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Einladung zur Podiumsdiskussion: SÜD-TIROL – WO LIEGT DEINE ZUKUNFT?

podiumsdiskussion_selbstbest_bruneck.jpgAm kommenden Freitag, 23. November 2007, organisiert die ARBEITSGRUPPE FÜR SELBSTBESTIMMUNG, ab 20 Uhr, eine Podiumsdiskussion im Michael Pacher Haus in Bruneck. Südtirol steht heute an einem Wendepunkt der Geschichte, doch wie sieht die Zukunft unserer Heimat aus?

 

 

 

 

– Hat unsere Wirtschaft in diesem Staat noch eine Zukunft?
– Werden die ausländischen Arbeitskräfte unsere Gesellschaft verändern?
– Ist unsere kulturelle Identität gesichert?
– Gibt es eine schleichende Italienisierung, oder
– Selbstbestimmung?

Diskutieren Sie bei der großen Podiumsdiskussion mit:

– Sven Knoll
– Pius Leitner
– Harald Stauder (Wirtschaftsexperte)
– Egon Kühebacher

 

 

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14 Kommentar(e)

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1

Ein Tirol
An den Gast aus Deutschland und alle Gäste, die es immer noch nicht verstanden haben, welche Art von Beziehungen das Land Südtirol mit Österreich unterhält. Die Bevölkerung der AP Bozen Südtirol ist heute immer noch zu 75% deutschsprachig und tirolerisch geblieben. Das Land Tirol südlich des Brenners gehört erst seit 1918 zu Italien, einem Staat, den man hier nur mit Gewalt, Verrat und diplomatischen Betrug etablieren konnte. Vor allem in der Zeit des Duce-Faschismus hat diese Fremdherrschaft die Menschen mit allen Unterdrückungsmethoden die Süd-Tiroler beinahe in den Wahnsinn getrieben, so das sie sogar kurz davor standen, nach der sog. Otion das Land geschlossen zu verlassen. Wie grausam muss eine solche Herrschaft gewesen sein, wenn damals über 80% der Süd-Tiroler auswandern wollten? Diese Fremdherrschaft des faschistischen Königreich Italien hat hier aber 1943 aufgehört, um nach einem neuen diplomatischen Akt der Verweigerung der Selbstbestimmung im Jahre 1946, diesmal unter "demokratischen" Voraussetzungen erneut in Süd-Tirol etabliert zu werden. In diesem Jahr hat es eine Petition der Südtiroler an das Vaterland Österreich mit dem Wunsch nach Selbstbestimmung und Einheit mit Tirol in seinem deutschsprachigen Teil. Diese Petiton ist damals so gut wie von allen erwachsenen und mündigen Bürgern des Landes unterzeichnet worden und später in Innsbruck dem damaligen Österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl feierlich übergeben worden. Damals war die Republik Österreich nicht in der Verfassung und in der Lage, so kurz nach dem Kreig, sich in der Frage der Selbstbestimmung für Süd-Tirol international einigermassen durchsetzen zu können. Dennoch, Österreich konnte wenigstens mit Italien die heutige Autonomie erfolgreich ausverhandeln. Der Pariser-Autonomie Vertrag von 1946 macht daher die AP Bozen Südtirol zum Subjekt des Völkerrechts, da in diesem Vertrag die UNO als letzte und oberste Schiedsinstanz bei Streitigkeiten bei der Interpretation der Bestimmungen der Autonomie zwischen Italien und der Schutzmacht der Interessen Süd-Tirols der Republik Österreich vorgesehen ist, und jede Zeit angerufen werden kann. An diesbezüglichen Entscheidungen der UNO müssen sich demnach alle Streitparteien halten, Italien genauso wie Österreich. So war das in den 60er und 70er Jahren, als Österreich wegen der massivsten Verletzungen der Autonomiebestimmungen durch die italienische Seite die UNO anrufen musste, was damals zu Verurteilung Italiens in der Welt geführt hat. Die politische Führung der AP Bozen, vor allem die Sammelpartei, die SVP, bezeichnet die eigene ethnische Volksgruppe als DIE Österreichische Minderheit in Italien und Österreich als das Vaterland der Süd-Tiroler. Nichts anderes hört man auch von den Vertretern der anderen Parteien der deutschsprachigen Süd-Tiroler, wie Eva Klotz und Sven Knoll von der SF, Pius Leitner von der FP, oder Andreas Pöder von der UfST. Die Partei der Grünen hat als einzige eine etwas andere Vorstellung von der ethnischen Definition der Süd-Tiroler und sie möchte gerne als eine multiethnische völkerverbindende politische Bewegung angesehen werden. Die Menschen süd-tiroler Herkunft identifizieren sich gestern wie heute und morgen mit dem Land Tirol, das seit über 650 zu Österreich gehört. Die Teilung Tirols von 1918 ist erst nicht einmal 90 Jahre her, also so lang, wie ein ganzes langes Menschenleben. Sogar in 10-15 Jahren wird es in Süd-Tirol noch Menschen in einem hohen Alter geben, die noch in Alt-Österreich und in Tirol vor der Teilung 1918 geboren wurden. Es werden nur wenige sein, aber sie sind noch lebende Zeugen dafür, dass es auch einmal ein Tirol ohne die Unrechtsgrenze am Brenner gegeben hat. Ich möchte den Gast aus Deutschland in diesem Forum daran erinnern, dass gerade in dem von ihm angesprochenen Zeitraum um 1809-10 alle Tiroler unter Andreas Hofer sich heftigst gegen die bayerische, französische und italienische Fremdherrschaft in ihrem Land gewehrt haben. Die ideologische Ausrichtung dieser Tiroler Volkserhebung von 1809 war klipp und klar, die Bekämpfung der Fremdherrschaft und die Wiedererlangung der staatlichen Zugehörigkeit zum Vaterland Österreich, damals in Form einer Monarchie. Nicht anders war es im I. Weltkrieg als an der Tiroler Front die Italiener nicht einmal eine Handbreite des Süd-Tiroler Bodens erobern konnten. Damals hat bekanntlich nicht Österreich Italien, sondern Italien Österreich 1915 den Krieg erklärt. In der Zwischenkriegszeit versuchte die Erste Österreichische Republik ihre