SÜD-TIROLER FREIHEIT startet Anti-„Alto Adige"-Aktion
Donnerstag, 2. Oktober 2008
aktion_kollmann_suedtirolo.jpgDie SÜD-TIROLER FREIHEIT hat auf einer Begrüßungstafel auf einem derzeitigen Grenzübergang zu Südtirol den Begriff „Alto Adige" mit „Sudtirolo" überklebt. Es handelt sich dabei, so die SÜD-TIROLER FREIHEIT, um den Auftakt zu einer Anti-„Alto Adige"-Aktion. Im Rahmen dieser Aktion verteilt die Süd-Tiroler Freiheit, neben den bereits bekannten Aufklebern mit der Botschaft „Süd-Tirol ist nicht Italien", auch Aufkleber mit der Botschaft „Südtirol ist nicht Alto Adige".

Mit ihrer Anti-„Alto Adige"-Aktion möchte die SÜD-TIROLER FREIHEIT Folgendes bezwecken:

1. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT möchte nicht nur Einheimische, sondern auch die vielen ahnungslosen Touristen, die tagtäglich unser Land passieren, auf das Problem der faschistisch belasteten Ortsnamengebung, an deren oberster Stelle der Begriff „Alto Adige" steht, aufmerksam machen.

2. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT möchte darauf hinweisen, dass die richtige Übersetzung des Begriffes „Südtirol" wenn schon „Sudtirolo" lauten müsste.

3. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT möchte daran erinnern, dass der Begriff „Alto Adige" in Bezug auf die Provinz Bozen weder in der italienischen Verfassung, noch im Pariser Vertrag noch im Autonomiestatut gebraucht wird, sondern nur die Langform „Provincia di Bolzano" bzw. „Provincia Autonoma di Bolzano".

4. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT möchte aufzeigen, dass der Gebrauch der Kurzform „Alto Adige" eine rein freiwillige, um nicht zu sagen mitläuferische und unterwürfige Geste der Südtiroler Landesregierung und damit der Südtiroler Volkspartei ist.

5. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT appelliert an die Privatbetriebe, insbesondere die Tourismusbranche, die Vorgehensweise der Landesregierung nicht mehr wie bisher vielfach leichtfertig zu übernehmen, sondern den faschistisch unbelasteten Begriff „Sudtirolo" zu gebrauchen.

6. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT möchte unterstreichen, dass es ihr mit der Anti-„Alto Adige"-Aktion wirklich ernst ist: Die faschistisch belasteten Orts- und Flurnamen erfüllen bis heute den Zweck, die Sprach- und Siedlungsgeschichte des Gebiets des heutigen Südtirols in ein falsches Licht zu rücken. Sie sind Ausdruck von sprachlich-kultureller Nötigung, die sich die Südtiroler nicht gefallen lassen sollten. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT möchte alle Südtiroler aufrufen, die Etikette „Alto Adige", wie auch die übrigen faschistisch belasteten bzw. pseudoitalienischen Namen, zu ächten und sich nicht von falschem Toleranzdenken leiten zu lassen.

7. Die SÜD-TIROLER FREIHEIT legt Wert auf die Tatsache, dass sie nicht prinzipiell gegen Mehrsprachigkeit und somit auch nicht gegen mehrsprachige Orts- und Flurnamen ist. Doch toleriert die SÜD-TIROLER FREIHEIT die mehrsprachige Namengebung nur dort, wo sie auf natürliche Weise entstanden und im Laufe der Sprachgeschichte gewachsen ist, und wo ihre Entstehung nicht auf sprach- und kulturimperialistischen Intentionen beruht.

Der Süd-Tiroler Freiheit geht es, in aller Kürze formuliert, um folgende Botschaft: Südtirol ist nicht „Alto Adige"! „Alto Adige" ist und bleibt die tolomeisch-faschistische Etikette der ersten Stunde. Südtirol ist wenn schon „Sudtirolo"!

Dr. Cristian Kollmann
Landtagskandidat der SÜD-TIROLER FREIHEIT


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Kurzer Abriss über Geschichte des Begriffes „Alto Adige".


Der Begriff „Alto Adige" bezeichnete zwischen 1810 und 1814 den von Napoleon dem Königreich Italien zugesprochenen Teil Tirols, also Tirol zwischen Ala und der Linie bis Gargazon-Kollmann. Das Gebiet nördlich dieser Linie fiel an Bayern und hieß offiziell Südbayern. Nach der Wiedervereinigung Tirols und dessen Rückkehr zu Österreich im Jahr 1814 war Napoleons „Alto Adige" wieder von der Landkarte verschwunden.

Im Jahr 1906, also über 90 Jahre später, griff Ettore Tolomei Napoleons Begriff „Alto Adige" auf und bezeichnete damit das im Einzugsgebiet der Etsch befindliche deutsche und ladinische Tirol, um damit den territorialen Anspruch durch Italien („die Etsch fließt nach unten") zu erheben.

