Auswirkungen der Zuwanderung auf die Zusammensetzung der Volksgruppen in Süd-Tirol
Dienstag, 14. Oktober 2008
pressekonferenz_auslaender_schule.jpgEines der zentralen Themen dieses Landtagswahlkampfes ist die „Ausländerproblematik“ in Süd-Tirol. Leider ist festzustellen, dass diese Thematik von einigen Politikern für eine oft hetzerische Wahlpropaganda missbraucht wird und somit auf ein Niveau hinabgesunken ist, das nicht nur unwürdig ist, sondern auch jede sachliche Diskussion, die dringend notwenig wäre, zunichte macht.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT regte mit einer Pressekonferenz am Dienstag daher eine auf Fakten basierende und sachliche Diskussion über das Problem der Zuwanderung an und beleuchtet dabei einen Aspekt, der von der Politik vielfach vergessen und unterschätzt wird, der für die zukünftige Entwicklung Süd-Tirols aber entscheidend sein wird: Nämlich die Frage, ob sich die Ausländer langfristig zu Süd-Tirolern, oder zu Italienern entwickeln?

Die Beantwortung dieser Frage wird für Süd-Tirol, als sprachlich-kulturelles Minderheitengebiet in einem fremden Nationalstaat, zur Überlebensfrage werden. Die heute in Süd-Tirol ansässigen Ausländer werden nämlich hier leben, arbeiten, heiraten, Kinder bekommen, die Staatsbürgerschaft erhalten und somit auch in den Genuss des Wahlrechtes und der Proporzzuteilung kommen. Das heißt, sie werden mitentscheiden.

Die Politik muss dieses Phänomen daher genauestens analysieren, um bereits jetzt Maßnahmen zu treffen, damit es nicht zu einer Italienisierung der Ausländer kommt.
Im persönlichen Umgang mit Ausländern ist nämlich bereits heute vielfach festzustellen, dass ein Großteil der Einwanderer nur italienisch spricht und sich somit dem italienischen Staatsvolk anpasst.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT hat anhand einer detaillierten Anfrage im Süd-Tiroler Landtag, sowie aufgrund statistischer Daten der letzten Jahre, eine Erhebung gemacht, um festzustellen, in welche Richtung sich die Ausländer langfristig entwickeln. Am deutlichsten wird dies ersichtlich, wenn man sich ansieht, von wo sie herkommen, wo sie in Süd-Tirol leben, und in welche Schulen sie ihre Kinder schicken.


Fakten:
Die Zuwanderung hat in Süd-Tirol seit 1990 beständig zugenommen und ist von damals 5.134 auf inzwischen 32.945 Ausländer angestiegen.

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Besonders angestiegen ist dabei der Anteil der Nicht-EU-Bürger und somit jener Menschen, die aus einem anderen Sprach- und Kulturraum kommen, während der Anteil der „EU-Einwanderer“ stagniert, bzw. sogar rückläufig ist.

Der Anteil der Zuwanderer aus der Bundesrepublik Deutschland ist beispielsweise, in der Zeit von 1999 – 2007, gerade einmal um 1.347 Personen angestiegen (von 2.840 auf  4.187).
Jener aus Österreich gar nur um 219 Personen (von 1.250 auf 1.469).

Demgegenüber hat sich die Gesamtzahl der Zuwanderer aber verdreifacht.

Entscheidend für die langfristige kulturelle Anpassung der Einwanderer, an eine der bestehenden Volksgruppen, ist der Wohnort.
Beachtenswert ist daher die Tatsache, dass allein in Bozen ein Drittel der in Süd-Tirol ansässigen Ausländer lebt, gefolgt vom Raum Meran und dem Süd-Tiroler Unterland. Das prägende Umfeld ist somit vielfach italienisch.

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Für die kulturelle Anpassung ebenso wichtig, ist die Wahl der Schule.

Dabei fällt auf, dass die Ausländer ihre Kinder, vom Beginn der Einwanderung an bis heute, hauptsächlich in italienische Schulen schicken.
Dasselbe Bild zeichnet sich auch im Kindergarten ab.
Obgleich die Italiener im Lande nur knapp 1/3 der Gesamtbevölkerung ausmachen, besuchen dennoch die meisten Einwanderer italienische Schulen. Im Schuljahr 2005/2006 waren es 58%.

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Analyse:
Aufgrund der erhobenen Daten wird ersichtlich, dass sich der Großteil der in Süd-Tirol zugewanderten Ausländer, langfristig der italienischen Volksgruppe anpassen wird.
Es ist dies nicht die Schuld der Ausländer, sondern liegt vielmehr an den politischen Umständen.

Die meisten Ausländer kommen im Glauben hierher, dass es sich um eine gewöhnliche italienische Provinz handelt, und nicht um einen Tiroler Landesteil, der in erster Linie deutschsprachig besiedelt ist. Dementsprechend passen sie sich dem italienischen Staatsvolk an, wohnen in italienisch geprägten Gegenden, und schicken ihre Kinder in italienische Schulen.

Dazu beigetragen hat sicherlich auch der Umstand, dass sich die Politik erst viel zu spät mit der Thematik der Einwanderung auseinandergesetzt hat, und das Problem einfach über viele Jahre hinweg in die italienischen Schulen abgeschoben wurde.
Langfristig bedeutet dies aber, dass aus dem Großteil der Ausländer Italiener werden, und sich somit das Verhältnis der Sprachgruppen in Süd-Tirol verändert.

