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Geschichtsfälscher

schule_bozen_02web.jpgBozens Bürgermeister Luigi Spagnolli möchte nun im Jahr 2009 der italienischen Bevölkerung in Südtirol behutsam beibringen, dass der Mythosstaat Italien bis heute Geschichtsfälschung betrieben hat und noch immer betreibt, indem er den Schülern lernt, dass Südtirol von Italien besiegt wurde und deshalb Kriegsbeute sei, auf die die Italiener so stolz sind.

Die Wahrheit ist, dass Italien Südtirol niemals besiegt hat, nur durch Betrug und Gaunerei wurde Südtirol 1918 dem Faschistenstaat zugesprochen. Und dies geschah gegen den erklärten Willen der Südtiroler und österreichischen Bevölkerung.

Die Frage ist, ob Landeshauptmann Durnwalder bei dieser Aufklärungskampagne mitmacht, wie viel Wahrheit er verlangt und zulässt, denn er meint ja öfters, das und jenes kann man der italienischen Bevölkerung nicht zumuten. Aber will er Landeshauptmann bleiben, wird er sich dieser Verantwortung stellen müssen und die Toponomastik-Frage endgültig klären sowie die faschistischen Relikte entfernen oder schleifen lassen müssen.

von Anton Michaeler, Andrian,
Hermann Taber, Schenna, SÜD-TIROLER FREIHEIT

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10 Kommentar(e)

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1

Was der Herr Markus Anton schreibt sind nun mal Tatsachen, denn ich glaube nicht daß es gerecht ist ein Volk auseinanderzureißen, ein Land in drei Teile zu zerschlagen und dann auch noch zu behaubten daß das so richtig ist.
Um das zu verstehen muß man nun echt kein Gott sein.

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„Dieses kleine Land in den Alpen hat es ganz einfach nicht verdient bis in alle Ewigkeit geteilt und der Tirolitá sowie dem eigenen Vaterland immer mehr entfremdet zu werden.“

Der Herr Markus Anton meint anscheinend, er sei Gott, wenn er meint sagen zu können, was wir verdient haben und was nicht. Socherlei Aussagen sind ein Fußtritt gegen die Theodize und nichts anderes als psychologisch-propagandistische, populistische Irreführung.

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@Gorgias

Sehr guter und intelligenter Kommentar. Bitte öfter solch einen Beitrag.

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@Markus Anton
"Alto Adige" ist ein pseudo-italienisches Exonym das abgeschafft gehört, so wie der Rest der tolomeischen Toponomastik. Ich will in keinster Weise die imperialistische Assimilationspolitik Italiens schön reden, doch bin ich für eine sachliche Einordnung der damaligen Ereigisse, damit man glaubwürdig ist und sich besser für die Interessen unserer Sprachgruppe einsetzen kann.

Wer aber geschichtliche Ereignisse nicht im ihren Kontext bewertet, ist unsachlich und verliert damit seine Glaubwürdigkeit. Die Verbrechen des damaligen Italiens kann man besser einordnen, wenn man sie zusammen mit anderen Ereignissen des damaligen europäischen Umfeld betrachtet. Man braucht sie dabei in keinster Weise zu relativieren - in diesem Sinne finde ich, dass die Bezeichnung "extrem" eine Übertreibung ist.

Unsachgemäß ist es auch, Italien vor 1922 oder nach 1945 (so wie es in diesem Forum des öfteren zu lesen ist) als faschisten Staat zu bezeichnen. Wer jetzt versuchen möchte, Geschmacklosigkeiten wie einen Mussolini-Kalender, den man vor einiger Zeit an Zeitungskiosken kaufen konnte, mit den Verbrechen, während des faschistischen Regimes zu vergleichen, hat wirklich keine ACHTUNG von der schweren Zeit, die unsere Großväter durchmachen mußten, und keine AHNUNG von der neueren Geschichte unseres Landes.

Die größte Gefahr für unsere Sprachkultur geht nicht mehr vom italienischen Staat aus, sondern vom unachtsamen Gebrauch der Sprache im Alltag aus und von einem übermäßigen Konsum des deutschen Privatfernsehen, mit seinem Gossen- und Proletendeutsch. Unsere Autonomie gibt uns weitgehende Möglichkeit zur ethnischen, sprachlichen und kulturellen Selbstbestimmung. Die Zugehörigkeit zu Italien nötigt uns unsere Kultur bewußt und aktiv zu leben, das wird sich auch mit der Zugehörigkeit zu Österreich nicht ändern, das sich in einem vielsprachigen Europa, in einer immer stärker globalisierten Welt befindet. Die Herausforderung der Zukunft liegt darin, sich mit seiner eigenen Sprache und Kultur in einem pluralistischen Umfeld zu behaupten.

Die Phrase "Südtirol ist nicht Italien" ist genauso gültig wie "Tirol ist nicht Österreich". Wenn sie es mir nicht glauben, fragen sie einen Nordtiroler was er von den Wienern hält, auch habe ich bis jetzt nichts von Wiener Schützen gehört.
Das Schild am Brenner hat uns der Selbstbestimmung keinen Schritt weitergebracht. Vieleicht hat es der SF und der AN mediale Aufmerksamkeit gebracht, aber nicht das Verhältnis von uns Südtirolern mit den in Südtirol lebenden Italienern verbessert. Wenn man statt dessen einmal den Italienern erklären würde, wie man sich das Zusammenleben nach einer Trennung von Italien vorstellen würde, könnte man auch viele dafür gewinnen. So könnte die SF sich als Befürworterin von Minderheitenrechten, der dann mit uns zusammenlebenden Italienern erklären. Ihnen vieleicht bewußt machen, dass es ihnen als Minderheit ähnlich gut ergehen würde, wie den Italienern in der Schweiz. So würde man viele Italiener für eine Trennung von Italien gewinnen, schließlich ist Italien kein monolithisches Gebilde, sondern ein sehr heterogenes Umfeld.

