A.N.P.I.- Eine Klarstellung tut Not!
Sonntag, 27. April 2008
roland_lang_500.jpgEine einseitige, gegen die deutsche Volksgruppe gerichtete Vergangenheitsbewältigung wirft das Hauptausschussmitglied der SÜD-TIROLER FREIHEIT, Roland Lang,  der A.N.P.I. vor. Die „Associazione Nazionale Partigiani D` Italia ( A.N.P.I.)  bekundet durch in Bozen aufgehängte Zettel sich „durch das vom Präsidenten Napolitano gezeigte Wohlwollen geehrt und  in ihrem Einsatz gestärkt und möchte dem Präsidenten der Republik im Namen der gesamten Bevölkerung Südtirols die besten Glückwünsche übermitteln und ihm danken“.

Mit dieser Lobeshymne wird der Besuch  des Staatspräsidenten an der Schandmauer des ehemaligen Durchgangslager Bozen in der Reschenstraße honoriert. Dieses Lager ist richtigerweise ein Schandfleck der Geschichte, wurden doch hier Menschen wegen ihrer politischen Gesinnung, ihrer „Rasse“, aber auch wegen ihres Kampfes gegen Fremdbestimmung eingesperrt, gepeinigt, gefoltert und ermordet.

Das Durchgangslager Bozen war ein deutsches KZ, die Faschisten hatten aber ebenfalls KZs in Italien, ebenso wie in den italienischen Kolonien.

Man muss der Führung der A.N.P.I. aber Einseitigkeit  vorwerfen: Den Nazismus mit dem Besuch der Gedenkstätte durch Napolitano zu Recht zu verdammen, ist richtig, aber warum grüßen vom Siegesdenkmal noch heute die Liktoren  der Faschisten? Warum stehen heute noch faschistische Beinhäuser in Südtirol, warum gibt es noch faschistische Ortsnamen in Südtirol, warum noch verherrlichende Marmorreliefs in Oberschulen? Wer es ehrlich mit dem Kampf gegen den Nazifaschismus meint, muss beide Diktaturen bekämpfen, ohne wenn und aber.

Führerwein und Ducewein gehören gemeinsam in den Gully!

Der A.N.P.I. maßt sich in seinem Zettel an, Giorgio Napolitano  „im Namen der gesamten Bevölkerung Südtirols die  besten Glückwünsche zu übermitteln und ihm zu danken“.

Die SÜD-TIROLER FREIHEIT sieht in dieser Aussage eine Frechheit gegenüber den Südtirolern, die keinen italienischen Partisanenverband brauchen, der für sich das Recht herausnimmt,  für die „gesamte Bevölkerung Südtirols“ zu sprechen.

Angemerkt sei zum Leitsatz des Partisanenverbandes „Gloria ai Caduti per la Guerra di Liberazione“ nur soviel: Was Longon für die Italiener, ist Kerschbaumer für die Süd-Tiroler: Ein Freiheitskämpfer! Longon kämpfte für die Demokratie, Kerschbaumer für die Freiheit.

Süd-Tirol, den 26.4.08
Roland Lang 


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Kommentare (2)
1. 28-04-2008 12:41
 
Gegenwart
Zitat: "Sie (=Süd-Tiroler) haben nicht nur die Fremdherrschaft, sondern auch die Italianisierung zu ertragen und sich damit abzufinden." 
 
Ich glaube ebenfalls, dass unter der italienischen Bevölkerung diese selbstverständliche Arroganz herrscht, dass die Süd-Tiroler sich mit ihrem Schicksal abzufinden haben. Die Italiener in Südtirol fühlen sich als das Staatsvolk und glauben sie brauchen ihre noch so faschistische Vergangenheit und Gegenwart gegenüber einer Minderheit nicht zu rechtfertigen.
IP: 62.206.43.50
 