Schenkt man den Prognosen des Statistikamtes Glauben, so wird sich die Zahl der Einwanderer bis zum Jahre 2020 auf knapp 75.000 erhöhen.

Auch im Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht zeigt diese Entwicklung daher auf, wie notwendig eine baldige Zukunft ohne Italien für Süd-Tirol ist. Langfristig laufen die Süd-Tiroler nämlich nicht nur Gefahr, zur Minderheit im eigenen Land zu werden, sondern werden, im Falle einer notwendigen Abstimmung, auch nicht mehr in der Lage sein, eine Mehrheit für eine Abtrennung von Italien zu finden, da die neue Generation an Italienern dann ja mitstimmen wird.

Lösungen:

Tatsache ist, dass Süd-Tirol keine Zuständigkeiten für die Ausländerfrage besitzt, da ganz allein Rom darüber entscheidet, wie viele Ausländer nach Süd-Tirol kommen.
Tatsache ist aber auch, dass viele Wirtschaftsbetriebe heute auf die ausländischen Arbeitskräfte angewiesen sind.

Bis zu einer Übertragung der Zuständigkeiten, die anzustreben sind, kann eine Lösung der Ausländerproblematik daher nur darin bestehen, dass Süd-Tirol selbst bestimmt, von wo es die Arbeitskräfte bezieht.

In Deutschland und Österreich, sowie in den restlichen EU Staaten, gibt es Millionen von Arbeitslosen, die teilweise sehr gut ausgebildet sind und dringend eine Arbeit benötigen.
In diesen Menschen steckt ein enormes Potential für Süd-Tirol, da sie entweder dieselbe Sprache sprechen, oder aus einem gleichen Kulturraum kommen, und es somit keine Integrationsschwierigkeiten gäbe.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT regt daher die Ansiedlung einer Arbeitsvermittlungsstelle beim Land an, an welches die Süd-Tiroler Wirtschaftsbetriebe ihre Wünsche in  Bezug auf Arbeitskräfte anmelden können. Dieses soll dann als Vermittler dienen, und gezielt Arbeitskräfte in Nord- und Ost-Tirol, dem restlichen Österreich, sowie in Deutschland und den übrigen EU-Staaten anwerben.

Da die Ausländerfrage für Süd-Tirol zur Zukunftsfrage werden wird, richtet die SÜD-TIROLER FREIHEIT daher auch an die Vertreter der SVP den Vorschlag, nach den Landtagswahlen mit Vertretern aller deutsch- und ladinischsprachigen Parteien, auf der Basis von Sachlichkeit und Seriosität, ein gemeinsames Konzept für die Lösung der Ausländerproblematik auszuarbeiten.

SÜD-TIROLER FREIHEIT - Freies Bündnis für Tirol




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Kommentare (3)
1. 15-10-2008 18:02
 
Wir wollen nicht, dass die Italiener uns unterwandern. Dann wollen wir doch auch bitteschön nicht, dass uns die Ausländer unterwander. Ganz egal welcher Sprachgruppe sie dann angehören, dass ist nur zweitrangig, denn auch wenn sie zur deutschen gehören, was hilfts wenn die dann irgendwann zu einem großen Teil aus Ausländer besteht. Ich finde deshalb die Politik der Freiheitlichen als nicht übertrieben
 
Ferdinand
2. 15-10-2008 17:30
 
I orbeit in a Betrieb wo fost 35% von meinen Mitarbeiter aus Deitschlond kemmen, und i sog enk, de sein für ins sicher net a Hilfe, de sein mehr Italofanatiker als die Italiener selbst.. de finden des super do Südtirol in Italien. Wo mir gegen die Deitschn im Fuassball gspielt hoben do hots nix gnutzt ihmene zu sogen das apoor von ins a zu Deitschland heben... des glaben de net... do sein mir die Italiener.. also mochts enk koane hoffnung von die Piefkes oder Ösis.. Südtiroler braucht lei SÜDTiroler!!!! und basta
 
Kurt
3. 15-10-2008 11:05
 
Los von Italien
Zitat: "Tatsache ist aber auch, dass viele Wirtschaftsbetriebe heute auf die ausländischen Arbeitskräfte angewiesen sind." 
 
"angewiesen" ist eine zweideutige Aussage. Brauchen Betriebe Ausländer, weil die Arbeitskräfte fehlen oder weil Ausländer billiger sind? 
Wenn Letzteres der Fall ist, nehmen uns die Ausländer die Arbeit weg oder machen sie so billig, dass ein Südtiroler bzw. Südtiroler Familie nicht mehr ihr Leben finanzieren kann. 
 
Ich finde die Zunahme der Zuwanderung jedenfalls erschreckend und alarmierend. Man kann fast mit mathematischer Sicherheit errechnen wie unser deutscher Anteil an der Bevölkerung schwindet. Und wie man an der Statistik sieht schreiben sich mehr als 4 mal so viele Kinder in eine italienische Schule, als in eine deutsche Schule ein. 
 
Zuwanderung muss beschränkt werden und das geht nur mit einem Los von Italien.  
Entscheiden wir selbst über unsere Zukunft, bevor andere über uns entscheiden.
 
ff

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