Mit der Annexion Tirols südlich des Brenners und westlich von Arnbach durch Italien im Jahr 1919 kam Tolomeis Etikette „Alto Adige" wie gerufen – weist es doch nach Süden und leugnet es jeden Bezug zu Tirol. An diesem Etikettenschwindel hat sich bis heute nichts geändert, denn „Alto Adige" bedeutet rückübersetzt „Hochetsch".

 

aktion_kollmann_suedtirolo.jpg

 

aktion_kollmann_alto_adige.jpg


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Kommentare (23)
1. 07-10-2008 23:06
 
Ladinisch
Bêgnodü bedeutet auf Ladinisch Willkommen und ist ganz deutlich auf diesem Schild auch zu sehen. Den Landesnamen Südtirol muß man erst recht gar nicht übersetzen. Der ist nämlich gleich, auf Deutsch und Ladinisch.
 
Markus Anton
2. 07-10-2008 16:58
 
Un de Ladiner?
Isch ja olles schian un recht, owa wer denckt an insre ladinischn Tiroler? Wo steahd denn eps auf ladinisch? Odr vrgess ma de oafach? Olles deitsch?
 
Peter
3. 06-10-2008 16:45
 
Wechselfreudige grüne
Herr Liberto  
wechselt seine Identität wie seine Unterwäsche oder wie ein Fähnchen im Wind? Einmal mit und ohne (Valentin)ooooooh!. 
Wahrscheinlich wechselt er in diesem Tempo auch seine Sprache und seine Meinung. 
Machen das alle Grünen so?
 
ff
4. 06-10-2008 10:07
 
ein Witz
-ein Witz oder? im Jahre 2008
 
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5. 05-10-2008 12:31
 
ein Witz
Super Aktion nur weiter so!!!! 
Weg mit dem Alto Adige und Italien....
 
GS
6. 04-10-2008 18:27
 
„Sudtirolo" oder „Sud–Tirolo"?!
mfg Valentino Liberto 
Landtagskandidat der Grünen-Verdi-Vërc BürgerListeCiviche
 
Valentin[o]
7. 04-10-2008 13:35
 
Alto Adige?
I sog des "Alto Adige" soll wek, des isch jo lei erfundn! Inzere Heimat hoast jo nit "obere Etsch" oder sou! I war der fir wenn mr an ondren Noumen fir inzerer Heimat kriagn tatn! I glab hem bini nit di uanzigste dei sel sog! 
 
Liabe Grias ans Vinschgau Magdalena
 
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8. 03-10-2008 21:08
 
Alto Adige?
He Hannes, und was ist mit den Tirolern im Süden Süd-Tirols??
 
@ Hannes
9. 03-10-2008 17:31
 
Die Tafel
Es ist, wenn schon, dann eine geringfügige politische Besitzstörung, da die Tafel dem Land Südtirol gehört. Eine politische Partei hat das Recht auf manche Mißstände in der Toponomastik des Landes hinzuweisen. Ausserdem, die getreuen Altoatesini und Hüter der Potemkinschen Konstrukte der Italianità des Alto Adige, die jede Woche die Tafel der STF am Brenner auf der nord-tiroler Seiten "Süd-Tirol ist nicht Italien" verunstalten und beschmieren, werden jetzt "sempre in prima linea" nun mehr Arbeit haben und wahrscheinlich einen Umweg zu ihrem "Arbeitsplatz und Einsatzort" machen müssen, um auch hier ihre äusserst fragwürdige " tolomeische Wahrheit" zurechtzurücken.
 
Markus Anton
10. 03-10-2008 16:41
 
Tolle Aktion!
Nur weiter so! Das schärft das Bewusstsein der Leute für eine gute Sache und zeigt ihnen, dass sie ihre Tiroler Zukunft (so bald als möglich selbst) in die Hand nehmen müssen. Gleichzeitig unterstreicht die Aktion auch die Offenheit der Süd-Tiroler anderen gegenüber mit dem Willen, sich selbst nichts Unrechtes aufzwingen zu lassen. Was die Diskussion Sachbeschädigung oder nicht betrifft, braucht man nicht so kleinlich sein. Denn es finden sich genug Dinge im Land, die von anderen wirklich, oft sogar irreparabel beschädigt worden sind, ohne lang zu fragen. Selbst das ganze Süd-Tirol hat man Österreich weggenommen, ohne die betroffene Bevölkerung zu fragen (holen wir das schleunigst nach, dann kann man wenigstens das niemandem mehr vorwerfen!).
 
HE
11. 03-10-2008 15:46
 
@ stefan
Lieber Stefan! 
 
 
Die Süd-Tiroler Freiheit ist eine Gesamttiroler Bewegung mit Mitgliedern auch in Nord- und Osttirol. Deshalb interessiert es uns auch, wenn diese Tafel am Brenner auf nordtiroler Seite beschmiert wird. 
 
Daher
 
armin
12. 03-10-2008 15:42
 
@ stefan
Lieber Stefan! 
 