Unabhängigkeit und Souveränität, vor allem seit 1934 von Nazi-Deutschland zu wahren, wie man weiss, auch mit der Unterstützung aus Italien. Als dann später der Führer das Land Südtirol, das ihm nie gehörte, dem Duce Italiens einfach "schenkte", liess Italien Österreich wieder einmal im Regen stehen ind wie eine heisse Kartoffel fallen, der Preis war bekanntlich die weitere italienische Fremdherrschaft in Süd-Tirol. Die weiteren Folgen für Östereich 1938, Europa 1939 und die Welt bis 1945 sind bekannt und Italien als Kulturnation hat bis heute und zu keinem Zeitpunkt die Geschichte dieses schändlichen Treibens der eigenen Machthaber gegenüber Österreich 1915-1918 und 1938 so gut wie nie verarbeitet oder hinterfragt. Das Wort Vergangenheitsbewältigung ist in diesem Land ein Fremdwort und wer mit der eigenen Geschichte gerade so umgeht, der sollte sich eigentlich nicht über die herrschenden Missstände der Gegenwart in Italien wundern. Der Gast aus Deutschland hat vieleicht Recht mit dem Argument, wie ich es verstanden habe, dass man nicht so leicht eine sprachliche Grenze zwischen Österreich und Deutschland ziehen kann, da beide Länder Deutsch als Amtssprache benutzen. Dennoch, die Österreicher und die Süd-Tiroler sprechen laut Sprachkunde österreichische Dialekte, die zum Teil ident mit ober-bayerischen Dialekten sind. Die Nachbarländer der BRD, Schweiz und Österreich verwenden im eigenen Land eine nur diesen Ländern eigene Deutsche Sprache, falls man noch überhaupt Schwizerdutsch noch als ein Teil der Deutschen Sprache betrachten kann. Für mich ist das nicht der Fall, sondern es ist eine eigene neue germanische Schriftsprache. Die Deutsche Schweiz als Staat (Schweizer Geschichte, Kanton Schwyz, 1291, Rütli-Wiese) ist allemanischen Ursprungs, daher ist vieleicht dieses Land überhaupt ein allemanischer Staat schlechthin. Genau so verhält sich das mit Österreich - Ostarrichi, seit 996 urkundlich bekannt, in Hinblick auf sein alt-bajuwarisches Erbe, das im Zeichen des Österreichertum weiter in die neuen Zeiten geführt wurde und weiterhin in der heutigen Form der Österreichischen Nation fortgesetzt wird. Die Österreichische Staatsnation ist daher nach meinem dafürhalten eher eine Österreich-Bajuwarische Nation, sprachlich, kulturell und ethnisch, zu der auch die Tiroler und damit die Süd-Tiroler gehören und u.U. in eben sprachlicher Hinsicht auch viele Ober-Bayern in unmittelbarer Nachbarschaft zu Österreich, aber ich möchte hier nicht missverstanden werden und die echten bayerischen Bajuwaren zu Österreich zählen. Das können die Menschen vorort am besten entscheiden, wo sie zuerst ihr Vaterland sehen, glaube ich. Es ist aber unbestritten, dass es diese ethnische, sprachliche und kulturelle Verwandschaft gibt und sie wird in diesen Ländern auch so empfunden. Wir sind dennoch, alle die Deutsche Sprache verwenden, ein Teil der Deutschen Kulturnation, aufgeteilt auf mehrere Staaten und Nationen. Eines möchte ich noch anmerken, wenn man in irgendeinem Zusammenhang die Deutsche Kulturnation meint, dann fühlen sich manche, vor allem in Deutschland als DIE legitimen Erben und Verwalter dieses Begriffes, als ob sie sagen wollten, da sind wir die Deutschen in der BRD gemeint als der Mittelpunkt des deutschsprachigen Raumes. Das ist meiner Meinung nach grundfalsch. Die Deutsche Kulturnation gehört nicht dem zahlenstärksten Volk, den Deutschen in der BRD, sondern sie gehört allen, den kleinen und auch den grossen Nationen, Liechtenstein, Luxemburg genauso wie auch Österreich, Schweiz oder Deutschland. Also, es gibt in diesem Sinne sicherlich keinen "Klassensprecher", der für uns alle international auftreten darf oder kann, sondern jede dieser Nationen darf und will für sich selbst alleine sprechen. Genau so ist das auch bei anderen grossen Kulturnationen in Europa und es ist gut so. Das macht die ethnische und kulturelle Vielfalt und Grösse eines Sprachkreises und einer Kulturnation aus, und davon können alle nur profitieren. Die Grösse einer Kulturnation erkennt man in der Vielfalt und nicht in einem kulturellen Einheitsbrei. Übrigens, auch ausserhalb Italiens gibt es Italiener, die als ein Staatsvolk der Italienischen Kulturnation angehören, nämlich in Tessin/Ticino in der Schweiz und es geht ihnen dort in eigenem Land in Svizzera Italiana ohne Italien blendend. Italien als Staat war dort in der ganzen Geschichte dieses italienischsprachigen Landes bis heute nie eine denkbare Alternative zu status quo, auch wenn die Irredentisten in Italien sehr wohl ander Pläne für Tessin seinerzeit gehabt haben, sie sind aber an der Wehrkraft der Schweizer gescheitert! In Tirol südlich des Brenners war es stimmungsmässig auch nie der Fall gewesen, der damals fremde neue Staat ist den meisten Menschen bis heute fremd geblieben. Italien hat es bis heute nie zugelassen, dass die Menschen in Süd-Tirol über die Frage der eigenen Selbstbestimmung als Süd-Tiroler deutscher, ladinischer und italienischer Sprache abstimmen dürften. Der Landeshauptmann von Südtirol (in der BRD ein Ministerpräsident eines Bundeslandes) hat nicht vor allzu langer Zeit in einem Zeitungsinterview gemeint, man würde uns Südtirolern nur ein halbes Jahr Zeit für die Vorbereitung eines Referendums geben und er wäre sich sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Süd-Tirols sich für die Landeseinheit und Rückkehr zu Österreich eintscheiden würde. Ich glaube, die Fragen des Gastes aus der BRD, sind jetzt von mir damit erschöpfend un geschichtlich korrekt beantwortet worden.

