Faschismus am Kiosk! - Mussolini-Kalender wieder im Handel
Sonntag, 16. November 2008
mussolini_kalender_2009.jpgSeit kurzem ist auch in Süd-Tirol der Mussolini Kalender für das Jahr 2009 im Handel erhältlich. Die Meraner Gemeinderätin der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Reinhild Campidell, kritisiert diesen Umstand nun bereits zum wiederholten Male und ärgert sich, dass dieser Kalender in den Tabaktrafiken wieder frei zum Verkauf angeboten wird (z.B. in Neumarkt: Mvssolini Calendario - Storia del Duce; Euro 5,90, siehe Foto).

Laut Reinhild Campidell ist es unverständlich, wie faschistisches Gedankengut in Italien und Süd-Tirol in diesem Ausmaß in Ehren gehalten wird und somit immer neuer Nährboden für Neo-Faschisten gelegt wird. Der Kalender enthält 13 Bilder, auf welchen Mussolini in verschiedenen Posen verherrlicht wird, verziert mit faschistischen Symbolen. Darüber hinaus werden im Kalender die wichtigsten historischen Stationen seines Lebens festgehalten. Darunter Treffen mit Hitler, Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Rom sowie Ereignisse im persönlichen Umfeld von Mussolini.

Der Kalender ist mehreren Versionen erhältlich, so Campidell, welche auch Nachforschungen im Internet durchgeführt hat und den Kalender auf verschiedenen Seiten und in verschiedenen Ausführungen gefunden hat.

Die Gemeinderätin appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der VerkäuferInnen in den Tabaktrafiken und fordert diese auf, den Kalender aus moralisch- ethnischer Sicht, aber auch aus Rücksicht auf die Süd-Tiroler Bevölkerung, welche eine schlimme Zeit unter dem Faschismus erlebt hat, aus dem Handel zu nehmen.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT erinnert in diesem Zusammenhang auch daran, dass allein zwischen 1935 und 1941 zwischen 350.000 und 760.000 Äthiopier (Völkermord) dem brutalen Expansionsdrang des faschistischen Italien zum Opfer fielen (zum Teil durch Giftgaseinsatz). Auch dafür war Mussolini verantwortlich.

Durch den Verkauf des Kalenders werden die ungeheuerlichen Greueltaten des faschistischen Machthabers Mussolini toleriert, so Campidell, und das darf in der heutigen Zeit nicht zugelassen werden. Es ist endlich an der Zeit, dass der Handel mit verherrlichenden faschistischen Drucksachen verboten und unter Strafe gestellt wird.

Reinhild Campidell
Meraner Gemeinderätin der SÜD-TIROLER FREIHEIT

mussolini_kalender_2009.jpg


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Kommentare (12)
1. 19-11-2008 09:05
 
konkret?
welche schritte hat die südtiroler freiheit gegen diese aktion unternommen? ich möchte fakten und taten hören, welche auf zustände folgen. wir reden hier meistens nur über zustände
 
c
2. 18-11-2008 23:09
 
Wann holt uns die Vergangenheit ein?
Als ich diese doch etwas düstere Nachricht in den Dolomiten gelesen hatte, wollte ich es im ersten Moment nicht recht glauben. Aber es ist eine Tatsache. Eine Tatsache, bei welcher sich die Überlegung breit macht, wo bleibt den die Rechtsstaatlichkeit und das demokratische Feingefühl. Diese beiden befinden sich wohl hinter Gitter und werden so schnell nicht da raus kommen. 
 
Wenn ich bedenke was meine Großeltern unter diesen Diktator mitgemacht haben, da würde mein Großvater, wenn er noch leben würde, alle Kalender in ganz Süd-Tirol kaufen und anschließend verbrennen. 
 
Solche Kalender rufen bei vielen älteren Südtiroler/innen schmerzhafte Erinnerungen wieder ans Tageslicht!!!!!!!!!!!!111 
 
Was ist der nächste Schritt? Wie lange dauert es nocht bis der Faschismus wieder totalitäre Legalität und Narrenfreiheit bekommt? Und wann holt uns die (faschistische) Vergangenheit wieder ein? 
 
Ich danke Gott, das mein Großvater dies nicht mehr erleben muß!!!
 
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3. 18-11-2008 13:33
 
Wann holt uns die Vergangenheit ein?
Come mezzo italiano/mezzo tedesco ametto che questo non e' proprio un calendario che serve a questo mondo..... 
 
Nulla contrario ad un divieto di cose del genere.
 
Marco
4. 18-11-2008 11:18
 
Wini
Ein Witz aus der traurigen Zeit des Faschismus, die scheinbar noch heute andauert.. 
Ein Süd-Tiroler Wirt der aus verständliche Gründen kein italienisch konnte, war gezwungen das WC italienisch zu beschrifte. In Ermangelung der italienischen Sprache und um den Anordnungen der Faschiste gerecht zu werden, schrieb er einfach auf die Türe  
"wer MUSS SOLL INNI" er wurde nicht verhaftet.
 
