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Erklärungstafeln an den Beinhäusern: Unwahrheiten nicht auch noch festschreiben

beinhaus_reschen_dokument.jpgUnkenntnis oder das bewusste Festschreiben von falschen Aussagen wirft der Obmannstellvertreter des Südtiroler Heimatbundes (SHB), Roland Lang, der Südtiroler Landesregierung vor.
Wer den Text der „Erklärungstafeln" liest, welche von der Regierung Durnwalder irgendwo neben den Beinhäusern auf der grünen Wiese angebracht werden sollen, lässt jeden einigermaßen in der Geschichte Tirols bewanderten Menschen nur den Kopf schütteln:

So im Absatz 3 des Textes „In die neuen Ossarien wurden die Gebeine von vielen Tausenden gefallener Soldaten umgebettet …."
Dazu schreibt Othmar Parteli im Buch „Geschichte des Landes Tirol", das
im Gedenkjahr 1984 herausgekommen ist und auch von der Südtiroler
Landesregierung unterstützt wurde, auf Seite 266 zur Exhumierung von
Leichen für die Ossarien durch den faschistischen Militärkaplan Antonio
Aimele „Dabei kümmerte es ihn wenig, dass es sich zum Großteil um
Soldaten handelte, die vielfach erst nach dem Ende des ersten
Weltkrieges gestorben waren".

Dass es die verrückte Idee gab, auch 30 Südtiroler Soldaten in den
Beinhäusern beizusetzen, zu der es aber nicht kam, weil der
Veteranenverein innerhalb von nur 3 Tagen, wie absichtlich kurzfristig
gefordert, die schriftlichen Erklärungen der Familienangehörigen
erbringen konnte, dass sie mit einer Überführung keinesfalls
einverstanden waren!
So sind nur einige wenige Südtiroler als „Caduti Italiani", wie am Eingang zu lesen, in faschistischen Beinhäusern.

Im Absatz 7 des Textes: „….Die hier umgebetteten Gebeine stammten aus
verschiedenen, von den Ossarien z. T. auch weit entfernten
Soldatenfriedhöfen. …"
Dazu sei zum Beispiel auch auf den tragischen Badeunfall des Soldaten
Mariottini David hingewiesen, der laut Sterbebuch der Gemeinde Terlan
unter dem „Verzeichnis der in der Pfarre Terlan im Jahre 1919
verstorbenen Personen, Nr. 19, Juni 1919, Eintragung 21. Juni,
folgendermaßen dargestellt ist: „Mariottini David, ital. Soldat …. Und
zur Todesursache: Ertrunken während er ein Bad nahm in einer Lacke in
Siebeneich.
Beerdigt hier am 23. Juni 5 Uhr Nachmittag in der Nähe der Seiferts- Kapelle …. Vom italienischen Feldkaplan.
Anmerkung dazu auf der linken Seite: Die Leiche wurde am 27.4.1938 von
einem italienischen Militärkaplan exhumiert und in das „Ossarium" am
Reschenpasse überführt." Es folgt die Unterschrift des Pfarrers.

In der italienischen Geschichtsfälschung ist der Weg von einem
Badeunfall zum Gefallenen für die heiligen Grenzen des Vaterlandes mit
Ehrengrab scheinbar nicht weit!
Die Beinhäuser sind keine Orte des Gedenkens, wie die Landesregierung
glaubt, sondern versteinerte Lügen des Faschismus. Den Toten Frieden in
der Heimaterde, allen Relikten der Diktatur aber die Schleifung. So wie
in allen anderen demokratischen Ländern auch, fordert deshalb der
Südtiroler Heimatbund.

Für den Südtiroler Heimatbund
Roland Lang

 beinhaus_reschen_dokument.jpg

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Eisele Siegfried

Schützenhauptmann
Südtirol ist nicht Italien! Auch Vorarlberg reiht sich in die Reihen jener, die diese Aussage unterstreichen.
Mit diesen Mussolinischen künstlich erstellten Gebäuden bezeugt Italiens Staat (hat nichts mit der Person eines ´Italieners´ zu tun)wie er sich mit neuzeitlichem Kram aus der Nazizeit mit Gewalt eine Identität erhalten will, ähnlich eines Strohalms, bzw. eben morschen Konochen und beweist einmal mehr wie geradezu im Sinne eines Stillstandes er versucht an altem Neuzeitlichem festzuhalten. Sonst hat er ja nichts wo er sich beweisen kann. Andere Staaten haben Jahrhunderte alte Identität, gegenüber diesem Neuzeitlichen Kram des Staates Italien. Wie reichaltig hingegen, hat sich die Südtiroler Bevölkerung in dieser Zeit ihrer Identität besinnt und sich Kulturell weiterentwickelt. Ihre zu Okupitionssoldaten vergewaltigten armen Toten und morschen Italiener in ihren Häusern sollten längst in Italienischer Erde ihre Ruhe finden. Anhand dessen sehen die in Südtirol lebenden Südländer mit welcher Verachtung ja Totenschändung ihr eigener Italienerstaat fähig war und gem. dieser Aufrechthaltung eigener toter Staatsbürger, Söhne, Väter usw. Der Italienische Staat sollte sich was schämen!Ihm geht verlogene Tapferkeit und verlogene Siegesbezeugungen vor der Ehre der toten Italienischen Soldaten für ihre Italienische Mutter Erde und die ist nun mal nicht im Süden Tirols.