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Hallo Zusammen!
Ich möchte dieses zugehörigkeits Thema nicht noch mehr vertiefen,aber mich würde dazu so einiges interessieren, wenn Sie (Markus A.)schon so weit in der Geschichte zurückgehen.Die Gemeinde aus der ich stamme und wohne (Württemberg) gehörte bis 1806 zu "Vorderösterreich". Ist mein Vaterland deshalb Österreich?
Meines wissens gehörten wir alle mal zum "Heiligen Röm. Reich Deutscher Nation"oder später zum "Deutschen Bund"( auch Südtirol).Außerdem verstehen meine Landsleute in Nord oder Ostdeutschland, wenn wir Schwaben untereinander reden auch kaum ein Wort. Oder wenn z.B. Kölner ihr "kölsch" sprechen verstehen wir süddeutschen auch nichts. Ich verstehe nicht ,warum Sie immer wieder die Unterschiede der Südtiroler zu den deutschen in den Vordergrund stellen.Ich kenne es aus meinen vielen Südtirol Aufenthalten ganz anders.Ich denke Sie können ihren Landsleuten nicht aufzwingen was sie als Vaterland sehen sollen. Außerdem glaube ich, daß wir dtsch., österr.,südtiroler., mehr gemeinsam haben als der ein oder andere möchte.Ich denke eine Wiedervereinigung mit Österreich dürfte eher schwierig werden, weil die Südtiroler schon zu lange abgetrennt sind und sie sich als Südtiroler fühlen.Also wenn los von Italien dann schon eher Selbstständig (glaube ich).Ich wünsch den Südtirolern das Beste für ihre Zukunft, weil ich das Land und seine Bewohner sehr schätze.

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Ein Tirol - Eine Nation
P.S. Ich habe natürlich in meinem letzen Kommentar, in dem von mir angeführten Zusammenhang, den Spitzenpolitiker der Freiheitlichen Partei Südtirols Pius Leitner gemeint aber einen anderen Namen genannt, Herr Pöder gehört der orangenen Partei. Ich bitte um Nachsicht!