Ich bleib dabei - das Beschmieren der Tafel am Brenner ist laut österr. StGB eine Sachbeschädigung.
 
armin
13. 03-10-2008 13:45
 
Ein Schild
Ein Schild, mitten in Tirol! Aus Respekt vor vielen Fremdsrachen in Europa hat man dabei auch auf ein italienisches Begrüssungswort nicht verzichtet. So eine Einstellung würde man sich auch immer wieder in Italien südlich der Salurner Klause manchmal wünschen, wenn es um die Mehrsprachigkeit geht.
 
Markus Anton
14. 03-10-2008 13:10
 
Ein Schild
"Im Jahr 1906, also über 90 Jahre später, griff Ettore Tolomei" 
 
Nein sowas nach 90 Jahren.. da sollte man doch denken die Sache wär gegessen? :) tja so wie tolomei nach 90 Jahren etwas umändern wollte.. wollen es heute nach 90 Jahren andere ihm gleich tun und auch wieder was ändern..  
 
Ich bin für die Einführung der Politischen Verhältnisse von 1810. der süden südtirols zu Italien der norden zu Bayern - why not
 
Hannes
15. 03-10-2008 12:09
 
ST Webung
Wie man nicht schwer am Aussehen dieses Schildes erkennen kann, handelt es sich dabei um eine Tafel der Südtirol-Werbung. Diese Gesellschaft gehört der Provinz Bozen also dem Land und der Autonomie und hat nichts mit Italien zu tun. Würde es sich dabei nur um eine italienische Tafel handelt, würde man dort garantiert nicht Südtirol, sondern einzig und allein Alto Adige vorfinden. Die Regional und Landesstrassen werden heute vom Land verwaltet, daher darf auch nur das Land dort Schilder aller Art aufstellen. Auch die Südtirol Werbung pflegt meistens diese heuchlerische Regelung, bei Südtirol Werbung in Italien verwendet man immer nur den tolomeischen Namen Alto Adige, ausserhalb des landes heute fast nur ausschliesslich den Namen Südtirol mit dem entsprechenden Wiedererkennungslogo wie auf diesem Schild zu sehen ist, das dem Aussehen nach nach dem Vorbild anderer Bundesländer nördlich des Brenners gestaltet wurde.
 
Markus Anton
16. 03-10-2008 07:12
 
@armin
Lieber Armin, 
 
dass beschmieren eurer Tafel erfolgte im Ausland und braucht euch deswegen nicht zu interessieren. Ausserdem ist das eine x-beliebige private Tafel, auf der zum Beispiel auch "Forza Napoli" stehen koennte. Hier handelt es sich hingegen um ein "offizielles italienisches Schild", wenn du verstehst was ich meine.
 
Stefan R.
17. 02-10-2008 19:42
 
@armin
Punkt 3 ist falsch, siehe http://www.quirinale.it/costituzione/costituzione.htm Art. 116.
 
Stefan R.
18. 02-10-2008 17:03
 
Scheinkultur
Dieses erfundene Alto Adige muss verschwinden. In Südtirol darf kein Platz sein für eine Scheinkultur. 
 
@Leeroy 
Das Abreißen des österr. Kaiserjägerdenkmals und aufstellen des Siegesdenkmals ist auch Sachbeschädigung. 
 
Sudtirolo gefällt mir eigentlich auch nicht. Brauchen die Italiener immer ein O hinten dran, damit sie es aussprechen können?
 
ff
19. 02-10-2008 16:40
 
Super
Bei die Plakate: Stolz auf Südtirol miaset schun es obgebildet werdn. Es seid echt net schlecht! Bravo!
 
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20. 02-10-2008 16:07
 
Gute Aktion
Ich finde dies eine gute Sensibilisierungsaktion. Sie sollte in nächster Zeit nur noch mehr publik gemacht werden!
 
21. 02-10-2008 15:46
 
Überkleben
Meines Erachtens ist hier der Tatbestand der Sachbeschädigung nicht erfüllt. 
 
So wie es auf dem Foto ausschaut wurde hier nur ein Blatt Papier auf die Tafel geklebt. Ein solches kann ganz leicht, ohne Mühe und Kosten wieder entfernt werden und beschädigt die Tafel nicht. 
 
Das Beschmieren der Tafel der STF am Brenner war jedoch sehr wohl eine Sachbeschädigung.
 
armin
22. 02-10-2008 15:05
 
Überkleben
Im Prinzip nix einzuwenden gegen die Tatsache, dass die richtige Übersetzung "Sudtirolo" heissen sollte. Nach meinem Rechtsverständnis ist diese Aktion aber Sachbeschädigung und somit nicht zu tolerieren.
 
Leeroy
23. 02-10-2008 14:40
 
frage
darf man in öffentlichen mitteilungen usw. die von der provinz ausgehen, sowie auch in den email-signaturen auch das alto adige mit sudtirolo austauschen, oder ist das verboten? 
wenn das alto adige nirgends verankert ist dann kann man ja theoretisch auch dort das sudtirolo verwenden
 
simon

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