Aber solange man dauernd diese feindseeligen Zwischentöne heraushört und nur davon spricht wie unerträglich schlecht es uns vermeintlich hier als deutsche Minderheit geht, wird man höchsten Inspiration für vulgäre Schmäliedern sein. Es wäre wünschenswert, dass die Italiener endlich verstehen würden, dass wir Südtiroler nicht Teil der italienischen Nation sind - es kommt aber darauf an wie man es sagt!

5

Italienische Kolonien
@Gorgias
(Extrem)Ich beurteile die Geschichte aus heutiger/sachlicher Sicht. Aber auch aus damaliger Sicht hatten einige(!) Italiener extreme Ansichten. Das beste Beispiel liefert Tolomei mit seinen gefälschen Landkarten und erfundenen Ortsnamen für Südtirol und Triest. Mann wollte sogar Österreich ganz von der Landkarte verschwinden lassen.

Die anderen haben es ja auch gemacht ist keine sachlichere Geschichtsdarstellung und schon gar keine Entschuldiung, sondern nur ein Ausweichen.
Außerdem haben England und Frankreich seine Kolonien frei gelassen. Süd-Tirol wäre da noch immer eine italienische Kolonie.

6

@ Gorgias
Es tut mir Leid, aber Sie argumentieren jedes mal in diesem Forum im Sinne des italienischen Nationalismus, der das Unrecht der Teilung Tirols und Fremdbestimmung über Süd-Tirol stets verharmlost und relativiert. Ihr letzter Beittrag ist wieder ein Beispiel dafür. Dieses ewige Unrecht kann man nie und niemals schön reden oder schön schtreiben, man kann es nur einmal abschaffen. Am ehesten durch eine demokratische Klärung der Selbstbestimmungfrage der Süd-Tiroler in einer freien Abstimmung nach entsprechender Vorbereitung der Menschen, dazu mit einem offenen Ausgang was das Ergebis betrifft. Schauen Sie auf die Karte, dann sehen Sie, wie groß Italien ist. Es hat so an die 130 Provinzen, eine davon heißt heute AP Bozen Südtirol. Dann schauen sie auf die Karte und sehen Sie wie klein das deutschsprachige Land Tirol von Salurn bis Kufstein ist. Dieses kleine Land in den Alpen hat es ganz einfach nicht verdient bis in alle Ewigkeit geteilt und der Tirolitá sowie dem eigenen Vaterland immer mehr entfremdet zu werden. Das einzige Unglück Süd-Tirols war und ist in diesem Fall, dass es sich ohne eigenes Verschulden zur falschen Zeit der Geschichte und am falschen Platz auf der Karte Europas befunden hat. Seit dieser Zeit kämpfen die patriotisch gesinnten Menschen in diesem Land unermüdlich um das Recht auf die eigene ethnische, sprachliche und kulturelle Selbstbestimmung. Sie können mir glauben, einmal werden wir Erfolg haben! Die politische Bewegung der STF sagt es immer wieder ganz deutlich und für jeden Italiener verständlich, "Süd-Tirol ist nicht Italien!", oder nochmals für Sie: "L´Alto Adige-Sudtirolo non é Italia!".

7

Warum war Italien "estrem"?
Der Nationalismus war in ganz Europa verbreitet. Und gegenüber anderen Staaten, wie England oder Frankreich, die zusammen fast über den halben Erdball herrschten waren Italiens imperialistische Erfolge äußerst bescheiden. Und Kaiser Willhelm war schon ab 1890 auf der Suche nach "einem Platz an der Sonne", wie er sein neuer imperialistischer Kurs bezeichnet wurde.

Der Nationalismus war schließlich auch ein Grund warum der Vielvölkerstaat der Habsburgermonarchie von innen zusammengebrochen ist. So hatte er auch eine emazipatorische Funktion für alle Staaten die endlich aus diesem Völkergefängnis ausbrechen wollten.

Nebenbei hat Italien der Habsburgermonarchie und, und nicht Österreich, den Krieg erklärt, und das erst 1916 als England und Frankreich schon längst zwei Jahre lang mit der Donaumonarchie im Krieg waren.

Ich finde es gibt viele Dinge, die an der Republik Italien zu kritisieren sind, wer dies aber auf eine einseitige und verzerrende Geschichtsdarstellung gründen will, schafft sich ein wackeliges Fundament. Damit zerstört er aber auch die Glaubwürdigkeit jener, die Veruchen auf redliche Weise, Geschichtsaufklärung zu leisten.

8

Antwort an Matteo:
Es gab zwar noch keinen "richtigen" Faschismus, jedoch kam in dieser Zeit bereits wieder ein übertriebenes Nationalgefühl auf, welches schließlich ein "Vorbote" für den Faschismus war!!!

9

1918 war Italien noch nicht faschistisch, aber extrem nationalistisch und imperialistisch.
Sonst hätte es nicht Österreich, also uns, den Krieg erklärt und unsere Heimat als Kriegsbeute annektiert.

Durnwalder will den Italienern "nichts zumuten", weil er selbst der Imperialist und Faschist ist. Er führt die Südtiroler nur an der Nase herum.

10

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Artikel einverstanden, dennoch muss man der Wahrheit zuliebe erwähnen, daß 1918 Italien noch kein faschistischer Staat war, da die Machtergreifung der Faschisten erst am 28. Oktober 1922 stattfand.