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Ein Tirol - Eine Ntion
Ich wollte dem Matteo G. C. keine Sympathien mit der extremen italienischen Rechten unterstellen, ich habe nur auf einige Paralellen der Sichtweisen hingewiesen. Jeder kann selber für sich sprechen oder schreiben und eventuelle Missverständnisse ausbessern. Wir sollten uns daher immer mit Respekt begegnen, gerade was die Beziehungen zwischen den Italienern und den "Tedeschi", den Deutschsprachigen in Südtirol und in Österreich betrifft. Für die Schweizer und die Österreicher zusammen mit den Süd-Tirolern zum Beispiel, gibt es nichts ärgeres, als wenn man sie alle, zusammen mit allen anderen, die Deutsch sprechen, in einen Topf wirft. Eine Nation muss sich nicht zwangsläufig nur über die Sprache definieren. Im deutschsprachigen Kulturraum gibt es eine sehr lange Tradition von Zugehörigkeit zu verschiedenen Nationen. Genauso, wie auch in Nordeuropa, wo man an der Zugehörigkeit zu der "Nordischen Nation" (Nordiska Nationen) heute noch festhält, zu der die Schweden, Norweger, Isländer, Dänen, Finnlandschweden (aber nicht die Finnen), Färöerinsulaner und die Dänen aus Norddeutschland gehören. Es gibt auch eine Engliche Kulturnation ohne Wenn und Aber mit Grossbritanien, Irland, USA, Kanada, Australien, Neuseeland etc. Genauso gibt es auch eine Französische Kuturnation, nicht nur in Europa. Es hat früher einmal vor der Zeit der Einheit der vielen italienischen Staaten auch eine Italienische Kulturnation gegeben, die durch Rissorgimento und Iredenta mit Garibaldi zu einer Staatsnation vereint wurde. Dieses Beispiel muss nicht überall gelten, da jeder Sprachraum einer Kulturnation eine andere Entwicklung nehmen kann. Die Unterteilung in Germania - Deutschland, Helvetia - die Schweiz und Noricum - Österreich, gab es schon vor 2000 Jahren in der antiken Römerzeit. Davor war dieses Land auch als vorwiegend keltisches Königreich "Noraja" bekannt, der Sage nach. Das heutige Land Ostarrichi - Österreich der Babenberger, der Habsburger, der I. und II. Republik, ist seit dem Jahre 996 urkundlich bekannt, zudem auch das Land Tirol seit cirka 650 Jahren gehört. Im Zeitalter der erwachenden Nationalismen im XIX. Jhdt. verstanden sich die Menschen in diesem Land mit deutscher Muttersprache als Deutsch-Österreicher, genauso wie sich heute die Schweizer mit deutscher Sprache als Deutsch-Schweizer betrachten. Das bezieht sich aber nur auf die sprachliche Zugehörigkeit, die heute von diesen beiden Völker empfundene nationale Herkunft ist eine andere. Die Schweizer sind Schweizer und die Österreicher sind die Österreicher, Punkt. Die Schweizer sprechen Hochdeutsch und Swizerdutsch, sowie noch drei andere Sprachen, die Österreicher Österreichisches Hochdeutsch und viele Dialekte, u.a. Tirolerisch. Die Spitzenpolitiker Südtirols bezeichnen auch nicht erst seit gestern die Südtiroler als DIE Österreichische Minderheit in Italien, Quelle: Parteiobmann der SVP Pichler Rolle, Landeshauptmann von Südtirol Luis Durnwalder, bei der FP, der Parteivorsitzende Pöder, bei der STF die Frau Dr. Eva Klotz und Sven Knoll, bei der Union f.ST andere Spitzenpolitiker dieser Partei. Bei den Traditionsverbänden von grosser Bedeutung für das Land, wie die Süd-Tiroler Schützen, hört man auch nichts anderes als das: Wir sind Süd-Tiroler, Österreicher und Angehörige der Deutschen Kulturnation. Ich hoffe, das langt jetzt als Erklärung.

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Lieber Markus,
Deine Ausführungen stimmen voll und ganz, ich wollte jetzt auch keine Diskussion bezüglich Volkstum oder nationale Zugehörigkeit vom Zaun brechen, verstehe mich nicht falsch.
Für einen Bundesdeutschen sind aber auch die deutschsprachigen Südtiroler ein Teil der deutschen Kulturnation, die austro-bajuwarische Dialekte spricht.
Zumindest sehe ich es so.
Daß euer Brauchtum, euer Dialekt, eure Traditionen sich von denen anderer unterscheiden (z. Bsp. Schwaben, Rheinländer, Sachsen, Friesen, Niederdeutsche) weiss ich auch, das mußt Du mir nicht sagen.
Ich hätte nur gerne gewußt, wieso Du mir Sympathien mit der Fiamma Tricolore oder mit Unitalia vorwirfst, was ich äußerst beleidigend finde, da ich keinerlei Sympathien für solche Bewegungen und Parteien hege.
Du sagst, die Iren, Waliser und Schotten sprächen englisch, ohne Engländer zu sein....Richtig, sie sind ja schließlich Kelten und das einzige, was sie mit den Engländern gemeinsam haben, ist die britische Staatsangehörigkeit.
Die Waliser (beser gesagt Cymrier) beherrschen auch ihre keltische Ursprache, in den schottischen Highlands wird auch noch Gälisch gesprochen und in Irland ist Gälisch mit Englisch die offizielle Staatssprache.
Über das Leiden der Iren unter der britischen Herrschaft und die Zwangsanglisierung brauche ich jetzt nicht zu sprechen, darüber weißt Du wahrscheinlich auch genau bescheid.
Beste Grüße aus Frankfurt,
Matteo

