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Debatte zur Regierungserklärung – Zusammenfassung der Rede von Sven Knoll

sven_knoll2.jpgSven Knoll hätte sich von der Regierungserklärung mehr Neues erwartet, er sei aber enttäuscht worden. Der Landeshauptmann habe selbskritisch gesagt, vielleicht habe er das falsche Alter, um die Jugend zu verstehen. Mit seinen 28 Jahren könne er diesen jugendlichen Blick beisteuern, meinte Knoll. Die Jugend wünsche Visionen, auch über die Zukunft dieses Landes. Wichtige Themen würden in der Regierungserklärung nicht angesprochen, so die Begnadigung der Freiheitskämpfer oder die Beseitigung der faschistischen Relikte. Die Ortsnamensfrage wurde auf die lange Bank geschoben, auch die angekündigte Initiative sei ungeeignet, das faschistische Unrecht wieder gut zu machen.

Knoll ortete auch viele positive Ansätze in der Regierungserklärung,
allerdings müssten sie auch umgesetzt werden. Betriebe würden
reihenweise auswandern, weil sie in diesem Staat keine Zukunft sähen.
Die Einwanderungsfrage werde schön geredet, dabei sei sie für die
Zukunft des Landes entscheidend. Die Kundgebung von Sigmundskron 1957
wurde gerade wegen der Zuwanderung abgehalten. Die Ausländerkinder
besuchen fast ausschließlich italienische Schulen, bald werden sie
Italiener sein und kein Interesse an einem selbstbestimmten Südtirol
haben.

Die Regierungserklärung halte in der Hauptsache am Bestehenden fest: an
der Zugehörigkeit zu Italien, zu einem Staat, der politisch wie
finanziell in Krise sei. Die Autonomie sei über Jahrzehnte geeignet
gewesen, unsere Identität zu erhalten, dies könne sie aber nicht mehr
weiter garantieren. Das erkenne man auch an den verschiedenen
Schulexperimenten mit dem Zweitsprachenunterricht.

Durnwalder müsse sich die Frage stellen, als welcher Landeshauptmann er
in die Geschichte eingehen wolle: der, der Südtirol in die
Selbstbestimmung geführt hat, oder der, der für den Verbleib bei
Italien gesorgt hat. Die Jugend wünsche sich eine gesicherte Zukunft,
und das könne es nur geben, wenn man über die Autonomie hinaus gehe. Er
wolle aber nicht die ganze Regierungserklärung schlecht reden, man
werde sehen, was in den kommenden Jahren umgesetzt werde.

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