ff
2. 27-04-2008 13:07
 
Vergangenheitsbewältigung
Das ist das wahre "Heldumtum" aus dem Land wo die Zitronen und noch vieles mehr blühen, einen Gegener, der im Jahre 1918 am Boden liegt und sich nicht wehren kann, überrumpeln, schnell überrennen und sein Land annektieren. Bis November 1918 hat bekanntlich kein italienischer Soldat nur eine Handbreite des süd-Tiroler Bodens betreten oder erobert. Auch meine Ur-Grossväter haben in den k.u.k. Uniformen für dieses Land Österreich und Tirol gekämpft. Das faschistische Italien hat später sogar in den 20er Jahren Leichenschändung betrieben, indem man Kreigstote, auch österreichischer Herkunft, anderswo in Italien ausgegraben, und in neu aufgestellten faschistischen Beinhäusern in ganz Süd-Tirol neubestattet hat. Damit wollte man einen gefälschten Herrschaftsanspruch der Italianità des Alto Adige bateln und vor der Welt präsentieren, genauso wie durch die Errichtung des Mussolini-Tempels am Siegesplatz in Bozen, wo bis heute im Zeichen der Italianitá des Alto Adige dieser Ideologie der gewaltsamen Unterdrückung der Rechte einer im Krieg unterlegenen Ethnie immer noch gehulgigt wird. Im Zweiten Weltkrieg hat das Königreich Italien die direkte Kontrolle zwischen März 1945 bis 1945/46 über das 1919 annektierte Land Süd-Tirol verloren. Die USA versprachen Italien bei der Landung auf Sizilien Grosszügigkeit, sollte dieses Land Mussoliniregime aus eigener Kraft stürzen, was auch prompt geschehen ist. Süd-Tirol befand sich ab Mai 1945 in der amerikanischen Besatzungszone und dieses Land ist von Nationalsozialitischer Fremdherrschaft nur von den Amerikanern befreiet worden, von niemand sonst, genauso wie auch Nord-Tirol. Das neu auferstandene Vaterland der Süd-Tiroler die Republik Österreich unterstützte von Anfang an mit vorhandenen Kräften die Anliegen der Süd-Tiroler, vor allem die Selbstbestimmung als solche. Das von den Siegermächten und Allierten als solches so eingestuftes Opferland des Krieges musste mit dem Täter- und Verursacherland des Zweiten Weltkrieges Königreich, später Republik Italien auf Druck der Amerikaner über das Recht auf Selbstbestimmung der Süd-Tiroler international verhandeln. Fast die gesamte erwachsene Bevölkerung des noch so "italienischen Alto Adige" hat im Mai 1946 dem damaligen österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl und ehemaligen politischen Häftling des KZ Dachau die geschlossen unterzeichnete Selbstbestimmungpetition in Innsbruck überreicht. Nach 1945/46 waren vor allem die Britten aber auch die Franzosen klar für die Selbstbestimmung in Süd-Tirol und die Wiederherstellung der Landeseinheit Tirols in seinem deutschsprachigen Teil und für die Rückkehr des Landes zum Vaterland Österreich, hätte man damals ein Referendum zu dieser Frage in Süd-Tirol zwischen Salurn und Brenner abgehalten und hätte die betroffene Bevölkerung das klar gewollt. Davon konnte man aber ausgehen, wenn so gut wie alle Menschen unter schwierigsten Bedingungen der Fremdherrschaft und permanent behindeert 1946 diese Petition doch unterzeichnet haben. Das war eine zweite und diesmal eine echte Option der Süd-Tiroler gegen Fremdherrschaft und für die Zulassung der Freiheit der Wahl in Freiheit und Demokratie, sowie Wahrung des Völkerechtes der nationalen Selbstbestimmung im Land selbst, sowie durch andere Länder, in erster Linie durch die Allierten Mächte und die Macht der Fremdbestimmung. Diesem noch so begründeten Wunsch der Bevölkerung hat damals die freie Welt nicht entsprochen und die Süd-Tiroler wurden nach 1946 ein zweites mal in der Geschichte der Fremdbestimmung um dieses erste Menschenrecht international betrogen, diesmals durch die freie und demokratische Welt. Die Amerikaner waren dagegen, weil sie Italien in Wort waren. Dabei erschwerte über alle Maße die Frage der von beiden Diktatoren Mussolini und Hitler erzwungene Option 1939-43 zwischen Italianisierung und Auswanderung die demokratische Klärung dieser Frage in einem von Faschismen befreiten Nachkriegseuropa, vor allem im Sinne der Staatsangehörigkeit. Italien argumentierte damals, in Süd-tirol gäbe es nur noch höchstens 14% deutschsprachige Süd-Tiroler. Die ganze Leidgeschichte und gewaltsame Unterdrückung in der Zeit des Duce-Faschismus hat man ganz einfach auf Druck Italiens vom Verhandlungstisch gefegt. Einen relevanten italienischen nationalen antifaschistischen Widerstand auf dem heutigen Gebiet von Süd-Tirol hat es damals nicht gegeben. Diese Helden sind erst später nach Süd-Tirol zusammen mit den US-Streitkräften und mit Italien als neue und alte Staatsmacht gekommen. Ihre Tätigkeit war damals ab Mai 1945 darin begründet, die Selbstbestimmungbestrebungen der Süd-Tirol um jeden Preis durch Einschüchterung der Bevölkerung mit allen Mitteln zu behindern. Dazu gehörten u.a. auch die antitiroler Schmierereien an den Wänden oder Aufschriften, "Italia fino al Brennero" und andere Schmähungen. Die Süd-Tiroler sind also 1946 ein zweites mal um ihr Menschenrecht auf eigene Selbstbestimmung betrogen worden. Wohl dafür bedanken sich diese Verbände in Namen der mit Gewalt und diplomatischen Betrug erzwungenen Italianità , dass diese Macht der Fremdbestimmung, nicht anders wie in einer Kolonie, weiter über alle Altoatessini herrschen darf. Ein Platz für Süd-Tiroler und ihr Recht auf Selbstbestimmung ist da nicht vorgesehen, daher muss man sie nicht einmal ausdrücklich bei entsprechenden Anlässen erwähnen, sie waren auch damit nicht gemeint. Sie haben nicht nur die Fremdherrschaft, sondern auch die Italianisierung zu ertragen und sich damit abzufinden, dass heute Italia fino eben nicht bei Salurn sondern am Brenner mitten in Tirol.
IP: 195.3.113.172
 
Markus A.

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