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Ein Tirol, Eine Nation
Eine Schrifstsprache ist nur eines der vielen Merkmale für eine existierende Nation. Dazu sprechen die Tiroler und Österreicher vorort und oft starke lokale Dialekte und miteinander spricht man unter Umständen auch nicht immer Hochdeutsch, sondern in Dialekt. Manche Dialekte sind für Fremde und sogar für die Menschen aus Deutschland kaum verständlich. Der ost-tiroler Bergbauer versteht die Touristen aus Deutschland, aber wenn er nur Dialekt spricht, verstehen ihn oft die Deutschen überhaupt nicht. Die österreichische Dialektsprache entwickelt sich parallel zu Hochdeutsch und zu Schwitzerdutsch in der Schweiz. Das österreichische Hochdeutsch, das man auch nach Definition der Germanisten in Südtirol verwendet, ist noch dazu eine ZWEITE und gleichberechtigte Variante der deutschen Hoch- und Schriftsprache und unterscheidet sich markant nicht nur in der Aussprache von Deutsch in der Bundesrepublik Deutschland. Das gilt besonders für den österreichischen und tiroler Sprachwortschatz. Aus diesem Grund gibt es auch ein Österreichisches Wörterbuch für die Sprache in Österreich und in Süd-Tirol, wo man diese Unterschiede für die Fremden erklärt. Nach meinen Untersuchungen weicht eideutig fast ein Drittel der gesprochen Sprache von Hochdeutsch ab, wenn man Wert darauf legen würde in Dialekt zu sprechen mit Bedachtnahme auf die Verwendung des Dialektwortschatzes. Dieses Österreichische Wörterbuch gibt es bereits seit über 50 Jahren (das war die älteste Ausgabe, die ich einmal gesehen habe) und es wird dauernd auktualisiert und neuaufgelegt. Über all die Unterschiede zwischen Hochdeutsch und Österreichdeutsch kann man sich auch bei den Buchstaben, von A bis Z, auch auf der Sprachforscher- und Germanistenseite informieren:
http://ostarrichi.org/
Die österreichischen Dialekte stammen ursprünglich aus dem bayerischen Urdialekt und sind zum Teil mit diesem ident, vor allem im grenznahen Bereich. In Österreich und in Süd-Tirol kann jeder bei Bedarf in Dialekt sprechen aber in Bayern nur manche Menschen, am ehesten die Ur-Bayern aber nicht die Franken, Schwaben und die Preussen. Heute lebt die absolute Mehrheit der Sprecher der byerisch-österrreichischen Dialekte nicht mehr in Bayern, sondern in Österreich. Manche Ur-Bayern fühlen sich deswegen in Österreich nicht nur sehr wohl, sondern sie empfinden dieses Land als ihre zweite Heimat und auch die Österreicher, mit den Süd-Tirolern, sehen in Bayern nicht nur eine enge Sprachverwandschaft, aber nur bis daher und nicht weiter. Bayern gehört zu Deutschland, Österreich ist ein eigenes Land seit mehr als Tausend Jahren. Das müsste wohl reichen, um eine eigene Identität zu haben und nachzuweisen, genauso übrigens, wie in der Deutschen Schweiz. Darüber hinaus gibt es noch den Begriff der Deutschen Kulturnation, zu der alle gehören, die die deutsche Schriftsprache verwenden. Die Iren, Waliser, Schotten sprechen aber auch Englisch, ohne Engländer zu sein, die Montenegriner Serbisch, in Nordeuropa sind Schwedisch und Norwegisch mehr oder weniger idente Sprachen. Die Frage zu stellen, ob es jemals österreichisches Volkstum einer österreichischen Volksgruppe gegeben hätte, haben die Menschen, die sich dazu aus freien Stücken bekennen schon längst beantwortet. Leider wissen das manche immer noch nicht. Ich weiss es aus Erzählungen von den Österreichern, dass es sie gelegentlich auf die Palme bringt, wenn ihnen von manchen Bundesdeutschen diese eigene nicht bundesdeutsche Identität abgesprochen wird. Es gibt dazu wissenschaftliche Untersuchungen und danach bejahen heute über 93-95% der deutschsprachigen Ur-Österreicher die Existenz der eigenen Österreichischen Nation. Vor allem nach dem II. Weltkrieg hat Österreich sehr viele, sogar Hunderttausende sog. Volksdeutsche und Vertriebene aus Osteuropa und Balkan aufgenommen und gerade diese Menschen hatten oder haben manchmal Probleme damit, in Österreichertum eine geistige Heimat zu finden. Das deutschnationale Lager ist aber in diesem Land verhältnismässig klein und sogar der bekannte Politiker J.Haider von BZÖ und der H.C. Strache von der FPÖ aus Österreich bekennen sich ohne wenn und aber zur Existenz der eigenen Österreichischen Staatsnation, was nicht bedeuten würde, dass man die enge sprachliche und kulturelle Verwandtschaft zu den Deutschen in Deutschland nicht schätzen würde, ganz im Gegenteil! Die Österreicher mit den Süd-Tirolern, die Deutsch-Schweizer, Elsässer, manche deutschsprachige Luxenburger und Belgier und die Deutschen aus der Bundesrepublik verwenden die gleiche Schriftsprache und bestehen wehement auf die Unverwechselbarkeit der eigenen nationalen Herkunft. Daher empfinden dies z.B. die Süd-Tiroler, Österreicher oder Schweizer als eine verbale Ohrfeige, wenn man ihnen diese Identität abspricht und es ist ein Affront sondergleichen, wenn man überhaupt solche Fragen noch heute stellt! Das Österreichische Volkstum gibt es genauso, wie es auch Deutschschweizer-Volkstum gibt. In diversen Suchmaschinen findet man genug Hinweise zu diesem Stichwort und ich fühle mich nicht dazu berufen grobe Bildungslücken bei manchen Forumteilnehmern zu schliessen. Gerade in Tirol südlich des Brenners hat noch diese Frage eine zusätzliche sehr starke politische Konotation, daher sollte man verdammt gut aufpassen, was man sagt oder schreibt, damit die Gegenseite einen noch ernstnimmt als Dialogpartner. Der Matteo Gesualdo Corwaja hat gerade noch die Kurve gekriegt, wenn er aus Unkenntnis etwas behapten würde, was nachweislich nicht so ist, wie er zu glauben scheint. Was und wer wir sind, in Süd-Tirol und in Österreich, das bestimmen nur wir und sonst niemand auf der Welt, nicht in der BRD und nicht in Italien! Das, was die Österreicher mit den Süd-Tirolern am meisten von den Deutschen unterscheidet, ist laut Eigendefinition die gemeinsame Schriftsprache, aber sonst haben wir uns alle recht gerne, darüber besteht ja kein Zweifel.

