Kritik an neuen Straßennamen für Barbian - Land bei Richtlinien für Straßenbezeichnungen säumig
Mittwoch, 13. Juni 2007
ImageDerzeit überarbeitet die Gemeinde Barbian ihr Straßennamenverzeichnis. Ist bislang die Eisacktaler Gemeinde nur mit wenigen Straßennamen ausgekommen, sollen nun etliche neue Straßennamen eingeführt werden. Obwohl die Frage nach der gesetzlichen Regelung für die Übersetzung von Straßennamen immer noch nicht geklärt ist, will die Gemeinde Barbian jetzt künstliche bzw. pseudoitalienische Übersetzungen einführen. Diese Vorgangsweise stößt nun auf Kritik der Bewegung „SÜD-TIROLER FREIHEIT".

Unter anderem werden folgende neue Straßenbezeichnungen vorgeschlagen: Dorfstraße / via paese, Oberdorf / paese alto, Oberweger / via alta, Ackerweg / via dei campi, Wasserfallweg / via delle cascate, Ganderbachstraße / via ruscello Gander.

Werner Thaler von der SÜD-TIROLER FREIHEIT bezeichnet es als unsinnig und leichtfertig, wenn diese Straßennamen übersetzt werden. Dafür gibt es weder eine rechtliche Grundlage noch einen "Prontuario". Selbst "via paese" für Dorfstraße klingt äußerst künstlich und pseudoitalienisch, zumal eine solche Bezeichnung außerhalb Südtirols unüblich ist. Eine Dorfstraße würde nach italienischen Vorstellungen bestenfalls einer "via centrale" oder "via principale" entsprechen. „Eine "via paese" ist eine tollpatschige Eins-zu-Eins-Übersetzung" so Werner Thaler von der SÜD-TIROLER FREIHEIT. Ähnlich muten auch die übrigen Übersetzungen an.

Jeder Übersetzungsversuch ist Ausdruck eines sprachimperialistischen Gehabes und falsche Toleranz bzw. Anbiederung gegenüber den italienischen Mitbürgern in Südtirol.

Bei der Einführung von neuen Straßenbezeichnungen kommt es immer wieder zu sinnlosen Übersetzungen, wie jetzt in Barbian. Mitschuld daran hat die Südtiroler Landesregierung, welche bislang immer noch nicht die Richtlinien zur Benennung von Straßen und Plätzen genehmigt hat. Dies obwohl bereits seit Herbst 2002 ein konkreter Vorschlag der von der Landesregierung eingesetzten „Kommission für die Bezeichnung von öffentlichen Straßen und Plätzen" vorliegt. Der Schlussbericht dieser Kommission enthält interessante und wissenschaftlich fundierte Details, die wegweisend sind. Nur hat bislang die Südtiroler Landesregierung nicht den Mut aufgebracht die Materie gesetzlich zu regeln.

Werner Thaler von der SÜD-TIROLER FREIHEIT spricht sich dafür aus, die Namen in ihrer ursprünglichen Form zu belassen. Kein Gesetz besagt nämlich, dass Namen übersetzt werden müssen. Die Übersetzung beruht nur auf mangelnder Sensibilität und auf der Mitläufermentalität einiger Südtiroler, so Thaler abschließend.

Werner Thaler
SÜD-TIROLER FREIHEIT
13. Juni 2007


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