo es weiterhin lang zu gehen hat. Die EU ist auch Italien, im Moment noch mehr als sonst, gell Proderl.
Ein Vorschlag wäre es die Menschenrechtskommission und auch eine Obama Mission. In Wahrheit existieren für den einfachen Menschen nicht wahrnehmbare Machtsysteme Weltübergreifend und da können wir schwer mitreden mit der großen Frage wo auch Obama derzeit steht. Anwalt Ewald Stadler spricht da schon eine teilweise treffende und mutige Sprache aber ob es Zielführend ist, gegen solchen undurchschaubaren Weltweiten Maffiosifilz, schwer zu sagen. Noch sind nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und ich denke wo ein (Gottes) Wille ist ist auch einmal ein Weg mit gerechtem Ziel eines Einheitlichen Tirol. Wie soll ein Südtirol gehört werden, wenn Tirol mit Vorarlberg in Österreich in vielen Dingen den Rotgrünproporz als Baustellenwasserkopf in Wien mitfinanzieren muss. Früher hatte man mit der Aussage Wien sei ein Balkanstaat noch einen Witz gemacht und heute? Es geht hier weniger um ein Land sondern um die Macht der Parteien und diese Macht aller Farben systematisiert sich in Wien, daher steht die Frage ob sich die Wiener durch ein einhelitliches gesamtes starkes Tirol (incl. Tirol Süd)mit Vorarlberg wirklich selber schwächen wollen? Der Wirtschaftliche Vorteil käme voll zur Entfaltung und auch eine Zunahme von Urlaub im eigenen Österreich, doch zuerst stehen immer die Wiener Interessen und daher sogar noch Solidarnoscht mit Rom.