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@Markus A.
Ich weiss nicht, was Du heute gefrühstückt hast, aber ich möchte gerne wissen, wo Du auch nur ansatzweise was faschistisches in meinem POsting siehst.
Ich bin wirklich der allerletzter, der den Südtirolern irgend einer italianità aufdrücken möchte.
Natürlich ist euer Vaterland Österreich, aber Du kannst mir nicht weiss machen, ihr würdet nicht deutsch sprechen!!!
Außerdem, werden die Südtiroler überall als deutsche Mindereit bezeichnet, nicht als österreichische.
Hat es jemals eine österreichische Voksgruppe oder ein österreichisches Volkstum gegeben?
Fiamma Tricolore oder Unitalia sind die letzten Parteien, die ich jemals wählen würde.
Lies' Dir mal besser, das was ich schreibe, durch.

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Ein Tirol. Eine Nation
Das, was der Matteo Gesualdo Corwaja über die Identität der Südtiroler schreibt, das deckt sich zu 100% mit dem, wie das Lager der italienischen Nationalisten und Postfaschisten in Südtirol und darüber hinaus darüber denkt, nämlich: es gäbe keine Tiroler Sprachgruppe in Alto Adige und diese habe noch nie etwas von einem Österreichischen Vaterland gehört. Das würde euch nur so passen, dass wir unsere Identität zugunsten der Italianitá aufgeben, aber diesen Gefallen werden wir euch ganz sicher nicht tun! Möglicherweise hat sich der Matteo bei der Adresse geirrt und glaubt er schreibt auf der Seite der Unitalia oder Fiamma Tricolore. Diese politische Bewegung musste doch mit der Zeit zähneknirschend zugeben, dass es doch eine anderssprachige Sprachgruppe in alto Adige gibt, am besten aber keine tiroler und schon gar nicht eine österreichische, sondern eine deutschsprechende Minderheit, obwohl die Süd-Tiroler im eigenen Land eine 3/4 Bevölkerungsmehrheit sind. Nach der Annexion Südtirols begannen die italienischen Fanatiker nicht nur in Schwarzhemden der Faschisten mit ihrer "Arbeit" aus Süd-Tiroler gefügige Italiani zu machen. Der "Vordenker" dieser Wahnidee, Ettore Tolomei glaubte, das würde höchstens 20 Jahre dauern, allerdings achon nach zehn Jahren musste er resignierend zugeben, trotz Brachialgewalt der Italianisierung, Verbot der deutschen Sprache und Schulen, "das werden wir Italiener nicht einmal in 200 Jahren schaffen, da die Ablehnung Italiens als Staat, Sprache und Kultur in diesem Bergvolk solche Ausmasse erreicht hat, dass diese Aufgabe uns als unmöglich erscheinen muss." Die Italiener sind erst hier massenweise in der Zeit des Duce gekommen, um uns im Sinne des italienischen Faschismus zu "kolonialisieren" und uns, wie sie meinten, die "Zivilisation, die richtige Sprache und die Kultur" beizubringen, wie man heute noch auf dem Mussolinitempel im Zentrum von Bozen lesen kann. Italien ist hier, ob der Matteo es will oder nicht, bis heute ein Fremdkörper geblieben, abgesehen vieleicht von Raum Bozen, wo viele Italiener leben. Auf dieser Seite der Süd-Tiroler Freiheit kann man nicht erst seit gestern nachlesen, als was sich die Menschen hier definieren und wo sie ihr Vaterland sehen. Das was wir sind, oder ob wir uns für Tiroler und Österreicher halten, das überlässt ihr aber bitte schön uns! Am vergangenen Sonntag auf der Burg Sigmundskron sind bei der Veranstaltung der Süd-Tiroler Schützen, 50 Jahre nach der Selbstbestimmungkungebung - Los von Trient und Rom, auch zu diesem Thema klare Worte in Namen der Schützen gefallen. Die Süd-Tiroler Schützen betrachten die eigene Volksgruppe als Tiroler und damit Österreicher und im weiteren Sinne als ein Teil der deutschsprachigen Kulturnation. Nichts anderes hört man auch von der Seite der grössten Partei des Landes, der SVP, aber auch von der FP und Union. Die Aufgabe der Erlangung der Selbstbestimmung für das Land Süd-Tirol und Wahrung der tiroler und damit der österreichischen Identität des Landes findet man als oberste Ziele in allen Parteiprogrammen der Parteien der deutschsprachigen Tiroler Volksgruppe in der von Italien verwalteten Autonomen Provinz Bozen. In den Petitionen von 1918, 1946 und 2006 bekannte sich aus freien Stücken die süd-tiroler Bevölkerungsmehrheit hier geschlossen, klar und deutlich zur Selbstbestimmung des eigenen Landes und Volkes, gegen die italienische Fremdherrschaft und für Wiedererlangung der staatlichen Zugehörigkeit zu Tirol und zu unserem Vaterland Österreich. Nimmt das endlich einmal zur Kenntnis, egal ob euch das in den Kram passt oder nicht!!! Etwas anderes wider besseren Wissen zu behaupten, ist nicht nur unwahr, sondern auch schäbig, provokativ und verletzend für sehr viele Menschen in Süd-Tirol.

