Landesversammlung 2008: Gastreferat von Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforum Austria-Tirol
Sonntag, 28. September 2008
landesversammlung_2008_gurgiser.jpgIn einem emotionsgeladenen Referat wurde einmal mehr auf die dringende Lösung des „Gesamttiroler Transitproblems“ verwiesen, weil es nicht reicht, um „jedes Edelweiß einen Stacheldraht zum Schutz“ zu ziehen, während man es zulässt, dass Mensch, Natur und Wirtschaft entlang der Brennerstrecke durch den „täglichen Lärm- und Schadstoffcocktail“ vor allem durch 2 Millionen Transitlaster jährlich um ihren „ureigensten Lebens- und Wirtschaftsraum geprellt“ werden.

Nach wie vor fungiert der Brenner als „Gesundheits-Unrechtsgrenze“ der ganz besonderen Art. Es geht nicht an, in Nordtirol beinhart Nachtfahrverbote, Müll- und Schrotttransporte und einen Lkw-Kilometertarife von rund 65 Cent über 20 lange Jahre zu erkämpfen, während in Bayern, Süd- und Welschtirol weder Fahrverbote noch ordentliche Mauttarife gelten.

Transitforumchef Fritz Gurgiser appelliert daher an die Gesamttiroler Politik, das Gedenkjahr 2009 nicht zum bloßen „Museums- und Aufmarschjahr“ verkommen zu lassen und mit nassen Augen die Vergangenheit zu beweinen. Unseren Kindern sind wir etwas ganz anderes schuldig und könnten das Jahr 2009 zum „Transitwiderstandsjahr“ ausrufen:

Lkw-Nachtfahrverbot Rosenheim – Verona, Lkw-Mauttarif von 60 Cent von Rosenheim – Verona, Lkw-Fahrverbote für Müll, Schrott, Steine, Erden, Fahrzeuge etc. Rosenheim-Verona sowie Modernisierung samt Umweltschutzeinrichtung der Brennereisenbahn von Rosenheim – Verona. Und zusätzlich einen flächendeckenden Verkehrsverbund für Gesamttirol sowie das aktive „Kauf regional statt global“ zum Überleben der heimischen Klein- und Mittelbetriebe samt den wichtigen Lehr- und Arbeitsplätzen.

Damit kann die Politik diesen einzigartigen Lebens- und Wirtschaftsraum „nachhaltig und dauerhaft“ absichern – statt sich wie derzeit hinter dem „Generationenverrat BBT“ zu verstecken und hart verdientes Steuergeld in „dunklen Kanälen“ versickern zu lassen. 

Wer nicht den Mut hat, die Straße auf ein Maß zu begrenzen, welches diesem Raum nicht länger schadet, hat kein Recht darauf, auch nur einen Cent unseres Geldes in den BBT zu investieren.

Mit dem Wegschauen statt Hinschauen oder dem „Nix hearn, nix sehn, nix riachn“ kann die Transitlawine nicht gestoppt werden – die „Freiheit der Transitlaster“ muss dort begrenzt werden, wo das „Grundrecht auf Gesundheit“ gebrochen wird. Die SÜD TIROLER FREIHEIT ist mit ihrem Positionspapier ein wertvoller Partner der Menschen an der Brennerstrecke und dafür gebührt ein herzlicher Dank!

Fritz Gurgiser am 27.09.08

landesversammlung_2008_gurgiser.jpg


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