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5. 18-11-2008 08:25
 
SVP
Die SVP ist schlau und hält den Mund. 
 
Habt ihr es noch nicht kapiert???? 
 
Die SVP macht bei der Annexion, Faschismus, Italienisierung Südtirols mit den Italiener brav mit.  
Die SVP will Süd-Tirol an Italien festnageln und sich für alle Zeiten ihre Macht absichern. Das ist die Wahrheit. 
 
5,90 Euro sind mir zuviel. Da gibt es billigeres Klopapier.
 
ff
6. 17-11-2008 14:05
 
verarschung
die herren ebner haben ja genug druckereien. wenn man so öffentlich diese faschistenverherrlichung drucken darf, wird man sie doch auch verarschen können. oder? jemand soll doch eine karikatur dieses diktators machen, und ebenfalls in den trafiken anbieten!
 
c
7. 17-11-2008 13:59
 
Mussolini-Kalender
Mich würde mal interessieren, wie die SVP zu solchen Sachen steht. 
Es darf doch nicht möglich sein, dass man durch solche Artikel Neueinsteiger für die neofaschistische Szene bewirbt - nicht nur in Süd-Tirol, sondern im ganzen "demokratischen" Italien. 
Es braucht bei solchen Fällen konkrete Lösungen und ein Gesetz, das das Verbreiten von rechtsextremen Artikeln wie diesen verbietet.
 
Hannes I.
8. 17-11-2008 08:47
 
Italiener, noch einen Krieg?
In Deutschland sind Nazi-Symbole verboten!!! Wenn du da ein Hakenkreuz herzeigst, hast du eine Anzeige am Hals. So schauts aus. 
 
Anscheinend wollen die Italiener lieber einen Mussolini als Berlusconi. Bei der Allgemeinbildung, und wenn sie ihren Kasperl-Staat so runterwirtschaften, wundert es auch nicht.
 
ff
9. 16-11-2008 20:35
 
Faschismus i.d. Gesellschaft von heute
Eine Abendzeitung aus Milano "C.d.S." hat im Juli 2007 die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage mit der Liste der um dieses Land am meisten verdienten Italiener veröffentlicht. Am Platz 1 war Giusseppe Garibaldi, der Vollender der Einheit dieses Staates. Am Platz 2 landete der faschistische Diktator, Kriegstreiber und Kriegsverbrecher Benito Mussolini. Am Platz 3 war der ital. Staatsmann der Eiheit, Camillo di Cavour zu finden. Am Platz 10 befand sich übrigens in dieser Umfrage der Medienzar und Politiker Silvio Berlusconi.  
 
Dazu noch ein Link zu einer Radiosendung zum Thema des Faschismus in Italien zum Nachlesen oder Hören im Radiosender DLF aus Köln, vergleichbar mit BBC oder Radio Ö1, vom 06.09.2008 in der Sendereihe "Gesichter Europas" mit dem Titel "Die langen Schatten der Vergangenheit". 
 
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/gesichtereuropas/840651/
 
Markus Anton
10. 16-11-2008 16:12
 
Faschismus i.d. Gesellschaft von heute
In Neapel findet man an Strassenstaenden haeufig den "Mein Kampf" in italienischer Uebersetztung. 
 
In Osterreich kann man einige NS-Propagandastreifen, die in Deutschland als "Vorbehaltsfilm" klassifiziert sind kaufen.  
 
Vor einiger Zet lief auf dem "kommunistischen" RAI 3 der NS-Film "Ich klage an" mit italienischer Untertitelung. 
 
Und in Chicago steht ein Denkmal zu Ehren des Faschisten Italo Balbo, der die "glorreichen" Transatlantikfluege mit den Savoia-Marchetti S.55 organisiert hat.
 
Stefan R.
11. 16-11-2008 15:49
 
Mussolini-Kalender
Mussolini-Kalender!!! Was kommt als Nächstes? Hitler-Bonbons und Stalin-Monopoli? Wer ist denn der Herausgeber und Organisator dieses Schmierblattes? AN, Forza Nuova, die Enkelin Mussolini`s oder wer? Man wird hoffentlich so viel Verstand haben, um diese geschmacklosen Heftchen nicht zu kaufen!!!
 
Ulrich 92
12. 16-11-2008 13:14
 
Wahnsinn
Es kann nicht sein dass in einem zivilisiertem Europa solche menschenverachtende Artikel verkauft werden. Es wäre unvorstellbar welches aufsehen ein Kalender über den Nationalalsozialismus bei uns in Nordtirol erzeugen würde und das zu Recht, denn auf dieser Welt hal der Nationalsoziaolismus und Faschismus keine Existenzberechtigung! Das gehört mal in den Köpfen der Ewiggestrigen hineingepflanzt! Es gehört einfach verurteilt, dass solche Artikel im freien Verkauf stehen!!!!
 
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