8. Dezember 2008: Gedenkfeier für Sepp Kerschbaumer in St. Pauls/Eppan
Dienstag, 2. Dezember 2008
sepp_kerschbaumer_2008.jpgVor 44 Jahren stand ganz Südtirol klagend und trauernd am Grab des Kaufmanns aus Frangart, Sepp Kerschbaumer. Weit über 20.000 Tiroler gaben ihm das letzte Geleit. Niemand hatte die Menschen gerufen, sie kamen einfach. Die wenigsten hatten Sepp Kerschbaumer persönlich gekannt. Aber sie kamen. „Mit ihm sein Land Tirol“ stand auf der Schleife eines riesigen Kranzes. Deutlicher konnte damit nicht die Trauer und Achtung für einen Mann bekundet werden, der im Leben nie an sich gedacht, dem das Schicksal seiner Tiroler Heimat mehr am Herzen lag und der die Heimat mehr geliebt hat als sein Leben.

Das Begräbnis des im Leben allzeit bescheidenen Sepp wurde zu einer Großkundgebung für einen aufrechten Tiroler, für einen Märtyrer der Heimat.

Sepp Kerschbaumer stand mit 90 anderen Südtiroler Freiheitskämpfern am 9. Dezember 1963 in Mailand vor Gericht. Kerschbaumer hat dabei jegliche Verantwortung für die Demonstrationsaktionen auf sich genommen.

Am Montag, den 8. Dezember wird um 11.15 Uhr in St. Pauls/ Eppan eine Messfeier im Gedenken an Sepp Kerschbaumer und seine Mitstreiter gefeiert, anschließend wird im Friedhof bei einer Kranzniederlegung aller Freiheitskämpfer gedacht.

Für den Südtiroler Heimatbund
Roland Lang

sepp_kerschbaumer_2008.jpg


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Kommentare (2)
1. 03-12-2008 16:59
 
Hochachtung..
Die Freiheitskämpfer dürfen nicht 
vergessen werden... !! 
Hier stehe ich ganz und gar nicht auf der italienischen Seite!
 
2. 02-12-2008 12:33
 
Ein Spruch
Der britische Premierminister der Kriegsjahre Winston Churchill, bekanntlich ein großer Freund der Süd-Tiroler Selbstbestimmung, der nach 1945 sich auf der Seite der Allierten für die Klärung dieser Frage auf dem Wege einer Abstimmung leider erfolglos eingesetzt hat, hat einmal in Hinblick auf die schicksalhafte Luftschlacht um England der Jahre 1940/1 gesagt: "Noch nie haben so viele in der Geschichte so wenigen so viel verdankt". Das kann man auch voll und ganz in Hinblick auf die tragische Geschichte des Landes Süd-Tirol bei Italien für die Zeit des Kampfes um Selbstbestimmung nach der Tirol patriotischen Großkundgebung von Sigmundskron 1957 für die Tiroler südlich des Brenners unterschreiben. Ohne den heldenhaften Mut der Männer und Frauen des Widerstandes der 50er und 60er Jahre wäre weder die heutige Autonomie gekommen noch die jetzt klar vorhandene Perspektive der Selbstbestimmung des Landes vorhanden. Die Italianisierung mit der Politik der Brechstange der ethnisch gesteuerten Majorisierung durch Zuwanderung würde munter weiter gehen, die Süd-Tiroler würden weiterhin im eigenen Land nichts zu sagen haben. Das Wort in diesem Land würde wahrscheinlich allein der erzwungenen Italianità des Alto Adige gehören, nicht anders als in der Zeit vor 1943. Sie haben den von Kanonikus Michael Gamper bereits 1952 diagnostizierten ethnischen Todesmarsch der Süd-Tiroler gestoppt und der Maßlosigkeit der Macht der Fremdbestimmung die Stirn geboten. Ihnen blieb damals ganz einfach kein anderer Weg möglich. Wir können jetzt die Früchte dieser Opferbereitschaft ernten. Die Macht der Fremdbestimmung hat später ab 1972 wenigstens in der Frage der 1946 freiwillig eingegangenen Verpflichtung der Einführung der Autonomie bis 1992 auch nach endlosen Verhandlungen auch mit der Diplomatie der Schutzmacht Österreich zwar herzlos und lückenhaft aber doch nachgegeben. Der Kampf um die eigene politische Selbstbestimmung als eine unverwechselbare sprachliche, ethnische und kulturelle heute immer noch in Zahlen 3/4 starke Gemeinschaft der AP Bozen in der eigenen seit Menschengedenken angestammten aber fremdbestimten Heimat ist zu jeder Zeit der Geschichte und Gegenwart sowie Zukunft auch unter den schwierigsten Bedingungen möglich. Jeder noch so kleiner Einsatz zahlt sich aus und er wird auch in einem Land wie Süd-Tirol mit Zinsen und Zinseszinsen von der Vorsehung auch großzügig belohnt. Die Schande dieses historisch gesehen schrecklichen einem kleinen Tiroler Volk zwischen Salurn und Brenner ohne höheren Zwang und ohne Not angetanen Unrechts wird aber ganz sicher der Seite der Fremdbestimmung für immer überlassen werden. Sollte einmal das Land Süd-Tirol die Möglichkeit einer demokratischen Klärung der Frage der eigenen Selbstbestimmung bekommen, dann wird auch das ein Verdienst der Generation eines Sepp Kerschbaumer sein, der für Ein Tirol in den italienischen Kerkern als Folge der Behandlung im Sinne der "Carta bianca" gestorben ist. Für diese und andere Schandtaten ist von Hunderten Folterknechten des damaligen Systems so gut keiner zur Verantwortung von diesem Rechstaat gezogen worden. Die wenigen die man angeklagt hat, sind von den italienischen Gerichten freigesprochen oder gleich nach dem Urteil begnadigt worden, andere hingegen sind für ihre "Heldentaten" auf dem Felde der Verteidigung der Italianità bis in die höchsten Ämter dieses Staates befördert worden, wo sie sich später in dem bekannten Kampf gegen die Italienische Linke "ausgetobt" haben. Zum Schluß setzt sich aber fast immer und überall in der Welt eine unparteiische objektive Geschichtsschreibung durch, die auch in diesem Fall ganz genau die Unterscheidung zwischen Opfer und Täter-Rolle kennt. Diese war und ist in diesem Land wo die Zitronen blühen von sich aus niemals hinterfragt und bewältigt worden, auch fast 50 Jahre später nicht. Wer mit den Schutzbefohlenen in seinem direkten Machtbereich so umgeht, der hat schon längst, und in Süd-Tirol von Anfang dieser Herrschaft an, den moralischen Anspruch verloren, in Namen dieses kleinen Tiroler Volkes südlich des Brenners zu sprechen. Die Süd-Tiroler können das selbst oder ihre völkerrechtliche Schutzmacht in ihrem Namen auch tun.
 
Markus Anton

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