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Matteo Gesualdo Corvaja

@Martin
Du solltest vielleicht nochmal im Geschichtsbuch schauen: Die Brennergrenze war kein faschistisches Hirngespinst, sondern war in den Köpfen einiger italienischen Nationalisten lange vor der Entstehung des Faschismus präsent.
Italien sollte sich auf jeden Fall für die Verbrechen nund das UNrecht, daß die Südtiroler gelitten haben, entschuldigen, aber die Südtiroler sollten selber nicht ihre Leichen im Keller, aus der Zeit von 1943-1945, vergessen.

@
In Bayern will niemand den Christen die islamische Kultur aufzwingen, was für ein Blödsinn!
In bayerischen Schulen wird den islamischen Kindern islamische Religion unterrichtet, was um einiges besser ist, als daß sie in irgend einer dubiosen Koranschule von einem Haßprediger manipuliert und beeinflußt werden.
Die Einwanderungswelle, die Du meinst, war von oben, vom Staat gesteuert, es war keine freiwillige Zuwanderung.
Und daß Europa ein Einwanderungskontinent geworden ist, kann wohl kaum jemand verleugnen, wir müssen uns damit abfinden, man kann heute keine Grenze mehr zumauern, selbst die Amerikner haben es nicht geschafft, die mexikanische Einwanderungswelle zu stoppen, trotz ihres Walls an ihrer südlichen Grenze.
Zwei- bzw. Mehrsprachigkeit sind nicht nur enie Bereicherung für jeden, sie sind in einer Grenzregion sehr wichtig. Wie haben es denn die Ladiner bloß geschafft, ihre Kultur und Identität zu behalten, obwohl sie gezwungenermaßen drei Sprachen sprechen müssen? Und das trotz Zwangsgermanisierungen und -italianisierungen im 18., 19., und 20. Jahrhundert!
Die Politik der SVP war nie nach Selbstbestimmung orientiert, den Parteibeschluß von 1969 solltest Du als Südtiroler kennen.
Die SVP hat sich für die Autonomie entschieden, und diesen Weg geht sie strikt und konstant seit fast 40 Jahren.
Die Südtiroler mögen kein Volk sein, Du hast recht, aber so wie es kein Südtiroler Volk gibt, so gibt es auch keine österreichische Volksgruppe und keine österreichische Minderheit in Italien: Die Südtiroler gehören, wenn schon, der deutschen Voksgruppe an, und sind eine deutsche Minderheit im italienischen Staat.

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Südtirol - Wohin?
-" Hat unsere Wirtschaft in diesem Staat noch eine Zukunft?"
Da muss man doch unterscheiden und klar festhalten, dass Süd-Tirol nicht wegen Italien wirtschaftlich „relativ gut“ (was immer das auch hießen mag) dasteht, sondern aus vielen anderen Gründen.

- Werden die ausländischen Arbeitskräfte unsere Gesellschaft verändern?
Ich kenne kein erfolgreiches Integrationsbeispiel. Weil es keines gibt bzw. ist es eine Floskel für jene Politiker, die dem Volk nicht die Wahrheit sagen wollen. Und Islam Unterricht ist das Perverseste was man machen kann. Willst du den Bayern arabische Kultur und eine mittelalterliche, religionsorientierte Politik und Lebensform aufzwingen?
Besonders eine Einwanderungswelle war in Südtirol nicht gewollt. Dafür mußten sogar einige Süd-Tiroler ihr Leben lassen. Wir brauchen KEINE zweite Welle mehr.

- Ist unsere kulturelle Identität gesichert?
Die Südtiroler sind kein Volk (wie es Durnwalder und die Landesfürsten gerne hätten), sondern ein Teil der Tiroler und österreichischen Volksgruppe.
Wenn manche Süd-Tiroler sagen: ich bin Italiener, weils halt so im Pass drinnen steht, dann ist es mit der Identität nicht weit her.
Diese Gedankenlosigkeit wird von der SVP sogar noch gutgeheißen (siehe Video Wahl 2003).

- Gibt es eine schleichende Italienisierung
Bei diesen (Hoch-) Deutschkenntnissen der Südtiroler ist Zwei- oder Mehrsprachigkeit auf jeden Fall eine schleichende Entdeutschung.
Ausschlaggebend ist nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft. Die Politik der SVP zeigt einen nicht vorhandenen Willen zu einer Selbstbestimmung für das Volk, aber eine Integrationsarbeit hinein in den italienischen Staat.
Genau das ist eine schleichende Italienisierung.

