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Eigene Kollektivverträge für Südtirol!

Die Bewegung SÜD-TIROLER FREIHEIT, Bezirk Pustertal, ersucht die Gewerkschaften, so bald wie möglich, die Kollektivverträge für Südtirol gesondert auszuhandeln, da das tarifliche Einkommen vieler Arbeiter und Angestellten in Südtirol unter der Kaufkraft und den mindesten Lebenserhaltungskosten stehen.

Die Löhne der hart arbeitenden Bevölkerung in Südtirol stehen in keinem Verhältnis zur Kaufkraft der Bevölkerung und den Lebenserhaltungskosten, da die Kollektivverträge – und dadurch die Mindesttarife – gesamtstaatlich festgelegt werden. Die aktuellen Tarife sind bestimmt für einen Sizilianer oder Neapolitaner gut, um damit sich einiges leisten zu können, für uns Süd-Tiroler jedoch sind sie zu niedrig, wenn man bedenkt, dass in Süd-Tirol ein Macchiato 1 € kostet, der in Sizilien aber 0,70 € kostet. Weit schlimmer ist es in Südtirol um die wirklich notwendigen Spesen bestellt: Mieten, Kaufpreise für Wohnungen, Autos, Lebensmittel, Kleidung und vieles mehr, was man zum täglichen Leben braucht, kostet um ein Vielfaches mehr, als in anderen Regionen Europas. Die Löhne sind also viel zu niedrig, für die Normalverdienende 1000 € – Nettogehaltsbevölkerung! Die Kaufkraft schwindet immer mehr- nur die Reiche und Besitzenden werden reicher und wohlhabender. Otto Normalverbraucher lebt bereits jetzt schon mit der Hand in dem Mund!

Die Kaufkraft beschreibt das verfügbare Einkommen, also jenen Betrag, der dem Arbeiter nach Abzug der Steuern und Sozialversicherung übrig bleibt. Je höher dieser Betrag ist, und je mehr man sich für dieses Geld kaufen kann, desto größer ist der Wohlstand. Im Europäischen Vergleich hinkt Südtirol mehr als Hundert Regionen nach und liegt hinter Nord- und Osttirol, wo die Kaufkraft höher liegt.

Seit der Abschaffung der Kontingenzzulage im Jahre 1993 – die zwar die Inflation in die Höhe trieb, aber den Arbeitern eine vierteljährliche Lohnanpassung anhand der Inflationsrate garantierte- und der Einführung des Euro, wurde das Leben immer teuerer und es wird daher immer schwieriger werden, mit dem normalen Gehalt über die Runden zu kommen: In Südtirol verdienen die Arbeiter jährlich fast 1.000 € weniger als in Nordtirol, in einer Arbeitnehmerfamilie mit zwei Kindern sogar 2.500 € weniger. Weiters verdienen in Südtirol mehr als ein Viertel aller Arbeitnehmer unter 1000 € Monatlich – die Meisten in Handelsbetrieben und Lehrlinge.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT fordert daher eine Lohnerhöhung um mindestens 250,- netto für alle Kategorien, und bittet die Gewerkschaften, sich dieser Forderung anzuschließen und eine Kollektivvertragliche Selbständigkeit Südtirols aushandeln, da es so nicht weitergehen kann.

Gleichzeitig müssen jedoch auch die Lohnnebenkosten unbedingt gesenkt werden, damit die Betriebe nicht unter zu schwerem finanziellen Druck leiden, und somit ihnen es auch erleichtert werden kann, die Löhne an sich zu erhöhen.

 

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Landeskollektivverträge werden
in den wichtigsten Branchen (Tourismus, Bauwesen, Handel, Handwerk) bereits jetzt ausgehandelt werden. Die Forderung, wie sie in diesem Artikel gestellt wird, ist nicht sehr durchdacht. Das Problem liegt vielmehr darin, dass in Südtirol wie in Italien die Zusammensetzung der KV-Parteien sehr heterogen ist: Wenn ich einen Landeszusatzvertrag aushandle, gilt dieser sowohl für gutgehende wie für weniger gutgehende Branchen. Natürlich: Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände könnten mehr Zusatzverträge abschließen, als es vor allem den Gewerkschaften gelingt. Aber dazu müssten die Gewerkschaften stärker unterstützt werden.