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Selbstbestimmung
Ich finde es für einen Staat wie Italien absolut beschämend und kann dessen Verhalten gegenüber Südtirol absolut nicht verstehen. Dieser Staat mit seiner großartigen Kultur und Liebenswürdigkeit seiner Bewohner hat es doch absolut nicht notwendig, das kleine Sütirol, daß ihm nicht gehört, ständig ans Gängelband zu holen, ob in Rom jetzt die Rechte oder Linke Seite regiert. Auf eine Grenze, die vor 1918 nie bestand und nur durch Hirngespinste ital. Faschisten ins Rampenlicht rückte, heute noch zu beharren und dem kleinen Volk der Südtiroler die Selbstbestimmung zu verweigern, zeigt von absoluter Charakterlosigkeit ersten Ranges. Vor was habt ihr Angst? Ihr würdet nur Unrecht beseitigen und euer Ansehen würde in der Welt erheblich steigen. Man würde Italien nicht mehr nur mit Mafia und Schattenwirtschaft assoziieren, sondern mit Stärke und Größe. Liebe Leute in Rom, gesteht euren Fehler von 1918 ein, gebt den Südtirolern die Selbstbestimmung und entschuldigt euch für euer Verhalten bei diesen Menschen in deren Land. Wir leben heute in einem vereinten Europa und sollten das auch leben. Gebt Südtirol frei und laßt sie sich selber entscheiden, was sie wollen. Ihr habt dieses Land nie erobert, sondern bei Scheinverhandlungen in Paris ergaunert. Sie wurden auch öfters gegen ihren Willen eurem Staat einverleibt. Unverständlich, daß Rom seine Politik auf faschistische Wurzeln legt. Ich verstehe dies als Aufruf an die Regierung Prodi, der ja bekanntlich alles andere als ein Faschist sein möchte, die Unrechtsgrenze am Brenner, welche faschistischem Gedankengut entspringt, durch Zuerkennung des Selbstbestimmungsrechtes an die süd-tiroler Bevölkerung, zu beseitigen. Es ist wahr, daß kein Unrecht ewig währt. Ich selbst stamme aus Österreich und uns ist Süd-Tirol immer noch eine offene Wunde und wird es wohl bleiben, solange keine endgültige Entscheidung über dieses Land getroffen wurde. Gebt den Süd-Tirolern das Selbstbestimmungsrecht, damit dieses Kapitel zwischen Österreich und Italien abgehakt werden kann. Wie immer sich die Bevölkerung bei dieser Abstimmung entscheidet, das ist danach zu akzeptieren. Italien hat doch nur Angst, weil es sich sicher ist, daß sich die Südtiroler gegen die Fremdherrschaft Italiens entscheiden werden. Ihr könnt die Bevölkerung nicht durch Druck und Geld für Euch gewinnen. Prodi - zeig bitte einmal Größe

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Südtirol - Wohin?
-" Hat unsere Wirtschaft in diesem Staat noch eine Zukunft?"
Ich denke schon. Bei all den Pannen, die man dem italienischen Staat nachweisen kann, steht Südtirol wirtschaftlich ganz gut dar. Nicht nur auf italienische Ebene gesehen, sondern auch europaweit.

- Werden die ausländischen Arbeitskräfte unsere Gesellschaft verändern?
Ja, so wie sie es in allen anderen europäischen Ländern auch tun. Wenn man eine vernünftige Integrationspolitik betreibt, die Bildung von Ghetto-Vierteln hindert und, ähnlich wie in Bayern, man den Islam-Unterricht in Schulen, in denen muslimische Kinder sich befinden, fördert, kann es durchaus positive Gesellschaftsentwicklungen bringen.
In seiner Geschichte hat ja Südtirol schon mehrere Einwanderungswellen gehabt und war schon immer ein Treffpunkt und ein Kreuzweg der Kulturen und Sprachen.

- Ist unsere kulturelle Identität gesichert?
Ich denke, die Südtiroler sind durchaus eines der Völker Europas, die am meisten zu ihren Wurzeln stehen und ihr Brauchtum pflegen.

- Gibt es eine schleichende Italienisierung
Was versteht man unter "schleichende Italianisierung"? Der Anteil an "Italiener" ist von 1971 bis 2001 von 33% auf 26% gesunken. Zwei- oder Mehrsprachigkeit würde ich nicht als "schleichende Italianisierung" bezeichnen.

oder
- Selbstbestimmung?
Wäre sehr zu erhoffen.

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ohne Italien
Mit Italien werden wir sicher in naher Zukunft untergehen, aber nicht nur wirtschaftlich, sondern auch der Identitätsverlust durch die schleichende Italianisierung wird oft unterschätzt und ist daher eine Gefahr für uns Süd-Tiroler.
Es muss endlich akzeptiert werden, dass es so nicht mehr weiter geht, und wir Tiroler dürfen daher nicht den Mut verlieren die Selbstbestimmung anzustreben.

LOS VON ROM!

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Wirtschaftlich gesehen!
Mit Österreich mitten in Europa.

Mit Italien im Mittelmeer.